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Carolum Franciscum, Kavserlichen Cämmerer undReichs-Hof-Rath, so sich mit Maria Gadrielis de Caretto , Ottoiiis Hen-rici, Marquis de Grana jüngsten tochter, verheurathet , undden 18. jan. a». 1706. gestorben. Ludovicus Ernestus, Grafvon Hvyos , Kayserlicher Cämmerer , wurde unter dem KayserLeopolds Hof-Cammer-Rath, welche stelle er auch unter denKayfern Josephs und Carolo Vl. bekleidet. Er pflegte sich meh»rentheils aufseiner HerrschafflFroschdorff, unweit Wienerisch-Neustadt, woselbst er einen vortreflichen garten angelegt hak,aufzuhalten , ist aber aiz. 1718. imjunio gestorben. Maria Su-sann« war Hof-Dame bey der Kayserin Ämalia, starb aber den4. nov. an. 1714. im 27. jähre ihres alters. Kbevenhüüeri an-nal. Fetd. P. 1. Speneri hist. insign, Imhof. N. P. in mantiisa.
Hozier , ( Petrus ) ein Edelmann, gebürtig auS Provence .Sein vatter war Stephanus Hozier, Capital» und Bürgerinei-ster der stadt Salon in Provence . Er war Königlicher Rath,Richter und Ober-Aufseher über die Französischen wapen , auchwegen seiner gelehrsamkeit und unvergleichlichen gedächtnissesberühmt, als welches so groß war, daß er in die 50. jähr stu-dirte, und niemals das geringste von allem, was er gelernet,vergaß. Indessen wird ihm von Boileau und andern schuld ge-geben , daß er bisweilen denjenigen, welche sich eine alte ade.jiche Herkunft zuzuschreiben lust harten, sehr leicht zu willen wor.den sey. Er starb zu Paris den letzten nov. an. 1660. und hin-terließ von Jolanta Margaretha Cenini zwey söhne, Ludwigund Carl», welche dem vatter in seiner würde nachgefolgel.
Chorier , armorial de Dauphine. *
Hrabanus , ( Maurus Magnentius ) Ertz - Bischoff vonMayntz, einer von den berühmtesten scribenten des IX. feculi,war ein guter Philolophus, Poet und Theologe. Diejenigenirren, welche an statt Maurus, Mayrus oder gar Mayer schrei,den, indem nicht zu läuqnen, unser Hrabanus habe nach derdamaligen zeit gewohnheit aus grosser devvtion gegen den H.Maurum ihm seldsten diesen nahmen beygelegt. An. 810. wur-de er ssestvr der schule , und an. 822. Abt in dem kloster zuFulda , worein er gethan worden, da er noch sehr jung gewe-sen , und eS nachmals durch seine grosse gcschrcklrchkeit in gargrossen ruf gebracht. Er wußte sich zur zeit der unglückseli.gen spaltung zwischen Ludovico Pio und dessen kindern so weis.lich aufzuführen, daß er beyder parteycn gunst behielt, und siewiederum mit einander versöhnen half. Er ließ ein trost-schrei-ben an Lubovicum, welcher ungerechter weise abgesetzt wordenwar, abgehen, und gab hernach einen tractat von dem schuldi-gen respecl der kinder gegen ihre eitern, und der Unterthanen ge-gen ihre Ober-Herren heraus. Nachdem er sein odbemeldtesamt niedergelegt hatte, um desto ungehinderter dem studiren ab-zuwarten , und einigen von de» vrdens-drüdern seines klosterseinen gefallen zu erweisen, begab er sich auf den St. Peters-berg, erdanete daselbst eine kirche, und wandte seine gantze zeitauf geistliche Übungen, und auf das studiern der H. Schrift.Als der König von Teutschland, Ludovicus, nach Ratesdorffkam , welches eine von Fulda dependirende Priorey ist, ließ erHradanum zu sich ruffen, und zeigte ihm sein verlangen nacheiner erklärung des Hohen Liedes Salomonis, welches in derwetten gesungen werden sollte. Hierauf machte er sich alfofortüber solche arbeit, und schickte sie hernach, da sie fertig, bemeld-tem Herrn zu. Desgleichen dedicrrte er ihm auch zu eben der.selbigen zeit einen Gommenrarium über den Propheten Daniel;verfertigte einen tractat von dem Anschauen GOkles, nebst ei-nem difcurs von der Reinigkeit des Hertzens, und schrieb überdlß auch ein weitläuftig werck , de Univerfo, oder Etymolo-giarum Opus. Nachdem Ludovicus Germanicus vernommen,daß er dieses werck