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von gründ aus neu auf, und zeugte mit seiner andern gemah-Iin Elisabeth von Gafron vier söhne. Sigismund Gottfried vonHeugel und Polokwitz auf Gultmohn, wurde an. 1694. beydem Erb-Printzen zu Zerbst Hofmeister, nnd zugleich Hof-undRegierungs-Rath, und starb an. 1701. Sein druder Hans Al-brecht von Heugel und Polokwitz auf Manckerwitz, Fürstlich-Oelsnischer Landes-Hauptmann, Land-Hof-Richter, GonsisioriiPr*ses , und Regierungs-Rath, ( von dem der folgende art. han-delt) starb an. 1716. nachdem er mit seiner gemahlin Anna Eli,sabeth von Falckenberg unterschiedliche kinder gezeuget , vonwelchen Siaismund Adolph an. 1719. Sachsen - EifenachischerHof-Juncker » Conrad Adolph aber in Hessen - Casselischenkriegs-diensten war. In dem jetzt-gedachten jähre lebten michnoch des an. >716. verstorbenen Landes - Hauptmanns beydebrüder, 1.) Gustav Adolph von Heugel auf Guttwohn, Rothe-rinne, Nteder-Strelitz und Neudorff, Fürstlich-Oelsnifcher Rathund Land - Hof - Gerichts-Assessor, wie auch des OelsnifchenFl'irstenthums Landes-Äellestcr. 2.) Conrad Friedrich von Heu-gel auf Großdeutfchen, des Oelsnifchen Fürstenthums im Con-städtischen Land-Lommiistirius. Sinapa Schlesis. curios.
* -Zeuge!, (Hans Albrecht von) ein gelehrter Cavalier ausdem Schlesischen geschlechte 'gleiches nahmens , war gebohrenan. den 6. martii. Im vierten jähre wäre er bey nahevon einer bär-mutter, deren junges er angegriffen, getödtetworden, inmassen ihn solche schon unter sich gezogen, und amleibe verwundet hatte, es kamen aber noch zu rechter zeit etlichePersonen herzu, so ihn retteten. An. >671. brachte man ihn nachBreßlau auf das Gymnasium, und an. 1674. nach Leipzig , wor»aufer nach Erfurt gieng, und an. 1676. etliche difputationenhielte. Von dar gieng er an. 1677. über Hamburg zu wassernach Londen und Oxford , und langte durch Holland über Leip zig an. >678. im jan. zu hause wieder an. An. 168s. verehlichteer sich, davon unter dem gefchlechts-artickul. An. 1692. wurdeer von dem Oelsnifchen Fürstenthum an den Kayser nach Wien geschickt, worauf ihn Hertzog Christian Ulrich von Oels an.1696. zum Land-Rathe und Hof-Gerichts-Assessors machte,welches er an. 1701. abdanckte, hingegen an. 1710. das Ober.Post-InfpeÄor-amt übernahm, und an. 1711. Regierungs-Rath,und Vice-Präsident, endlich aber an. 17,4. Landes-Hauplmannund Land-Hof-Richter wurde. Unter seinen manuscrjpten fin-det sich, daß er an. 1706. einen versuch gethan von einer para-netischen Vorstellung, wie insgemein so insonderheit an die so-genannte Haupt-Stände, und wo derselben verderben eigentlichstecke, wozu er die örter aus Luthcrn schon zusammen getragen;ferner hat er au. 1712. währender pest-sperrung im Oelsnifchenaufgesetzt: die glückselige Stille der Kinder GOltes, oder diedarinn hie auf erden bestehende seligkcit nach anleitung der worle:Meine seele ist stille zu GOll, der mir hilft, aus dem LXII.Psalm; Paranoische Gedancken an Gute und Böse; verschie-dene schöne Teutsche wohlfliessende getichte. Sonst hat er ei-nige jähre des sonntags nach dem öffentlichen gottcsdienst Brun«nemanni mediiationes vorgetragen, daß man ihn also einengründlichen Theologum, excellenten Junsten, guten Poeten, undexemplarischen Christen nennen kan. Er correspondirte mit demvon Seckendorff, Leidnitzen, und in versen mit dem Freyherr»von Abschatz. Smapu Schief, curios. tom. I. p. 467. scq.
