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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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gentlich nur des Agrippä gemahlin, der Cvpros, und diß ausHochachtung für ihre gegen den chcmann bezeugende treue, her-gab. Jedoch wollte es auch da anfänglich ein gar fchlcchkesansthen vor ihn gewinnen, indem er von Tideno , a.'v welchemer den lob qcwünfchet habe» soll, um Caltgulam desto eherauf dem throne zu sehe», gesanglich eingezogen wurde; daraufihm aber durch den bald darauf erfolgten tod Lidern die glucks-sonne völlig aufgegangen, und er nicht nur von dem Caligulades gefangnisses entlediget, sondern auch zum Könige gemacht,und mit einer göldcnen kette beschenckt worden , die gleiches ge-wichte init der eisernen hatte, womit er in dem gesangnisse wargednndcn gewesen, und die er hernach als ein fieges-zeichen indem tempel zu Ierusalein aufhenckcn lassen. Er bekam auchalle güther des verjagten Antipä, und als ClaudmS Kayser wor-den , ist er in dem höchsten ilore gestanden, Bürgerinelster inRom worden , und hat noch darzu gantz Iudäam und Sama-riam überkommen, baß er also der mächtigste in seiner gan-zen familie gewesen. In seiner regicrung hat er sich gar ge-linde aufgeführet, und absonderlich grossen eifer vor die Jüdi, fthe religion bezeuget, welchen er ihre freyheit auf dem gantzcncrd-kreise wieder zuwege gebracht, und von dem Caligula , alser ihm freyheit nach seinem gefallen zu bitten gegeben, nichtsanders begehret, als daß derselbe sein bildnis nicht möchtein den tempel bringen lassen, welches ihm auch in der thatverwilliget ward. 'Doch brachte ihn sein ehrgcitz in Unglück;denn nachdem er , um sich bey dem volcke ein ansehen jttmachen , Jacobum, Zebedäi söhn, den Apostel, hinrichten,und Petrilm ins gefängnis legen lassen, wollte er endlich,als er zu Cäsareen war, von dem volcke göttliche ehre anneh-men , dahero ihn der Engel des HErrn schlug, daß ihn dieWürmer auffrassen A. U. 797. A. C. 44. Mist dessen tobe istdem Jüdischen Reiche gar ein ende gemacht, und solches zuSyrien geschlagen worden. Joßpbus, Pbtio. Eußbws. Nicepbo-rus. Noidii bist. Idumsea. Harduinus. Bafnage. *

Herodes , oder Agrippa Minor. Er war Herodis III.Agnppä Majoris jüngster söhn, welcher, nachdem er feinen vat-ter im 17. jähre verlohren, als er eben bey dem Claudio zuRom erzogen wurde, wegen seines geringen allers in dem Rei-che zwar nicht folgte, dafür aber z. jähr darnach A. C. 49. A.U. 802· das Königreich Chaicis, bekam, welches nur ein klei-nes stück landes in der gcgend Damascus begrisse, an dessenstatt ihm nachgehends noch bessere länder eingeräumt wurden,die doch mit feines vatters, des Agrippä, landern nicht zu ver-gleichen waren , indem er von Iukäa und Samaria nichts alsdas recht in geistlichen dingen hatte, welches er auch sehr scharfexcquiret, also daß vier Hohepriester von ihm ab-und sechs ein-gesetzt worden. Er stund den Römern nicht nur wider die Par­ ther , sondern auch wider seine lands-leuthe bey, weil sich die-se von ihrer rebeüion durch kein zureden von Hervde wollten ab-wendig machen lassen, auch einen seiner deswegen an sie ge-schickten Gesandten getödtet, den andern aber mit wunden zu-rück tcieden , und Agrippam selbst mit steinen aus Jerusalem heraus jagten, hiernächst aber seine dahin geschickte trouppen ,um sie zur raison zu bringen, belagerten und zurück trieben. Erwar im übrigen einer von den besten aus seiner familie, vor demauch Paulus geredet hat. Er starb in dem $1. jähre seinesReichs A. C. 100. U. C. 8zz. und hat, weil er kein Weib gehabt,auch keine kinder hinterlassen; doch hat sich bey ihm seine schwe-ster Berenice, des Herodis ehemalige gemahlin , aufgehalten,und ziemlich verdächtig mit ihm gemacht, die auch nachgehendsmit Tito Vesvasiano gar genaue gemeinschafft gepflogen, dersie aber, um des volcks haß zu vermeiden, vor seine gemahlinnicht annehmen dürfen, sondern endlich von sich schaffen müs-sen. Joßpbus. Juvenalis. Eusebüu. Nicephorus. Noidii histor.Idum. *

