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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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»wischen der Jlm und Saale , unweit dem städtlein Apolda ge.legen. Es ist den Hertz »gen von Sachsen-Weimarischer linie ge.hörig. Müüeri annal. Sax. p. 2;;. A 498 .

Heusenstamm von Heissenstein, eine uralte adeliche undnunmehro Gräfliche fgmilie iu den Kayserlichen erb-landen, de-ren stamin-schloß Heuieusl>>mm in der Heßischen GrasichafftCatzenelnbogen gelegen. Otto von Heustnstamm oder Heiffen-stein soll an. 942. dein turntet zu Rotendurg an der Tauberbevgewohnet haben. Martin starb an. 154°. im 84. iahre sei-nes alters, als Vice-Dom zu Mayntz, und hinterließ viersöhne, die waren 1.) Walther, des Teutschen ordens Land-Cvmtur zu Coblentz, und Chur-Mayntzischer Oder-Hof-Mar-schall. 2.) Sebastian, Ertz-Bischoff zu Mayntz, von dem anseinem orte. 3.) Reinhard, Chur-Mayntzischer Rath, dessenenckel Johann Heinrich Erb-Marschall des Ertz-Stifts Mayntz,wie auch Chur -Mayntzischer Ober-Hof-Marschall, an. 16,5.ohne erben gestorben. 4.) Martin, Chur-Mayntzischer Rathund Amtmann zu Steinheim. Dieser zeugte unter andernJohannen», Freyherr» von Heissenstein und Erb-Marschall desErtz-Stifts Mayntz, welcher sich in den Oesterreichischen erb-landen niedergelassen, und an. 1398. gestorben. Von seinensöhnen wurde Hans Jörg Kayserlicher Cammer-Herr, Rathund Hof-Cammer-Präsident der landschafft unter der Ens,und starb an. 1616. Von desselben söhnen, welche den Gräf-lichen titul erhalten, starb der ältere, Johann Ladislaus,Graf von Heissenstein und Grebenhausen , Freyherr auf Stern-berg, Herr auf Raitz, an. 1648. als Kayserlicher Cammer-Herr und Rath < und hinterließ Ferdinand Frantzen, von demdaS Erd-Marfchall-amt des Ertz-Stifts Mayntz auf die Her-ren von Schönborn gekommen. Der jüngere, Otto Heinrich,war Kayserlicher Cammer-Herr, und hatte fünf söhne, diehiessen: 1.) Julius Weickard; r.) Johann Ferdinand Chri-stoph ; 3.) Georg Friedrich; 4 .) Frantz Dominicns; und 3 .)Otto Felicianus, der an. 169;. als Nieder-Oesterreichischer Vi-ce-Stalthalter das zeitliche gesegnet. Humbracht vom Rhein .Adel, ratz. 134. »3;. winckelmanns Hessen .

Aeuterus, (Pontus) war zu Delft an. 1x35. aus einemalten geschlechte gebohren. Sein vattcr hieß Johannes, undwar Stadt-Richter daselbst. Als er den gründ seiner studiengelegt, wurde er nach Leiden geschickt, als eben daselbst an.1349. Philippns II. als Graf von Holland ansgeruffen wurde,allwo er auch unter dem andern Haussen zugleich seine Handaufhub, und den huldigungs-eyd mit nachsprach, welchen ernie gebrochen zu haben von sich rühmte. Als er das 13. jährerreichet, wurde er nach Mecheln geschickt, und daselbst von ei-nem frommen und gelehrten Priester, nahmens FranciscusPanli, unterrichtet. Hierauf gieng er in Franckreich, undkam an. 1360. nach Paris , woselbst er sich eine zeitlang auf-hielt. Da er wieder zurück in sein vatterland kam, nahm erden Geistlichen stand an, und wurde anfänglich Canonicus zuGvrcum, muste sich aber in währenden innerlichen kriegen nachSt. Truven retiriren, und wurde nach diesem Probst zu Arn-heim. Er starb den 6. aug. an. 1611. verschiedene schritten hin-terlassend , als °. Rerum Burgundicarum libros VI. ; Herum Bel-eicarum atquc Austriacarum libros XV.; de Veterum ac suiikculi Belgio ; de libera HominiS Nativitate; dc OrthographiaBelgica, &c. Andr. bibl. Belg.

