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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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grworffenen Königs Rudolphi ward Hermann von Lützenburgvon den aufrührten Ständen wider den besagten Kayser er-wehlet, welcher gleich darauf einen sieg bey Hochstädt widerFriedrich von Hohenstauffen, welchen der Kayser in feinem ab-wefen zum Statthalter verordnete, erhalten, und darauf Aug-spurg belagert hat; wiewol andere sagen, daß es Hochstädt indem Stifte Bamberg gewesen. An. i6;q.. haben die Croatenallhier grausam gehauset. Es ist aber dieser ort sonderlich merck-würdig worden, indem der Churfürst von Bayern den Grafenvon Styrum den io, septemdr. an. 170;. hierfelbst geschlagen,hingegen dieser den Kayferlichen beygebrachte streich den 1 j. aug.an. 1704. von dem Printzen Eugenio und Hertzoge von Marie-borough sowol an den Bayern als Franzosen gar nachdrücklichersetzt wurde, worbey deren gegen 20000. mann auf der Wahl-statt, und wol 12000. nebst dem Französischen Marschall vonTallard gefangen, blieben. Topogr. Bavar. Histor. remar-quett, an. 1704, p. 284. La Guerre deBaviire.

Hochstede, Hochstädt, eine adeliche und nunmehro theilsFreyherrliche familie am Rheine , welche vor alters den Gra-fen-stand geführet. Bucelinus fängt deren stamm - reihe mitSibodo, Grafen von Hochstede, an. 920. an, dessen nach-kommen sich des Gräflichen characters bis nach der mitte desXIII. feculi bedient haben. Lotharius starb an. 1192. als Bi-schoffzu Lüttich , und hatte ein jähr vorher die Ertz-Bischöfflichewürde zu Cöln ausgeschlagcn, zu welcher an. 1237. seines bru-ders Theodorici enckel, Graf Conrad, gelanget. Derselbekaufte von seinem bruder Lothario vollends die Grafschafft Hoch-stede, wendete sie dem Ertz - Stifte zu, und starb. an. 1261.Dahero dessen nachkommen den Adel -stand angenommen, undsich Herren von Northausen und Niederzier beygenannt. Vondenselben florirten an. 1660. drey brüder: 1.) Johann Mi-chael , als Decanus des gefürsteten Stifts Fulda ; 2.) GerhardWilhelm , als Pfaltz - Neuburgifcher geheimer Kriegs - Rath;und ;.) Hermann, als Pfaltz-Neubürgischer geheimer Rathund Hof-Marschall. Der letzte hinterließ zwey söhne, Philip-pum Conradum und Johannem Adolphum. An. 1717. starbzu Heiden plötzlich eine Baronesse von Hochstede, Ober-Hofmeisterin der verwittibten Churfürstin in der Pfaltz. Bucel.

