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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Gesandte conferirte ihm hierauf alle orden, und beredete ihnmit nach Rom zu ziehen , um von dem Papst selbst den Bi-schoffs-hut zu empfangen, weil der Ertz-Bischoff Garmond,unter welchem er stund , öffentlich für einen Simoniacum paßir-te. Der Papst weyhete ihn auch zum Bischoffzu Grenoble ein,und die Gräfin Mathildis trug alles bey, was zu dieser ceremo-nie vonnöthen war. Er reifete aber von Rom wieder weg, undbegab sich in fein Bißlhum , bemühete sich auch daselbst gantzezwen jähr vergebens den Unordnungen abzuhelffen, so alldorteingerissen waren. Nach diesem wandte er sich in die AbteyChaize-Dieu , und nahm den Benedictiner-orden an ; allein derPapst , als er solches vernommen, schickte ihm einen aus-drücklichen befehl zu, sich wieder in sein Bißlhum zu wenden.Ohngefehr;. jähr nach seiner rückkunft nach Grenoble nahm erdaselbst Brunonem nebst seinen 6. gesellen auf, und setzte sie inder Carthaus ein. Er wohnte an. 1112. dem Concilio zuVienne in Franckreich bey, auf welchem Kaufe Henricus V.in den bann gethan wurde. Er starb endlich den 1. apr. an.1132. und wurde 2. jähr nach seinem tode von dem Papst Jnno-ccntiv II. canvnisiret. Baronius. Boüandus.

Hugo , zugenannt Atratus oder von Evesham, weil diesesletztererer nähme seiner geburts-stadt in Engelland war, er-langte stracks in seiner jugend den rühm einer so sonderbarengelehrsamkeit, daß man ihn deswegen den Phönix seiner zeitentitulirte. Vornemlich brachte er es sehr hoch in der Mathe-matic und in der Medicin , wodurch Martinas IV. bewogenward , ihn an. 1281. nach Rom , allwo damals viel gefähr-liche kranckheiten graßirten, zu verschreiben. Daselbst that erdem gedachten Papst ein so vollkommenes genügen , daß ihnselbiger gar zum Cardinal-Priester St. Laurentii in Lvcinamachte, auch in einigen Legationen gebrauchte, worunter dieeine an den König von Aragonien , Petrum III. gerichtet gewe-sen seyn soll, um die Ursachen seiner kriegs-znrustungen, sobald hernach wider Sicilien ausbrachen, zu erforschen, wobeyman sagt, es habe gemeldtcr König auf sein befragen geantwor-tet : wofern es eine von seinen Handen wüßte, so wollte er die-selbe abhauen. Dem orden der Minorite» hat dieser Cardinalgute dienste geleistet, und ist endlich um das jähr 1287. an derpcst gestorben. Es werden ihm folgende schriften zugeeignet:Canones Medicinales; Problemata varia; Super Opere Fe-brium Isaac; Distinctiones Pradicabiles; Tractatus de Peste;de Morbis curandis; Postilfe super Biblia ; Genealogia Chri-sti humana, &c. Pirfins , de script. Angl. Cortes. nomen-clat. Cardin. Aubery. Ughelli. Ciaccon.

Hugo Carensis, oder von St. Eher , ingleichcn von St.Theodonc, ein Dominicaner, war von Barcellonclta gebürtig,einer stadt, welche ehemals zu Provence, jetziger zeit aber demHertzoge von Savoyen gehöret; wiewol andere ihn aus Bur­ gund entsprossen zu seyn achten. Er war einer der berühmte-sten Icuthe seiner zeit, welcher die Philosophie und Theologiemit grosser revutation lehrte. Es wird dieies von ihm ange-merckct, daß er der andere Lehrer von Paris , und der erste Car-dinal seines ordens ist, welchem Jnnocenltus IV. an. 1244.den Cardinals-Hut aufgesetzet. Nachmals wurde er als Ge-sandter in Tentschland qeschicket, und in wichtigen affairen ge-brauchet. Er hat bey müßigen stunden viel fachen geschrieben ,als da ist sein Commentarius über die Bibel, und welches daswichtigste, seine biblische concordantz, von welcher man sagt,daß er 500. Mönche daran arbeiten lassen. Dieses hat demEudalio, einem Griechischen Mönch von Rhodis, anlas gege-ben, dergleichen concordantz in seiner spräche zu verfertigen,und dem Rabbi Jsaac Nathan dergleichen mit der Hebräischenzu thun. Er starb zu Lyon , oder wie andere wollen, zu Or-vieto den 17. mark. an. 12S1. Henricus Gand. c. 14. Trübe,mim, in catalogo. S. Antonius, tit. 19. c. 1. §. 2. Boucher, hist.de Prov. Cliorog. lib.IV. & IX. Cborier , hilt. de Dauph. tom. II.ρ. 122. FG20». Gall. purp. Aubery , hist. des Cardin. De bau.couteu -, vita Urbani IV. Aiberti, üb. III. de vir. illustr. Domin.

