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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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führte aber mit selbiger eine gantz unvergnugte ehe, indem siedie schränken ehlicher Pflicht überschritte, und an. 1692. wegenrhebruchs gerichllich von ihm geschieden wurde. Er war nach-gehends willens, sich mir eines Schottischen kaufmanns, nah,mens Browne, lochtcr-kind zu vermählen. Er starb aber deni;. apr. an. 1701. und folgte ihm, weil er keine erben hinter,ließ, in den Hertzoglichen und ander» tituln seines bruders, desLords Thoma Howards, söhn. Imhrs gen. Bricann. Hamb.biß. remarq. 1700. und 270t.

Howard, (Wilhelmus) Vicomte von Stafford. Er warThomä Howard IV. vierter söhn von Alathea Talbot, Gilber-ti, Grafen von Shrcwsburn, tochter. Er wurde wegen seinergemahlin Maria, Henrici, Vicomte von Stafford, schwester underdin, von dem Könige Carolo I. an. 1640. zum Freyherr»und Vicomte von Stafford gemacht. Nachdem er sich verlei-ten lassen in die conspiration, so wider König Earolum II. unddie Rcformirte religion in Engelland entsponnen war, mit zutreten , solche aber an. 2673. durch Titum Oates und Wil-helmum Bedlow entdecket ward, wurde er gefangen gesetzt, undihm den 7. dec. an. 168°. durch das Parlement das lebe» ab-gesprochen , er auch im 70. jähre seines alters auf dem Tower-hill, den 29. dec. darauf enthauptet. Er hinterließ verschiedenelinder, darunter sein ältester söhn, Henricus Howard, von Wil-helms III. gnade erhielt, von St. Germain, wohin erblich mitJacobo II. retirirt hatte, zurück kam, und Vicomte von Staffordwurde. Sein anderer bruder, Johann Howard, wurde an. 1688.von Jacobo II. als Abgesandter in Spanien geschickt, hielt es be-ständig mit selbigem Könige, und starb als Cammer-Hcrr a».2700. zu St. Germain. Evenemem trugiques a'Angkterre ,p. 96. lmhos gen. Bric. p. 7;.

Howard, (Wilhelmus) ein söhn des unter Henrico VIII. sehrberühmten Thoma Howards, Hcrtzogs von Norfolk. Er ließ nachdem exempel dieses seines vatlers so viel treue und lapferkeit se-hen , daß ihn die Königin Maria zum Gouverneur von Calais ,zum Baron von Effingham, zum Groß-Admiral, und zu ihremobersten Cämmerer machte. Die Königin Elisabeth continuirteihn in dieser letztern charge, die er aber hernach dem Grafen vonSuffex abtrat,da er zu der würde eines geheimen Sicgel-Bewah,rcrs erhoben ward. Nicht lange hernach starb er an. 157;. undhinterließ von seiner gemahlin, Margaretha, einer tochter desRitters Thomä Gamage, Carolum Howard, Grafen von Not­ tingham und Groß-Admiral, von welchem ein absonderlicher ar-ticknl folget. De L.irrey, hist. dAngl. tom.ll. p. 265.

