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insul hat seine residentz daselbst. Auch ist allda die Königli-che Cantzley und ein tzrtz-Bifthoff, welcher den Bischoff derstadt de la Concepcion de la Vega von seidiger tnsul, denBischofs von Juan de Porto - Rico , den Bischoff von der tn-sul Cuba, nebst dem Abt von Jamaica unter sich hat. Esgiebt auch auf selbiger insul ein Dominicaner-und Francisca-ner-klvster, 2. Nonnen-klöster, ein Collegium, so mit 4000.ducaten einkommens versehen, und ein Hospital mit 22000.ducaten. Es wird auch daselbst müntze geschlagen, und wur-de in vorigem feculo grosse Handlung getrieben; allein nach-dem Neu - Spanien entdeckt worden , hat die Handlung undmenge der einwohner in Hispaniola sehr abgenommen , derge-stalt , daß nicht über 2000. einwohner in der gantzen insul,sowol an Spaniern als Negros oder Mnlattas, welche letzte-re von Spaniern und Indianern gebohren, sich befinden.Franciscus Drake eroberte an. 1586. Sän Domingo, undverließ es nach einem monate wiederum, nachdem er eine gn-te summe gelbes dafür bekommen hatte. Die andern merck-würdigen städte sind Concepcion de la Vega, von Christophv-ro Columbo erbauet, 20. meilen von Sän Domingo , welcheeinen Bischöfflichcn sitz hat; so dann Sän Jago de los Caval-leros / welcher ort in einer angenehmen gegcnd liegt, und Puer-to de la Plata, so ein vest castell hat. Es giebt viel insulnum Hispaniola herum. Nahe bey Navaza, so eine davon ist,findet man einen wunder-quell , welcher eine halbe meile vondem lande in der see 16. schuh tief unter dem wasser anzu-treffen , und nichts destoweniger so starck heraus springet, baßman mitten unter dem saltzigten frisch wasser aus demseldigenhaben kan. Die Spanier haben in den ersten zeiten inner-halb wenig jähren in die 3000000. von den einheimischen ein«wohnern hingerichtet, und würden ohne zweifel, wann ihnenCarolus V. nicht einhalt gethan hätte, alle mit einander aus-gerottet haben. Mendoza. Barthol. Cafa. Heylin. Luet. de-scr. Ind. Occid. lib. I.
t tsterreich, siehe Istrien.
istiäus, ein Tyranne von Mileto, siehe Hestiäus.
" irllSXRIONÜS, waren spieler in den comödien und tra-gödien, welche auf den theatris agirete». Sie sollen am er-sten aus Etrurien nach Rom gekommen seyn, Uviui , VII. 2.allwo in den aufgeführten schauspielen die ttiftriones das an-wefende volck mit tantzen und poßirlichen minen am meisten di-vertirten. Nach dem aber die Person war, welche ein Histriovorstellte, nach dem war auch seine kleidung. Also zum exem-pel präsentirten sie den Apollo mit einer zitier, den Bacchummit epheu und grünen stauben gecrönet. Die Lateinische Kö-nige führten die Hiüdones auf mit einem krummen wahrsager-stabe, (l-iruo) einen Römischen Feldherrn aber in feinem ftld-schmuck (paludatum) mit einem lorbeer - krantz, Purpur undvielen bedienten. In der Hand trugen alle agirende Hiitri oneseinen kurtzen krummen stab, ihre gesichter aber waren mit lar-»en überzogen. Wer diese mode erfunden, weiß man nicht;indessen ist gewiß, daß die Diftriones nicht allein in schau-spielen , sondern auch bey gastereyen grosser Herren, Livius ,XXIX. 6. und in Funeribus indictivis, Suet. Vesp. 19. ge-spielet haben; so öfters sie aber gebrauchet wurden, und sogroß ihre anzahl in Rom war, tractirte man sie doch ais ge-ringe und verächtliche leuthe, welche zwar noch ehrwürdigerals die fechter und Venatores , aber dabey geringer, als dieknechte waren, und so wenig als jene zu einer ehren-stelle ge-langen konnten. Weil auch diese muthwillige bursche ihre frey-heit sehr mißbrauchten, und andere ehrliche und ansehnlicheMänner mit ihren unverschämten zungeu schmäheten, pflegtendie Obrigkeitlichen Personen ihren gebrauchten frevel hart zubestrafen, absonderlich, wenn sie vornehme männer durchge-zogen hatte». Pitifcus , Lexic. antiq. h. v.
