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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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h e s h e v

Kcsychius Milcsms, wird Illustris genannt , lind hat zuden jenen Kayserö Anastasii geleber. Er bat eine allgemeineHistorie von dem Belo an bis aus seine leiten geschrieben, wieauch ein Gompenclium de Vitis Fhilosophorum , und de Origi-nibus Constantinopolitanis. Pbatius , cod. 69. Suidas. JonJius,de script. bist. Phil. üb. III. c. 19. Hanckius , de script. By-zant. l'ojjius , de Hilt. Grat. lib. II.

Kettzöw , oder Hettgau , ist eine gegend in dem unternElsaß fum Seltz herum, zwischen Stvlthosen und Lauterburg,den Grafen von Hanau gehörig.

Ketland , ist der »ahme einiger insuln, siehe Schettland.

Ketruria, war eine grosse provintz in dem alten Italien ,welche zwischen der Tiber , dem berge Apennin und dem Tvrrhe-nischen mccre gelegen, und von Ligurien durch den fluß Macraunterschieden ivird. Die Alten nennten solches land auch Tu-sciam. Die cinwohner dieses lands legten sich sehr auf diewahrsager-kunst , wie es denn auch die Römer von ihnen erlern-ten , und ihre Augures von ihnen bekamen; heut zu tage ist esdas Florentinische gebieth. Blinius , üb. III. c. 3. Ceüarii not.orb. ant. lib. II. c. 9.

Kekruria, soll der »ahme einer stadt gewesen seyn, für de-ren erbauet einige den Ianum ausgeben, und von welcher ge-sagt wird, daß die landschafft Hctruricn oder das heutige To-scana ihren nahmen bekommen habe. Die einwohner von Vi-terbo in dem Patrimonio Petri wollen behaupten, daß ihre stadtvon den ruinen dieses Hetruriä aufgeführet worden. Dlic. deVital. I. p. 276.

t -Zeyer, (Ludwig) gebürtig aus Bayern , wird für denersten Teutschen ausgegeben , welcher in dem XVI. s-eeulo sichunterstanden, wider die Gottheit Ehristi zu schreiben. Er be-hauptete zugleich die Polygamie, und hat selbst zwölf weibergehabt. Sandius setzt ihn unter die Märtyrer des Socinianismi,wiewol er mehr wegen seinen lästern, als wegen seinen irrthüm-mern den 4. febr. an. 1529. zu Costantz enthauptet worden. Erhat auch an. 1523. ein buch wider die bildet geschrieben. Cy-jrrian. de mortibus Socinian. p. 88 Sandius , biblioth. Anti-Trinitar. p. 16. Reflextom Jur le Socinianifme , p. 159. Qttii an-nal. Anabapt. p. 30.

* Keubach, ein altes Würtembergisches städtlein, so jetztmehr einem dorfe gleich siehet, ausser den grentzen dieses Her-tzogthums gegen morgen zu, zwischen den beyden Reichs-städ-ten Gemünd und Aalen , nicht weit von dem Ursprung des flussesRems gelegen. Crußus , paralip. chron. Suev. c. 12.