Cistercienlis, war Cardinal, Abt von Trois - Fon-taine·; . ohnfern Rom, oder wie andere wollen, eines klostersdieses nahmens in Bourgogne , und des Bernhardt discipul inFranckreich. Papst Eugcnius III. welcher ebenfalls ein Cister-cicnfe-Mönch gewesen, machte ihn an. 1130. zum Cardinalund Bisthoffvon Ostia. Er ist an. 1138. gestorben, und hateine relarion von des Papsts Eugenii III. tode hinterlassen.

Wion , üb. I. c. 44. Henriquez , in menol. Cilierc. UgbeU.Ital. sacr. t'rizon. Gall. purp. Aubery , hist. des Cardinauxtom. II. Fisch, bibl. Cisterc.

-Hugo, Abt von Cluny , war Dalmatii, Herrn von Se-muc, solm, welcher von den alten Hcrtzogen von Burgund ab-sammele , von welchem er an. 1023. gebohren. Als er zu Cha-lons studirte, hörete er von dem strengen wandet der Mönchevon Cluny reden, deren Abt St. Odilo war, welches ihn auchbewog, selbigen orden anzunehmen. Hieraufwurde er Priorin selbigem kloster, und nach Odilonis tode an. 1048. Abt undGeneral des ordens. Er war bey allen Potentaten in sonderba-rem ansehen, weshalben ihn Kayser Henricuö III. zu seinesPrintzen tauf-pathen crwehlte, welchem er auch den nahmenHeinrich nach dem vatter bcylegete. Wie er sich denn nach-mals gar sehr angelegen seyn ließ, bey Gregorio VII. die abso-lulion von dem banne für diesen seinen lauf-pathc» zuwege zubringen. Als Fcrdinandi des grossen, Königs von Spanien /

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söhn, Alphonsus, von seinem bruder Sanctio gefangen gehal»ten wurde, hielt er sich an diesen Abt, welcher Sanctium be,sänftigte , und Alphonso seine freyheit wieder zuwege brachte;weshalben er aus danckbarkeil zu der Abtey von Cluny grosseeinkünfte schlug. Nach diesem wurde er durch alle Bischöffe vonBurgund gebären, sich in die stadt Antun zu verfügen, und denBischoff Haganon mit dem Hertzoge Roberto von Burgund,welcher unter dem vorwande, daß ihm der Bischoff grossen über-last gethan, das land sehr mitnahm, wiederum auszusöhnen.Der Abt begab sich an des Hertzogs Hof, und erhielt von ihmalles, was er wünschte. Papst Leo IX. als er eine reise in Franck,reich that, wollte diesen Hugonem zum reise-gesährlen haben.Sein »achfolger Victor II. als er den Cardinal Hildebrand, alsseinen Legaten, in Franckreich schickte, befahl ihm Hugonem mitsich zu nehmen, welcher denn auch als Päpstlicher Legatus demConcilio zu Lyon beywohnete. Papst Stephanus X. VlctorisNachfolger, wollte nicht anders als in des Hugonis Händen ster-ben. Alexander II. brauchte ihn als seinen Legaten, um die af-faire des Roberti, welcher sich für einen Abt von Reichenau aus-gab , zu untersuchen. Gregorins VII. berief ihn zu sich nachRom , um sich seines raths zu bedienen. Er starb den 29. apr.an. no8. oder wie andere wollen, an. 1109. Petrus Damian.lib. I. epist. 1. & 16. Guttfridus Vendocinenßs. Hildeberti vitaHugonis. Cave , hist. litter. p. 422.

