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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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lobe Professor Juris. Er wurde zwar auf die Akademie zu Lei.den beruffen, allein er schlug es ab , und die FricylandtschenStaaten vergrösscrten seine einkünfte und ehren-stellen, daß erProfessor Juris publici und ein glied des 8enatüs soprerne kri-liorum Kurie ward. Von der Universität nahm man ihn indas Frießiändische Ober - Gerichte zu Leuwarden. Von darschickte man ihn nach verlauf dreyer jähre wieder auf die Univer-sität , daß er daselbst mit dem titul eines Ex-Senatoris von pu-blicis lectionibus frey leben könnte; deswegen beehrte man ihnauch mit einer jährlichen sehr ansehnlichen pension , und gabjhm nach dem Rectore den rang über andere. Er starb im nov.an. 1694. und hinterließ drey söhne, worunter sich Zacharias son-derlich bekannt gemacht. Er hatte verschiedene streitigkeiten ,als mit den Predigern zu Franecker, denn da selbige das Fran-zösische tantzen lernen beeiferten, schrieb er darwider , und be-mühcte sich , zu beweisen, daß den 8rucliof>s Juris nicht nur ver-gönnet, sondern auf gewisse art nöthig sey, tantzen zu lernen,damit sie ihren leib wohl zu stellen wußten. Insonderheit aberhatte er mit Iacobo Perizonio, als welcher ihn vieler irrthum-mer beschuldigen wollte, grosse streitigkeiten. Seine schristensind : De Jure Civitacis ; Digreffiones Justinianee ; Prelectio-nes ad Institutiones; Pofitiones Juris ; Auspicia, DomesticaExcrcitationum; Vindicie Juris Amelandici; JurisprudentiaFrisica ; Jurisprudentia Hodierna; Specimen Philosophie Ki-vilis; de Concursu Radonis & Scripture ; Institutiones Histo-rie Civilis ; Eunomia Romana; de genuina iEtate Assyrio-rum. Vitringa , orat. parentalis. BenthkMS Hvlländif. kir-chen-und schulen-staat, P. II. c. 4. p. 509. Thomasii monats-gespräche. Monatliche Auszüge, 170°.

* putzet, eine Africanifche stadt, eine halbe stunde von Tre-»nezen gegen mittag abgelegen ; auf Latein wird sie Hubetumgenannt. Sie liegt auf einem berge, und soll nach dem be-richt der historien-schrciber von den Römern gedanet, und Em-maiiaria genennet worden seyn. Plolemäus setzet sie in den 12.grad 50. Minuten songitudinis , und in den ;r. grad 10. mi.nuten latitudinis. Ihre einwohner sind gesittet, wie die vonTremezen , und haben durchgehends die nemliche lebens - art;sie treiben ihr gewerde starck, und hat es sonderlich viele far-ber unter ihnen. Die stadt Hübet ist unter den Mauren einesgrabs wegen bekannt, wo ein gewisser Morabite, Cidi-du-Me-clian genannt, soll begraben liegen; es ist dasselbe in der gros-sen moschee, und um darein zu kommen, muß man etliche stu-fen hinab steigen; neben dieser Moschee siehet man ein Kolle-gium und ein Hospital für die durchreisende arme ,fremde. AbulHaften hat beyde gebauet; er war der vierte König von Fez,wie man es aus der Arabischen inftription siehet, welche aufdem portal in alabaster eingegraben ist. Mmtmi. tom. II.üb. V. c. XII. Tbom. Corneille.

Aubrieg, eine ansehnliche familie in, Schlesien, welcheden Fürstlichen Münsterdergifchen und Würtemberg - Oelsni.scheu Häusern in die anderthalb jähr ersprießliche dienstc geleistet.Johann Hubrieg, Cantzlcr des Oelsnischcn Fürstenthums unddes Lonststorii Assessor priniarius, starb an. 166}. und hinter-ließ drey söhne, die waren r.) Hans Friedrich, welcher an.170z. ohne leibes-erben gestorben. 2.) Hans Christian, wel-cher bew dem Hertzoge zu Würtemderg-Oels die stelle eines Re-aierungs-und Cammer-Raths vertreten, und an. 1678. in Zes-sel das Kalckreuthische antheil, auch an. 1682. das guih Wifche-grade käusiich an sich gebracht. Er starb an. 1717. und hinter-ließ einen einigen söhn Julium Fridcricum, welcher zu Franck-furt an der Oder seine studien adsolvirt, und hernach als Lieu-tenant unter Hessen -Cassel unterschiedlichen scldzügen deyge-wohnet. z.lHans Ernst, welcher anfangs Hertzoglicher Wür-temderg-Oelsnischer Regierungs - 8eeretarius, nachmals aberein nutglied des Raths-LollegH zu Breßlau gewesen, welcheletztere ehrewstelle sein nachgelassener söhn, Ernst Christian, an.1719. bekleidete. Sinapu Schles. curiof.

