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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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wo er sich versteckt gehabt, gefangen, und nach dem Towr ge-bracht ward. Hierauf gestund er alfofort alles, was man vonihm zu wissen verlangte, und klagte viele vornehme perlonen ,insonderheit den Hertzoq von Monmouth , die Lords Rüsselund Esser, und den Ritter Algernon Sydney, welcher ihm beyseiner grossen armnth mit gelbe ausgeholffen, und an. i68i.an seiner befreyung krässlig gearbeitet hatte, an, daß lie an demletztqedachten unternehmen theil hatten. Alles dieses ward voreine mit dem Hofe angelegte fache angesehen, well man Nach-richt hatte, daß ihm durch dir Hertzogin von PortSmouth gna,de versprochen worden, wenn er auf gedachte Herren deren-pen wurde; daher er nachgehends bey jederman so verhaßt undverachtet war, daß kein mensch mehr mit ihm umgehen woll.

te. Er starb an_Es fehlte ihm nicht an wissenschafft und

verstände, dabey aber war er durch seine armnth zu verwege-nen und schlimmen entschlüssen gebracht worden. Man giebtihm auch schuld, daß er keine religion gehabt. Bumet , mir.des dernieres revolutions. Rapin , hist. tom. IX.

Howard , (Catharina) Königin in Engelland ; siehe Ca-harina.

Howden , eine marckt-stadt von Howden-Wapenlacke, mder östlichen gegenb von Porckshire, wovon das daran liegen-de rerritorium Howdenshire genennet wird.

Howe, (John) ein angesehener Englischer Prediger undTbeolagus , Presbyterianischer partey , Nag. Art. ist gebohrenden 17. may an. i6?o. zu Louqhborough in der provintz Leice.ster, allwo sein vatter Minister war. Er wurde in Jrrland,und hernach währendem einheimischen kriege in Engelland er.zogen, stndirte zu Cambridge und Orford, da er auch das Bac-calaurcat empfangen, wie auch nachgehends das Magisterium,ward Socius im Collegio Magdalena, und darauf noch sehrjung Minister zu Torrington. Er verrichtete sein Predig-amtbeyCromwel mit grossem Widerwillen, jedoch bediente er sichdesselben zu beförderung der religion und guter künste, wie auchzum Vortheil vieler selbst von der widrigen partey, deswegen,hn D. Wilkins und andere ansehnliche männer sehr lieb ge.Wonnen. An. 1662. legte er sein amt ab, weil er nicht tust hat-te zu conformiren, und zog zu Lord Massarene in Jrrland, da erfür eine zeit, wie auch nachwärts in Engelland, die freyheit zupredigen erlangt. Bey angehendem stürm wider die Presbyte-rianer, verließ er Engelland , und kam erstlich in Teutschland,und darauf nach Utrecht , allwo er vielen berühmten männernlieb und werth war, auch öfters Königs Wilhelmi, und damali-gen Printzens von Orayien, conversation zu gcniessen die ehrehatte, und bey demselbigen lebenslang in besondern ästimenstund. Sein tod erfolgte den 2. apr. an. 1705. Er war ein mannvon grosser gelehrsamkeit in der Theologie und Philosophie, son-derlich aber in Metaphysicis ; neben dem von ungemeiner Pene-tration und scharfsinnigkeit, daher er abstruse Materien mit gros-ser lust untersuchte, und ob er gleich der Puritaner meynungbeygepflichtet, hielt er doch von gelehrten und frommen Episco-panten sehr viel. Er bemühete sich insonderheit die Haupt-wahr-heiten und prackischen Materien deü Christenthums fleißig zu mi-lersuchen und einzuschärfen. Von seinen schriften, welche theils inallerhand predigten, theils in subtilen differtationen, betreffenddie H. Dreyeinigkeit, die Vorsehung GOttes, rc. theils in practi-schen discursen bestehen, sind sonderlich berühmt : The Li-ving Temple of God , der lebendige Tempel GOttes , inzwey theilen begriffen, in welchem er neben anderm Spino-sam und andere seines gleichen gründlich widerleget, und diefundamente der religion erweiset; Delightmg in God , Freudein GOtt ; Bleffedness of the Righteons, Glückseligkeit desGerechten , rc. Ex ejus fcripds & vita per Calamy. *

