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in der Geometrie und Perspectiv-kunst ziemlich hervor. Nachdiesem legte er sich auf die Astronomie und Geographie, durch,wanderte die Oesterreichische lande, und verfertigte eine land-charte davon, die er mit einer pedication an Ferdinandum,den damaligen Römischen König , durch Johann Weigeln ineinem holtzschnitt zu Nürnberg heraus geben lassen. Er hatauch an. 154;. in den druck gegeben: Eigentliche und gründ-liche Anweisung in die Geometrie, sonderlich aber, wie alleregulrrte und unregulirte corpora in den gründ gelegct und indie persvectiv gebracht, auch mit ihren linien aufgezogen wer-den sollen. Erstarb zu Nürnberg an. i$6o. DoppeimayrsNürnb. Mathem. und künstln.
* Hirth, vderHirtha, eine von den infuln, die man H-tternes oder »ebrldes nennet / welche unter allen am weitestenin die ste fast 50. weilen von dem nächsten lande liegt. Sieist 2. weilen lang und eine breit, und befinden sich etwan 10.familien darauf. Sie ist, wie die andern, mit grossen felfenunigeden, so daß man nicht anders als durch klettern auf sel-bige kommen kau. Auf den felsen befindet sich eine ungläud-liche menge vögel, worunter etliche von ungewöhnlicher grössesind. Unter dieser art ist sonderlich einer, welchen man Gare»fowe nennet, der grösser ist als eine gans, grosse eyer leget,und von andern durch einen grossen wrissen fleck an der brüstunterschieden ist. Die einwohuer füllen dessen magrn mit fettvon andern vögeln in der insul, und wenn solcher in dem ca-min getrocknet, so verkauffen sie ihn ihren nachbauern auf demvesten lande, als ein wider allerhand beschwerung dienlichesMittel. Ihr gröster Handel bestehet in federn, welche sie ver-kauffen , und ihre gröste Übung ist diese, daß sie auf den fel-sen herum klettern. Sie haben wenig körn, deswegen be-dienen sie sich der eyer und der jungen see-vöqel zu ihrer Nah-rung. Ihr tranck ist molcken und wasser. Ihre schaafe findvon allen andern unterschieden, denn sie haben lange schenckel,lange Hörner, und anstatt der wolle blaulichte haare. Von dermilch ihrer schaafe machen sie dutter, und eine art käse, wel-che sehr scharf und beiffend seynd. Sie halten ihre feyer - tagesehr accurat und stritt« in ihren kleinen capellen. Die weiderbauen das land, und die männer steigen auf die felfen nachden vögeln. Der tribut, den sie ihrem Herrn geben, beste,het in geräuchertem hammel-fleische, in gedörrten see-vögeln,und festen. CamAeni Brit. p. 1072.
Hirtius , (Aulns) ein Römer, so zugleich mit Vibio Pau-sn Bürgermeister war, welche beyde m der sä)lad)t bey Ma-rina wider Marcum Antonium A. ü, 711. A. M. ;94». A. G.4,. umkamen, da man D. Brutum, welchen Antonius, un,ter dem vorwande des Cäsaris tvd zu rächen, allda eingeschlos-sen , der delagerung befreyen wollte. Er hatte vorhero unterCasare in Gallien gedienet, auch dessen partey im bürgerlichenkriege eifrig gehalten. Im übrigen lebte er sehr prächtig, undwar einer der ersten, welcher die allzukostbarc Mahlzeiten zuRom eingeführet, welche sich Cicero unter andern so wohlschmecken ließ, daß er zu sagen pflegte : Hirtius wäre seinlehrjünger in der rede-kunst, und sein lehrmeister inden Mahlzeiten; weil nemtich Hirtius auch bey seinen grö-sten tragenden ehren - ämtern sich von Cicerone im reden lehrenliesse, dieser aber bey ihm oft zu gast asse. Die Gelehrten eig-nen dem Hirtio das achte buch von des Cäsaris Gallischem krie-ge zu. Etliche schreiben ihm auch die Commentarios von demAiexandrinischen und Spanischen kriege zu. Cicero , in epist.Suetoxwi , in Ciesare c. tj. Lipfiut , in II. annal. Taciti. VoJ, 1ßut , de Hist . Latin. üb. I. Fabricius , bibl. Lat. p. ao.
Hirtzberg, siehe Hertzberg.
