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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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« 18 / welchen er seine bidliotheck vermachte, damit dieselbe nachseinem tode nicht zerstreuet würde. Hier lag er fast immerzuden Hutnanioribus ob , antwortete einheimischen und auswär-tigen Gelehrten auf ihre gethane fragen , und richtete gleichsamwiederum eine kleine Academie bey sich auf/ da nemlich eineanzahl der Gelehrten zwcvmal in der Woche zu ihm kam / flchmit einander von gelehrten fachen zu unterrede«/ auf derenverlangen er auch sein eigen leben beschrieben , worauf er end.lieh an. 172t. den 2 6. jan. im 91. jähre seines alters gestorben.Seine lebens-arl war sehr mäßig , sein Umgang angenehm underbaulich, seine wissensctiaffc weikläuftig und gründlich, undseine bescheidenheit ungemein. Unter seinen schriften sind für-nemlich folgende zu mercken: de Interpretatione lib. II. Paris 1661. in 4. Helmstädt 1690. in 4* Origenis Commentaria inSacram Scripturam, Franckf. 168?. in fol. Demonßratio Evan-gelica, Paris 1679. in fol. Amsterdam 1680. in 8. 1699. infol. Leipzig 1702. in 4. Lenftira PbilosopbiX Cartesianae, Pa­ ris 1689. in ir. Helmstädt 1690. in 4. Paris 1694. in 12. (ZuT-ftiones Alnetan* de Concordia Rationis & Fidei, Paris 1690.Leipzig 1692. in 4. Les Örigines de Caen , Rouen 1702. in 8.de la Situation du Paradis Terrestre , Paris 1691. i» 12. Leip­ zig 1694. in 12. Lateinisch ; Lommentat. de Navig. SalomonisOphiritica; Note in Anthologiam Epigrammatum Gtecorum,Utrecht 1700, in 12. Carmina Latina & Grceca, Utrecht 1694.in 8. lOrigine des Romans, so nebst dfe Segrais seiner Zaidezu Amsterdam 1671. in 8. heraus gekommen; de la Foiblessede lEsprit humain, welches erst nach seinem tobe gedruckt wor-den / und ihm von einigen abgesprochen wird. Gommentar.

ejus de Reb. ad illum pertinentibus. Niceron, mcm. tom. I.Mtmotr, de Trevoux , avril 1721. aoüt 1709. Hiflaire du re-npuveUemmt de VAcadimie Royale des Sciences , p. 177. seqq.

Gelehrte Zeitungen/1721. p. 10;. seqq.

Huete / eine stadt in Castilien / welcher König Heinrich IV.an. 1474. den titul eines Hertzogthums in favör Don LopezVasquez de Acunna , zugeleget hat. Es ist aber solcher titulunter dem Könige Ferdir- nd und der Königin Isabella wieder-um abgegangen / und erloschen. S. Martbe , Etat de iEspagnep. 224.

Hufnaael , (Georg) ein sinnreicher mahler und Poet vonAmorff/ gebohren an. 154?- Sein vatter wollte ihn zu derHandlung ziehe« / er hatte aber eine solche Inst zu dem zeichnen /daß er an allen orten, auch selbst in der schule seine abrisse mach,re / und darum öfters unfreundlich empfangen wurde; aberauch solche complimente hatten bey dem knaben wenig eingang,vielmehr vergrösserte sich hierinn seine begierde von tag zu tage,so daß endlich sein vatter / nach vorher gegangenem zusprucheeines Savoyischen Gesandten , demselben zu willfahren undihn zu einem mahler zu verdingen genöthiget wurde. Da er-griff er nun in kurtzer zeit, wornach er schon lange geseufzet,und was ihm bey seiner profeßion noch ermangelte/ ersetzteer durch einige schöne reisen ; er war aber bey diesem allenunglücklich / uiid muste bey seiner rückkehr all sein guth den un»barmhcrtzigen Svaniern , so damals in seinem vatterlandclagen / zur beute lassen; dennoch erholte sich sein krafflloserbeutel bald wiederum , anfangs zwar zu Augspurg bey denGrafen von Fugger / nachgehends aber zu München bey demHertzoge in Bayern , welcher letztere ihm eine sehr reiche Un-terhaltung verordnet. Hierauf trat er in Kaysers Rudolphidienste; und elaborirte ihm vier bücher über allerhand artenvon thiercn, welche dem Kayser so wohl gefallen , daß er ihnzur recompentz mit 4000. gold-cronen beschencket. Er warsehr arbeitsam , und dem schlafe so wenig ergeben , daß er allemorgen um 4. uhr schon über seiner poesie fasse , wie er dennvon Teutschen und Lateinischen versen ein gantz buch verfertiget.Er starb an. 1600. und hinterließ einen söhn, nahmens Johan-nes / der in der Mahlerey gleichfalls einen kunstreichen mannabgab. Sandrarts Academie / k. II. *

