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wegen seinen vortrcflichen lügenden zuerst emmuthig-lich crwehlet , hernach gesalbet , und öffentlich zumRonige ist consecrirt worden. Er war sehr für die Hof-partess, und bekam deswegen von dem Könige die Reichs-Cantz-ler-stelle. Es hielten zwar einige dafür, daß er durch anneh-mung dieser würde seinem Ertz-Bifthöfflichen stände nicht dieerforderliche ehre angethan hakte, denn odfchon man öftersgesehen, daß Cantzler zu Ertz-Biichöffen von Canterburn sind er,hoben worden, wie es zlim exempel mit Thomas Becker ge-schehen , so war es hingegen ungewöhnlich, daß ein Ertz - Bi-schoff sollte Cantzler werden. Die einigfett aber zwischen Hu-bert» und dem Könige war nicht von langer dauer. Huber-tus schrieb eine kirchen-versainmlung aus , ohne .von dem Kö-nige dir rrlaubnis auszuditten, wie es doch sonstrn gebräuchlichwar, ja es geschahe auch wider das eigentliche Königliche ge-bot. Er that aber noch viel andere fachen, daraus fein Hoch-muth abzunehmen war, und wie wenig er die Königliche gemaltachtete, klar wurde, weswegen er auch den König seldsten anPracht übertraf. Zur zeit da der König die Weyhnacht zn Gnil-ford mit vieler zierlichkeit und äusserlichem pomp feyerte, beflissesich der Ertz-Bifchoff zu Canterdury das nemliche eben so präch-tig zu celebriren , und wandte so viel geld darauf, daß der Kö-nig sich darüber beleidigt fände, und es nicht anders als einentrotz und ein hochmülhiges gepräng ansehen konnte. Um eini-ger Massen den stoltz dieses Prälaten zn demüthigen, faßte erden entschluß, sich in Canterdury nochmals crönen zu lassen,um den übermüthigen Prälaten dadurch in grosse Unkosten znbringen, welches zwar Huberts etwas verdrieslich war, aberdoch zeigte, daß der König sich einiger Massen vor ihm fürch-tete , dieweil er sich nur auf eine so indirecte weise an ihm rä-chen dorfte. Hubertus starb an. iro;. und war es ein grosserstreit, da es darum zu thun war, ihm einen Nachfolger zu ge-ben ; das geschäfft kam endlich für den Papst Innocenlinm III.seldsten, welcher den Cardinal Stephanum Langthon, einenEngelländer von geburt, zum Ertz - Bißthum berufte. Alleindiese wähl, an statt den streit zu stillen, zündete das feuer nurstärcker an, so daß endlich der König desivegen von dem Papstin den bann gethan, und gantz Engelland mit einem geistli,chen interdict beleget worden. Rapin-Tboyras , hist. d’Ängle-teire tom. II. p. a8i. &c.
-Huberus, (Johannes ) ein Medicus zu Bafel, welcher da-selbst an. 1507. gebohren. Sein vatter warMartinus, welchersich in dem Schweitzerischen kriege dahin begeben, und das bür-ger-rechl erlanget hat. Er wurde anfänglich in der schule zuBafel zu den studien angehalten, und von dar nach Schlettstadt geschickt. Als er von bannen wieder zurück nach Bafel kam,hörete er Henricum Glarcanum; gieng hierauf an. ,zzz. nachParis , und wurde daselbst Magister. Von dar wandte er sichauf andere Französische Academien, sonderlich nach Montpellier und Toulouse , allwo er auch wegen seiner gelehrsamkeit undwtsseuschaffl in der Griechischen spräche zum Rectore erwehlelwurde. Als er i >. iahr in Franckreich gelebel hatte, kam er alsvoctor Medicinae wiederum zurück, und fieng an mit gutemsucceß zu practicircn. An. 1544. wurde er Professor Phystcaezu Bafel. Endlich starb er an. 1571. PantaUm , prosop.Zrvmgeri theatr. Adank vit. Med. Freheri theatr. pag. 1264.
