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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Hubert seine reise nach Holland genommen, und sich daselbstniedergelassen hätte, so wurde er getrachtet haben , ihn, eineProfession zu verschaffen. Thomas Erpenius giebt Huberto INseiner Arabischen grammatic auch die ehre, daß er das meiste, soihm zu dieser Verfertigung nöthig gewesen, Huberto zu verdan-cken habe. Colomesii Gallia Orientaiis , pag. 146. & 147.

Hubertinus, ein Minorit ^ gebürtig von Casal, welcherum daS jähr 1315. berühmt gewesen. Als damals bev den Fran-ciscanern die cvntroverS getrieben wurde, ob Christus und dieApostel was eigenes besessen ober nicht, und daraus ein gefähr-liches fchifma entstünde zwischen den sogenannten Spiritnalibns,welche dafür hielten, Christus habe weder etwas eigenes, nochIN gemeinschasst besessen , UNd den Fraterculis de Communitate,. welche sagten, Christus und die Apostel hätten zwar nichts eige-nes , aber wol in gemeinschafft besessen, warf er sich zum Hauptder Spiritualium auf, und führete ihre fache gar ernstlich, bis stefdlche durch des Papsts an. iji2. erfolgten ausspruch verlohren.Er hielte hierauf bey dem Papst an, daß ihm nebst seinem an«hang allein zu leben möchte vergönnet werden, konnte aber sol.ches nicht erhalten» dannenhero er neue Händel anfieng. Alser aber daraus viel uuruhe vermuthete, verlangte er, daß ihmmöchte vergönnet werden, den Franciscaner-orden zu verlassen,und ein Benedictiner zu werden , welches er auch erhielte, undwurde ihm das klvstcr Gemblours in Brabant angewiesen, da,hin er gehen sollte. Endlich soll er sich zu den Carthausern ge-wandt haben. Man hat Refponlionem eirea Quieltionem dePaupertate Christi & Apostolorum ; Arborem Vita; crucisixa ;Opus de feptem Statibus Eccleii*. Auch wollen einige dafür hal-ten,daß er die ersten bücher de Imitatione Christi verfertiget. Tri-tbemius , in catal. script. Petrejus , in bibl. Carthus. Wadin .pus , in an. Minor. tom. III. Cave , bist. littet, app. p. 12.

* ^ubertsMurg , ein neu und vortreflich gebautes lust-fchloß nebst einem jagd-hause und garten im Leipziger - kreise,zwischen Würben und Oschatz in Sachsen , welches Jhro Ma-jestät der Konig in Polen Angiistus III. erbauen lassen,und wird wegen des daselbst gemeiniglich gefeyerten Huberts-festes also benennet; der dabey gelegene flecken heisset Werns-dorff.

* -Kuberts-Fest, ist das fest des allgemeinen Jagd-Patrons,Huberti. Da soll ein jeder rechtschaffener jäger sich auf diejagd begeben; es wäre denn, daß er durch eis, falte, oder ei-nen starcken platz-regen davon abgehalten würde; doch sollendie freunde von der jägerey an diesem besondern feyerlichen

»tage keinen um sich leiden , welcher wider die jagd-regeln daswild muthwillig verderbet. Wenn nun bey diesem fest einefrauens-person erscheinet, und solche jagd-freude mit gemessenwill, so soll sie gestiefelt und gesporret, auch also gekleidet seyn,daß ihre kleidung wenig oder gar nicht von der männlichenunterschieden. Sie soll auch ihr pftrd auf eben die art als ei-ne manns-person reuten, und alles auf ihren befehl und an-vrdnung ankommen. Wenn nun einem jeden seine Verrich-tung zugetheilet, soll man in aller frühe entweder mit denHunden zu holtze oder zu felde ziehen, nachmittags aber diefalcken in die luft lassen, damit die jäger sowol mit den Hun-den als vögeln ihre freube haben mögen. Wenn nun der grö-ste theil des tages auf solche art zugebracht; so sollen die jä-ger wieder auf einem dazu bestellten platze zusammen kommen,und ein jeder berichten, was er ausgerichtet, auch sowol seineglückliche als unglückliche zufalle erzehlen, und man sich sobennm dem nächsten dem besten jagd-hause lustig machen.

