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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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154 hoe

In

* Hoelda, ein BrittischerPrintz, wurde von dm Sachsenverjaget, und setzte sich hernach in dem Hertzogthuin Wallis .An 914. versammelte er die vornehmsten seiner Unterthanen,

( worunter er ungefehr 150. Geistliche zehlen konnte,) an ei-nem orte, das meiste Haus auf dem Taf genannt: dafelbstschaffte er die alten land - gefetze ab, deren sie sich in Britan,nien ehedessen bedienet, und gab ihnen neue, welche daher vonseinem nahmen Hoeldas - gesetze genennet werden. Man hatnoch einige exernplaria rnanuleripta davon in Lateinischer wieauch in alt Briltischer spräche. Aber Ednardus I. änderte an.iL84. einen theil davon; nach ihm machte auch Henricus VIII.eine grosse änderung darinnen, und gab den Wallisern anderesgtzNNgeN. Spelmanm glossarium archieologicum.

* Hoelling , ( Ioh. Conrad Stephanus) ein LutherischerTheologus, war zu Hannover den 10. aug. an. 1687. geboh-ren. Nachdem er zu Hause in der Lateinisch - Griechisch - undHebräischen spräche einen sattsamen gründ geleget, reisete er an.1705. nach Helmstädt, und hörte allda in allen einem zukünfti-gen Theologo nothwendigen studien die berühmtesten Lehrer,worauf er sich an. 1709. wiederum nach Hannover begab, unddaselbst auch andern jungen Studiosi» die Philosophie erklärte.An. 1710. besähe er die Holländische Academien, machte sichvornemlich mit den dasigen Gelehrten bekannt, und that sodannferner eine reise nach Engelland, allwo er sich die meiste zeit zuLonden , Orford und Cambridge aufhielt, und an. 1711. indem Collegio, the Court of Queens bench at Westminlter ge-nannt , alle Vorrechte eines gebohrnen Engelländers durch einenbesondern naturalisations - brief erlangte, an. 171;. aber zu ei-nem Mitglied der Societät de propaganda Fide erwehlet wur-de. Hierauf kam er zwar wiederum in Hannover an, weil eraber sich nicht so gleich eine ansehnliche beförderung versprechenkonnte, reisete er an. 1715. nach Gröningen , nahm allda, nacheiner de Bstyliis Veterum ohne PrEeiide gehaltenen und an.1724. zu Leipzig wiederum neu - aufgelegten disputation, dengradum eines Magistri an, und verfügte sich zum andern malenach Engelland, da er dann sich abermals die dasige bibliothe-cken und manufcripten, tresiich zu nutze machte, und darausverschiedeues sammelte, so er ohne zweifel wurde ediret haben ,wann er länger gelebet hätte. Als er nun von dar an. 1716.in seiner vatter-stadt angelanget, wurde er an. 1717. zumProfessore am Gymnasio zu Göttingen ernennet , bald daraufaber und ehe er noch diese bedienung antreten konnte, zum Pre-diger und Adjuucto bey der Johannis - kirche in Hannover , in-aleichen zum Hof- Caplan an der schloß - kirche beruffen, wo-bey er zugleich den damals in Hannover befindlichen unterschied-lichen Lords und andern vornehmen Engelländern zu gefallen,alle sonntage in der Englischen spräche zu predigen, und einenprivat - gottesdienst mit ihnen zu halten pflegte. Nach diesemward er an. 1724. Pastor primarius und Superintendent in derGrafschafft Delmenhorst, an. 1728. aber General - Superin-tendent und Pastor primarius zu Alfeld , wie auch Churfürstli-cher Cölnischer Consistorial - Rath Aug. Conk. zu Hildesheim ,in welchen ämtern er auch stund, als er an. 17;;. das zeitlichegesegnete. Man hat von ihm eine einleitung zur weltlichen Kir-chen-und Reformativns-Historie des Hoch-Stifts Hildes­ heim , nebst unterschiedlichen kleinen schriften in Teutscher undLateinischer spräche. Seine Curiosa Britannica aber, welchein vier tomis gedruckt werden sollten, sind, weil er darüberverstorben , nicht heraus gekommen. AHa hiflorko - eed. P. V.