heraus gegeben, sprach er ihn darum an ;worauf ihm Hrabanus eine abschrift davon zuschickte, nebst ei-nem briese, welcher zeiget, daß demeldter Herr gelehrte leserum sich gehabt, welche ihm dann und wann aus solchen bü.chern, die er zu seiner gemükhs-ergötzung dienlich erachtet, et-was vorlesen müssen. Eben dergleichen bediente hatte auch Kay-ser Lolharius um sich, wie gleichfalls aus einem send-schreibcnHrabani erhellet, welches im anfange seiner predigten über dieEpisteln und Evangelien, so er aufdes gedachten Herrn befehl ge-schrieben , zu finden ist. Nachdem der Ertz-Bischoff Orgar an.847. dieses zeitliche gesegnet hakte, erwchlle ihn das Capitul zuMayntz an dessen stelle. Sie zogen ihn gleichsam mit gemalt ausfeiner einsamkeit, ungeachtet er durch einige Unpäßlichkeit sehrgcschwächet worden war, und brachten ihn vor den König Lu-dovicum, welcher in diese wähl willigte. Hierauf wurde er indes Kavfers gegenwart, gegen ausgang des junii in der Dom-kirche zu Mayntz eingewevhet. Drey monat hernach hielt er inder Abley zu St. Alban zu Mayntz, auf Ludovici befehl, einLoncilium; und im folgenden jähre noch eines , allwo Gode-schalci meynung verdammt wurde. Er zog selbst im lande her-um , GOrtes wort zu predigen, und das volck zu unterrichten.Die in dem Mayntzischen gebiethe an. 8$°- entstandene grossehungers-nvth gab ihm geleaenheit, seine liebe an den tag zu le-gen ; denn er begab sich auf ein dorfm selbiger Dioeces , Win-sel genannt, und sveisele daselbst täglich über joo. arme leuthe,ausser denen , die täglich von seiner lafel assen. Zwey ,ahr her-nach hielt er, aufLudvvici Germanist befehl, übermal ein Lon-cilium zu Mayntz, welchem die Aedte aus den östlichen gegendenvon Franckreich, auS Bayern und Sachsen devwohneten. Aufdiesem Concilio wurden einige fragen über gewisse krrchen-sachen
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5üli^ 1C x en ' EAch 6nd die daselbst gemachte schlösse nicht mehrSchanden. Obgedachte Gommencarii über die Schrift warenE, als blosse ertracte oder anszüge aus den schrif,ec tMA der damaligen ssheologorum gewohnheit.haben unterschiedliche ebitionen von sei«® eot 3tus Calvoneriuü, Cantzler der Universität zuße an. 1627. j„ sechs volumina in fol. zusammen ge«
" drucken lassen. Im ansang findet man Hra«von desselben schnler Radolvho ge-Desgleichen hat auch Trithemius denselbigenÄ^hvieben, welcher gleichfalls an bemeldtem^ sind nachmals noch einige andere schrif-
Hvabam heraus gekommen / die in besagter collectiv»Nicht zu finden ; nemlich Poemaca qu^dam bey dem Baluzio,wm. I V. Mseellan. de Prsdestinatione Dei, Epist. III. und an«fcece. Unter seinen noch nicht gedruckten schriftm ist das in derKayserUchen bidliotheck zu Wien befindliche Glossarium Latino-I heotucum seu Franciscum Über die Bibel nicht zu vergessen.Stgebert. c. 89 · de rir. illustr. Houtr. Augujiaduv. üb. IV. deLumin. eccles. c. 4. Wion , de vir. illustr. ordin. S. Benedict.Strar. rer. Mogunt. lib. IV. Brovcerus , antiq. Fuld. &c. CaveHradeck, eine Freyherrliche familie in Böhmen , derenstamm-haus das stadtlein Hradeck im Präger-kreise gelegen ist.Premislaus von Hradeck befand sich unter denjenigen vom Adel,welche sich an. i z iy. in einem treffen tapfer verhalten, und da.hero von ihrem Könige zu Rittern geschlagen worden; Habar-tus Lovota von Hradeck wird unter diejenigen Land-Stände ge.zchlet, welche an. 1440. nach AlbcrtiKönjgS in Böhmen tobedie Verwaltung des Reichs besorget, und einen land-frieden auf.gerichtet. Henricus de Hradeck ist im XV. seculo Decanus zuPrag gewesen. Wentzel Ernst Marquard auf Wernsdorff flo-rirte an. 1716. als Kayserlicher Rath, Unter-Land-Cämmerer,Statthalter, und des grösser» Land-Raths Beysitzer in Böhmen ,wiewol einige dessen nahmen Marquard für den gescklechls«nah,wen halten.
