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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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es an. 16,4. kaum nach einer jährigen bloquade von den Wurstembergern hat erobert werden können. Nächst diesem gehörtdarzu die Grafschasst Sigmaringen , davon an seinem orte; fer-ner die Grafschasst Beringen, welche an die vorige grentzet.Sie hat ehemals ihre eigene Herren eines altenRhätisch-Schwa-bischen geschlechts gehabt, die entweder mit den Grafen vonDillinge» einerley Herkunft, oder doch sehr nahe verwandt-schafft gehabt. Die Grafschafft Schwabach , deren Haupt-schloß;. weilen oberhalb Augfpurg unweit der Werbach gele-gen , soll vor zeiten mächtige Herren Ungarischen Ursprungs,die sich von Baltzhausen geschrieben, gehabt haben. Selbigeist an die Herren von Rechberg, und von diesen an das HausHohenzollern gediehen. Die Grafschafft Haigerloch hat ehe-mals zu der Grafschafft Hohenberg gehört, und ist von Oester-reich gegen die Herrschafft Ratzuns an das Zoüerische Hausgekommen. Die andern örter sind Bißingen, Habsberg,Hechingen , Kllberg, Langen, Nera, Sigmannsdorff, Stel-len , Weßinqen , Wittenhäusen , Zimmern, u. a. m. Dieselande haben an flüffen die Donau , Lauchart» Starzel, Te-jach , und sind sonst von ziemlicher fruchtbarkeit. Es sind heutzu tage zwey linien, wovon die Hechingische das FurstcnthumHobenzollevn samt dessen zugehörden besitzet. Der andern Fürst-lichen linie gehören die Gräf-und Herrschafften Sigmaringen ,Vehringen , Haigerloch und Wehrstein zu. Zeiten chron Suev.Europäischer Herold, P. I. p. 952;

t hohenzollern , ein ur - altes Gräfliches geschlecht inTeutschland, so die ehre hat, daß aus demselben das jetzt-flori-rende Königliche Preußische und Brandenburgische, Haus ent-standen , und zu ansang des XVII. feculi in den Fursten -standerhoben worden. Von dem Ursprung desselben sind gar ver-schiedene meynungen. Erstlich haben viele geglaubet, das Ho-hcnzollerische geschlecht stamme von dem berühmten Italiäni-schen Hause derer von Columna oder Colonna her, aus wel-chem um das jähr 10S0. Petrus , oder dessen söhn Ferfndus,oder auch alle beyde, um vor den Verfolgungen Papst Hilde-brands , oder Grcqorii VII. sicher zu seyn , sich zu dem KayserHenrico IV. in Teutschland retirirt, und von ihm mit dem stücklandcs in Schwaben , so man nachgehcnds die Grafschafft Ho­ henzollern genennet, wegen geleisteter treuen dienste belehnetworden. Allein daß diese meynung falsch, ist nur daraus abzu-nehmen , daß schon lange vor dieser zeit Grafen von Zollern ge-wesen. Andere meynen es besser zu treffen, wenn sie es umwen-den und sagen, die Columnescr stammen von einer neben-liniedes Hauses Zollern her, die Conradus Graf in Sulgöw gestif-tet ; aber auch diese erzehlung wird von andern in zweifel gezo-gen. Eben so ungewiß ist , was einige vorgeben, daß der er-loschene stamm der Grafen von Zollern durch die von Colonnawieder ersetzt worden seyn soll. Unterdessen ist gewiß, daß dieColonneser die Grafen von Hohenzollern vor ihre Agnaten aus-geben. Die, so den Ursprung des geschlechts von den Habsbur-gern herleiten wollen, können auch keinen genügsamen beweisaufbringen, vietweniger einen stamm-vatter der Grafen vonZollern aus dem Habsburgischen Hause nennen. Nicht mehrgründ haben die, so die Guelftn zu Urhebern dieses Hauses ma-chen. Zum wenigsten läßt sich leichter eine anverwandschafft inlinea cvllsterali als in reck» zeigen. Ungewiß ist, ob, wie Pre-gitzer haben will , Thaßilo Guelfonis I. bruder, beyde aberGraf Jsenbards söhne gewesen , welcher Iscnbard mithin dergemeine stamm-vatter beyder Häuser wäre. Bertholdus aber,Welfill. bruder, so um das jähr 1014. gelebet, kan garnichtvor den stamm-vatter paßiren, weil cs schon 200. jähr