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Officirer mit der Königlichen standarte sitzet. Darauf grüssendie elephanten den Sophi, indem »e ihren russel auf die er-de legen , und mit ihren füssen auskratzen. Nach allem diesemredet der Moula oder Gesetz-Lehrer und Priester etwas von demtode des Hocen oder Hussein, worauf ihn der Sophi mit einemprächtigen kleide beschencket. Tavermtr, voi'age de Perle.
Hochberg, das Marggrafthum; flehe Hachberg.
Hochburg am Inn, ein altes mit dreyfachen mauren um-gebenes schloß , auf einem hohen geburge am Inn-fluß, gehö-ret zur Cammer nach München , und stehet in kirchen-sachenunter Freysingen. Der viereckichte lhurm daran ist aus allen sei-ten eine klafter dick, und mag, da die defehdungcn noch ge-bräuchlich , bequem gewesen seyn , denen, so sich des stromsbedienen wollen, zu schaden. In dem dreißigjährigen kriegehaben die Schweden das schloß in brand gesteckt, und sonst indieser gegend sehr übel gehauset. Lhur-Layern, p. 17;.
Hochburg/ Hachburg, Hachenburg , Hochinburg, dasMarggrästiche geschlecht; siehe Hachberg.
Hochelaga, war die haupk-stadt in Canada , als diese pro-vintz von den Europäern entdeckt wurde. Sie war mit dreywällen von holtz umgeben, die über zwey ruthen hoch und obenspitzig und scharf waren, hatte nur ein thor, und war nachihrer weise mit Pfeilern und riegeln wohl bevestiget. Sie harkefünfzig grosse Häuser, in deren mitte allezeit ein Hof war, unddarinnen ein platz, wo sie feucr anzumachen pflegten. Es lagdieser ort in der lustigsten gegend des landes , weit von der seeentfernet, und war die residentz ihrer Könige, welche sie auf ih-ren schultern zu tragen pflegten, sitzende auf einem teppich vonftllen gemacht. Heylin, ]ib. IV. p. 92.
Hocheneck, siehe Hoheneck.
Lochten, eine stadt in China , in der provintz Pekin / wel-che siebenzehen andere stäbte unter sich hat.
Hochkirchen, eine Freyherrliche familie an dem Rhein-strom. Von derselben florine nach ansang des XVIII. feculieiner als Chur -Pfältzischer Cantzler in den HertzogthümmernJülich und Berg, und an. 1704. blieb ein Freyherr von Hoch-kirchen als Kayserlicher General im treffen mit den Franzosenbey Speyerbach .
-Hochländer oder Berg-Schotten, werden die halb-wil-den einwohner in Nord-Schottland genennet. Sie selbst aberheissen sich in ihrer spräche Albinnich , und ihr land Drum Al-bain, das ist der rücken oder das höchste theil von Schottland .Sie wohnen vornemlich in der provintz Braid-Albain, wie auchin den benachbarten gegen nord-und nord-westen gelegenen pro-vintzen, und sind noch eine überbleibung von den allen einge-bohrnen Schotten; weil diese ehenials aus Irrland kommen, soist auch ihre spräche noch ein dialectus von der Inländischen,mit viel untergemischten Worten aus der Brittischen oder Gal-lischen spräche. Sie hallen sich allein vor die wahren Schot-ten , die andern aber vor ausländer, und nennen die in Süd-Schottland Saisons , das ist Sachsen , die in Nord - Schott-land Gald , das ist Gallier. Die ungcmein harte lebens-art ih-rer vorfahren haben sie noch beybehalten, und lachen die andernaus, als lenthe, die sich durch Weichlichkeit und Üppigkeit hät-ten einnehmen lassen. Ihre kleidung bestehet aus einem engenrock , der bis an die knie gehet, mit kurtzen ermeln, und anfüssen tragen sie schuhe von rohem leder, so bis über die knöchelgehen , das übrige bis an das knie ist blos, auch tragen sie kei-ne Hosen. Sie lieben sehr die bunten kleider, sonderlich dieblau und roth gestreifte. Sie sind sehr starck, und so abgehär-tet , daß kein mensch in Europa so viel ausstehen kan wie sie;leben überaus mäßig von ihrem fischen, jagen , und von dermilch und fleisch ihrer heerden. Ihre