St. 6uherts-oder Huberti-Orden, ist von Gerardo,Hertzoge von Jülich und Bergen, im XV. foculo gestiftet wor-den , nachdem er an. 1444. den z. nov. an dem tage Huberti wi-der Arnoldum von Egmont einen ansehnlichen sieg erhalten.Er wird auch der orden von Horn genennet, weil die Rit-ter ein Halsband von läger-hörnern getragen, an welchem dasbild des H. Huberti gehangen. Nachdem derselbe nach undnach in abgang gerathen, hat ihn Johannes Wilhelmus , Chur-fürst zu Psaltz»an. 1709. wiederum erneuert, und den titul ei-hes Großmeisters angenommen. Er bestehet in Fürstlichen Per-sonen , deren anzahl unumschräncket ist , und in 12. Rittern,Gräflichen und Freyherrlichen standes , sodenn einem Cantzler,Nice-Cantzler , Secretario , Schatzmeister, Herolde und Garde-Robe. Die darzu gewiedmete ämter in der Ober-Pfaltz wur-den zu Commendereyen gemacht, und bekam ein jeder Ritter,ausser den Fürstlichen, eine davon. Das ordens-zeichen beste-het aus 42. zierlich an einander hangenden platten , deren 21.etwas breiter als länger sind, und einem mit dem Hintern leibemir etwas weniges, und zwischen den geweyhen vor einemhinterwärts hervor scheinenden kleinen berglei» ein crucifir tra-genden Hirsch, bey dessen brüst aber einen kleinen Hund unddes H. Huberti kniendes bilbnis, zu dessen rechten feite aberdessen knecht, so ein halb hervor stehendes pferd mit den stan-

! >en hält, repräsentiren. Diese sind mit 21. andern etwasänger als breiten goldenen platten, deren eilfroth und zehengrün gefärbet sind, vermenget, darauf ein zug in Gothischenbuchstaben den ordens-spruch erprimiret: In traue vast, dasist, in der treu beständig, unten an diese,n zeichen hänget eingöldenes emaillirtes creutz, dessen eine feite den Hirsch mit demcrucifir , Hunde, bildnisse des H. Huberti, knechte und pferde,Wir auch den platten vorstellet, die andern aber den Reichs-

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apfel mit dem creutze in form einer Welt-kugel samt dem sprmche: In memoriam recuperatae dignitatis avitae. Es Nlird aberdieses grosse ordens-zeichen nur an gewissen fest-tagen getragenAusser denselben haben die Ritter auf ihren röcken und mämteln aus der lincken brüst einen silbernen mit gold vermischtenund gestickten stern , in dessen mitte stehet der zug und die ge-wöhnliche devise: In traue vast ; auf der rechten feite aber einan einem rothen vier finger breiten mit grün eingefaßten bän-de Hangendes auf einer feite den Hirsch, samt dem crucifir undHunde, und auf der andern feite den Reichs-apfel exhibirenkesmit weissen , göldenen und grünen färben emaillirtes göldencscreutz. Die Pflicht der Ritter bestehet hauptsächlich darin»,i.) dem Churfürsten treu und hold , 2.) gegen die armen barm-hertzig zu seyn, wie denn ein jeder Ritter bey seiner receplionhundert ducaten vor die armen an den Schatzmeister bezah-len muß. Sie werden capitulariter durch die meiste stimme»erwehlct, ausser dem Statthalter und dem Cantzler, welcheunmittelbar von dem Churfürsten gcsetzet werden. Unfchul,dige Nachrichten, i?n. ordn. III. n. 7. p. jss. feg. Beck-manm access. bist. Anhalt, p. ;6y. feg.