* Howel , (Jacob) ward in der Englischen provintz Caer-mardhinshwe ums jähr 1594. gebohren. Nachdem er drey jährlang sich auf reisen ausgehalten, ward er an. 1612. nach Spa­ nien geschickt, ein Englisches schiff zu reclamiren, worauf ernach seiner zurückkunfl als Secretarius mit dem Englischen Ab-gesandten nach Dänemarck greng. Weil er aber bey seinerWiederkunft keine gewisse station und viele schulden hatte, wur,de er von der Admiralität in den schuld-thurn gesetzt; da ersich denn eine geraume zeit mit bücher-schreiden fortbrachte.Er hat deren bey die ?o. grosse und kleine hinterlassen; unterdenen sein Mercurius Hybernicus ; Bella Scotico-Anglica ;Londinopolis; Lexicon Tetraglotton, zu Lvnden 1660. m fol.gedruckt, zu mercken , die übrigen aber nicht alle gleich gutausgearbeitet sind. Am meisten sind seine Familiär Lettres be-kannt , und weil der author eine feine belesenheit, auch mun.tere schreib-art darinnen angebracht, sehr oft gedruckt worden.Nach der Wiedereinsetzung Königs Caroli II. ward er zu dessenobersten Historiographo ernennet, und starb endlich an. 1666.im 72. jähre seines altcrs. Witte , diar. Wood. Le Laug,bibl. bist.

Howora, ein Gräfliches geschlechl, welches in dem V. socu-lo aus Sclavonien in Böhmen gekommen. Zu ansang des XI.s-eeuli war einer bey dem Hertzoge Jaromiro Jägermeister,und errettete sowol denselben, als sich selbst aus der mörder Han-den , weswegen ihn der Kayser Hcnricus II. mit einem beson-dern wapen, darinnen zwey schwartze äste, jeder von sechs za-cken, creutz-weise übereinander geschrenckt, in güldenem selbezu sehen, beliebe, und zum ersten Herrn in Böhmen oder den

nächsten nach dem Hertzoge erklärte. Gesa Howvrez war beydem Hertzoge Sobieslao geheimer Rath, und hatte z. söhne,welche sich in z. haupt-linien vertheilet, und sich nach ihrenresidcntz-.schlössern benennet haben. Der älteste, Zdislav, Herrzu der Leipe, ward ein stamm-vatter des Leipischen Hauses; derandere, Jaroslaw, Herr zu Ronnov, ward ein Anherr des Gra-fen von Ronnov; der dritte, Smilo , Herr zu Lichtendurg,stiftete die Lichlenburgische linie. Von den beyden erster» hatman absonderliche artickul nachzuschlagen ; die letztere aber,so von dem schlösse Lichtenburg, welches die Hußiten zerstö-ret, den nahmen erhalten, ist gegen ausgang des XVI. secu-li ausgegangen, und deren wapen sowol als der titul an dieGrafen von Nachod gekommen. Nachdem auch König Johan-nes in Böhmen an. izzy. Heinrich, Herrn zu der Leipe, aufseine descendenten und fucceslive aus die von dem hause Howv-ra herstammende erben das oberste Erb-Marschall-amt in Böh­ men verliehen, und in folgenden zelten einiger streit sich des-wegen unter den geschlechts-verwanbten ereignet,so haben in demXVII. feculo nicht nur die Herren zu der Leipe und die Gra-fen von Ronnov, sondern auch die Herren von Bercka, alswelche mit einander gleichen Ursprung haben, den geschlechis-nahmen Howora wieder angenommen. Petr. Beckl. bist. Ho.vorr. P. I. II. Baibini tab. stemmatogr. P. II.

Howson , ( Johannes) war zuerst Bischofs zu Oxford ,und hernach zu Durham . Er ist wegen des duches, worinnener zeiget, in welchem falle eine ehescheidung rechtmäßig gcsche,hen könne, wie auch wegen seinen predigten lvider den kirchen-raub und wider des Papsts supremat, bekannt, die ihm derKönig Jacvbus I. zu verfertigen auferlegt, um sich von der be,züchligung, als ob er der Cärholischen religion favorisirte, loSzu machen. Er starb an. 16; 1.