Aöltzlinus, ( Jeremias ) Professor der Griechischen sprächezu Leiden, war von Nürnberg gebürtig. Er studirte anfäng-lich zu Augsburg mit solchem succeß, daß er alle seine Mitschü-ler sowol in der Griechischen als Lateinischen spräche übertraf ,legte sich aber hernach auf die Philosophie zu Allorf, und weiler ein guter Grieche war, bemühete er sich, daß er die altenausleger des Aristotclis, den Themistium, Alerandrum Aphro-disieum , Simplicium und Ammonium in ihrer original - sprä-che lesen möchte. Er nahm auch den Platonem vor, und lieb-te über diß die Stoische Philosophie gar sehr. Nachdem er 8.jähr auf solche art zugebracht hatte, wurde er Magister,ndlegte sich auf die Theologie und das Hebräische. Hierauf wur-de er Rector zu Amderg in der Ober - Pfaltz, allein wegen desdreißigjährigen kriegs muste er sich von dar weg nach Bremen retiriren, nachdem er seine besten fachen verlohren. Der Grafvon Bentheim trug ihm hierauf das Rectorat zu Rhede an, erstarb aber gleich darauf; auch bot ihm die stadt Ham derglei-chen an, weil aber die Kayserlichen durch ihre streifereyen dasland sehr unsicher machten, wollte er sich in solche gefahr nichtwagen. Er wandte sich dannenhero nach Leiden, und publicir-te daselbst eine Übersetzung der Psalmen, welche gar wohl ge-macht war. Er wurde zwar nach Middelburg und nach Brietberuffen, allein sie wollten Ihn zu Leiden nicht weg lassen, son-dern gaben ihm die Profession der Griechischen spräche , dieVoßius niedergelegt hatte. Er unternahm den Apollonium Rho-dium in das Latein zu übersetzen, und ob er gleich mit der Was-sersucht befallen war, auch dadurch so abgemattet wurde, daßer zuletzt nicht die feder mehr halten konnte, brachte er es dochnoch zum stände, daß es 6. tage vor ftinem tobe fertig wurde,indem er, was noch fehlte, vollends darzu diclirte. Er starbden 2;. jan. an. 1641. hinterließ aber keine kinder. Bayle.

Hocncourt, so wegen der Franzosen Niederlage an. 1642.berühmt ist. Es ist ein Ertz - Bisthöfflicher sitz von Cambray in

den Niederlanden , wovon es ;. Teutsche weilen nord- west-wärts , und noch nicht so weit von Arras lud - ostwärts entfer-net ist. Guwciurdini defcr. Belgii.

^övftierus . (Henricus) war in Leipzig an. 15 82. den 29.Nov. gebohren. Semen vatter mit ihm gleiches nahmens, derPfarrherr in der Vorstadt St. Georgen war, verlohr er, da erkaum das zweyte jähr erreichet. Doch ließ ihn sein stief- vatterwohl erziehen, und in dem 19. jähre seines alters ward er zuLeipzig unter die Churfürstliche Alumnus ausgenommen. An.1612. bekam er die Profestionem Logices. An. 1617. erlangteer die vierte theologische stelle zusamt der inspection über die Sti-pendiatos Theologie. Darauf er dann in eben demfelbigenzahre an dem Lutherischen Jubel-feste den 6. nov. Theolog,*Doctor worden. Er hatte sich durch seine deutlichkeit und ge-lehrsamkeit in solche Hochachtung aesetzet, daß ihn Johannes Benedictus Carpzov , Martinus Geyer, Abrahamus Wellerund Hieronymus Kromayer in seinen collegiis hörten, ohngc-achlet sie bereits in öffentlichen ämtern stunden. Man beriefihn auch an. 1616. nach Mors, und nachgehends an. 1627.nach Marpurg , doch blieb er in Leipzig , und wurde daraufdas folgende jähr in dem grössern Fürsten - Collegio Senior,in welches er schon an. 1609. aufgenommen worden. An. i6;8.wurde er auch mit in das Consistorium gezogen. Canonicus inZeitz aber ist er schon an. 162z. gewesen. An. 1628. wurde erzu einem Canonieo zu Meisten erwehlet, und bald darauf indas Capitul) auch endlich unter die veeemviro» der Academiemit angenommen. Nachdem er aber das 60. jähr noch nichtvöllig beschlossen hatte, muste er sein leben endigen. Unter sei-nen schriften befinden sich Saxonia Evangelica ; de Justificatio -ne Hominis Peccatoris ; Commentar. in Pfal. VIII.; Ifagogead falutarem ufum Coente Domini; Comment, in Pfal. XC. ;Disputationes Theologie*; Collegium Biblicum in quatuorpriores Fidei articulos ad ordinem portisculi biblici Seberiani;Commentarius in Psalm. XCI. ; Explicat. in Psalm, sind nachseinem tobe heraus gekommen. Einige wollen ihm auch dengrösten theil von der Vertheidigung des Evangelischen Aug-Äpfels beylegen; allein andere wollen es dem Matthiä Hoe zu-schreiben ; doch finden sich auch einige, welche behaupten, daßdieses werck 0. Gerhard verfertigt, Hoe aber die präfation bey-gefügt. Witte , memor. Job. Mayer, in elogio HiEpfheriano ,quod praemisit Isagog. Coens Domini. -f-iOkl ·