gewöhnliche nahrung isthalb gekochtes fleisch, in einem mit warmen wasser angefülltenledernen gefäß, und wenn sie der Hunger auf der jagd überfällt,essen sie auch das wildpret roh. Die meisten unter ihnen trinckennur blos wasser, einige weichen ein gewisses kraut hinein, undandere trincken die brühe vom fleisch. Wenn sie eine debauschemachen wollen, nehmen sie molckenj welche sie viele iahre aufbe-halten. Wein und brandtewein lieben sie auch. Von gerstenund Haber machen sie ein nicht unangenehmes brodt, davon siedes morgens ein wenig essen, und sich damit bis auf den abendbegnügen. Zu Hause schlafen sie auf der erde, und streuen einwenig gras unter sich, wenn sie aber die nacht im freyen selbeüberfallt, legen sie sich nieder wie sie sind, und seyn unbesorgt,wenn sie gleich gantz verschneyen; ja wenn sie gleich bey den civi-lisirten Schotten sind , wollen sie sich doch nicht in ihre bethenlegen. Sie geben sich zwar vor Christen auS, stecken aber ingrosser finsternis, und forchten weder GOtt noch teufel, sinddabey boshafft, raachgierig und grausam. Sie theilen sich inviel stämme ein , welche sie Clans nennen, davon jeder seinHaupt hat. Weiland haben sie den andern Schotten durch ihreräubcreyen viel Übels gethan, bis zu ende des XVI. feculi dasParlement in Schottland verordnet, daß diejenigen, so manvon ihnen ertappen würde, den von ihren lands-leuthen verur-sachten schaden ersetzen, oder mit dem leben bezahlen sollten.Ihre waffen sind sturm-hauben, pantzer , schild, pfeil und bo-gen , wie auch bey einigen degen , wie sie denn sehr feine degen-klingen machen, die sie nach Edenburg zu marckte bringen. Ihreg röste ambition ist schone polirte Waffen, und schöne reich ansge-zierte geigen zu haben , indem sie ungcmeine liebhaber der mu«
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sie seyn, welche aber, wie leicht zu gedencken, hier zu lande vonnicht gar fürtreflicher art ist. Weil sonst diese leuthe zumrauben und beute machen sehr geneigt, und die heutige Engli sche Regierung sich durchaus wenig gutes zu ihnen verstehet; sohat man vor einiger zeit grosse mühe angewendet, sie, so viel mög-lich,zu entwafnen. Beeverell , delic. de la Grande-Bret. p. 1265. *
* Hochland » eine insul in der Ost-see bey Liefland , fünfze-hen weilen von Petersburg , hat fast lauter seifen mit tannenund gedüsche bewachsen, und nur einige fischer-häuser. QieariiPerst reise-beschreibung , II. 2. p. 7$. Sie ist drey weilen langund eine breit, und unter dem 61. grad iarlrud. und zz. gradlongltud. gelegen. Sarnk. delcript. Poion. 19;;.
* Hochmuth , (Carl von) Rußischer General-Lieutenant,Kriegs-Rath, Vice-Gouverneur zu Riga , und Ritter des H.Andreä Ncwsky, wurde zu Kirchberg in Meissen , allwo seinvatter ein bürger und tuchmacher gewesen, an. 167;. den z.jul. gebohren , und in der taufe Cornelius genennet. Er ver-lohr, da er kaum achtzehen Wochen alt war, seinen vatter; dieMutter aber ließ an seiner auferziehung nichts ermangeln , undschickte ihn nachgehends auf die Thomas - schule in Leivzig.Als er sich allhier vier jähr befunden , und mittlerweile ziem-lich lang worden, wollte ihm die bisherige lebens-art, da ermit singen in den Häusern seine nahrung suchen müssen, nichtlänger anstehen, girng dahero an. 169z. heimlich davon , undließ sich bey dem Birckholtzischcn regimente unterhalten. Weiler aber die Fourier - stelle, wozu man ihm Hoffnung gemacht,nicht erlangte, verließ er die Chur-Sächsischen dienste, und be-gab sich unter die Brandenburger, welche ihn zum Fouriermachten, und mit nach Trabant nahmen. Nicht lange her-nach fiel er den Franzosen in die Hände, setzte sich aber durch dieflucht in frevheit, und segelte mit einem