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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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sich mit vielen gelehrten leuthen überall bekannt , durch-gieng viel bibliothecken , und suchte die rarestcn codices undmanuscripta auf , war auch den antiquitäten und inscriptio*neu sehr ergeben. Er brachte seine meiste lebens - zeit mit in-formirung der iugend in dem Gymnasio zu St. Annä in Aug-svurg zu, wurde auch an. ies;, in demfelbigcn Gymnasio Re-ctor und Bibliothecarius. Er zog viel schüler nach Augspurg,und machte gute leuthe, trug auch grosse sorge vor die biblo-theck , daß sie mit den beste» codicibus angefüllet wurde. Erwandte grossen fleiß an verschiedene Griechische bücher, die errdirte, ivorzu ihm selbige manuscripta wohl zu statten kamen.Er starb an. 1617. Spizelii templ. hon. Cohmeßi bibl. choi-iie. Scaliger , cp. 389» Scaligeriana fecunda , p. 112. Bayle .

t Von dieses manncs leben giebt uns Johann Jacob Bru-ckerus in einer desondern dissertatio« , so an. 1718. ausgegan-gen , den besten bericht. Sein vatter hieß Petrus . Er ist ge-bühren deu n. april, nicht den 14. besagten monals. Seinlchrmcister war der berühmte Hieronymus Wolfius. Er schei-net nicht viel gereiset zu haben, indem er an. 1377. noch dieschulen frcquencirt, an. 1381. aber schon dem Gymnasio vor-gesetzt worden. Daher glaublich, er habe diese 4. jähr auf ei-ner Academie zugebracht, zumal er keiner andern reisen in sei-nen briefen Meldung thut. Er bekam cinsmals die vocation zueiner Profession nach Nürnberg , doch wollte er lieber zu Aug-spurg bleiben. Er hat verstchiedenen Gelehrten durch collatio-nirung der manuscripten gcdienet, als : Hen. Savilio bey sei-nem Chrysostomo; desgleichen Casaubono , Margunio, Syl-burgio und andern. Die von ihm heraus gegebene schriflensind sämtlich folgende : Oratio Grxca de humani Generis Lapsuejusdemque Restitutione, an. 1377. Philonis Judaei Opuscu-la tria, an. 1387. Homiliae quaedam sacrae Basilii M. Grego-rii Nylseni , Nazianzeni , Chrysostomi, Cyri Germani, an.

1387. Joh. Damasceni Oratio in Transfigurationem J. C. an.

1388. Praecepta conjugalia & alia quaedam Carmina , an. 1389.Gregorii Nyffeni Oratio de Filii & Spir. S. Deitate , an. 1391.Maximi Margunii Poemata aliquot sacra, an. 1392. 6 reg.Nylseni Opuscula quinque, an. 139;. Jo. Chrysoltomi Ora-tio in Diem Natalem J. C. an. 1394. Andronici Rhodii Li-bellus de Animi Affectionibus & Anonymus de Virtutibus &Vitiis , an. eod. Catalogus Graecorum Codicum , qui suntin Biblioth. Reip. Augustanae , an. 1395. Hieroglyphica Ho-rapollinis, an. eod. Nicolai Cabalilae Oratio in Foeneratores ,an. eod. Lamprias deScriptis Plutarchi, an. 1397. Herme-tis Trismegisti Jatromathematica, an. eod. Matthaei Cama-riotae Compendium Rhetoricae , an. eod. Appiani Illyrica,an. 1399. Jo. Chrysostomi de Sacerdotio Libri VI. an. eod.Maximi Martyris Mystagogia , an. eod. 6 reg. NazianzeniDefinitiones Rerum simplices , an. eod. Geographica Mar-ciani Heracleotae &c. an. 1600. Photii Bibliotheca, sln. 1601.Adriani Isagoge in Scripturam sacram , an. 1602. Jo. Chry-sostomi contra Judaeos Homiliae VI. an. eod. Eclogae Legatio-num , an. 1603. Ecclesiasticus , an. 1604. Origenes contraCelsum , an. 1603. Procopii Historiar. lib. VIII. an. 1607.Alexiados lib., VIII. ab Anna Comnena scripti , an. 1610.Athanasii Vita S. Antonii Eremitae, an. i6ti. Philo de Nume-ro septenario , an. 1614. mehrenthcils mit vcrdollmetschungund anmerckungen.