Hoy, (Andreas) ein gelehrter Niederländer, gebohren zuBrügges , ward Königl. Professor der Griechischen spräche zuDouay, und starb zu ansang des XVII. feculi, mehr als 8°.jähr all. Er war ein guter Lateinischer Poet, und schrieb Tra.gödien über biblische Historien , Elegien , eine poetische Para-phralin über den Propheten Ezechiel und anders mehr, so vonden Gelehrten wohl aufgenommen worden. Er hat es Catul-lo ziemlich glücklich nachgemacht; sein stylus ist correct, undhält zwischen dem hohen und niedern die mittel-strasse. Er ließauch zu Verfertigung einer Griechischen grammatic vier Dif-sertadones drucken, da er in der ersten handelt von den ursa,chen der corruplion dieser spräche, in der andern von ihren dia-lectis, in der dritten findet sich etwas über die EXX. Doll-melscher, und in der letzte,» zeiget er, welches die beste artder Griechischen aussprache sey ; neben diesem hat er aus demGriechischen übersetzt, und mit notis versehen Gra:corum Ho-rologium , Menologium und Euchologium minus , endlichhat er eine Historiam facro-profanam angefangen, welche erstnach seinem tobe das licht erblicket. Append. to the Engt. A/0-rery. Vater. Andr, biblioth. Belg. Aub. Mira. Pars alt.bibl. eccles. *

Hoya, ein schloß, flecken und Grafschafft in Westphalen ander Weser, zwischen Minden und Bremen . Das schloß, so viermeilen oberhalb Bremen an der Weser liegt, und von einemarm dieses flusses , die alte Weser genannt, umschlossen wird,soll an. 1071. von Hoyone, Edlen Herrn zu Polleburq undMemmeburg, erbauet worden seyn, welcher von den Rüstrin-gcr Friesen vertrieben worden, und sich von Graf Wilhelm zuBrunshausen diesen ort ausgebaten, welches aber nicht wohlseyn kan, weil schon über 200. jähr vorher der Grasen vonHoya gedacht wird. Um das jähr 129?. ist das schloß neu gc-bauet, und vielleicht von der lmcken seile der Weser, wo nochein platz die alle Hoya genennet wird, auf die rechte gesetztworden. Es hat dieses schloß starcke mauren, und wird über

dem, wie gedacht, von der Weser umschlossen. Der dabey lie-gende flecken ist nach der länge an beyden ufern der Weser er-bauet, mit bürger-recht versehen, und hat sich wegen des srucht-daren bodens und bequemlichkeit zur schiff-fahrt vor dem dreißig,jährigsn kriege,ziemlich wohl befunden, m demselben aber, son-derlich an. 1S22. und 1626. ist er übel mitgenommen worden.Zetieri topogr. Brunsuic. p. seq.

Die Grafschafft Hoya begreift nun einen ziemlichen strichlandes zwischen dem Bremischen, Lüneburgischen, Mindischenund Diepholt, welcher meistens fruchtbar, ausser der grossenivülinger-heyde. Die Grafen, von denen sofort, haben nachadgang vieler adelichcn geschlechler, die sonst hier gewöhnet,dieses ansehnliche land an sich gebracht. Nachdem diese gestor,

den, ist das land also getheilet worden, daß Pas vornehmste»alS Hoya , Nienburg , Liebenau und Sloltzenau an die Hertzogezu Braunschwelg und Lüneburg , als Lchens-Herren; Ucht undFreudenberg aber an den Landarasen von Hessen - Cassel siel.Der Graf von Oldenburg muste wegen der halben GrafschafftBruchhausen oder des Amts Harpstätt, Braunschweig - Lüne,durglfcher lehens-mann werben.

Was nun die Grafen von Hoya betrift, wird derc-n schonvor an. 8ro. gedacht, und rechnen sie einige unter die zahl dergeschlechler, aus denen die Sachsen ihre 12. Vierherren erweh-let. Als an. 92;. die Hunnen bis ins Stift Bremen streiften,widersetzte sich selbigen ein Graf von Hoya nebst einem von Al-vensledcn. Waltherus, Graf von Hoya , war bey dem KavserHenrico I. Stallmeister , wurde aber in der schlawr bey

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