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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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wieder ankam, und heimlich einige soldaten in die stadt brachte.Weil er nun die hieven vielfältig gegebene Nachrichten Nichtgeachtet, ward er in dem Hause des de la Pise durch des vonKnuyt leuthe angegriffen, in den arm geschossen und gefangmgenommen, konnte aber zu Übergebung des castells auf keineweise gebracht werden, sondern starb bald , da kurtz vorher seinefrau die ordre zu auslieferung des castells unterschrieben, anseiner wunde, unter grosser reue wegen des begangenen , undbekänntnis zur Reformirten religion. DeiaPise, tableau delhist. dOrange.

* Hertz, (Michael) ein Historicus, war zu Schmira , einemohnweit Erfurt gelegenen dorfe, den 24. sept. an. i6;8. gcboh-ren. Nachdem er zu Jena in der Historie, Mathcmatic undPhilosophie einen sattsamen gründ geleget, studirte er zu Erfurt anfänglich die Rechte, nachhero aber die Theologie, und nahmhiernachst an. 1660. die würde eines M»giftn an. Nicht langehierauf erhielt er eine Collegen-stelle, und ferner das Recloratan der dasigen Prediger-schule, wurde aber hernach an. 1674.genöthiget, dieses amt wider seinen willen mit einer Prokellionan dem Gymnasio zu vertauschen, ward auch folgends an. 1675.Professor ftissoriarum bey der Universität, an. IÜ78. sseciorzu Schneeberg , und endlich an. l68e. Pastor zu Bockau oderBuckau , einem im Ertz-gcbürge gelegenen und zu deni KreiS -Amt Schwartzenberg gehörigen flecken, in welchem amte erendlich an. 171;. den 15. nov. mit tode abgieng. Ausser eini-. gen difputationen , und Neubaueri Lexico Linguse Latin*,welches er verbessert und vermehrter heraus gegeben, hat nianauch von ihm: öibliochscam Germanicam., s. Notitiam Scri-ptorum Rerum Germanicarum ; und Germania gloriose s. Bi-bliothecas Germanicae, editionis repetitas , Sciagraphiam.Motscbmannt Erfordia litterata, tom. s.

* -Aery, (Benedict) ein bildhauer von Nürnberg , ward ge-bohren den 28. aug. an. 1*94. und lernte diese kunst anfangsbey Friedrich Hvcrld, nach diesem aber bey Emanuel Schweig-ger. An. 1614. bcß^b er sich in die fremde, da er sich bis an.1619. in dieser kunst vortreflich geschickt machte. Hernach thater mit einem Englischen Abgesandten, der beständig einen solchenkünstler bey sich haben wollte, eine reise in Holland , Engelland,Franckreich und Italien , und machte sich mit geschickten undgelehrten leuthen bekannt, wie ihm dann zu Floren» der berühm-te Galiläus de Galiläis viel ehre erwiesen. Endlich kam er an.162$. in Nürnberg wieder an , triebe seine kunst mir vielem lob,und sthnilke insonderheit schöne crucifixe, nebst andern fachensowol aus holtz als helscnbein. Er starb den 21. oct. an.;;.Doppelmayrs Nürnb. künstler.

-Hertzberg, eine stadt und Superintendcntz im Chur.kreifeSachse», und im Amt Schweinitz an der schwärtzen Elster zwi.scheu Schlichen und Ubigau gegen den Nieder - Lausitzischengrentzen gelegen. Sie gehört unter keine Amts-jurisdiction ,sondern sitzt aufCantzeleysschrift, und hat ihre gehöltze, iagden,Ritter-güther und dergleichen gehabt, davon aber nach der Handverkauft worden; wie sie denn fast die älteste Chur -und ehe Wit-tenberg aufgekommen , die Haupt-stadt gewesen seyn sott. Siehat den nahmen von den Hirschen, die-etwa häufig daherum inden waldern gewesen , und wird in den alten äiplomaribuzHirtzberg gencnnet. An. 148;. soll diese stadt fast gantz abge-brannt seyn, und an. 1547. «st Churfürst Johann Friedrich inder flucht bey Mühlderg in einem holtz vor Hertzberg , derSchweinbart genannt, gefangen worden. An. 1522. hat derChurfürst Friedrich Andreas Wagnern zum ersten Superinten-denten hicher gesetzt. An. 1578- haben Churfürst Augustus vonSachsen, der Churfürst von Brandenburg und der Hertzog vonBraunschweig in dem Augustiner-kloster allbier mit den Anhal-tischen Theologis ein Colloquium wegen des sogenannten Cry-pto-Calvinianiimi halten lassen. Nach der Leipziger schlacht an.16; 1. setzten die Kayserlichen dieser stadt heftig zu , sie wurdeaber von dem Chnr-Sächsischen Feld-Marschall von Arnheim entsetzt. Die nahrung der stadt bestehet in acker-bau, Vieh-zucht und dem luch-handel, und weil die meisten bürger, ihrenacker-bau haben , so ist allhier eine besondere zunft der hüfner,die ihre lade, ordnung und gesctze samt gewissen Richtern ha,den , welches etwas besonders ist. An. 172;. den 16. mayist sie bis auf eine gasse verbrannt. Peckenßein. theatr . Sax.P. 111 . Muileri annal. topogr. p. 74. Zeileri topogr Sax. sup.