Höven , Hohenhöven , ein flecken , nebst einem schlösse inSchwaben an dem Schwartzwalde, zwischen Stülingen undGeißlingen. ES führet den titul einer Herrschafft, und hat vordiesem gewissen Freyherren eines alten wohlgebohrnen stam«mes aus Hessen , den nahmen gegeben, welche daselbst dieGrafschaffsZiegenheim inne gehabt, und darauf in das Hegöwgezogen. Von denselben ward Carolus an. 938. zu einem Kö-nige auf dem ersten turnicr von der Schwäbischen Ritlerschafftrrwehlet. An. 1387. ward Burckhard Bischosszu Costantz, undan. 1436. bediente solche würde Heinrich, Verweser des Biß-thums Chur und Dom - Dechant zu Straßburg , so an. 1462.gestorben. An. 1438. war Anna Aebtißin zu Zürich , und starban. 1484. Heinrich, Dom - Herr zu Straßburg und Costantz,war an. 1480. bürger zu Zürich . An. 1318. wurde ein ande-rer, nahmens Heinrich, Bischoss zu Chur . An. 1370. giengder letzte dieses geschlechts, Albertus Ardogastus , mit tode ab ,worauf diese Herrschafft an die Grafen von Lupffen gekommen.( Siehe Lupffen. ) Imbof, not. Proc. Imp. Spen. bist. insign .Bucelinus , stemm. Germ. Trnmsd.

Höxter , eine lustige und wohlgelegene stadt an der Weser,zwüchen Bremen und Minden. Es soll vor diesem ein blossesdarf mit nahmen Uror gewesen seyn, welches an. 909. von gründauS verbrannt, nachgehends aber wieder aufgerichtet worden ,da denn zuletzt die einwohner der alten stadt Corbey, welche inür. jähren viermal abgebrannt, sich nach an. 1070. dahin ge-wendet , und den vrt zu einer stadt erbauet haben. Sie kommetzwar dem Stifte Corbey eigenthümlich zu , jedoch sind die Her»tzoge von Braunschweig derselben Schutz - Herren, welche aucheinen eigenen Vogt daselbst haben , der ihre rechte in acht neh-men muy. Wie denn auch die stadt allein des holtzes und derweyde halben des Braunschweigischen schutzes nicht wol einentag entbehren kan. Vor Seiten, als das faüst - recht und die be-fehdungen in Teutschland noch üblich waren, haben die bürgeran. 1434. auch einmal Landgraf Ludwigen von Hessen zu ihremSchutz - Herrn gehabt; und wiewol im anfange der Kayser Lu-

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dovtcus P,us die Grafen von Dassel zu des Stifts Corbey Ad-

gemacht, denen hernach die Bt-schoffe von Hildesheim gefolget, so sind dennoch die Hertzoqevon Braunschwelg wegen der Häuser Neurnvber und Fürsten ,berg Schutz-Herren geblieben; wie dann auch selbigen dieVögten und Hals - Gerichte daselbst zustehen. Jedoch äussertensich zwischen dem Abt Christoph Bernhard und Hertzog Ru-"^i slun ^ n)e * J irrungen, welche auch zurwurcklichen thatltchkett ausgeschlagen wären, woferne nichtChur -Mayutz und dw übrige Braunschweigische Häuser diefache den 13. april an. 1701. zu einem provisional - tractat zilBilefeld gebracht, daßnemsichdie Braunschweigischen trouppenaus der stadt ziehen, die burgerschafft aber ihres Landes - Herrngnade überlassen werden sollte. Es hat diese stadt, wie andereWestphalische stadte, ihre besondere statuten, freyheiten, qe-rechttgkeiten, policey , gebrauche und müntze, auch wegen derschiffahrt von Bremen auf Minden seine nahrnng. Es ist selbi-ge mit starcken mauren und thürnen versehen, und fliestet an ei-ner feite die Wejer vorbey. Sie hat ein feines Rathl aus und3. kirchen, als Sl. Kiliani, St. Petri und die Brüder - kircheVor zeiten hat sie ziemlichen frieden gehabt, ausser daß der Bi«schaff von Paderborn , Graf Simon von Schwannberg, an1271. der stadt feind worden , und ihr mit feuer einwerffen hartzugesetzt. , Sonst hat sie in den Teutschen kriegen auch viel aus-stehen muffen. Lerzner, Corbeyische chronick. Topogr. ehe.Weßpb. p. 33. imbof. N.P.lib. III. c.26. EuropaijcherHerold,P. I. p. 390. Hamburg , hiftoris. remarquen, 1704. p. 379 .