Kevelius, (Johannes) ein berühmter Matbematieu?,ward zu Dantzig an. iSn. den 28. jan. gebohren, und mitgrosser sorgfalt zur schule gehalten. Nachdem er darin» die fun-damente der Lateinischen spräche erlanget, wurde er zu erlernungder Polnischen spräche nach Gondetsch geschickt, von dar er nachverlauf einiger zeit zurück gekdmmen, und seine angefangene stu-dien zu conlinuiren, in das Gymnasium zu Dantzig gethan wor-den. An. 1627. begab er sich in die informativ» des gelehrtenMathematici , Pekri Crügeri, damaligen Prnkellori8 in demGymnaiio , und erlangte durch seinen natürlichen trieb in allenDisciplinis Mathematicis in kurtzcr zeit eine ziemliche wissen-schafft; sonderlich wendete er auf einrathen seines Praceptorisnicht wenig flciß auf das zeichnen und allerhand mechanische kün-ste. Als er an. 1630. seiner üudiorum wegen von seinen eiternin fremde lande geschickt worden, nahm er seinen weg nach Hol­ land , Engelland, Franckreich und Teurschland. An. 1634.langte er wiederum bey den seinen an, muste aber auf derselbenverlangen seine 8mdia JVIathematica auf einige zeit beyseit fe-tzen , und sich gäntzlich auf negotia civilia applicircn; bis erendlich auf nncrinüdetes anhalten des Crügeri um das jähr1639. sie mit grösserm eifer als jemals aufs neue vor die Handnahm. Weil er aber wohl wußte, daß durch blosses calculirendie aufnähme der Astronomie in der that wenig befördert wurde,ließ er an. >641. in seinem Hause eine speculam zu seinen künf-tigen obscrvationibns erbauen, und versähe solche mit gehöri-gen qnadranten und sertanten von purem metall, die aber nurdrey bis vier schuh in diametro halten. Seine vornehmsie ar-beit ließ er dazumal seyn, (weil ohne genaue und accurate deli-neativn der macularum lunarium sehr schwer fällt die quanti-tatem deliquiorum zu dijudiciren ) die pbaPes Gunae omniumdierum rocius menÜ8 , tarn crescentes quam decrescentes , undalso alle maeula8, tatione sitüs inter se invicem , magnitudi-nis, divcrik figurae , luminis , umbrae atque coloris , mit grö-ßer bemühung und aufwendung schwerer koste» aus das nettestezu entwcrffen , und hat nieinand vor ihm dergleichen tentiret,ausser dem Galiläo , dessen sebema aber nur ruditer adumbriret,und nicht zu gebrauchen ist; Gassendus aber, was er angefan-gen , weil er meistens fremden Händen trauen müssen, gäntzlichliegen lassen. Nachdem er dieses werck zu ende gebracht, undnunmehro von den grösten leuthen selbiger zeit angetrieben wur-de, semen ßeiß auch auf die übrige Planeten zu wenden, ihmaber aller fleiß hzerinn vergeblich schien , wo nicht zuvor allerItellarum fixarum litus tarn ratione longitudinis , quam lati-tudinis, debite restituirt, seine bishero gebrauchte instrumenteaber zu einer so subtilen fache viel zu klein,als versertigte er durchetlicher jähre arbeit instrumente von solcher qrösse und verfection,daß er es hierin» Königlichen Observawnis zuvor that. Mitsolchem apparatu brachte er es dahin, daß er ausser den 930.steruen, so den Alten schon bekannt gewesen, noch anderer 60;.

Histor. Lextcon IV. Theil.

heu 125

sternen loca vera im Himmel durch observirung plurimanim rli.Itanriarum und latitudinum meridianarum , mit iMgläublichermühe determinirt. Zu geschweige», was er in investigando mo-tu Cometarum , in determinanda quantitate anni folaris, mo,tu Luns libratorio und andern wichtigen Materien prästiret,wovon seine nach und »ach an das licht gekommene viele schriften,als: 8elenograpbia; Prodromus Cometicus; Cometographia;Machin* Coelestis Pars prior & pollerior; Annus Climacteri-cus ; Firmamentum Sobiescianum ·, Mercurius in Sole visus;Nativa Saturni Pacies ; Prodromus Astronomiue cum CatalogoFixarum, genugsam zeugen. Es Ware auch noch ein mehrersvon ihm zu hoffen gewesen, wo ihm nicht an. 1679. sein gantzesHaus nebst der darauf erbauten ipecula, alle seine kostbarsten in-strumente , viel seiner gedruckten bücher und manuscriplcu, unddie herrliche druckerey im rauch aufgegangen wären. Solcheseine unvergleichliche meriten blieben ihm nicht »»belohnt, in.dem er nicht allein dadurch bey Königlichen, Chur -und Fürstli,chen Höfen, deren vornehmsten Ministern und allen gelehrtenmännern seiner zeit in besondere Hochachtung gekommen , wiesolches die noch vorhandene XVI. volumina literarum mutua.rum , so nun in ein voIumen zusammen gezogen zum druck fer-tig liege», erweisen können ; sondern er wurde auch von derFranzösischen und Englischen Societät, zu einem Mitglied ange-nommen , auch über biß von verschiedenen hohen Potentatenansehnlich deschencket. Weil er auch wegen seinen qnalitätennicht weniger bey dem gemeinen stadl-und policey-wesen, als un»ter den Gelehrten eine chren-stette zu bedienen würdig war; alsist er zu Dantzig an. 1641. in die Schopven-banck der alten stadt,und an. 16; i. in den Rath gezogen worden, welchen offieiia er,dem erster» 10. dem andern 36. jähr mit gröstem rühm vorge»standen, bis sich endlich allerhand beschwerliche zufalle, inson-derheit der stein-schmertz, bey ihm eingefunden, woraus zuletztder gefährliche affectus, ischuria genannt, entstanden, wel»eher ihm den 28. ja», an. 1687. eben an seinem geburlS-tage,nachdem er 76. jähr zurück gelegt, das leben genommen hat.Concio funebru & parentatto ipsi habita. Cenotaphium Heveiii.Prasal. macbina aeleß. p. 1. &c.