Huberus , (Samuel) ein söhn Petri, der erstlich zu Bern ein schnl-diener und Zwinglii anhanger, aber hernach Lutherilehre zugethan gewesen, worinn er seinen söhn, wie dieser nach-mals erzehlet, gleichfalls erzogen. Indessen ist mit vielen au,thentischcn zeugnissen zu beweisen , daß Samuel Huber vor sei-nem streit mit Abrahame Musculo und seiner daraus erfolgtenenlsetznng in der lehre von dem H. Abendmahl, welche damalsschier den einigen unterscheid zwischen den Evangelisch-Luthe-rischen und Reformirten machte, gar nicht für Lutherisch habeangesehen seyn wollen. Sein streit aber mit Musculo entstündebey anlas des erst in selbiger zeit auf dem bekannten Colloquiozu Mümpelgard erregten streits von der gnadenwahl, da Hu,berus, so Musculo ohne dem schon längst gehäßig war, die-sen angeklagt, als hätte er < Bezä zu gefallen , die meynuugCalvini angenommen und unterschrieben, welche doch vorherdie Reformirte Eydgenvßische kirche, und sonderlich die Berne-rische nie gcbillichet; es war auch dabey dieses manns geschreyso groß, daß sich endlich der Rath zu Bern gemüßiget befände,deswegen eine öffentliche Unterredung anzustellen, zu welcherauch Beza als mitbeklagter, und andere vornehme Schweitzert-sche Theologi , als schieds-leulhe und Richter, erfordert wur-den ; wie dann auch der Rath selbst einige ansehnliche gliederaus seinen Mitteln dazu ordnete. In dieser Versammlung nunzeigte Huber seme blöffe vielfältig, und muste über viel seinervorher geführten anklagen, wie schwatzhafft er auch fonsten war,verstummen, als die er nun gar nicht, wie er sich erboten, zuerweisen wußte. Wie nun dieses die von dem Rath zugeordneteDevuttrte sowvl als alle übrige einmüthige Theologi sahen,und daß hingegen Huber bey so schlechtem beweise dennoch diegrölte frechheit und Unverschämtheit gebrauchte, erstatteten siedem Rath von allein bericht, nach welchem Huber, ungeachtetdie aus selbigem anlas versammelte Theolog, für ihn gebäten,seiner bis dahin gehabten Psarrey zu Burqdorff entsetzet ward,Mit dem angehängten befehl, sich forthin des scheltens >ve.gen den vorgeschweblen artickulu, und absonderlich wider Mu«
sculum zu enthalten. Und da er dieses sehr schlechtlich be.obachtete, kam er ins gefängnis, und ward endlich des landsverwieftn., Er verfügte sich hierauf in das Würtembergische,und züchte durch allerhand ungleiche Hinterbringungen nicht nurMusculo, sondern gar feiner Obrigkeit des Stands Bern ver.druß und Handel zu erwecken , so aber durch die von diesen letz«tern dabey gebrauchte klugheit noch glücklich verhütet worden;biß geschahe an. 1587. und 1988. Run war es zeit, daß manauch anderwärts, wo zuvor so viel auf Hubern gehalten ward,m der that und von nahem sahe, waö er für ein mann wäre.Kurtz nachdem er auf Tübingen kommen, hat er schon seinehernach bestrittene meymmg, daß GOtt alle menschen zur st-öckelt erwehlel habe, öffentlich dargeleget, und darvon gewisserheles ,n einer dsspulation publiciret, so auch die TübingifchenTheolog, geschehen lassen. Insonderheit wollte er behaupten,daß alle menschen, auch die verdammten, erwehlet wären.Dein ungeachtet wurde er an. M92. zum Professore Theologienach Wlttenberg beruffen, auch daselbst in Honorem Theo-logie prvmvviret. Das jähr darauf conferjrte er darüber pri-vatim auf einer reife mit Aegidio Hunnio , und opponirte auchSalomon Gesnern öffentlich. Nach langem difputiren kün.digte ihm Doctor Polycarpus Leyser, sein Collega . die brüder»schafft öffentlich auf, da er sich zwar erklärte, daß er, wofernman ihn nicht in der lehre angreiffen würde, von den dcwuß.ten terminis abstehen wollte. Als aber Hunnius seine thesesvon der Prädestination publicirte, und Huberus nicht damitübereinstimmen wollte, auch Doctor Leyser ihn in der conserentzeinen ketzer gescholten , erklärete sich Huberus mit seinen cvlle«gen öffentlich von der fache