* Hochstetter, eine berühmte familie in dem HertzogthümWürtemberg , aus welcher viele geistliche und gelehrte leutheentsprossen und. Der stamm - vattcr davon, nahmens Mar-tin , war ein gemeiner mann in dem Würtembergischen dörf-lein Gcrhausen bey Blaubeuern. Sein söhn Lonrad, wel-cher an. 158;. daselbst gebohren worden, studirte zu Ulm ,Stuttgard,, Blaubeuern und Bebenhausen , und kam end-lich in das Fürstliche 8dpendium zu Tübingen . An. lüog. warder Unter-krLcepwr in dem kloster Maulbrunn, hernach an.1612. Diaconus zu Brackenheim , an. 1617. Diaconus und fol-gends Pastor bey St. Leonhard in Stuttgard , und dannan. 1626. Special- Superintendent und Stadt-Pfarrer zuKirchheim unter Teck, allwo er auch an. 1661. den 10. febr.gestorben. Er zeugte in zwey ehen achtzehen kinder, daruntersechs söhne als Fürstliche Alumni in die Würtembergischc klösterund 8tipenclium zu Tübingen aufgenommen worden. Zweydavon find frühzeitig gestorben. Unter den übrigen vieren warder älteste, Ulrich, Stadt - Pfarrer zu Owen, Kirch-Heimer-Amts, und starb zu ansang des XVIII. ikculi. Derzweyte, Ioh. Andreas, ein frommer und um die Würtem-vergifche kirche wohlverdienter Theologus , wurde an. 1637, den1$. matt. zu Kirchheim unter Teck gebohren. Er studirte indem kloster Bebenhaufen und zu Tübingen , allwo er an. 1654.Magister, und im folgenden jähre Repetent worden. Fol-gends ward er an. 16,9. Diaconus zu Tübingen , an. 1668.Pfarrer zu Wahlheim , an. 1672. Special - Superintendentund Stadt - Pfarrer zu Böblingen , an. 1677. Professor derGriechischen spräche, und Ephorus des Fürstlichen Stipendii zuTübingen , an. I68l. Professor Theologi* und Stadt-Pfarrerzu Tübingen . Nach angenommenem Oottor-grad, ward eran. 168;. Fürstlicher Wurtembergifcher Rath , General-Su-perintendent und Prälat zu Maulbrunn, und dann errdlichan. 1689. Prälat zu Bebenhausen , wie auch Beysitzer des aus-schusses der Würtembergischen landschafft, bey welchem amr erauch den 8. novembr. an. 1720. starb. Er war ein guter freundSpeneri und Franckii. Er hat auch verschiedene gute anstaltenin den Würtembergischen kirchen-sachen mit rath und that btför-dert. Nach feinem tobe hat ihm nicht nur der TübingischeCantzlerPfaff, bey einer gewissen Dockor-promotion, zu Tü­ bingen den 18. novembr. an. 1720. eine Lateinische; sondernauch der Professor Francke zu Halle den 9. jan. an. 1721. eineTeutsche lvd-und gcdächtnis-rede gehalten. Beyde find nebstW vormaligen Tübingischen Cantzlcr Jägers dedication feinerTheologi® Moralis an diesen Theologmn , und einem Leichen-Programmare, gedruckt worden. Pfaffens rede äs ineriris Joh.Andr. Hochstetteri ist ebenfalls zu finden, in desselben OrationumAcad. Hexade. Siehe auch pregitzers GOtt -geheiligte Poesie an. 1720. p . 4 i r . Der dritte,' Joh. Friedrich, wurdeden 6. febr. an. 1640. ebenfalls zu Kirchheim unter Teck geboh-ren. Er studirte in den klöstcrn Blaubeuern und Bebenhaufen,wre auch m dem 8dpendio 511 Tübingen , allwo er an. 16;?.Magister worden. An. 1660. ward er Pfarrer zu Unterlen-mngen, an. i6S;. Pfarrer zu Zavelstein, an. 1672. Mdul-vruonlscher Special-Euperintendent, und Pfarrer zu Kintt-

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rS8°. Fürstlicher Würtembergischen Consistorial-Narh und Hvf-Predlger zu Stuttgard , wozu an. 1692. auchHerdrechtingen gekommen. An. 1684. nahm erden Doestor-grad an, und ward endlich an. 1707. mit beybehal.