Howard, (Carolus) Graf zu Nottingham undReichs-Admi-ral in Engelland. Sein groß-vatler war Thomas Howard II.Hertzog von Norfolk in Engelland, so an. i;;4. verstorben; seinvatter aber, Wilhelmus Howard, Freyherr zu Effingham, wel-cher ihn mit Margaretha, Thomä Gamage, eines Engelländi-schen Ritters, tochter, an. 156;. erzeuget. Nach seines vatlers ro-de wurde er Baron von Effingham, auch noch bey dessen lebenan. 1570. mit einigen Engellandischen schiffen geschickt, um desKönigs Philippi II. in Spanien braut, Annam, des Kaysers Ma-ximiliani II. tochter in Spanien zu convoyiren. Er insinuirre sichbey der Königin Elisabeth dergestalt, daß sie ihn zum Ritter desHosenbandes machte, auch ihm an seines vatlers statt das amt ei-nes Ober-Camer-Herrn gab,und ihn in den see-affaire» vor vielenandern brauchte. Weil er nun hierinnen eine sonderbare wissen-schafft erlanget, bekam er an. i?8;. auf absterbe» des Reichs-Ad-mirals> Ednardi Olinton, Grasen zu Lincoln, selbige stelle. An.2588. hielt er sieb wider die von Philippo II. wider Engelland aus-geschickte unüberwindliche flotte wohl. An. 1596. wurde er nebstdem Grasen Robert von Esser mit einer flotte in Spanien aus-geschickt, mit welcher er Cadix einnahm. Da er aber wieder zu-rücke kam, wollte man die ehre dem Grafen von Esser alleine zu-schreiben, darüber zwischen ihm und demselben nicht geringe ia-lousic entstund. Als an. 1997. der Graf von Esser mit einer flottewider die Azoriscden insuln ausgelauffen war, blieb er in Engel-land , und wurde inzwischen von der Königin mit des Grafenvon Esser Mißvergnügen den 22. oct. selbigen jahres zum Grasenvon Nottingham , das jähr vorhero aber zum Ober-Richter überdie parcs, Wälder und holtzungen in dem ssider-theile von En-gelland gemacht. Er wurde hieraus zu den wichtigsten affairendes Reichs gezogen, und dirigirte nebst Robert Cecilln und Wal-ther Raleigh fast alles zu Elisabelhä Zeiten alleine. Er war an.2598. unter den 8- Deputirten einer, welche das bündnis mit denvereinigten Niederlanden erneuerten, wurde auch in selbigem jäh-re bey besorgtem Spanischen einfalle zum General - Lieutenantüber die militz zu lande verordnet. An. 1601. half er nebst an-dern den Grafen von Esser ruiniren, beredete auch die Königin,einen Nachfolger zu ernennen, welches der König Iacobus ausSchottland war. Nach deren tode war er der erste mit, welcherdessen partey hielte, und ihm den eyd der treue leistete. Bey des-sen an. lüoz.erfolgter crönung verwaltete er das amt eines Groß-Stewards, wurde auch an. 1609. von selbigem als Gesandternach Svanien geschickt, da Philippus ll. den geschlossenen frie-den mit Engelland in der stadt Valladolid beschwur. In selbi-gem iahre ward er zu Untersuchung des vorgcwesenen pulver-ver-raths gebrauchet, und an. 2609. von seinem bluts-verwandten,Henrico Howard, Grasen von Northampton , bey dem Königeangegeben, als ob er unverantwortliche Vortheile suchte, aber un-schuldig befunden. Er überbrachte an. > 6 1 ?.Churfürst Friedrichenmit seiner gemahlin, der Engelländischen Printzeßin Elisabeth,aus Engelland in Seeland, hatte auch an. >614. mit der stadtLondcn einen harten streit wegen der jurisdiction aufdcr Themse .

Hiftor. Lextcon IV. Theil.

Er wurde auch Gouverneur der provintzen Susser undSnrrey.Unter dem vocivande aber seines hohen alters wurde ibm an.

und George Villers,

^crhoge von^ucklngham, gegeben, jedoch genoß er von dem.* r i ,rtK peujlon. Er starb endlich zu Haiglinq in deri>en L ? i£ ec · un. 1624, Seine erste gemahlin war!*»!. wnniLi Freyherr» zu Hunsdv» tochter, von wel-

Howard, Freyherr zu Effingham, welcher an-" 4n, J 615, gestorben; Elisabeth«, Johan-ns Mordant, Grafen zu Peterborouah, gemahlin; Carolus Ho,ward, sein Nachfolger; Ettsabelha, Henrici Svuthwels gemah.

anfangs Fitzgerald, Grafen zu Kiidare, und her-nach den Freyherr« Henricum Lobham, geehlichet; und Marqa.retha, Richard Levesen, Vice-Admirals in Engelland, gemahlin,gezeuget worden. Seine andere gemahlin, war Margaretha, Ja.cod, Stuarts , Grafen zu Murray, tochter, mit welcher er Jaco.bum, so ,ung verstorben, und Carolum den jünaern, gezeugethat. Imbof. gen. Brit.

* Howard, (Eduardus) der jüngste söhn Thomä, Grafenvon Suffolk , ward durch Vermittelung des Hertzogs von Bu.ckingham, dessen verwandtin er geheurathet, Lord von Escrik,und hatte eine grosse gemalt über diesen Herrn , nach dessentode er sich den absichle» des Hofes zu widersetzen, und es mitden mißvergnügten zu halten anfieng, die ihn zu verschiedenenHandlungen , insonderheit zur Übergebung einer bittschrift umbeforderung des friedens, worüber ihm der König die spiß.ruthen wollte geben lassen, brauchten. Obgleich der Hof nichtmit ihm zufrieden war, so ward er doch an. 1640. zu denUnterhandlungen mit den Schotten zu Rippon ernennet. An.2649. ließ er sich, ob er gleich ein Pair des Reichs war, zu ei-nem mitgliede im Unter-Hause erwehlen, und starb an. 1673.