vorherGrafen von Zollern gegeben. In summa, es ist alles, was vondem ersten Ursprünge dieses hohen Hauses gesagt wird, im höch-sten grad ungewiß , sonderlich wenn man mit Pregizern unddenen dieser gefolget, bis aufden ansang des V. steculi zurück ge-het , und Pharamund der Francken Konig , oder wol gar denTrojanischen Antenor zu vor-eltern der Grafen von Zollern ma-chen wollte. Wir wollen, was mit einiger gewißheit von die-sem geschlechte gesagt werden kan, im folgenden vorstellig ma-chen. Thaßilo, Graf zu Zollern und Hechingen , lebte an. 801.und hatte 4. söhne: r.) Danconem, von dem hernach; 2.) Eri-boldum, Abt in der Reichenau; ;.) Fridericum zu Hechingen ,welcher ohne erben starb; 4.) Gotzboldum, Grafen zu Bussen,dieser letztere hinterließ Berchtoldum, welcher mit des Grafenzu Sulgöw erb-tochter Conradum und Meinradum gezcuget.Der letztere ward als ein Einsiedler in der Schweitz , wo jctzodas kloster Einsiedlen stehet, erschlagen, und canonisirt; Con-radus aber', welcher auch Colin und Concelinus genennet wird,soll von Zventiboldo, Könige in Lothringen , vertrieben, undder urhcber folgender Jlaliänischer örter, Colonna, Zulgianound Zagarolla seyn. Seine söhne waren Ludovicus , Äbt inder Reichenau; Hugo, vyn dem die Landi zu Venedig und Par-ma herstammen; Meinradus II. Urheber des Hauses Golalto;Siegfried , ein vatter der Grafen von Pfullendvrff, und Ru-dolph, ein stamm-vatter der Grafen von Siqmarien. Odqe-dachter Danco, Dancmarus oder Tanqnardus fttzte das Zolle -rifche geschlecht fort, und starb an. 866. Seine gemahlin warMargaretha, Gräfin von Ciuy. Ihm folgte sein söhn Rudol-phus, welcher an. y;;. dem turnier zu Magdeburg beyge-wohnet, und dem Kayser Henrico I. wider die Hunnen gutedienste geleistet. Seine gemahlin war Anna oder Elisabeth, ei-ne Gräfin zu Rheineck . Dessen kinder waren Otto, Eridoldus II.Abt und Herr zu Sulgöw, und Margaretha , Thesdvrici zu

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Puttringen gemahlin. Otto, ( den andere Rudolphi brudevnennen) war mit auf dem turnier zu Magdeburg , und haltevon seiner gemahlin Ottilia, Gräfin zu Vehringen, r. söhne,ncmlich Wolfgang und Friedrichen ( 1 .) Dieser zeugte mit einerMarggräfin aus Mähren , Agnes, die sich mit Burcardo, Gra-fen zu Vehringen, vermählet. Wolfgang befand sich an. 948.aufdem turnier zu Cvstnitz, und zeugte mit Metta oder Mezzavon Nassau, einen söhn, nahmens Friedrich I. (II.) welcherum das jähr 980. gelebet, und das schloß Hohenzollern er-neuert haben soll. Seine gemahlin war Ursulq, Gräfin zuHohenberg, von welcher er;, söhne erzeuget, nemlich Burcar-dum, der um das jähr 1019. gelebet, Johannen; und Frideri-cum II. (III.) oder Fridvlinum, der rhm folgte. Dieser leb-te um das jähr und hatte von seiner,gemahlin Sophia,Pfaltzgräsin von Tübingen , 4. söhne, worunter der erste, GrafBurcardus, ihm folgte; der andere, Wezel, blieb in der schlachtan. 1061. und gieng ohne leibes-erben ab; der dritte, Albrecht,war Abt zu Aldersbach ; der vierte, Eitel Hans, soll eine Grä-fin von Habsburg zur gemahlin gehabt haben. Wicwol andereBurcardum und Wezeln nicht vor Friderici II. oder Fridolinisöhne, sondern vor dessen brüdcr hallen. Einige machen auchBurcardum zu Ferfridi bruder, und beyde zu Pelri Columnäsöhnen ; hingegen behauptet Pregizer die hier angeführte gcnea-logie. Mehr gedachter Graf Burcardus setzte das geschlechtfort, diente anfänglich dem Kayser Henrico IV. wider die Hun-nen , und blieb nebst seinem bruder Wezel in einer schlacht,die Hertzog Rudolvh von Schwaden, dem er beystund , widerBertholdum von Zähringen gehalten, an. >o6i. Seine ge-mahlt» war Anastasia, Gräfin zu Rheinfclden, Hcrtzogs Ru-dolphi von Schwaben schwestcr. Er hatte vier söhne, wor-unter Fridericus III. (IV.) ihm