* Zeumann , (Joh. von) ein Utrechter, war LicentiatusTheologi* und Protonotarius rtpost. und wurde CalhvlischerPfarrer zu Rotterdam , allwo er auch an. 167;. gestorben ist.Er hat in Holländischer spräche heraus gegeben : äs isertselyheAdam; de mediteerende Duyf over de Zondagen en heyligedagen; het Kloiter van Zioi in VI. deelen; in Lateinischerspräche aber Josef somnians und Josef accrescens. Caspar.Burma ». Traject. erudit.
Zeurnius, (Johannes ) Professor Medicin* zu Leiden ,den 2?. »an. an. 1545. aus einer alten Niederländischen famtliezu Utrecht gebohren, studirte anfänglich zu Löven unter GemmaFrisio, hierauf zu Paris unter Dureto, der ihn so werth hielt,daß er jederzeit, wenn Heurnius etwas zu späte in die lectionkam, von der catheder ihn anredete, wie es ihm leyd sey, daßer was verhört, endlich aber zu Padua und Pavia , woselbst erauch Doctor in der Medicin wurde. Nach seiner zurückkunftkam er in den Rath zu Utrecht ; allein weil solches fich für ihnnicht schicken wollte, danckle er bald wieder ab. An. 1981.wurde er nach Leiden zum Professors Medicin* beruffen, allwver die Medicin gantze 20. jähr mit grossem rühm profitirt hat.Er starb endlich daselbst an. 1601. den n.aug. und hinterließeinen einzigen söhn, Ottonem Heurnium, welcher an. i;? 7 .gebohren, und ebenfalls daselbst Professor Medicin* geweien.Er gehört unter diejenigen, denen der ansang ihres studirensschwer gewesen, wie man ihm denn vor dem 15. jähre diegrammatic nicht in den kopsbringen können. Er hat verschiedeneschristen hinterlassen, als: Insiitutioncs Medicin* ; Praxinnovam Medicin*; de Morbis humani Corporis ; de MorbisVentriculi; de Morbis Mulierum ; de Febribus ; de Peste ;Notas in Aphorifmos Hippocratis , &c. Adam: , de vit. Me-dicor. Andr. bibl. Belg. Van der linden , de fcript. Medic.Crajso , elog. d’huom. letter. Meurs Athen . Batav. p. 13$. seq.Academ. Leidens, p. 125. scq.
* Zeurnius, (Otto) ein söhn Iohannis, folgte seinemvatter in der medicinischen Profelsion, und verwaltete dieselbe
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mit grossem lobe. Er schrieb: Antiquitates Philosophie Bar-baric*; Babylonica, JEgyptiaca , Indien &c. PhilosophiatPrimordia. Meurßi Athen * Batav*.
* Zeus , ( Wilhelm von ) ein geschickter Mahler, war einlehriünger Joh. Both, und nahm dessen art mit grossem fteißan sich. Er lebte lange in Italien und sonderlich zu Rom . Vonbannen kehrte er wieder nach Utrecht , allwo er gebohren war,und starb in einem hohen aller.
* Zeus , (Jacob von) des vorhergehenden bruders sohn,ward zu Utrecht an. 1637. gebohren. Sein vetter ließ ihn an-fänglich zeichnen lernen, unterrichtete ihn hernach selbst in derMahlerey , darinn er auch in kurtzer zeit geschickter ward, alssein lehrmeister. Er begab sich nach Rom , und übte sich incopirung der landschafften, so von den berühmtesten meistern,und insonderheit von dem Salvador Rosa, welchen man fürden fürlreflichsten in dieser art hält, verfertiget worden. Erkonnte auch die thier-stücke sehr wohl mahlen. Da er wiedernach Utrecht zurück gekommen, bekam er Hoffnung, durch diegunst des bekannten Herrn von Danckelmann, Hof-mahler zuBerlin zu werden.. Als er aber zu Berlin ankam, machte dieUngnade, in welche gedachter Minister gefallen war, alles zunichte. Er kehrte derohalben nach Utrecht zurück, da er vielgemählde verfertigte, welche mehrentheils in Italien gesendetwurden. Da er aber einsmals in einer geseüschafft zu Ämster.dam war, tranck er so viel, daß er daran gestorben. Weyer.
man , vies des Peintres.