Keverle, ein prächtiges schloß nahe bey Löven in Brabant,an dem fluß Der! und dem dach Fura, welches den titul einerBaronie führet, und dem Hertzoglichen Hause von Croy undArschot zustehet. In dem etwa» 500. schritte davon gelegenenCölestiner -kloster haben die Hertzoge ihr crb-begrädnis und einensiamm-baum, welcher bis auf Adams zeiten hinaus gehet, sofern solcher rechnung wohl zu trauen ist. UereHion de toutei

les terres du Brabant. Tromsdorf

Keufler, eine alte adeliche familie in Tyrol, welche vor zei.ten auch Piasel von Hochen-PichI genannt worden. Johann leb.te an. 1270. Jacob von Hochen-Pichl, der Heufler beygenannt,hat an. 1359. das schloß Rassen oder Räsen an sich gebracht,dahero er sich und seine nachkommen die Häufler von Räsengenennet. Zu ausgang des XVII. feeuli unterhielten vier brü.der dieses geschlecht, davon Frantz, hernach Adelbcrlus ge-nannt, Abt zu Admont gewesen. Brandts Tyrol. ehren-kräntzlein. Bucel. stemmat. P. II.

Keugel, eine ansehnliche adeliche familie in Schlesien, wel-che im Nordgau entsprossen, und sich in unterschiedliche länderausgebreitet hat. Laurentius von Hcugel hat sich um das jähri2so. in Francken niedergelassen, und daselbst zwey land-güther,den Hof im Roß-thal und daü dorf Stöckicht erblich besessen,welche güther aber feine söhne verkauft haben. Sein ur-enckelAlbertus zeugte unter andern Laurenlinm , welcher an. ,479.dem Könige Malthia in Böhmen und Ungarn , wider die Polen als Rittmeister diente, und sich nach geendigtem kriege in Schle-sien niederließ. Seine fünf söhne waren 1.) Andreas, welcheran. 1557. gestorben, und unter andern Adamum nachgelassen,welcher in dem kloster Leubns Haupt-und Amtmann gewesen.2 .) Lazarus, welcher an. 1561. gestorben , und erben beyderleygeschlechts nachgelassen. 3.) Johannes, welcher sich an. 1527.bey einnehmung der stadt Rom befunden, und vier söhne gezen-get, von welchen Sebastianus Kayserlicher geheimer Rath undVice-Cantzler in Böhmen , Henricus aber Ertz-Hertzogs Maxi-mlliani Cammer-Herr und Abgesandter in Moicau gewesen. 4.)Sebaldus, welcher an.izzo. mit tvde abgegangen, undBaltha»sarn nachgelassen, der bey seinem an. 1602. erfolgten tobe seinemgeschlechte durch ein testament die erb - güther Schrickwitz undSagschutz verließ. ?.) Stephanus, welcher als Lands-Haupt.mann zu Namslau nnd Schlesischer Abgeordneter an dem Kay«serlichen Hofe, an. 1336. gestorben. Dieser verließ fünf söhne,von welchen zu mercken ,.) Laurentius, Kayserlicher Rath undCammer-Fiscal in Schlesien, wie auch Fürstlich - TeschnischerRath, und Ertz-Hertzogs Marimiliani II. Gesandter an die stadtDantzig , welcher an. 1383. gestorben, und nebst drey löchteraso viel söhne nach sich gelazsen, von welchen Fridcricus sich bisin dashritte jähr bey dem Kayserlichcn Abgesandten an dem Tür,ckischen Hofe ausgehalten, Asien und Africam durchreiset, auchzum Ritter des H.Grabs zu Jerusalem geschlagen worden; Lau-rentius in Kayjerlichen kriegs - diensten in Ungarn geblieben,Henricus aber des Königlichen Mann-Gerichts im BreßlauischeuFürstenthum AsleHor, und etliche jähr Pnefes gewesen, bis eran. 1644. gestorben. 2.) Andreas, welcher bey dem Kayser, denHeryogen zu Münsterberq und Oels , wie auch bey den Hertzo-gen von Lieizuitz und Brieg, die stelle eines Raths und Cantz.iers bekleidete. Er baute das schloß Dreßke (jetzt Juliusburg )

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