p. 102.

Hertzhera, oder Hirtzberg, ein vestes berg-scblvß in derNieder-Hcßifchen Grafschafft Jegenhavn, nghe bey Grebenau .Dem Landgrafen von Hessen-Cassel gehört darrnnen das desii-mmgs-rccht, eigenthümlich aber stehet es den Freyherren vonSöringenderg zu. An. i;>8. besaß es Friedrich Romrod vonHertzbcrg, und kam mit dessen einziger tochter an Bertholdvon Lisberg^ Weil sich aber seine nachkommenschafft mit inden stern-bünd einließ, so ward es von dem Landgrafen einge-zogen , und denen von Falckenbcrg in lehn gegeben; doch dieseüberliessen es bald wieder dem Landes-Herrn, welcher darauf an.1487. die von Dörnberg damit belehnet, winckelm. beschr.Hess. ?. 11 . p. 247.

Hertzoge, waren anfänglich Gouverneurs grosser Provin-zen in Deutschland , welche zugleich mit kriegs-lachen zu schaf-fen hatten, und dahero Hertzogc, weil sie vor dem Heere herzogen,gencnnet wurden. Es hatten nemlich die alten Franckjschen und

Teutschen Könige Teutschland in gewisse grosse provmtzen undGouvernemcns eingetheilet, welche sie durch Hertzvge und Gin--fei, verwalten liessen, deren jene die oberste aufsichl und dasregimenk einer prvvintz, diese aber die gerichtbarkeit zu versehenhatten. S«c waren also bediente des Reichs, wurden mit einergewissen prvvintz oder landschafft beliehen, und musten demKönige und dem Reiche treu und gehorsam schworen. Hierzunahmen nun die Kayser gemeinigllch entweder ihre bluts-ver.wandten, lochter-männer, nahe freunde, oder die sonst ausvornehmem adelichen stamme waren, und sich durch ihren ver-stand und tapfere kriegs-thaten hervor gethan hatten. Es wirdzwar insgemein davor gehalten, daß ein jeder Hertzog 12. Gra-fen unter sich gehabt, ist aber ohne gründ. Denn ob mangleich einige Hertzvge findet, die über -2. Grafschafften zu be-fehlen gehabt, wi>k man von Pipino findet, baß er seinen bruderGriponem zum Hertzog über 12. Grafschafften in Neustrieugemacht, so ist doch dieses nicht durchgehends gewesen, ja manfindet wol Grafen, die keinen Hertzog über sich gehabt. Ihregemalt belangend, so hatten sie die gantze provin« und Hertzvg-thum im nahmen des Kaysers zu verwalten. Wann krieg war,musten sie auf des Kaysers defehl die benötigten trouppen zu-sichren und commandrren. Mit gerichts-händeln hatten sie ei-gentlich nichts zu thun, ausser in fällen, so die Grasen nichtschlichten konnten. Es dependirten aber solche Hertzvge jedes-mal von den Teulschen Kaysern und Königen, dergestalt, daß sieohne deren befehl kein gebor, schatzung, oder steuer den Unter-thanen auflegen konnten, und also alle ihre gemalt von den Kav-sern hatten. Auch besassen sie solche Hertzogliche würde nichterblich, sondern wenn der vatter bey dem Kayser in grossengnaden war, und einen söhn hinterließ, der zu der würde tüch.tig, findet man wol, daß er zum Nachfolger sey erkläret wor-den ; wiewol es in des Kaysers gemalt stund, den söhn odereinen fremden zu nehmen. Es meynet zwar Coccejus , es hät-ten die Hertzvge von ansang an ihre eigene gemalt und alle re.galien zu gebrauchen gehabt; allein man kan aus dem Hincma-ro darthun, daß ihre gemalt allein von den Kavsern depcndiret;es zeugen auch die exempel, daß die Kayser Hertzvge ein-undabgesetzt haben. Jedoch haben die Hertzvge vor sich eigenthüm-lich einige