Hugenius / (Constantinus ) Jpm von Zulichem, Secreta-rius und Rath bey den Printzen von Oranien , einer der bestenköpft und besten Poeten des XVII. fteculi, ward im Haag an.1196. den 4. ftpt. gebohren. Sein vatter hieß Christian Huge-nius / Secretarius bey Printz Wilhelmen von anbeginn der Nie­ derländischen Republick, sein groß-vatler war ein Edelmann ausBrabant / Cornelius Huygons, seine groß-mutter hieß GertrudBack. Sein vatter Christianus , der nach dem tode des Prin-tzen Secretarius beym Staats-Rath wurde , hat 2. söhne und 2.töchler gezeuget. Mauritius , der ältere, ward den 12. mayan. 159?. gebohren / und succedirle seinem vatter als «Ltaats-Sccretarius. Die ältere tochtek/ Gertrud Huygens/ ward an Phi«lippum Doublet/ Herrn von St. Annelant, General-Einneh-mer der vereinigten Niederlande , verheurathct, die andere/ Con«stanti«/ ward an. 1602. den 2. ang. gebohre» / und heuratheteDavid le Leu de Wilhelm, (siehe Wilhelm.) Der jüngere söhn/unser Constantinus , ward , wie gesagt , Secretarius bey PrintzFriedrich Heinriche»/ welche stelle er bey dieses Printzen Nachfol-gern so lange bediente, bis er sie seinem ältesten söhne von freyenstucken, abtrat. An. 1661. ward er nach Franckreich geschickt ,bey Konig Ludwig xiv. die einräumung von Oranien zu su-chen/ und als er dieselbe endlich an. 166*. erhielte, nahm ervon diesem Furstenthum im nahmen seines Herrn mit grossensolennitaten posseß. Er ist zu einem hohen alter gekommen/ undhat dem Hause Oranien sr. jähr gedienet, bade» er aber alleHistor. Lexkm IV. Theil.

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flMten künste geliebet , und verstanden, auch Mit den gekehrtestenKf' Heinsiis , mit Voßio / Puteano, Balzac,

Corneille, P. Mcrftmw, Cartesio , Wicquefort, BarläounSvielen andern, einen beständigen brief-wechftl unterhalten hattstarcke in der Poesie zeugen feine trcsiichen getichke,welche er unter dem nahmen Momenta Desultoria ediken lassen,er statt) endlich als Präsident im Rathe des Printzen von Ora«men an. 1687. tm 91. jähre seines alters. Er halte drey söhneüü? Achter gezeuget. Der älteste, Constantin/ward an sei-vacters stelle Secretarius bey dem Printzen von Oranien,Ä?" solcher qualrtat an. 1697. im nov. im Haag verstor-ben. Der andere, Chrrstlanus Hugenius, dessen artickul folget, isteiner der «rosten ulatnematicomm in Europa gewesen. Der driNte rst als Deputirker bey der Admiralität von der Maas an. 1699.zu ansang des jul. zu Rotterdam seinen brüdern im tode nach-gefolget, hat aber eine ansehnliche familie in Holland hinter-lassen /darunter sein ältester söhn die Herrschafft Zulichem be-sitzet. Die tochter von unserm Hugenio, nahmens Susann«,hat ,,ch an Philipp Doublet vermählet, dessen mutter unftrSConstantmi leibliche fchwester, und sie also unter sich geschwister-kiNd gewesen. Bayle.