-Hradeck, siehe Wunscheiberg.
t roby, flehe Closter-Grab.r;an von Harras, eine Gräfliche familie in Böhmen ,welche mit dem Hertzoge Czecho dahin gekommen, und in derBöhmischen unruhe dem Könige Ferdinando II. getreu verblie-ben. Vor alters führete sie den beynahmen Hvmukiz; im-XVI.feculo aber hat sie angefangen sich von Harras oder Harrasso(sonder zweifel von einem schlösse und sitze dieses nahmens) bey,zuncnnen. Johann Adam war an. 1670. Kayserlicher Rath, 4Cämmerer , Königlicher Statthalter und Ober-Land-Jägermei- mster in Böhmen , und ward zuerst aus dem Freyherrlichen inden Gräflichen stand erhoben. Er besaß die Herrschafften Ro»tenhaus, Eitlitz und Platten, und hatte unterschiedene söhne,von welchen Slgismundus Valentin, der die Herrschafften Ro«tenhaus, Etlitz rc. nahe an Meissen gelegen, an. 1707. für900000. gülden an einen Fürsten von Lichtenstein verkauffct,noch an. 1718. als Kayserlicher geheimer Rath, Cammer,Herr, Cammer - Präsident und Statthalter in Böhmen , zuPrag gelebet, und mit unterschiedlichen männlichen erben sei-nen stamm fortgesetzet; von den übrigen söhnen sind ihrer zweyunbeerbt verstorben; der vierte aber, Franciscus Leopoldus,Kayserlicher Cammer-Herr, hat Milessow im Lentmeritzer-kreisenach abgang einer brancbe der Grafen von Kapliers zu Miles-sow per adoptionem erhalten, zugleich den nahmen von Ka-pliers angenommen, und jelbigen durch seine drey männlicheerben fortgesetzet. Weingartens Fürsten-spiegel, P. I. p.209.Paprozki , in Diadocho fol. 182. bulbim tab. stemm.
Huart, (Johannes) ein Spanischer Medicus, der um dasjähr I?8o. gelebt, und 8crutinium Animorum geschrieben, wel-ches Aescasius Major in das Lateinische übersetzt, und von denGelehrten hoch gehalten wird. Pojjevin. bibl. feiest, lib. L denat. ingen. jEscaf. Mai. pries, ad Huart. Nie. Antan. bibl.Hiip. tom. I. Baiüet, jugem. des Savans surles crit. hist.
* Hubert, (Matthäus) ein berühmter Französischer Pre-diger , gebohren zu Chatillon im Hertzogthum Maine, studirteunter dem berühmten Julio Mascaron, der hernach Bischoff zuAgen wurde, zu Mans in dem Lollegio der starrum Oratorii,trat an. i66r. im 21. jähre seines alters in den orden dersel-ben , lehrte nach diesem die Humaniora, predigte in den pro»vintzcn, zu Paris und bey Lose, wies überall eine grosse demuth,und starb zu Paris im Hause St. Honorati an. 1717. den 22.mertz. Seine bermons sind zu Paris an. 172z. in sechs vol.in i2. heraus gekommen, darin» man nicht weniger den nach,druck der Vernunft - schlüsse als die edlen ausbrückungen hoch
hält. Journal des Savans.
* Hubert , (Stephanus) von Orleans gebürtig, war Me-dicus bey dem Könige in Franckreich , und folgete Arnolphode l'Jsle in der Profession der Arabischen spräche auf derUniversität zu Paris um das jähr 1600. Jsaacus Casaubo«nus redt mit vieler Hochachtung von ihm , und erkennet, daßer diesem Huberto, sonderlich in dem Arabischen, sehr vieles zuverdancken habe. Als er seine desoldunq von den Schatzmei-stern zu Paris nicht erlangen konnte, ward er genöthiget auSMangel Unterhalts die Universität und Paris zu verlassen. Jo,sephns Scaliger meldet in einem seiner briese» die er an.160z, an ihn geschrieben hat, daß er gewünschet hätte, daß
Hubert