Allodial-Herrschafften und lande gehabt, welche sieentweder aus Kayserlichen gnaden erhalten, oder von ihreneitern ererbet, durch Heurath erlangt, erkaufft, oder sonst durchandere Mittel an sich gebracht, davon sie nicht Hertzvge, svndemnur Herren genennet wurden. Es haben sich aber mit den Her-tzogen und Hertzvgthümmern viel Veränderungen zugetragen.Denn als die Hertzvge zu mächtig, und dem Kayser ungehorsamwerden wollten, schasste Carl der grosse selbige ab, und ver-ordnete an deren stelle Grafen . Darum geschieht in dessen undseiner nachkommen, Kayser Ludwigs des frommen, und Kö-nig Ludwigs in Teutschiand, wie auch anderer Historien oderderen ablheilungen , nicht eine einzige Meldung eines Hertzogsoder Hertzvgthums, sondern fle werden die obersten Landes-Verweser oder Graviones genannt. Unter dem Kayser Arnul-pho wurde das Hertzogthum Lothringen bestätiget, indem erseinen söhn Zwendeholt zum Hertzog darinnen verordnete, undKönig Ludwig setzte seinen bruder zum Hertzog in Bayern .Schwaben und Francken haben unter dem Kayser Arnulphound allen dessen vorfahren Caroliner geschlechts keine Hertzogegehabt, sondern stunden unter Königlicher Cammer, und wur-den durch Gesandte administriret. Der König Conradus aberbestätigte mit confens der übrigen Graf Burckharden zum Her­ tzog in Schwaben . Dergestalt waren zu Conradi zciten Arnol-dus, Hertzog in Bayern , Burckardus Hertzog in Schwaden,Ederhardus Hertzog m Francken, Gisebertus Hertzog in Lothrin­ gen und Henricüs Hertzog in Brachsen. Dieselben beguntmsich auch damals erblich zu machen, worunter Henricüs Her-tzog in Sachsen der erste war, dem Conradus die erbliche wurdezustünde, welchem exempel denn die andern folgten. Die 4.vornehmsten Hertzoge waren die von Bayern,Sachsen,Fransten und Schwaden, welche auch zugleich die 4. vornehmsten ämla,so von alten zciten her in Teutschland waren, nemlich dasSchencken-amtz, Tnichseß-amt, Marschall-amt und Cammercr-amt bedieneten ; wiewol schon von alten zeiren in denienigcnlanden, in welchen zum östern kriege geführel wurden, Hertzogegesetzt waren, daß man also deren zum östern mehr als diesigantrifft. Nach derselben zeit aber , als die Hcrtzogthümmnöfters zerrisse» und zertheilet, einige Grafschafften hierzu erhal-ten , auch verschiedene neue Fürstenthümmer aufgerichtet wur.den, hat sich derselben anzahl gehäuffet, dergestalt, daß manheut zu rage 7. alte Herzogliche Häuser findet, als da sind:Sachsen , Braunschweig , Mecklenburg , Würtemberg, Holstein,Savoyen und Lothringen . Die ausgestorbenen Hertzoglichen sa-milicn sind Schwaden, Stcycrmarck, Kärndten, Crain, Iülich,Eleve, Berg, Pommern , Brabant , Geldern und Limdurg.

Hincmarut , ep. IV. c. 14. Eginbardus , vita Caroli JV 1 . Pitbaui,ann. Francor. Wittekindas , ann. Lttitprandm. Leb mann. üb.II. c. 6. üb. IV. c. 1 . Myler ab Ebrenbacb , Archol. ord. Imp.c. 9. Sagittarius , antiqq. Duc. Thür. Coccejus , Prud. Jur. pubLc. i2. Vitriarius , Jur. publ.

Hertzogenbusch, Bois le Duc , lat. Sylva Ducis , einearoffr, volckrciche und wohl bevcstigte stadt im HolländischenBrabant , wo sich die fluffe Aa und Dommcl vereinigen. Dweflüsse machen in der stadt viel canäle, und hat sie innerhalb eine

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