Hirtzel, ist (i.) ein dorfim Züricher-gebiethe, ohnweit We,dischweil gelegen ; (2.) ein berg im Züricher - gebiethe, zwi-schen dem dorfe Horgen und dem Syl-flusse, welcher wegen demtreffen, so an. 144;. an St. Urbans-abend zwischen den Züri-chern und den übrigen Eydgenossen von Lucern, Ury, Unter-walden und Zug, allda vorgegangen, bekannt ist. Stumpf.Üb. VI. p. 167. b. Job. Henr. Tschudy , chron. Glaron. p.24;.*
Hiryel, ist ein fürnehmes Patricien-geschlecht in Zürich ,aus welchem feithero viele kluge männer hervor getreten, diesvwol in dem Regiment, als ausländischen kriegs-diensten, demvatterlande zu grossem rühme gedienet. Salomon wurde an.
Gesandter an König Ludwig XIII. in Franckreich , unda. jähr darauf Bürgermeister. Caspar sein söhn wurde an.rszy. wegen Ramsen Gesandter aufJnspruck; an. 1669. Bür-germeister ; an. 1681. Gesandter an König Ludwig XlV. inFranckreich nach Enfisheim ; an. 1682. nach Glaris wegen be-gehrter landes-theilung, und an. i68i. an den Hertzog von Sa-vvyen wegen dedrängnis der Reformirten Piemonteser. Erwar ein sehr schöner und qualificirter mann, und starb den 2.
an. 1691. Dessen söhn, Hans Ludwig, wurde an. 1696.Statthalter, an. 1708. oberster Feldherr, und an. 1710. Bür-germeister , starb aber 14. tage nach der wähl. Hans Casparund Salomon, obigen Caspars qroß-söhne, waren Oberste indlensteu der Herren General-Staaten. Ein anderer Salomonwurde an. 1721. Statthalter, und Hans Heinrich an. 172;.Burgermelster. Rban. chron. MSC. Tbea.tr. Europ. Hottin-Zkrö Helv. kirchen-geschichte. Dyrstelers gkichlecht-buch. *
* Hiryenhelm, oder Hirtzenhain, Hirtzenhayn, ein Re-formlrtes Nonnen, kloster in der Wetterau ta der FuidifchenHistor. Ltxiam iv. Theil.
Marck, hat an wassern, eschbächen, weyhcrn und Wälderngute Versorgung. In deS klosters dezirck ist eine eisen-hütte,dazu der Steinberg die eisen-steine giebt. Ehedessen haben dieHeßischen Landgrafen da unterschiedliche rechte auszuüben ge-habt, welche endlich Ludovicus an. 1579. an die daran theilhabenden Grafen von Stollberg , Büdingcn und Hanau gäntz»lich abgetreten. Chartular. Naffov. ap. Stmkenb. feiest. Jur.
& hist. tom. II. p. 46?· scq. Es ist vermuthlich dieses klostereines mit Hirsenhaghen, dessen Buschius de reform. Monast.c. 6. ap. Leibmt. scriptor. rer. Brunsuic. tom. II. p. 482. ge-dencket, und solches zur Mayntzischen Diceces rechntt.
t iftrle von Thodau, siehe Lhodau.
isiam, ein Calif der Saracenen. Er succedirte seinemvruver Gezid II. mildem bedinge, daß Valid, Gezidi söhn,nach ihm regieren sollte. Er war so verschwenderisch, daß er700, kleider-gemächer hatte, die allesamt mit den kostbarstenkleidern angefüllet waren. Wann er reisete, hatte er allezeit600. cameele bey sich , die mit seinen kleidern und leinen zeu,ge beladen waren. Nach feinem tobe fand man 12000. fei-ne henider in seinem kleider-gemache; allein Valid ließ nicht-davon heraus nehmen, so gar, daß Hisiam auch nicht ein lei.lach hatte, worinnen man ihn hatte begraben können, undalso sein Cammer-diener genöthiget wurde, ihn in ein erbärmlichleinen tuch einzuwickeln. Dieser Hisiam ließ Johann» Dama-sceno die rechte Hand abhauen, weil man selbigen ohne gründbeschuldiget, daß er an den Kayser Leonen» Isauricum' einenaufrührischen trief geschrieben hätte, (siehe Johannes Da-mascenus.) Maimbotirg , hist. des Iconoclastes.
Hiskias, siehe Ejechiaa.