vor der gantzen Universität zu di«spuliren , welches aber jene nicht zugeben wollten, damit eSnicht im beyfeyn der studenten geschehen möchte. Indessenwürcketen seine gegner bey dem damaligen Administrator derChur Sachsen einen befehl aus, Huberus sollte dieses streitsweder publice noch privatim gedencken. Weil er es aber nichtsdestowcniger in collegien und predigten gethan , auch bey deran.i;94- erfolgten Churfürstlichen Commißion nicht widerruffenwollte, wurde er abgesetzt, und an. 159;. mit einem honorariobeurlaubet. Als an. i6n. Churfürst Johann Georg die re-gierung antrat, zog Huberus nach Dreßden , und supplicirtenoch eininal, daß er gehöret, und zu einer difputation mit denTheologis gelassen wurde; allein er wurde abgewiesen. Ermuste darauf in der irre herum ziehen, da er sich theils zu Jena ,theils an andern orten aushielte. Nach diesem hat ihm HertzogFriedrich Ulrich von Braunschweiq aus dem kloster Reisten«berg jährlichen unterhalt reichen lassen. Weil er sich auch allesstreits entschlagen » hat er sich sowol zu Halle in Sachsen, alshernach zu Erfurt aufgehalten, und daselbst etliche streit-bücheegegen die Cathvlifchen und Reformirten geschrieben. Zuletzt ister zu seinem tochtermann nach Osterwick gezogen, hat sich all«da nach des Predigers zeugnis , still und eingezogen gehalten,und ist darauf den 25. mertz an. 1624. im 77. jähre seines al-ters gestorben. Es sind in dieser streitigkeit viel schriften herausgekommen, worunter sonderlich der Würtembergische» Theo-logorum acta Huberiana. Mauritn leichen, predigt und le«bens-lauf. Oßander , hist. eccles. Sculteti ledens-laüs Huben.Quenfteit. de patr. illustr. vir. Kromayer , hist. eccles. p. z86»Freheri theatr. Sagittarii introduct. ad H. E. p. 982. Arnold-kirchen-historie, P. II. üb. XVI. c. ;c>. Hottingers Schweize-rische kirchen-historie.
p Er war eine zeitlang Pfarrer in dein nahe bey Tübingen gelegenen dorfe Derendingen , von wannen er unmittelbar nachWittenderg, als Pros. Theos gegangen. Er war also niemalsProfessor -zu Tübingen , wie Hottinger meynt diss. iren. p. zi.Nach seiner adsetzung zu Wittenderg kam er wieder »ach Tü bingen , und suchte erlaudnis, mit den Theologis über seindogma zu cvnftriren, welche ihm auch gegeben worden. Alser aber selbige zn Verführung der studenten mißbrauchte, wur-de er endlich aus dem gantzen Hertzogthum vertrieben. Hier»auf hat er sich nach Speyer begeben. Den schriften, worausdieses manns geschichte und streitigkeiten zu erläutern, könnenbeygesetzt werden: Fecbtii appar. ad epist. Marbach. p. 268 .Conjit. Witteb. tom. I. J. G. Aeumanm disp. de Huberianisino.Gazii acta Huber. J. A. Schmidii dissert. de S. H. vita ,scriptis & doctrina. Fischlini suppl. ad mein. Theos WürtPsaß. Comment, de script. pubs eccles. Würtemb. £M. Stein,■jveeg. manuscripta. ]
-H uberus , (Ulricus) war den 1;. wart. an. i6;6. zu Do-ckum u, Fricßland gebohren. Nachdem er den gründ seiner stu,dien und zumal der Lateinischen, Griechischen und Hebräischen spräche in seinem vatterlande und zu Leuwarden geleget, zog eran. 16$ 1. nach Franecker, und studirte daselbst die^nra, sowolunter dem Wisscnbach, als zu Utrecht unter dem Antonio Mat.thäi und Cypriano Regnero. Von dar gieng er an. 1656. nachMarpurg , und nachdem er sich drey jähr daselbst aufgehalten,auch allda in Doctorem Juris promoviret, wurde er im 21.jähre -seines alters zum Professore Historiarum und Eloquenti* zuFranecker ernennet, welche stelle er auch an. ,6;8. nachdem ersich zuvor bey Böcklern einige zeit zu Straßburg aufgehalten,antrat. In diesem stände hielt er bisweilen von 6. uhr deSmorgens bis auf den abend um 8-uhr, eine tisch -stunde ausge-nommen, öffentliche und absonderliche collegia. In dem 24. jährewurde er Rector Magnificus , und au. 166$, nach Wissenbachs
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