Körnig, eine adeliche familie in Schlesien, welche derstadl Breßlau viel brave Rathsherren und Landes - Hauptleuthegegeben. Sie ist von dem adelichen geschlecht von Hornick, wel-ches an dem Rhein florirt, unterschieden, und stammet her vonAntonio Hornig, einem Breßlauischen Patrieio, so an. noo.den Adel - stand erlanget. Sein cnckel Paulus besaß das Burg-lehn zu Neumarckt, Kobeling, Bogenau, Pöxclwitz undSchmoltz, und wurde an. 142z. Rathsherr zu Breßlau. Seinsöhn Balthasar brachte auch das Burg - lehn Lissa an sich, undkam an. 147t- zu Breßlau in den Rath. Unter seinen lohnenhatte Paulus die Burg - lehn zum Neumarckt und zu Lissa,ward an. 1487. Rathsherr, und an. 1503. Landes-Hauptmannzu Breßlau . Seine andere gemahlin, Magdalena von Reibnitz,gebahr ihmPctruM,welcher an. 15;2. als Deeretorum Licentia-tus und Canonicus zu Breßlau gestorben, und Balthasarcm, aufLissa, Strelitz und Dresky, dessen vierter söhn Abraham, einMaltheser - Ritter gewesen. Von feiner ersten gemahlin aberhinterließ er Georgium auf Weigwitz und Kreickau , so alsLandes - Hauptmann zu Breßlau an. i t5r.mil tode abgieng.Sein söhn Otto auf Malckwitz war .s. U. I). wie auch Kayscrli-cher und Bischöfflich - Breßlauischcr Rath, und hinterließ Hen-ricum auf Malckwitz, Lissa, Bogenau , Kreickau, Weigwitzund Krolckwitz. Er zeugte zwar mit einer von Mettich 2. söhne,davon aber einer an. 1645. im ducll erstochen ward, und der an-dere in der iugend starb. Sind also damals und auch schonvorher alle die viel und wichlige güther und liegende gründe, sodiese familie in dem Fürstenlhum und der stadt Breßlau beses-sen , an andere bcsitzer verkauft worden. Jedoch florirt diese fa-milie noch in dem Oelsnische» Fürstenlhum, und lebten an.1719. daselbst Carl Friedrich auf Manckerwitz, vormals aufPaschlerwitz, ingleichen sein bruder Gottfried Wilhelm, Herrzu Kachel, welche beyde mit männlichen erben gesegnet sind.Luc« <2chlesische chronick. Hermann. wapenbrauch.-Ä»»-»Olsnograph. und Schlesifche curiositätcn.

-Aörselberg, lat. Mons horrisonus, ein hoher berg in Thü­ ringen , zwischen Eisenach und Gotha , so von dem fluß Hörsel den nahmen bekommen. Es soll ehemals darin» ein jämmerlichgeschrey gehöret worden seyn, dahcro man geglaubt, daß daselbstdas fegfeuer wäre. Olear. svntagm. rer. Thür. tom. I. p. 5gGregor, jetzt - florirendes Thür. p. 24. Eromsdorffs Geogr.

Höschelius, (David) ei» gelehrter mann von Augsvnrg,gebohren den 14. april an. 1556. Er wurde bald anfangs vonseinen eitern zur schule gehalten, da er dann nebst der Lateini-schen eine sonderbare Neigung zu der Griechischen spräche vonsich blicken ließ; wie er dann bereits auf schulen den Isocra-tem, Demosthenem, Plntarchnm, Herodianum, Aelianum,Hcsiodum, und andere Griechische scribenten fleißig las. AufUniversitäten las er den Platonem, Tcnophontem , Thucydi.dem, Enstathium. Als er nun den grnnd feiner studien wohl

Ö t harte, besuchte er verschiedene Academien von Teutsch,

, und nachmals andere provintzen von Europa , machte

sich