Hugo Dieniis , war anfänglich Bischoff zu Die, nnd nach.male Ertz-Bischoff zu Lyon , auch Legate des Päpstlichen stuhlsin dem XI. feeulo. Er wurde an. 1077. von Gregorio VII. ge-brauchet , um die fache des Bischoffs von Dole zu untersuchen ,und präsidirte hierauf in dem Concilio zu Langres . An. 1080.präsidirte er auf dem Concilio zu Lyon , wurde auch in selbi-gem jähre Ertz-Bsschoff daselbst. An. 1087. that ihn PapstVictor III. in den bann, er wurde aber von Urbaito II. wiederabsolviret. An. 1094. that er den König Philippum vonFranckreich aufdem Concilio zu Ostia in den bann. An. 109;.befand er sich aufdem Concilio zu Clermont. Einige wollen be-haupten , er sey von Alexandro II. zum Cardinal gemachel wor.den, es ist aber vermuthlicher, daß erö nie gewesen. Man kan zudem ende des Ivonis z z. cvistel lesen, darin» er Papst PaschalemII. bittet,keinen Cardinals-Lcgaten in Franckreich zu schicken,son-dern die fache vielmehr einem Französischen Prälaten anzuver-trauen, als der Hugo von Lyon sey, welcher sich schon durch der,gleichen Verrichtungen bekannt gemacht habe. Tvo Camot. epist.Avfe mus, lib. II. ep. 11. & lib. III. ep. 24. Leo Mont. CajJin.lib. III. c. 64. & 74. Sammartkanus, in Gall. Christ.

Hugo von Flavigni,ein Bencdictiner-Mönch von St.Van-nes zu Verdun , und nachmaliger Abt zu Flavlgni in Burgund ,..lebte in dem XII. saseulo. Er hat eine chronick von Christi geburtan, bis auf das jähr 1002. geschrieben, welche Labbeus pudlici,ret hat. Arnold. Wion , in ligno vitae. Labbeus , tom. I. bibl.nov. Trithemius . Pojfevinui. Cave, hist. litter. p. 444.

Hugo Floriacenfis , ein Prämonstralenstr-Mönch von Fleu-ry in der Grafschafft Namur aus dem XII. feeulo. Andere ma-chen ihn mit unrecht zu einem Bcnedictiner. Er hat ein Chro-nicon geschrieben, dessen ersten theil Bernhardns RvttcndorpiuSediret hat; wie auch Vitam & Gesta B. Ivelta: ; Viram B. IdaeNivellenlis; Vitam B. Idae Leuwensis; Libros II. de Regia Pote-state & Sacerdotaü Dignitate ad Henricum Anglfe Regem, dieBaluzius ediret hat. Ferner wird er von einigen für den autho.rem Vitae Norberti gehalten, welches aber nicht seyn kan, indemselbiger schreibet, daß er nichts gcsetzct, als was er gesehen, oderwas er von denen, die es gesehen, gehöret hätte, da doch dieserHugo ganke hundert jähr nach Norbcrlo gelebet. Wion.Miraus ,in chron. Praemonstr. ad an. 1134. Andr. bibl. Belg. Cave.

Hugo, (Hermann) war an. 1388. zu Brüssel gebohren, undtrat an. 1603. zu Tournan in die Societät IEsu , worauf er an-fangs zu Antwerpen nnd hernach zu Brüssel 7. iahr gelehret.Nach diesem gicng er^mit dem Hertzoge von Arschott, als dessenBeicht-vatter, nach Lvanim, welches amt er nach seiner zurück-kunfl bey dem Marquis de Spinola und hieraufbey demHcrtzo,ge von Cyimav erhalten. Er starb an. 1S39. in dem kloster St.Bcrnardi zu Rhcinbergen,dahin er sich hatte bringen lasten,als erin dem lazareth zu Bucholt von der pcst war angestecket worden.Er besaß die Italiänische, Spanisthe, Teutsche und Französischespräche völlig, und hinterließ folgende schriften: He prima fei.bendi Origine; pia Desideria ; Emblem. Elegiis & AffectibusSS. Patrum illustr.; Oblid. Bredan. ; deMilitia Equestri anti-qua ; de vera Fidc Catholica. Witte, diar. Sotvrel, bibl. S. J.

Hugo , (Iacobus) ein Theologus und Canonicns von Rol-fe! aus Flandern gebürtig, hat sich mit einem buche bekannt ge-macht, das voller wunderlicher einfalle ist, und allen bericht, denwir von den ältesten Römischen geschickten haben, umstosset,dargegen aber lauter ungeqründete getichte aus stinem eigenengehirn bringet. Der titul heisset : Vera Historia Romana fest ori-go Latii vel Italiae ac Romanae Urbis e tenebris long« vetusta-tis producta, RvM 1633. in 4. Bayle. *

Hugo von Langres, Bischoff selbiger stadt, aus dem ge-schlechte Brctteuil, war von Beauvais gebürtig, anfänglichein Mönch von Cluny und hernach Clerieus von Chartres . Nachdiesem wurde er an. 1030. von dem Könige Roberto zum Bi-schoff ernennet, aufdem Concilio zu Rheuns aber, welches durchPapst Levnem IX. an. 1049. gehalten wurde, wegen der fimonie

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