* Zeusakeu, eine gattung Caffern, welche sich gleich beyandern mit dem Hirten-Ieben ernehren, aber dieses besondere ansich haben, daß sie sich auch dem feld-bau ergeben. Sie säeneine gewisse wurtzel dachn genannt, welche gantz truncken macht,so man davon lsset, oder das darüber geschüttete wasser trincket.Wann die weider ihre männer in diesem stände sehen, so werf.fen sie ein gewisses starck-riechendes kraut auf ihr Haupt, welchessie baggia nennen, und sie wieder nüchtern machen soll. Mansagt noch, daß diese völcker zunge löwen zu fangen pflegen, welchesie hernach zahm machen, und sich derselben wider ihre feindebedienen. De la Croix , relat. de l’Afrique tom. IV. Thom.Corneille , Dict. Geograph.
Zeusden, Huesden, eine von uatur und kunst bevestigtestadr nebst einem schloß in Holland , an den Brabantischengrentzen, drey weilen von Hertzogenbusch, an einem arm derMaas gelegen. Es gehöret eine ziemlich weitläuftige landschafftdarzu, und hat vor zeiten den Grafen von Teisterband zugehö.ret. Robertus, der mittlere söhn Roberti I. Grafen von Tei.sterdand, wurde in der vätterlichen erb-theilung mit dieser Herr,schafft abgewiesen , und hinterließ Balduinum, welcher sich mitSophia, einer tochter Edmondi, Königs in Engelland, ver-wählet. Man sagt, sie habe einst eben gärn gesponnen , als sievon ihres vatters Gesandten zu Heusden besucht wurde; daher»hätten die Herren zu Heusden zum wapen in einem göldenenschild ein purpur-rothes rad mit sechs speichen, und dergleichenüber dem Helm, samt einer blauen crone zwischen esels-obrenbekommen. Johannes IX. verkaufte Heusden Hertzog Johanniin Brabant , und starb an. 1334. ohne erben ; es war aber des.sen schwester Sophia , eine gemahlin des Grasen von Saffen-burg, mit diesem kauf nicht zu frieden , und überließ ihr rechtan Graf Wilhelmum den gütigen in Holland ; da denn end.lich durch den König in Franckreich die fache so verglichen wur-de , daß des gedachten Hertzogs in Brabant tochter Johanna anWilhelmi söhn , gleiches nahmens, vermählt, und ihr die strci.tige Herrschafft mit gegeben wurde, von welcher zeit an sie be,ständig bey Holland geblieben. Spener nennet dreyzehen ade.liche geschlechter, welche von den Herren von Heusden abge-stammet , unter welchen sich auch das gleich folgende befindet.Speneri hilf iniign. lib. II. c. 46. Zeileri top. Germ. ins.
Zeusden von Elshout, eine Freyherrliche famtlie in denNiederlanden , welche von Johann von Heusden, der um dasjähr 1320. gelebet, hergeleitet wird. Dessen söhn gleiches nah-mens war Ritter von Jerusalem , und heurathete eine vonElshout, mit welcher er diese Herrschafft und schloß auf seingeschlecht brachte, so hernach den deynahmen davon angcnom.men. Dessen ur-enckel Gerhard ist an. 1414. von den Gelde»rern umgebracht worden ; dessen enckel gleiches nahmens starban. 1588. und hinterließ vier söhne, die waren 1.) Cornelius,Herr in Elshout, und Statthalter von Heusden und dessenterritorii, dessen söhn Theodorus an. 1642. als Obcrst-Lieule-nanl in der schlacht bey Leipzig geblieben; 2.) Acgidius, derRechnungs - Cammer von Geldern Präsident, der an.mit Hinterlassung etlicher söhne, verstorben ; 3.) Jvo, deran. 1620. als General. Enipfänger des Königs in Spanien ,durch Geldern und Zütphen, mit tobe abgegangen; 4.) Johan-nes, der an. 1661. als Königlich - Spanischer General-Em-pfänger von Seeland verstorben, und unter andern lohnenTheodorum, Herrn in Midelswald , Schatzmeister zu Brüssel ,hinterlassen, welcher nachgchends Banneret-Rltter, »nd Kö-niglich-Spanischer Ober-Aufseher des canals bey Brüssel , an.1688. aber zum Baron von Heusden gemacht worden. Erhat seine familie mit etlichen söhnen fortgesetzet. Bucei, stem-mat. P. II. p. 113. L'ereft. de toutes tes terres du Brabant,p. no.
Zeusdorff/ ein Amt und ehemaliges kloster in Thüringen ,
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