Hof, lat. Curia Variscorum , die Haupt - stadt in dem Voiqt-lande, liegt 3. Meilen von dem Fichtelberge, auch so viel vonPlanen, Schlaitz , Wonsiedel, auf einem lustigen Hügel, undist mit einem walde umgeben. Ihren nahmen führet sie daher,weil ehemals auch ein meyerhofallda gestanden. Es war vordiesem ein düsterer wald herum. Zu des Kaysers Henrici IV.zeiten wurden anfänglich 3. raub - schlösser daselbst erbauet, ei-nes auf dem Clausenberg , wo jetzo die St. Lorentz - kirche, dasandere bey dem dorfe Gottendors, eine halbe metle von Hof,und das dritte aufdem Salenstein , dergestalt, daß man von ei-nem zu dem andern sehen konnte; allein weil den benachbartenaus selbigem grosser schade geschahe, schlugen sich einige vomAdel, nahmentlich die von Kotzau, Sparneck , Rabenstein,Frililsch und Lüchov, zusammen, rotteten den wald aus , nah-men die schlösser ein, und schleifeten selbige. Damit sie abernicht etwa» wieder aufgebauet werden möchten, baneten diesel-biqen um das jähr 1089. ein dorf an der Saale , woselbsten sieeinige einwohner hinsetzten ; weil aber deren menge je mehr undmehr wuchs , wurde nach und nach die alte stadt Hof daraus.Bald darauf fieng man an auf den Clausenberg eine kirche zubauen, und weil die menge der einwohner so groß wurde, mauauch häufig gegen Mitternacht anbauete, so entstund auch dieneue stadt daraus , welche anfänglich eine Reichs - stadt war.Als aber Bertholdus IV. an. 1180. von dem Kayser Friderico I.zum Hertzog von Meran und Voigtlande gemacht wurde , be-kam er solche von ihm zu lehen, und versähe selbige mit Privile-gien und statuten. Hertzog Otto M. fieng an. 1130. die neuestadt zu bauen an, konnte aber selbige nicht vollenden. Seinungcrathener söhn Otto II. bekümmerte sich nicht groß darum;als aber selbiger an. ,24z. umgebracht ward , und Hof an GrafOttonem von Orlamünda kam, und zwar dieses wegen seinergemahlin Beatrix, so Hertzogs Ottonis M. tochter war, bändeer die stadt bis an die unterste pforte fort, und erweiterte selbige.Nach diesem verkaufte Graf Otto diesen ort an Henricum Vogtvon Weida, welcher selbigen mit mauren, gräben, zwingeruund rondellen bevestigen ließ, wie er denn auch daselbst seinenHof hielte. Kayser Ludwig der Bayer beliehe Fridericum IV.Burggrafen von Nürnberg , mit der Ober-Herrschafft über diesestadt, weil er ihm in dem kriege wider Hertzog Fridericum ausOesterreich getreulich beygestanden, wie darüber ein besonderesprivilegium t>en 27. oct. an. 1323. zu München ertheilet,und den18. fedr. an. 1328. zu Rom durch eine güldene bulle bestätigetward, jedoch behielten die Vögte von Weida annoch die Nutzung»Es kaufte aber BurggrafFridericus V. die gantze stadt folgendsHerrn Heinrichen von Weida um 8000. schock weisser groschenab , von welcher zeit sie bey den Marggrafen von Brandenburg als Burggrafen von Nürnberg , geblieben, und zum Bareuthi-schen mitheil geschlagen worden. Es hat die stadt ;. Vorstädte,deren die eine die vörstadt, die andere die gebäue am graben ,und die dritte das Fischerdorf genennet wird. In der alten stadtist die kirche St. Laurentii, in der neuen St. Michaelis und St.Frantisci, und die Hospital - kirche in der Vorstadt. Nicht we-niger giebet es daselbst ein berühmtes Gymnasium , welches Al-bertus Alcibiadcs an. 1343. gestiftet. Sonst ist das Rathhausallda zu besehen. Videmannus , cliron. Layritz. orig. urb. Cur.& de Burggrav. Norico. Aensch. ledern - hayN. Planeri bist.Varisciae.

f ofaltze, eine stadt in dem Hertzogthum Luxemburg an deinOurte. Topogr. ehe. Burg. p. 232.

Hofer, Höfer zu Lobcnstein , eine alte adeliche und mm-mehro Freyherrliche familie in Schwaben , ist Bayerischer an«kunft, und hat ehemals das Erb - Marschall - amt in dem StiftRegenspurg besessen , sich auch in den alten zeiten in Seeland und in Holland ausgebreitet. Gremolh Hoscr von Lobcnsteinist an. 948. aufdem turnicr zu Costnztz, an. 9^8. aber Tur-nier»