Herodes Antipater, der ältere, ward von Alexandro Ian-näv , dem Jüdischen Könige, und dessen gemahlin Alexandra,zum Fürsten in Jdumäa gemacht. Er hatte grossen retchthum,und war also nicht so gar arm, wie Eusebius fälschlich vorgiedt,daß er ein götzendiener gewesen, und seinen von den räuberngefangenen söhn nicht habe ranzioniren können, sondern erkonnte sich noch darzu durch seinen reichthum bey den benachbar-ten völckern in guten credit setzen ; wie er denn auch seinem söhneinen grossen reichthum hinterlassen, und durch sein ansehenihn zu einem Königlichen tochter-mann und Statthalter inJdumäa gemacht hat Dieser sein söhn nun ist gewesen Antipa-ter Junior , vorher Anlipas genannt, von gedurl ein Jdumäcr,ein scharfsinniger, tückischer und verschlagener kovf, der sichdurch seinen rcrchthum und das ansehen seiner vorfahren in demFürstenthum Jdumäa veste gcsetzet hatte. Als die beyden brü-dcr in Judäa ", Hyrcanus und Äristodulus, mit einander un-eins worden , hat er dem Hyrcano, weil er sich zu Aristobulonichts gutes versähe , mit rath und that beygejlande,, , unddurch seine Verschlagenheit ntchl mir der Araber König Aretam,von welchem Äristodulus gefangen, und Jerusalem belagertworden, sondern auch Poinpejiun wider denselben aufgehetzt,welcher nach einer brcumonatlichen belagcrung Jerusalem stibft«lnbekommen, und Aristobulum gefangen nach Rom geführethak. Weil aber Antiparer sich nach den Römern in allem ac-commobirte, und deren armce bald mit Proviant, bald mitmannschafft und gcld versorgte, so kam er bey denselben m kur-zem in eine solche gewvgenheit, daß Seaurus und GabiniusHistor. Lexkon IV. Theil.

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ihn nicht nür zu den gröüen gesthäfftcn, sondern auch nebstdem Caßio in wichtigen angelegenhcilen als rathgeder gebrauchthaben, zumal da er sich mit spcndiren und schmeicheln über,all zu insinuiren wußte. Doch brachte er sich am meisten empor,als er dem nothleidenden Cäsari in Egyvten zu hülffe kam, Pe-lustum eroberte, und des Cäsaris pactey wieder unterstützte;denn es hat ihn Cäsar darauf nicht nur zum Röinischen bürgergemacht, sondern auch unter seine besten freunde angenommen,ihm die gewöhnliche steuer erlassen , von der anklagung desAutigvni, daß er auf unrechtmäßige art seine gewait zu vergrös«fern juchle, ihn frey gesprochen, und noch darzu zum Procu*ratore Judsas eingesetzt , also, daß sich Hvrcanus mit dem blo,-sen Hohenpriesterkhum vergnügen mustc. In dieser feiner neuenwurde suchte er sich vester zu mache», dannenhero er gleich diemaurcn verbessern ließ, und überall auf ferner Hut stund, allenaufstand zu vermeiden; dennoch konnte er der verrätherey , soein gewisser Jud , mit nahmen MaiichuS, (der des Lerodismacht, als eines fremden, aus eifer für das Jüdische völck beyzcrteu dämpfen wollte, ohnerachtet er vvrhero von demselbenvom tobe errettet worden) heimlich wider ihn mit des HvrcaniMundschcncken angesponnen , nicht entfliehen , sondern warddurch denselben , da er eben bey Hyrcano zu gast war, ohnedieses letztem vorwiffen mit gift umgebracht; welches aber He-rvdeS kurtz hernach durch Malichi eigenen tod mit einwilligüngdes Caßii, so damals in Syrien gewall hatte, zu rächen wußte.Dessen gemahlin war die Cypris oder die Cyprine, aus einemvornehmen geschlechte in Arabien, mit welcher er *. kinder,nemlich Phasaelum, Herodem, Josephum und Phaoram oderPheroram, und eine einzige tochter, Salomen, erzeuget; untrewelchen Phasaelus zwar von Cäsare zum Procuratore des Jüdi-schen landes gemachet wurde; nachdem er aber bald als Ge-sandter an die durch des Aristoduli söhn angeführte Parther ge-schickt , und von denselben gefangen genommen worden, stießer seinen köpf so hart an die steine, daß er das leben ohne die ge.ringsten klagen ließ. Zu dessen ehren ist hernach die stadt Pha-saelum erbauet worden. JoJephus. Noidii hist. Idum. *