* Hugenius , (Christian) ein söhn Constantini HugeMi,gebohren im Haag den 14. april an. 1629. Er studirte zu Lei-den die Mathematic, und practicirte, nachdem er an. iöss.Doctor Juris zu Breda worden , eine zeitlang , that eine reiftnach Dänemarck, Engeüand und Franckreich , ward ein Mit-glied der Londischen und auch der Parisischen Societät, lebte seitan. 1661. bis 1681. in des Königs von Franckreich pension zuParis , starb aber den 8. junii an. 169;. im Haag , unvcreh-licht. Er hat verschiedene schöne tubos verfertiget, arich diependel-uhren zuerst erfunden. Unter seinen häufigen schriften,darunter Horologium oscillatorium , Paris 167z. in fol. d@Circuli Magnitudine , Haag 1644. in 4. Dioptriea; Tract.depoliendis Vitris ; Traite de la Turniere , Leiden 1Ü90. in 4.8yßema 8aturnimim , Haag 1659. M 4. Aitrocopia compen-diaria ; Solutio Problematis funicularii , welche Gravesandean. 1724. nebst dem leben des Verfassers in vier theilen zu Leftden zusammen heraus gegeben, hat sonderlich diejenige vielaufsehen gemacht, welche er Ktisfxod-ic^ai gmennet, und da«innen auf eine gar sinnreiche art gezeiget, daß die Planeten be-wohnte cörper wären, auch die erde sich um die sonne bewege.Sie ist ein jähr nach seinem tode gednrckt, und auch zu Nürn-berg Teutsch übersetzt worden. Memoires I>mr ftrmr ä fbijhdes hommes illustres , tom. XIX.

Geistliche Personen:

Hugo, der Abt, war Caroli Magni bastard, welchen ervon seiner maitresse Regina erzeuget hatte. Er wär Abt vonSt. Berlm, von St. Weist zu Arras , und von St. Quintin.Er blieb in einer schlacht in Angoumois an. 844. Egmbanius,

Regina. Sammartbanus.

Hugo, (Wilhelmus) Ertz-Bischoff von Ambrun. Er warvon Päiols aus Languedoc gebürtig, und nahm den Francisca»ner-orden an, in weichem er sich auch dergestalt empor brachte,daß er General davon wurde. König Henricus der grosse be-diente sich seiner in verschiedenen wichtigen Verrichtungen inItalien , Deutschland und Engelland. Er diente hierauf KönigLudwig XIII . welcher ihm an. 1612. das Ertz-Bißthum Am-brun gab, worzu er den 16. nov. zu Rom m der kirche SttPauli einqeweyhet wurde. Er trug zu der Vermählung der Prin-tzeßin Elifabeth aus Franckreich mit dem Könige von Spanien ,auch der Printzeßin Henriettä Calharinä mit dem Könige vonEngelland vieles bey , und begleitete beyde in ihre Reiche.Wie er sich denn bey dem Könige Carolo von Engclland der-gestalt in gnaden setzte, daß er ihm vergönnete, die firmungnach Cathölischer weise in selbigem Reiche zu ertheilen, welchemehr als 10000. Personen von seiner Hand empfiengen. Wie-wol in den folgenden zeiten des klagens nicht wenig über ihnworden, da die Königin auf viele bey den Engeüandern garzu fehr verachtete, und zum theil auch verhaßte aberglaubenfiel, worunter'vornemlich die proceßion nach Tiburn, oderzu dem galgen, allwo die vormals wegen hohen verraths schuldigerklärte' Catholische waren gerichtet worden , zn zehlen ist.Aus dieser Ursache ward er auch einst samt den übrigen Fran-zösischen bedienten der Königin von Hofe und aus Engellanl»fortgeschickt. Er hat auch zu Ambrun das Iesuiter-Goliegiunlgestiftet, und' die haupt-kirche daselbst nebst dem Bischöfflichenpallast rcpariret. Er starb endlich den 27. oct. an. 1648. Sam-martbanus , in Gall. Chorter , etat polit. de Dauphine. Rast.Jompierre i Ambaffade dAngleterre. Larrey , hist. dAnglet . *

Hugo / Bischoff von Grenoble , war zu Chateauneuf, ohn»fern Valence in Dauphine gebohöen. Sein vatter war ein vor-nehmer mann, und machte profeßion von dem soldaten - leben.Anfänglich war er mit einem Canonicat in der haupt-kirche zuBalence versehen, woselbst er gar bald in ansehen kam, derge-stalt , daß der berühmte Hugo, Ertz-Bischoff von Lyon , alsvon dem Papst Gregorio VII. als Gesandter in Franckreich ge»schicket wurde, ihn zn seinem Rath annahm, und sich feiner zumpftern bediente. Er folgete selbigem mit nach Lyon , »nd vondar nach Avignon , allwo ihm durch einige DepUtirte der Cleri-fey zu Grenoble das Bißthum daselbst angetragen wurde. Der-