-Auckelius, ( Johann Iacobus) Med. Doctor und Profes-sor zu Basel , lebte in dem XVI. steculo. Von seinem Ursprungund herkommen ist nichts bekannt. An. 1547. wurde er zu Ba->ftl unter die zahl der studenten aufgenommen, hieraufempfienger die gradus Philosophicos, nemlich das Baccalaureat an.

Iund hernach das Magisterium. Er lehrte öffentlich in demPaedagogeo die Griechische spräche, und wurde auch als Assessorin das Kollegium Aledieum rccipirt, starb aber schon an. 15 64.an der pest. Man hat von ihm Traft, de Parte Medicin ® sobieiotica , in so!.; de salutaribus Germanie Balneis, Teutsch;und Examen Leprosorum , in 8. an. i; 60. Ex Archiv. Acad.Haß/. Pasch. Gaü. bibl. Med. Cberleri epitaph. Rüdini vit.Pros. Basil. MSct. *

^ucz 1 ein schloß in Siebenbürgen , siehe Hust.

* Hudde, ( Johannes ) Bürgermeister zu Amsterdam undein grosser Staats-mann, aber ein noch grösserer Mathematicus,welcher diese wissenschafft sehr weit wurde gebracht haben, wannnicht die civil-und politische geschaffte, womit er beladen war,seine studien um etwas unterbrochen hätten. Man hat einentresiichen drief von ihm , de Reduftione fEquationum , & deMaximis & Minimis , welchen er an. 16s 8. geschrieben , undFranciscus Schoten in seinem Kommentario über die Geome-triarn Cartesii eingerücket hat. Dieser geschickte mann starb zuAmsterdam den -6. april an. 1704. hat aber keine linder hin-terlassen. Mtmoirts du tems .

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Sude, (vonder) eine von den ältesten adelichenfamilienin dem Hertzoqthum Bremen , welche daselbst ihr stamm-hausRitterhude hat, so zum unterscheid des gutheS Fifcherhude alsogenennet wird. An. 1228. lebte Martin, dessen enckel, glei-ches nahmens, Ertz-Bischöfflicher Bremischer Voigt zu Langen-wedel gewesen. An. i;8°. bekleidete Christoph die würde einesProdstS zum alten kloster, und an. 16;;. büssete Arnd in demtreffen bey Hainein fein leben ein. Mushard. theat. Nob. Brem.

-Zudson, ( Henricus) ist einer von der Engelländer vor.nehmsren schiffern, welcher an. 1609. in die nördlichen gegen-den von America gesandt wurde, um einen kürtzern weg in Ost-Indien gegen nord-westen zu suchen. An. 1612. entdeckte er da-selbst eine meer-enge und einen meer-busen, die nach seinemnahmen genennet werden. Die sogenannte meer - enge führetdiesen nahmen nicht sowol wegen ihrer engigkeit, gestalt sieweit genug ist, als vielmehr deswegen, weil sie eine in gedach-ten meer-busen führende passage ist. Die meer-enge erstrecket sichvon osten gegen Westen zu, und gehet bis an die nördliche gegendvon Estotiland, oder Terra de Labrador ; der meer - busen aberbis an die grentzen von Canada oder Neu-Franckreich.