Holländischen schiffenach Schweden , woselbst er als Schiff - Schreiber dienstenahm, und sich von der zeit an beständig Carl schrieb, da er sichvorher nach der gebürgischen mund-art Corl, anstatt Cornelius,zu nennen pflegen. Nachdem er vierthalb jähr bey den Schwe den zugebracht, und hierauf in Berlin mit der feder sein glückzu machen vergebens gesucht, trat er aufs neue an. 1699. inChur -Sächsische dienste, und hielt sich an. 1700. und 1701.in Liefland dermassen wohl, daß er die stelle eines Adjutantenempsieng. In dieser qualitat wohnte er an. 1702. den 19. jul.der schlacht bey Pinczvw bey, harte aber das Unglück, daß ervon den feinden gefangen wurde. Indem man ihn nun, nebstvielen andern, zu wasser nach Schweden bringen wollte, nö-thigten seine cameraden die fchiffleuthe, daß sie umkehren,und sie insgesamt bey Dantzig aus land setzen musten , da erdann über Berlin nach Sachsen zurück kam, und zum Lieu-tenant bestellet wurde. An. 1704. da er in Polen stund, be,
ab er sich in Rußische dienste, und bekam bey dem Schlüsscl-urgischcn regimente eine compagnie, welche er an. 1706. inder schlacht bey Frauenstadt anführte. An. 1707. da dieSchweden in Sachsen einbrachen, muste er mit einigen hun-dert Russen , welche aus der gedachten schlacht ihr leben davongebracht, einen beschwerlichen marsch antreten, indem sie, un-ter commando des Obersten Rentzel, ihren weg durch Francken,Schwaben , Bayern , Oesterreich, Ungarn und Siebenbür gen nach Polen nahmen, allwo damals der Czaar mit seinerarmee stund , welcher ihn wegen seines martialischen ansehenssofort zum Oberst-Wachtmeister bey dem Schlüffelburgischenregimente, und nachdem er sich an. r?c-8. bey unterschiedlichenscharmützeln in der Ukraine , absonderlich aber an. 1709. in derschlacht bey Pultawa hervor gethan , zum Oberst-Lieutenanterklärte. Sodann muste er mit nach Liefland , an. 1711. aberwider die Türcken zu selbe gehen, worauf ihn der Ezaar an.1712. zum Obersten über ein besonderes regiment machte, mitwelchem er bis an. 1721. in Finnland und Schweden , sowolzu lande als zu wasser, den feinden nicht geringen schaden zu-fügte. An. 172,. und folgende iahre wohnte er als Brigadierden feldzügen in Persicn bey, und hatte die ehre, baß ihn Pe trus I. kurtz vor seinem ende, an. 1725. zum General-Maior und Kriegs-Rath, die Kayscrin Anna aber an. 1730. zum Ge neral-Lieutenant , und an. 1731. zum ©eneraL-lnspector allertrouppen ernennte. An. 1732. wurde er in den Ritter-ordendes H. Alexandr, Ncwsky aufgenommen, nachdem er bereitszuvor den Rußistben Adel-staiid erhalten. An. 1733. da dieRussen i» Polen einrückten, führte er über eine besondere colon«ne bas commando, und übernahm an. 1734. in abwcsenheitdes General Lascy, das Vice-Gouvernement zu Riga , allwo eran. 1736. den 27. may das zeitliche gesegnete , und in einer Lu,therischen kirche seine ruhe-stätle fand. Mit seiner gemahlin,die er in Rußland gechlicht, hat er zwey söhne gezeuget, davonihm der eine im tode voran gegangen. Er hat nicht nur seinenbluts-freunden viel gutes erwiesen, sondern auch der kirche inseiner geburts-stadt allerhand köstliche geräthe gcschenckt, unddarinnen einen schonen altar aufrichten lassen. Von seinen bey-den brüdern ist der eine zu Mühlberg und der andere zu ^hal-hayn Prediger gewesen. Ex Mauser.
Hochstädt, eine Pfaltz-Neuburgische stadt an der Donau ,anderkhalbe meile oberhalb Donawerth und eine meile unterDillingen , gelegen. Selbige soll den nahmen führen von derRömer hohen lager. Es ist eine kleine stadt, treibet mit vichund dem feld-bau ihre nahrung, und hat gegen der Donau einschloß. Skach dem tode des wider Kayser Heinrich IV. auf.
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