Aerodes Atheniensis , ein Redner im II. Peecnlo, welchessonderlich deswegen berühmt war , weil er ex tempore überausfertig und unvergleichlich wohl reden konnte. Im XVII. Peculohat man nicht fern von Rom ein Griechisch monument von die-sem Redner, nemlich eine marinorsteinerne faule mit einerGriechischen inscription, so von Claudio Salmasio ans licht gr,geben worden , gefunden. Er soll die regeln der Griechischenspräche so wohl verstanden haben, daß einige von ihni sagten,er wäre gleichsam die Griechische spräche selbsten. M. Antoni-nus Philosophus und dessen bruder Verus wurden darinnen vonihm unterwiesen. Julius Capitals», in Vero. Vignier & Vota*terr. in Anthrop. *

HERODIANI, eine stete unter den Jüden, deren anbäu-ger glaubten , daß Herodes der von den Propheten verheisseneMeßias sey, weil das scepter von Juda entwendet gewesen, alser zur Crone gelanget. Es wird deren an dreyen orten indem Evangelio gedacht, u>td zwar auch daselbst , wo von demzinSgroschen , welcher den Römern bezahlt wurde, die rede ist.Hieraus wollen einige sthliessen, daß die Herodianer leuthe wä-ren gewesen, die sich zu Hervde gehalten hätten, und nebst ihmden tribut, welchen der Kayser von den Jüden gefordert, wi-der die Galiläer vertheidiget, als welche letztere vorgaben, daßes nicht zuläßig sey, selbigen zu zahlen. Andere wollen, es hät-te» diese Herodianer noch lange nach des Herodis todc dessen ge-bnrts-tag gefeyert, so aber andere von dem Agrippa, so gleich-falls Herodes genannt wurde, verstehen. Epiphanias , hir. 20.Tertullianus, de prosscript. c. 45. Hieronynsus , contra Lucifer.Baronius, inapp. annal.

Aerodianus, ein Orammatieus von Alexandrien , im III.saeeulo , ein söhn Apsllonii, so wegen seiner unverständlichenschreib-arl vvfeolus zngenannt wurde. Er brachte seine meistezeit zu Rom an dem Kaystrlichen Hose zu, woselbst er seine Hi-storie aus 8. büchern bestehend verfertigte, welche von dem todtAntonini Philosophi bis auf Balbinum und Marimum Pupic-num gehet. Photius sagt, daß Herovianus in seinem styio we-nig Historicis etwas nachgebe. Die art selbst eine fache vorzu-tragen , und der fleiß, mit welchem er alles untersucht hak, sindnicht minder an ihm zu loben. Ihm haben wir die beschrei-dung der ccrcmonien zu vcrdancken, die man bey Vergötterungder Römischen Kayser zu brauchen pflegte. Er schrieb in Grie-chischer spräche, und wurde zuer,t von Angelo Politiano übersetzt.Julius Capitotinus , in- Clodio Albino c. i. &. ; & in Maxi.mo & Balbino c. is- Photius , cod. 99· Voßus , de Histor,Greecis. La Mothe le Vayer , jugem. für les Hist. Grecs. *

-Arrodias, war des Königs Agrippä Magni schwcster, undeinegemahli» desjenigen aus des grossen Herodis söhnen , wel-chen die H. Schrift Philtppum, Jostphus aber blos HerodeMnennet. Sie verließ aber ihren mann, und verheuracheke sichan Herodem Antipam, dessen brvder; dessen ursach leichtlichdiese gewesen seyn mag, weil nach Josephi ausführlicher erzeh--lnng dieses wcibs erster mann von seinem vatter, dem grossenHerode, war enterbet worden, und sein lebe» m einem privat-stande zubringen muste. Allein weil St. Johannes diestvunordentlichen Vermählung zuwider war, dachte sie auf Mit-tel 1 selbigen aus dem Wege zu räumen. Da nun Herodes

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