§?"G°ual-Rath-stelle General-Superintendent undProbst zu Denckenborff, welche stelle er aber erst an. 1713. he-! ,^stuf an. 1720. den 6. april gestorben. Imlchnften von chm vorhanden, als: Bi»blifche Straf-Buß - und Bat-exempel; Der bekehrte Zachaus >D^ dußftrtlge David; Evangel. Denckmahl; Christliche Paftsions-Gedanckm rc. Conciosunebr. preginer, r. c. p. 152. Derwerte, Joh. Slgtsmund, war StadttPfarrer zuBeßigheim,und starb an. i?i8^als Abt zu Anhäufen. Unter Äsen vierbrüdern hinterließ Je>h. Andreas aus zwey ehen fünf söhne,welche alle auch in, geistlichen stand, und zwar meistentheils zuden höchsten ehren-amtern in demselben gekommen Der ältestedarunter, Gottfried Lonrad, welcher an. 1664. den 1, justzu Tübingen gebohren worden, erlangte an. 1684. in dem StirstfSdpendio zu Tübingen den Magister-grad , und ward an 160/Diaconus m Owen, an. I7°2. Stadt-Pfarrer daselbst , lindendlich an. 171°. Special-Superintendent und Stadt-Pfarrerzu Tnttlingen , bey welchem amt er den 2. jul. an. 17,0 aestor-bm. Er hat ein Gesangbuch und geistlichen Seelenschatz imdruck hinterlassen. Conc.fumbr. Der zweyte, Andreas Adam.hat feinen eigene» articknl. per dritte, Auguftin, war an1741. noch im leben , als Fürstlicher Würtemdergischer RatMGeneral-Superintendent und Abt zu Maulbrunn, wie anckBeysitzer des engern ausschusses der landschafft WürtemberaDer vierte, Christian, wurde an. 1672. den 21. vctobr mBöblingen gebohren. Er legte die fundamente seiner studien zuTübingen , studirte ferner zu Maulbrunn und Bebenhaufen,ward zu Tübingen an. 1692. Magister, an. 1697. Repetent,an. 1700. Diaconus zu Herrenberg , an. 170;. Kloster-PrX.ceptor zu,Bebenhaufen, und dann an. 1720. Abt daselbst,wie auch Fürstlicher Würtemdergischer Rath und General-Su-perintendent. Über diß ward er an. 1727. Beysitzer der Wür-tembergischen landschafft. Er starb den 29. decembr. an* 7 i ?. am schlage. An. 1720. hat er einen beruf nach Giessenzu einer theologischen Prokession bekommen. Noch als 8 rudio-sus Theologire schrieb er eine disputation wider Balth. Beckersbezauberte weit, unter dem titul: Llassicnm 'Pauiininn adPugnam Spiritualem, adversus Rectores tenebrarum hujusfeculi ad Eph. VI. 10. welche nachgehends etliche mal wiederaufgelegt, auch in Leipzig nachgedruckt worden. Pro??. &Cnnc. funebr. Der fünfte , David, starb als Pfarrer, zuDarmsheim den 4. decembr. an. 1720. Der obbefchriebeneIoh. Friedrich Hochstetter zeugte in zwey ehen zwanzig kinder,worunter zwey söhne ebenfalls zur Prälaten-würde in Wür.temderg gelangt , ncmlich Matthäus Lonrad, anfangsKloster- Prsecepror zu-Bebenhaufen, hernach Professor , fol-genW^Rector des Fürstlichen Gymnasii zu Stuttgard, unddann endlich Fürstlicher Würtemdergischer Rath und Abt zuMurhardt; starb an. i?;4. Jacob Friedrich, gebohren zuZavelstein den 6. decembr. an. 166;. ward an. 1692. Diaconuszu Tübingen , an. 1707. Bebenhausifcher Special - Superin.tendent und Pfarrer zu Lustnau , folgends an. 1711. Svecial.Superintendent und Stadt-Pfarrer zu Göpvingen, und end-lich an. 1758. Fürstlicher Würtembergischer Rath und Abt zuMurhardt; starb den ;. aug. an. 1719. Conc. suwbr. Fisch-Uni memorise Theal. Würtemb. P. II.

Hochstetter, (Andreas Adam) war den 1,. jul. an. rßdg.zu Tübingen gebohren. Nachdem er zu Böllingen , Tübin­ gen und sonderlich im kloster Maulbrunn unter Christoph Gel-lern den gründ seiner studien gelegt, ward er unter die Sti-pendiaten der Academie zu Tübingen aufgenommen. Hieraufgieng er nach Vtraßburg, und hörte daselbst Seb. Schmidten,die Fauste, Zentgraven , und zu Bafel Burtorffen, sodanuwandte er sich über Ulm , Nürnberg und Altors nach Jena ,Leipzig und Dreßden, allwo er von Spenern und Carpzoven viellernte, und sich hierauf einige zeit nach Wiltenberg begab.Von hier gieng er nach Franckfurt au der Oder, und durchNieder-Sachsen nach Holl-und Engelland. Von Jfaac Aben-dana ließ er sich im Rabbinifchen unterweisen , und machte sichdie Englische spräche so bekannt, daß er unterschiedliches dar.aus ins Lateinische übersetzet. Aus Engelland ward er von demAdministratore des Hertzogthums Würkemberg nach Haufe be-ruffen , und anfänglich zum Diacono , hernach aber an. 1697.zum Professor Eloquenti# extraord. Jti Tübingen gemacht. An.1698. bekam er die Prokessonem ordinariam Moralium. Imjähr 170?. erhielt er dir Professronem Theologie extraord. wardInfpector der Stipendiaten und Vesper-Prediger, und das iahedarauf Pastor und Superintendent, wie auch Professor Theo-logire Ordinarius, und an. 1711. Cvnsistorial-Rath und Ober-Hvf-Prediqer zu Stuttgard, von dar er aber vier jähr darnachwieder zurück nach Tübingen gekommen, und seine ämter mitfleiß und treue verwaltet, allwo er auch am 27. april an. 17 rg.als Rector Magnificus , und , wie er selbst gemeldet, um so vielvergnügter gestorben, weil er von feinem vatler zum tode vorbe,reitet worden. Leipziger Zeitungen von gelehrten fachen,an. 1717.

i Er hatte die Englische spräche so wohl erlernet, daß er sel-bige gleich seiner mutter-sprache reden können, auch untersthied-

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