Aubertus, Blschoff von Mastricht und Lüttich , war Ber,trandi, Hertzogs von Aqnitanien, söhn. Nachdem er zu seinemalter gekommen war, schickten ihn seine freunde zu dem KönigTheodorico, welcher an. 6go. zu regieren anfieng. Er wurdedaselbst bald Hofmeister, weil er aber sich mit dem Ebroino, wel-cher der vornehmste Staats - Minister war, nicht vertragenkonnte, wandte er sich zu Pipino Heristallo, welcher zur zeitGouverneur in Austrasien war. Dieser Pipinus führte ihmdamals eine Person von grossen qualitäten, nahmens Flori-baue, zu , mit welcher er einen söhn , nahmens Flvriber-tus, zeuqete, der ihm hernach in dem Bißthum Lüttich folgeke.Die grosse lust, so er am lagen hatte, um welches willen er öftersde» gottesdienst versäumete,gab zu seiner bekehrung anlas, wie dieHistorie meldet. Denn es erschien ihm ein Hirsch, welcher zwi,scheu feinen Hörnern ein crucifir hatte, und dabey hörcte er einestimme, die ihm die ewige Verdammnis ankündigte, wofern ersich nicht bekehren würde. Dieses geschahe in dem Ardenner-walde, oder, wie andere sagen, nahe bey dem fluß Seine, da ernoch zu Hofe lebete. Darauf faßte er gleich den schluß, einGeistlicher zu werden, und gieng nach Röm, woselbst ihn PapstSergius I. nach Lamberti tode zum Blschoff von Mastrichtmachte. Die grosse ehrerbietigkeit, die cr gegen Lambertumseinen vorfahren trug , so zu Lüttich begraben war, verursa«chete, daß er seinen Bischöfflichen sitz in diesen damaligen klei-nen flecken versetzte, welcher nach der zeit eine von den mächtig-sten. städten in Nieder- Teutschland worden ist. Bemeldtersitzwar ehemals von Tongern nach Mastricht gekommen, von ban-nen ihn nunmehr»-Hüdertus nach Lüttich brachte, welcher sol,chen ort anfieng mit neuen gedäuden zu erwettern, den Bischöff.liehen sitz mit dessen nahmen belegte, und zum Bischöfflichensieget des H. Lamberti bildnis verordnete, mit dieser Überschrift:Sancta Legio Romans Eccleiis Filia , das ist, das heiligeLüttich , der Römischen kirche tochter. Dannenhero ha-ben ihn einige den stifter und ersten Blschoff von Lüttich ge-nannt , ob er wol eigentlich der dreißigste Blschoff von Tongern und Mastricht war. Er starb an. 727. oder, wie andere sagen,an. 7;o. und ungefehr 100. jähr nach seinem tobe wurde aufVerordnung eines zu Aachen gehaltenen Conciüi sein leichnamin ein berühmt Benedictiner-kloster in dem Ardenner-walde,sonst Arduiner genannt, gebracht, welcher ort nach der zeitimmerfort den nahmen St. Hubert gesühret hat. Dahin wer-den alle diejenigen gebracht, welche von rasenden Hunden oderandern unsinnigen thieren gebissen worden, da man dann ihrestirne ein wenig aufschneidet, und ein klein stücklein von des ge-dachten heiligen Prälaten amts^kleide darein leget, wovon siehernach wieder curirt werden sollen. An. Franc. Thiers, traitcdes fuperstitions. CbappaviUai script. vet. rerum Leodicnlium.

-Zubertus de Burgo, war des Königs in Engelland , Jo.hanms , Cammer - Herr und oberster Richter in Enqellanv,welcher in der Engelländischen chronick deswegen berühmt ist,weil er in dem XIII. fsculo das tastest Dover wider des Kö-nigs in Franckreich Ludovici söhn tapfer deftndiret, und nochdazu in einem see-treffen einige demselben zu hülffe geschicktettoupven erleget hat.

* 'Aubcrtus , (Leonhardus) ein Teutscher Carmeliter -Mönch und Professor Theologis zu Paris , nachmals Blschoffzu Darien und Inquisitor Fidei. Er schrieb gegen an. 1490.verschiedene tractate, und unter anderm eine Genealogiam deradelichen Französischen geschlechter, wie auch einen Conimeii-tarium über das Evangelium Lucä; einen tractat de Immuni.natibus Ecclesiasticis; ein buch Wider die ketzer von Nivclle;ein Fasten-buch rc. Gejner. biblioth. VoJJius , de Historicis La-tinis lib. III. c. 6. &c. Du Pin , foc. XV.

* Aubertus, Ertz-Bifthoff zu Canterburn, welcher den Kö-nig Johannem den 25. may an. 1,99. zu Westmünster gccrö,net hat; die rede, die er bey dieser gelegcnhcit an die Grossendes Reichs und an das vvlck gethan, hat was sonderliches,und scheinet er darinn angedeutet zu haben, daß Enqelland,ein Wahl-Königreich sey, wenn er gesagt : L 7 icmand kaudie Eröne über dieses Roniqreich bettebren, wenn ernicht nach einer demüthigen anruffuncz des H. Geistes

wegen