gefolget; Burcardus; Alber-tus war Conventual in dem kloster Aldersbach , und Fnderi-cus. Von diesem letzter» oder dessen bruder Burcardo, mögenvielleicht ihren Ursprung gehabt haben Wezel, dessen an. nund Johannes, dessen an. n;i. gedacht wird , ingleichenUlricus , Abt zu Reichenau , der an. n;6. gelebt , undDemuth oder Denckmuth, die nebst ihrem gemäht Graf Bar-tholomao von Bibereck, an. 1126. das kloster Rogqenburg ge-stiftet. Obqedachter Fridericus III. (IV.) genannt Maule, wardes Kaysers Henrici V. beständiger gefährte in seinen kriegen, undhat der stadt vpeyer an. mi, ein sonderbar privilegium zuwe-ge bringen helffen, weswegen sein biidnis daselbst in der Dom-kirche stehet. Einige nennen ihn einen Pfaltzgrafen. Seine qe-mahltn war Adelheid, Udelhild oder Verena, Gräfin von Ky-burg und Dillingen , welche ihm gebohren Rudolphum, vondem hernach; Fridericum, der mit Udelheid, einer Gräfin vonSimmern, Eginonem und Alberlum gezeugt; Cunoncm, wel-cher dem turnier zu Zürich beygewohnt; Albertüm, welcher le-dig gestorben , und Emerenliam. Der älteste, Rudolphns II.war ein tapferer Herr, wohnte an. 116;. dem turnier zu Zürich bey , und half den 6. ftvt. desselben iahrs, in begieitung seinerbrüdcr Friderici und Cunonis, Welfonem Hertzog in Bayern vor Tübingen wegschlagen. Von seiner gemahlin Agnes,Freyin von Gundelsingen , hatte er 4. söhne, ncmlich FrledrichIV. (V.) welchen einige auch Rudolph Friedrich nennen, vondem unten; Burcardum, welcher an. 1170. gelebet; Fridcri-cum, der eine Gräfin von Habsburg zur gemahlin gehabt; undConradum I. Dieser ward der erste Burggraf zu Nürnberg , auSdiesem Hause, vermuthlich durch seine gcinahlm Maria , GrafDiepoldi zu Vohburg tochter, aus welchem Haufe etliche vor-her Burggrafen zu Nürnberg gewesen. Bis hieher gehet deralte Zollerische stamm, der sich »im diese zeit in zwey äste oderlinien , nemlich in die Burggräflich-Nürnbergisihe und in dieHohenzollerische getheilet. Um die art und weise können sich diescribenten nicht vergleichen. Renlsch und einige andere, son-derlich Brandenburgische anthore3, machen Conradum I. zumstamm-vatter der Burggrafen von Nürnberg , und seinen bru-der , Friedrich, zum stamm-vatter der Grasen von Hohcnzol-lern. Pregizer hingegen, der sich auf eine menge anderer scri-benten beruft, leitet von erstgemeldten Friedrichs söhne, EitelFriedrich, beyde Häuser her; wiewol es auch nicht an solche»fehlet, die Friderico I. (III.) auf dessen eitern der gantze diflcm-sus ankommt, Conradi II. bruder, Fridericum II. z»m vattergeben, da Pregizer beyde zu dessen söhnen inachet. Obgcdach-ter Conradus I. nun soll, nach Rentschcns entwurf, Frideri-cum l. Burggrafen zu Nürnberg , gezcuget haben, welcher sichan. 1214. auf dem Rcichs-tage zu Augfpurg befunden, undan. 1218. gestorben. Seine gemahlin war, Sophia, OttonisDivitis, Marggrafcn zu Meissen , tochter, Ulrici Hertzogs inBöhmen wiltwe, welche ihm Conradum II. und Fridericum II.gebohren. Dieser, nemlich Fridericus II. Burqgrafzu Nürn-berg und Abenberg , wegen seiner gemahlin, die vielleicht Eli-sabeth gcheissen, und Kaysers Conradi IV. bluts-ftcundin ge-wesen , überlebte seine kmdcr, und vermachte daher Fürth nachBamberg , Adenberg und Spalt nach Aichstätt, Virnsberg demTeutschen orden , dessen Landmeister in Francken er vielleichtan. 127z. gewesen. Jener, nemlich Conradus II. soll KaysersFridericr II. geheuuer Rath und General wider Hertzog Frideri-cum von Oesterreich, auch seines ältern sohns Henrici Ober-Hofmeister, gewesen styn. Seine gemahlin Clementia, so vorKaysers Rudolphi schwcster gehalten wird , hat ihm nebst Adel-heiden , Pfaltzgraf Radoltjvnis in Bayern gemahlin, Fridcri-rum UI. (J.) gebohren. Dieser starb den 14. aug. an. >297.

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