-Hewecze, Hewetsch, eine kleine bevestigte dem Graf Caroligehörige stadt in Ober-Ungarn , welche an. 1683- von den Kay-serlichen erobert worden. Ricaut , Ottvman. Pforte P. II.

'Aepam , lak. Alexodunum, eine marck-stadt in der Engel-ländlschen provintz Norlhumderiand. Sie liegt auf der südli-chen feite des flnsses Tine, und war zu ansang der Sächsischenkirche ein Bischösslicher sitz, dessen Bischoff von Beda ttagulsta-dienfis gencnnet wird. Der fünfte Bifchoss von Lindisfarn oderHoly-Island war der erste Bischoff dieses octs , und hatte neunSuccessores, bis endlich der sitz bey den Dänischen einfälleu undVerheerungen zu gründe gieng. Die jurisdiction davon kammittlerweile an den Ertz-Bischöffliche» sitz zu Aorck, nachge-henbs aber begabte König Henricus VIII. kräht einer Parle-ments-acte, darmit das Bißthum Durham . Es war da eineunvergleichliche kirche, welche die meisten in Engelland über-troffen haben soll , ehe noch ein groß theil davon durch dieSchvttländer niedergerissen wurde. Nahe bey dieser stadt schlugJohn Nevil, Marquis von Montague, die Lancastrier, undwurde deshalben von Eduards IV. zum Grafen von Nvrthum-berland gemacht. Camdeni Britannia, p. 631.

HEXAMILI, ist die erd-enge bey Corintho , so Morea mitdem übrigen Griechenlande verknüpfet, und hat den nahmendaher bekommen, weil sie in der breite 6. weilen austrägt. De-metrius, Julius Cäsar , Calignla, Nero und Herodes Amens,haben sich bemühet, selbige durchhauen zu lassen, und Moreazu einer insul zu machen, aber vergeblich. Ein GriechischerKayser ließ an. 1413. wider die Türcken eine mauer darüberführen, gleichwie die Venetianer schon vorhero gethan hatten;allein Amuralh 11. riß sie an. 1463. darnieder, und Mahomet II. ruinirte sie an. 1463. vollends bis auf den gründ, den Vene-tianern zu grossem schaben , welche unglaubliche kosten darangewandt siezn bcvestigen, gestalt sie 136. thürne und drey ea-stelle darauf bauen lassen. Baudrand.

HEXAPHORUM , von , sex, und chlf«, fero, war

hex hey 127

bey den Römern eine fünfte, die von 6. Personen getragen >vard,und kam sonderlich vornehmen, reichen und pralerhafften leu«then zu. Diejenigen , so etwas verständiger waren, liessen sichnur von vieren tragen. Weil aber auch gemeiniglich die tod.ten-baar von 6. Personen getragen wurde, so gab inan auch de,nen solche nahmen, wenigstens denjenigen zum schimpf, diesich aus Hochmuth von sechs träger» bey guter gesundheit bedie-nen liessen, wie aus den stichelnden Versen Martialis erhellet:

Laxior Hexaphoris tua fit lectica, licebit;

Dum tarnen hsc tua fit, Zoile , sandapila est.Pignoriut , de servis. Pitiscut.