Hudson, (Johannes) ein gelehrter Englischer Philologusund H. Schrift Doftor , ist gebohren zu Wedehop, nicht weitvon Cockermouth , einer stadt in Cumderland, kurtz nach einse-tzung Caroli II. an. 1660. Die grammatic lernte er bey Hier.Hecstetler, einem 8ocio in der Königin Kollegin zu Oxford ;fthon an. 1676. wurde er studirens halber in eben biß Kollegiumverschickt, da er unter der aufsicht Thomä Crostwaith < eine-gelehrten und gegen fremde sehr hösiichcn manns , die Philofo-phiam begriff, wiewol er damit jederzeit die8tudia Humanita.tis zu vereinbaren suchte, in welchen er auch durch seinen un.ermüdeten fleiß so schöne progressen machte, daß ihm wenig in sei.nem Kollegio beykamen. An. 1701. wurde ihm auf absterbenTh. Hyde, Protobibliothecarii , die aufsicht und bedienung derBodlejanischen bibliotheck anvertrauet, welche er bis an seinentod behalten; darzu kam an. 1712. die Präfectur des Aule B.Marie zu Oxford , zu welchem er von dem Cantzler der Univer-sität, auffürditte des berühmten Medici , Joh. Radcliff, beför-dert wurde. Durch seine immer anhaltende arbeit wurde seinesonst starcke complexion so verderbt , und seine gesundheitalso geschwächt, daß er endlich in eine Wassersucht verfiel, an.deren er den 27. nov. an. >719. seines alters ohngesehr 57. jähr,gestorben. Er war ein mann von alter aufrichtigkeit, ungemei,nem fleiß und arbeitsamkeil, wie auch grosser modestie, jedochnicht allzu scharfsinnig; er hat sehr viel alte authores in ei»nem guten stände heraus gegeben, und mit kleinen critische» an-merckungen oder Varianten lectionen, auch oft mit gantz neuenÜbersetzungen aus dem Griechischen und Latein versehen, als:an. 1692. Vellejum Paterculum , in 8. an. 1696. Thucydidemin fol. so um ein merckliches gebessert ist; an. 1704. DionysiumHalicarnass. in 11 . vol. in soli0; an. 1698. bis 1712. vier vol.Geographorum Grecorum minorum , in 12. ; an. 1708. und1718- Longinum; an. 1712. Mcerin Atticistam ; an. 1718.LEsopi tabulas und endlich Josephi Opera , in II. vol. in fvl. zuOxford in theatro Sheld. slii. 1720. Diese sind aufrecommen.datlvn des sterbenden Hudsons von M. Hall gäntzlich zu ständegebracht worden, welcher auch eine kleine lebens-beschreidungdes editoris denselben beygefügt. Siehe Le Clerc , bibi. ane.& moderne, tom. XIV. p. 2 . *

HudwikswaU, eine kleine stadt in der provintz Helsingen,ist am Sinu Bothnico gelegen, und hat einen Hafen < der abervon schlechter Wichtigkeit. Nichts destoweniger führen die ein-wohner einen ziemlichen Handel mit den waaren, die man in die-ser landschafft antrist, als welche sie nach andern Schwedi­ schen örtern transportiren. Es bestehen dieseldigen in flachs,leinwand, ho'tz, butter, absonderlich in eingesaltzenen fischen,als da sind: lachs , hecht, strömling, rc. wie auch in allerleyvögeln, als birck-hünern, hasel-hüneru, auer-hähnen, so manin dieser provintz in sehr grosser anzahl findet, und welche siedes winters , wenn der schee gefallen, auf schlitlen nach Stock-Holm und andere städte herunter führen. Sonsten ist nicht weitvon der stadt eine Königliche factorie von musqueten, Pistolenund andern schieß-gewehre. Hermannid* Britann. Beschrei-bung von Schweden , P. II. 0. in.

* iHuebmaic, oder Hubmerer, (Balthasar) ein Wieder-täufer im XVI. sec. von Friedberg , einem städtgen in Bayern ,gebürtig, ward zu Freyburg im Brißgau Baccalaureus , undkam von bannen nach Ingolstadt , da er dann eine Pfarr-stellean der Marien-kirche, und an. 1512. von Joh. Eckio den gra-dum eines Doftoris Theologie erhielt. Hierauf ward er an.i; 16. Prediger bey der haupt-kirche zu Regenspurg, und brachtees durchsein zureden dahin , daß an. 1519. die Jüden aus derstadt gejagt, ihre schulen geschleift, auf dem platz einem wun.derthatigen Marien-bilde zu ehren eine capelle erdanet, undwallfahrten dahin angestellet wurden. Da er aber kurtz her.nach wegen irriger lehren verdächtig wurde, muste er auch selbstdie stadt räumen , und begab sich nach Waldshut , da er aber-mals einen Prediger abgab, zugleich aber auch von ThomaMüntzern sich zu der Wiedertäuferischen sccte verführen ließ;weswegen er hier ebenfalls sich aus dem staube zu machen ge.nöthiget wurde. Weil er nun hierauf seine irrthümmer in derSchwritz ausbreitete, so ward zwischen ihm und Zwinglio zu

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