Hifpaniola» oder Sän Domingo, ist eine insul auf derNord-see rn America, zwischen Cuba , Jamaica und Porto.Ricco. Die eimvohner hiessen sie Ayty und Quisqueya , alssie Christophorus Columbus an. 1492. entdeckte, welches so vielheisset als ein grosses land. Sie hat, nach der Spanieraussage, in die 400. Meilen in der runde, izo. in der länge,und 60. in der breite, wo selbige am grösten, ;o. aber, wo sieam kleinsten ist. Die luft darinnen soll schr temperirt seyn; an-dere hingegen berichten, daß des morgens eine unmäßige Hitzedaselbst sey , »velche nachmittags durch einen see-wind, welchensie Virason heissen, gelindert werde. Der erdbodcn ist frucht-bar , und giebt es daselbst eine trefliche vieh-weyde, auch einegrosse menge von Pferden, ochsen, kühen und schiveinen, rc.welche die einwohner der haut wegen jagen und todten, dasfleisch aber den Hunden und vögeln überlassen. Die Spanierdesatzten tiefe insul mit dergleichen viehe, sintemal vor ihrer an-kunsl wenig vierfüßige thiere darinnen waren, ausgenommeneine gewisse gattung, Hutias genannt, »velche einem canini-chen ähnlich sahen, und eine art von Hunden, so gut genug zurjagd waren, aber nicht brlleten. Es giebt darinnen einige ot-tern und schlangen, die ohne gift seyn sollen. Desgleichen hatman auch darinnen eine »vunderbare art von käfern, Cucuyogenannt, deren äugen und seilen, »vo ihre ffügel sind, so helleleuchten, als eine angezündete kertze, so daß man in der nachtdardey lesen oder schreiben kan. Obgleich der erdboden hierseldstsehr fruchtbar ist, so »vird doch nur an einigen orten etwas qe-bauet. Die vieh-triften »verden durch einige bäume, so manGuajabev nennet, sehr verdorben, »velche eine frucht tragen,die eincin apfel ähnlich siehet, roth fleisch hat, und voller faa-men ist, »velcher herab fället, schlmnig wiederum auftvächsetund zu einem bäum wird. Zucker-röhre und ingber wachsen all-hier in grossem üderfl»»sse. Die kräuter und gelben rüden wer-den innerhalb 16. tagen zeitig zu essen. In der provintz Cibaowerden viel gold-und silber-bergwercke gefunden, »velche aberaus Mangel der arbeiter gantz nicht angebauet »varen, so, daß dieeinwohner nichts als eine kupferne müntze brauchten. Die men-ge der einheimischen einwohner »var sehr groß, welche aber mei-stentheils von den Spaniern getödtet, oder in de» kriegen auf«aeriedm worden. Das gantze land »var vormals in verschiedenekleine prvvintzen eingetheilet, welche von »interschiedenen Für sten regieret wurden; Hygey, Jaculaguia, Samana, Cignay,Taquimo ober Porto von Brasil, Baaruco, Haniqagia, chara-g„a, Hahabo, Cahaya, Marien, Cibao, la Äega Real, Magna-na. Anjetzo aber ist es in z. theile unterschieden, »velche sindBainora, Cubaho, Cajaba, Caßimu und Guacayatima. DerCantvn Bainora hieß anfänglich Marien , in welche»» Colum-bus ehemals ausstieg. Er dauere daselbst ein fort, de la Na-vedad genannt, worinnen er^eine qarnison von ,9. Castilia-nern ließ, als er »viederum nach Spanien zurück segelte, umvon seiner neuen erfi>»dung Nachricht zu bringen. Als er aberwieder in die insul zurück kam, fand er, daß sie von den ein-»vohnern umgebracht waren, weil sie selbige all»uhart gehalten.In dem Canton Cubaho ist die Haupt-stadt Jsabella, »velcheColumbus vor seiner rückreise in Spanien an. 149z- erbauet,und nach der Königin nahmen nennte. Das land Caiaba »vur-de von den Spaniern wegen des vielen qoldes, so sie daselbst sun.den, das Rönigliche seid qenennet. Die Haupt-stadt in Caßi-mu ist Sän Domingo. In Guacayatima ist die Haupt-stadt Toa,na oder Chavna. Die Haupt-stadt der gantzen insul hieß ausäng.lich Neu-Jsabella, »veil an. »494. die einwohner aus Alt-Jsa-bclla dahin gebracht wurden, nach diesem aber wurde sie SänDomingo genennet. Sie liegt auf einer lustigen ebene, ist mitschönen gebäudm gezieret, und der Gouverneur von der gantzen
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