HEXAPLA, ein buch, welches den Hebräischen tert der Bi.behiml Hebrauchen und Griechischen buchstaben, nebst den über,jetzungen der LXX. Dollmetscher des Aquilä, Theodotionis undSvmmachi, in sechs verschiedenen coliinmen in sich faßt. Manhat nachmals noch die siebende Übersetzung hinzu gefügt, welchezu Jericho gefunden worden, ohne des authoris nahmen, wieauch endlich gar die achte, Nicopolitana genannt, weil man siezu Nicopolis gefunden. Origenes hat eine Übersetzung der Psal-men darzu gethan, und dieses buch hat den nahmen Hexaplonstets behalten, weil die fünfte und sechste Übersetzung nur einigegewisse biblische bücher betraf, so daß des gedachten Oriqeniswerck au etlichen orten nur sechs, an andern aber acht und m deaPsalmen neun columnen hatte. Andere sind der meynunq,daß die zwey columnen des Hebräischen tertes nicht mit gerech-net worden, und man die Übersetzung der Psalmen nicht so weitin consideration gezogen, daß das buch davon einen neuen nah-men hätte bekommen sollen. Als die edition nur die Übersetzungder BXX.Dollmetscher,Aquilä, Theodotionis und Svmmachi insich begriff, wurde sie Tetraplon genannt, und den nahmenOctapla gab man bisweilen auch den 8. Übersetzungen, wor-unter die zu Jericho und Nicopoli gefundene mit begrissen wa-ren. Rufinus, da er von diesem grossen wercke redet, sagt,daß Origenes selbiges wegen den stäten streitigkeiten zwischenden Juden und Christen vorgenommen und befördert, um dieChristen in der H. Schrift recht zu unterweisen, welche alte-mal die Übersetzung der LXX. Dollmetscher anzuführen pflegten,gleichwie die Jüden sich auf der. Hebräischen text beriefen.Denn jolcher gestalt wiese ihnen die Version des Aquilä nebst ei,nigen andern Griechischen Übersetzungen des Hebräischen ter-tes , wie die Jüden die Bibel lasen und verstunden. Weil aberwenig leuthe vermögend waren, sich ein so grosses werck anzu,schaffen, so nahm sich Origenes vor, dasseldige meinen kurtzenbegriff zu bringen, und gab zu dem ende die Übersetzung derLXX. Dollmetscher heraus, welcher er einige aus TheodotionisÜbersetzung genommene supplementa beyfügte, so dieieniqenorker betrafen, wo die LXX. Dollmetscher mit dem Hebräische»texte nicht überein kamen , und diese supplementa waren miteinem ailerifino oder sternlein bemercket. Desgleichen bezeich-nete er auch diejenigen Passagen mit einem kleinen strichlein,wo die LXX. Dollmetscher etwas hatten, so im Hebräischen sichnicht befunde. Eufibius, hist. eccl. üb. VI. c. 16 . Hieron. ca-tal. script. eccles. in Origene & üb. II. adv. Rufinum c. 8.Epiphanius , de ponderibus & mens. c. 19. Petavius , superEpiphanium. Rieb. Sitnon , histoir. crit. du Vieux Testament.Du Pin , nouv. bibl. des auteurs eccles.

Heyde, oder Heide, eine alte Baronie in Flandern , zwey»neuen oberhalb Oudenarde, bey der Scheide gelegen.

* ^eyden, ( Sebald ) ein berühmter Schulmann, war zuNürnberg , >vie einige bemercket, an. 1498. oder vielmehr, wieandere Nachrichten melden , an. 1488. gebohren. Nachdem erseine studien, vermuthlich zu Wiltenberg getrieben, erhielt erum das jähr 1320. die Lamor-stelle an der Spital-schule inseiner valter-stadt, da er dann an. 1323. den bekannten gesang :Salve Regina , in eine andere form brachte, und auf die artänderte , daß an statt Mariä nur allein Christus darinnenangeruffen wurde, worüber er damals auch vieles leide» muste.In dem folgenden jähre aber ward er Rector zu St. Sebald ,und that sich in diesem neuen amte dermassen hervor, daß eran. 1323. auf dem daselbst gehaltenen religions-gesvräche, zwi-schen den daffgen Mönchen, und denen , so sich zu Lutheri lehrebekannt; gleichwie nachgehends wiederum an. 1334. bey einemabermaligen und wegen der Osiandristlschen streitigkeiten an-gestellten Colloquio zu einem Protoeollisten erwehlet wurde.Er starb den 9. jul. an. 1361. und hinterließ verschiedene schrif.ten, als da sind: eine Apologie ivegen seiner Unternehmungmit dein gesang: Salve Regina , unter dem titul: UnumChristum Mediatorem esse & Advocatum nostrum; Musical$-oixuaxns · de Causis rem litterariam turn conservantibusturn pessundantibus Carmen; Praedonomia Scholaftica, welcheauch ins Teutsche übersetzet worden; Assertio Christiana, quodper sanguinem, martern & obedientiam Jesu Christi omnescredentes justificeatur, welches ebenfalls auch Teutsch herausgekommen, u. a. m. Von feinem söhn, Christians, handeltein besonderer artickul. Zdtneri Nürnb. Schul-und Reform,geschichte aus dem leben Seb. Heyden.

* -Aeyden, (Christian) ein Professor der Mathematik zuNürnberg , war den 2. man an. 1326. gebohren. Sein vatterSebald brachte ihn durch seine Unterweisung sowol in Huma-nioribus, als in der Mathematik ziemlich weit. Er setzte seinestudien zu Leipzig und Wittenberq init solchem fleiß fort, daß eran. J3s6. in seinem vatterlande die stelle eines Rectoris bekam.

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