Clarendon , hiltoire de la rebell. dAnglet. tom. I. II.

* Howard , ( Thomas Philipp) ein söhn Henrici, Grafenvon Norfolk, und Elisabelhä Stewart, ward an. 16,0. gebohren,und in der Catholischen religion erzogen, studirte anfangs inFranckreich, that hernach eine Zeitlang kriegs - dienste in May-land, gieng aber zu Cremona in ein Dominicaner-kloster, warauch zu änderung solches schlusses nicht zu bewegen, sondern setz.te hiernächst seine stubien zu Neapolis fort. Darauf ward er beyder Königin Catharina, Caroli II. gemahlin, Groß-Aimosenier,muste aber, weil das Parlement nicht mit ihm zufrieden war,Engelland verlassen, und begab sich erstlich nach Brüssel , vonda aber nach Antwerpen in ein kloster. An. 167;. ward er Car-dinal, und folgends Arehipresh^ter von St. Maria Maggiore ,auch Protektor von Engelland, und ein Mitglied verschiedenerCongregationen. Er starb an. 2694. zu Rom , allwo er auch be-graben worden. Er besaß gute Neigungen, und eine grosse wis-senschafft in der Theologie, und war in seinem leben unsträf.lich. Ob er sich gleich die ausbreitung der Catholischen reli.gion in Engelland sehr angelegen seyn ließ, so rieth er doch sol,ches allemal nicht mit strenge, sondern nach und nach init ge,lindigkeit zu thun, und war daher gar nicht init dem verfahrender Jesuiten und des Königs Jacobi II. zufrieden; überhauptwünschte er eiferig eine Vereinigung der religionen. Man sagt,nach Alerandri VIII. tode hätte ihn die Französische partey, inder Hoffnung dadurch des Königs Jacobi angelegenhciten zubefördern, auf den Päpstlichen thron zu setzen gesucht, wärenaber von den Spaniern, die ihm seine Unwissenheit in Staats-sachen und liebe zum trunck vorgeworffen, daran gehindert wor,ben. Palatii fasti Cardin, tom. IV. Burnet , hist. des dernie-res revol. Hijt. des Conclaves , app. pag. 259.

* Howard , (William) Lord Escrik, welche würde er nachseines bruders tode erhielt, war der jüngste söhn Eduardi, LordEscrik, und fieng schon zu Cromwels Zeiten an sich bekannt zumachen, da er sich umtaufei» ließ, und in einer Anadapristi,scheu gemeinde in Londen predigte, im übrigen aber sich als eingrosser eiferer vor die Republicanische regiments-verfassung be.zeigte, und allen Unternehmungen des Cromwels widerietzte.Nach dessen tode half er die Wiedereinsetzung des Königs Caro.li ll. befördern, blieb aber seiner natürlichen Unbeständigkeit nachnicht lange mit demselben zufrieden. Daher bot er nachmals,als der krieg zwischen der Crvn Franckreich und den vereinigtenNiederlanden angieng, feine dienste erstlich dem PensionarioWitt, und als dieser selbige nicht verlangte, dem Printzen vollOranien an, dem er eine landung nach Engelland zu thu», unddas volck von der sclaverey zu befceven rieth, auch zu solchemende bereits ein manifest verfertiget hatte. Als nun seine auf.führung dem Englischen Hofe verrathen ward, und derselbe sei-ne dißfalls geführte correspondentz von dem bekannten Wicaue,fort im Haag bekommen hatte, ward Howard an. 2Ü74. in En«gelland in verhafft genommen, erhielt aber bald pardon, theilsweil er versprochen alles zu gestehen, theils weil die General,Staaten droheten, es an Wicqueforl zu ahnden, wenn dieser ihmblos zur Übersetzung gegebenen, und ohne fug ausgelieferte»briefe halber jemanden einiges lend widerführe. An. 2682. warder von einem Jrrländer Fitz-Harris , welcher wegen einceschmäh-schrift gegen die Königliche familie zum tode verurtheiltwar, als der Verfasser derselben angegeben, und darüber in ver-hafft genommen, aber bald wieder auf freyen fuß qestellet.An. 2681. gaben ihm einige Englische Herren, die mit einer än«derung in der regiments.verfassung »mgiengen, von ihrem vor,haben Nachricht, und zu gleicher zeit ließ er sich auch mit eini-gen andern, die einen anschlug auf des Königs und des Her.tzogs von Aorck leben gemacht, ein, worüber er in seinem hause

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