ss Hithe, oder Hythe, ein flecken und see-hafen in Engelland, indem sud-ostlichen theile der Grafschafft Kent , so man sonsten auchHeane nennet. Dieser see-hafen ist einer der Cinque-Ports.(siehe den artickul Cinque-ports.) Er liegt west-füd-westgegen Dover , und nicht ferne von dem schlösse Sangate;der haftn sechsten aber ist keiner von den besten. Die Altenhaben diesen haftn schon unter dem nahmen Portus Lemanigekannt, und muß er von den Römern sehr vielfältig besu-chet worden seyn, weil man noch einen grossen Römisthengepflasterten weg daselbst findet, welcher eine via militaris ge-wesen, und von dar nach Canterbury führet. Der fleckenselbsten hat über dieses noch die freyheit, einen Deputirtenin das untere Parlements - Haus zu senden. Dill. Anglois.Audifsret , tom. I. Tbom. Corneille , Dict. Geograph.
Aittlerschantze, ist unweit Pinneberg , in Stormarn , ge-legen , und wohl bevestigt.
Hiyacker, Hiyger, Hiddesacker, ein in der Brann-fchweig - Lüneburgifchen Grafschafft oder Fürstenthum Dan-neberg gelegenes Amt und städllei», in einer lustigen geqendan der Elbe, wo dieselbe die Jrtze zu sich nimmt, zwischenDomitz und Lauenburg . Hertzog Auqustus hat von an. 1604.bis 16,<5. seine residentz allhier gehabt. Dieser ort hat son-sten denen von Bülow gehöret, welchen Hertzog Otto zu Lü-neburg wegen verübter rauberey an. 1463. denselben abgenom-men hat. Zeiler. topogr. Brunsuic. p. 118.
-Hitzkirch , eine Commenthurey Teutschen ordens, in derEydgenvßsschen Vogtey der freyen Aemter gelegen.
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Kitzler, (Daniel) ein Würtemb. Iheologus, war in demstädtlem Heidenheim den 28. sept. an. 1576. gebohren. Er stu-dirte in den klöstern Blaudeuern und Bebenhausen , und vonan. 159s. an in dem Fürstl. 8tipendio zu Tübingen , allwoer auch die ülagilker-würde, und nachgehends eine Repetentcn-stelle erhalten. Hierauf wurde er an. 1600. Diaconus zu Waid-lingen, und bald darauf Reformator des Priorats Reichenbachauf dem Schwartzwalde; folgends Special - Superintendentund Stadt-Pfarrer erstlich zu Freudenstadt , hernach zu Güglin-gen. An. 1610. bekam er von den Ober-Oesterreichischen Land-Standen einen beruf zu der vornehmsten Prediger-stelle nachLintz, welche er zwar, nachdem er vorher verschiedene anderestellen ausgeschlagen, endlich auf vieles zureden und bitten an-genommen ; aber zu feinem Unglück. Dann er hat gleich nachseiner ankunft zu Lintz mit den dasigen Jesuiten viele verdries-iichkeiten bekommen, als welche ihm nicht nur seine predigtenheimlich nachgeschrieben, verfälscht und widerlegt; sondern ihmauch mit gift nach dem leben gestellet, welches ihnen aber miß-lungen. Endlich haben sie ihn an dem Kayferlichen Hofe durchallerley vorgeben dergestalt angeschwärtzt, daß er den i. just an.1621. gefesselt und in das maleficanten-gefängms geworffen,auch erst den 26. jan. des folgenden jahrs auf viele fürdillenwiederum erlassen worden. Hierauf zog er mit feiner famili:in sein vatterland, und ward anfänglich Special-Superinten-dcnt und Stadt-Pfarrer zu Kirchen unter Teck, folgends Ge-neral-Lruperintendent und Abt zu Bedenhausen, und dann end-lich an. 1632. Probst zu Stuktgard. Von hieraus ist er an.1634. nach der Nördlingcr - schlacht mit Hertzog Eberhard III.in das exilium nach Straßburg gegangen > und allda dcv ö.sept. an. 163;. am schlage gestorben. Erst 2;. jähr nach sei-nem tobe hat ihm der Tübingischc Cantzler D. Wagner eine pa-rentation gehalten, welche daselbst unter dem titul: MemoriaHizleri resuscitata , an. 1639. in 4. gedruckt worden. Nebstder Theologie hat er auch die Music, Ticht-kunst und Mathe,matic studirr. Er hat einige mathematische instrumente er-funden, und Orationem de Prasstantia Theologie; Mulicamnovam &c. drucken lassen. Witte», diar. biogr. ad an. 1633.Caroli memorabilia. Fiscblini memor. Th. 'Würtemb. P. II,[A/. Stein-voeeg. manuscr.]
HIZREVIT)E , ein besonderer Mönchs - ordcn bey denTürcken, dessen stifter Herevi oder Hizr war. Dieser lebtezu des Orchanis II. zeiten gar armselig, quälte sich mit fa-sten , seufzete und weinte mit solcher Heftigkeit, daß, der Tür-cken vorgeben nach, auch die Engel vom Himmel gekommen,um von seiner strengen busse zu zeugen. Er soll in der Chymiesehr wohl erfahren gewesen seyn, dergestalt, daß er dcmcni-gcn, so-in seinen orden getreten, gold anstatt der aspres ge-geben. Er soll grün gekleidet seyn gegangen , sehr mäßig ge-lebet, ihm seine kleider selbst bereitet, auch die speisen vor seinkloster selbsten zugerichtet haben. Er hat zu den Moscheengrosse stifkungcn gethan, auch zu Cairo und Babylon ar-men-häuser gestiftet. Sein grabmahl ist zu Prüft, welchesdurch viel pilgrame besucht, und von andern gar reich begä-bet wird. Sie haben zu Constantinopel ein kloster, lebenaber nicht so eingezogen, als ihr stifter. Ricaut , hist. del’Empire Ottoman. liv. II. c. 20.
* Aoaignan, eine von den grossen städten in China , und dieachte ,n der provintz Nanking. Sie liegt an deniauslaufdeS flus.seS Hoang, in dem mcer-buftn von Nanking. Sie hat neun an-dere städte unter sich, benanntlich, Cingho, Gantung, Taoyouen,Moyang, Hoy, Canin, Pi, Sociven, und Kiuning. Hoai-gnan übertnft an reichthum der Handlung wegen, und an präch-tigen gebäuden, viele andere benachbarte städte; ohnftrne davon»stein berg, welcher Joche» heisset, woraufein prächtiger tem,pel und ein schönes kloster stehet, darinn sich alle Priester mder gantzen provintz öfters aufzuhalten pflegen. Die Priesterüberhaupt, und sonderlich diejenigen , welche in diesem klostersich aufhalten , sind sehr hoch bey dem volck geachtet, und ge-niessen grosse freyhcitcn. In dieser provintz sind viele see»,worunter der grosse see Tehu sehr fischreich ist. Ohnweit dempfule Hung, welcher der stadt gegen morgen liegt, sind reicheund dem lande sehr einträgliche saltzwercke. Maty , Diction.Ambaisade des Hollandois vers l'Empereur de la Chine, c. 37.UNd Tbom. Corneille , Dict. Geograph.
Aoang, ist der gröste fluß in dem Königreiche China, ^ Ivel.ches wvrl m Chinesischer spräche gelb bedeutet, und also so vielheisset , als der gelbe fluß. Er entspringet in dem westwärtsan China grentzenden Königreiche Lossa oder Barankola, laustgegen die Tartarey, wendet sich aber endlich gegen China ,kommt zwischen der grossen mauer durch in China , krum.met sich aber nachwärts, und gehet wieder zurück durch dieMauren in die Tartarey , da er sich wiederum ostwärts wen-det, und nochmals zwischen den mauren durch, neben Pe king vorbey, in das Chinesische mcer läuft, nachdem er ei-nen weg von 170. meilen gemacht. Er ist stctS mit jchiffenüberdecket. *
-Hoangt, der dritte König oder Kayfer in China . Er siwce-dirle dem L'in-nung, und soll ioo. iahr regier thabcn. Seinnähme ist in China. gar berühmt, weil er einen cvclum von60. jähren erfunden , nach welchem sie stets ihre Historien unddie regierung ihrer Könige gerechnet. Er machte gute gcsctzc, underiveilerke ftme Herrschafften. ietron. antiq. dwtems.
Hodbe»