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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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nicht nur unstreitig die Reformirte und Evangelische lehre zuerst aus der Schwcitz, welche unter dem nahmen derEydge-noßschafft bekannt ist, in Frankreich gebracht worden, son-dern auch eben die Französische Reformirte in den ersten zeiteneinmal auf erschollenen bericht , daß sich der EydgenoßischeCanton Freyburg für die Reformation erkläret hätte, daherogantz gleicher Massen die denennung Fribourgs empfangen ha«den. Carolus IX. verbot diesen nahmen durch ein öffentlichescdict. Thuanus , Iib. IV. Politique du Clerge de France, pag. 29a.benoit, bist. de ledit de Nantes.

^uguccio , oder Hugo , ein Römer, ward von Cölestino

III. für dessen anverwandten ihn einige ausgeben, zum Cardinalgemacht, auch von demselben, wie nicht weniger von Jnno-centio III. zu entscheidung der wichtigsten rechts - fachen ge-braucht ; wie er denn eine ungemeine wissen schafft fowoi in dengeistlichen als in den weltlichen gefetzen befaß, und am erstenüber die Päpstlichen Decreta glossen verfertigte. Als an. irn.der berühmte Saracenische Monarch, Miramolin, die Euro­ päischen landschafften, und sonderlich Svanien, mit einem ge-waltigen Anfall bedrohete, mustessr wider denselben das crcützpredigen. Er starb ums jähr irr;, und ward zu Rom in derkirche 88. Silvestri und Martini, wovon er den titul geführt,begraben. Cmccnn. panvin. Caracctol.'m vita Cajetani Thie-nasi. Martineü. cliron. Hirlaug.

-Zuguccio, (Franciscus) von einigen auch de Aglizzoniszugenamit, ein Cardinal, gebürtig von Urbino . Er legte sichin seiner jugend auf die Päpstliche Rechte, und ward einer vonden berühmtesten auslegern der vecrewrum. BonifacmsIX. machte ihn zum Ertz-Bischoff von Bvurdeaux, und schickteihn, alS seinen Legaten, in die Königreiche Castilien , Leon,Aragonien und Navarra; da er denn feine beredtsirmkeit aufeine so geschickte und glückliche art zu gebrauchen wußte, daßman in besagten ländern die partey des Gegen-Papsts Clemen-tis VII. verließ. Jnnocentius VII. ertheilte ihm die Cardinals-würde. An. 14öS. that er, bey hohem alter, eine reise nachItalien , und bemühete sich, zu aufhebung des damaligen schis-matis, Gregorinm XII. zu bewegen , daß er, nach feinem zu-erst gethanen versprechen, die Päpstliche würde ftemvillig nie-derlegte. Als er nichts ausrichten konnte, verließ er diesenPapst, und ward zwar deswegen aller würden von ihm entsetzt,bald aber aufdemConcilio zu Pisa völlig restituirt; worauf erder wähl Alerandri V. jngleichen Johannis XXIII. beywohnte.Den 14. iul. an. 1412. starb er an stein-schmcrtzen zu Florentz,in dem 8;. jähre seines altcrs, und ward zu Rom inDiaconiaS. Marias Novas begraben. Cmteor, elench. Cardin. Panvin.Cia'cm. Ugbeüi. Auhery. Robert. Gali. Chriit. Tbead. a Niem,bist. Monumenta Trivultiana.

-Zuisburg, ein berühmtes kloster in dem ohnweit Halbcr-stadl gelegenen Huywalde, welches an. 1084. von dem Hai-berstädtischen Bifchoff Burchardo, aus Veranlassung einerNonne von Quedltt'.bnrg, nahmens Pia, vor Mönche undNonnen zugleich gestiftet worden, welche letzter» aber, seitdem anfange des XV. feculi, sich nicht mehr darinnen gefun-den. An. 127;. überfielen 2. abgesttzte Aebte und 3. Bruder den14. Abt Werner» in der kirche, und' richteten ihn mit schlügenübel zu, weil er ihnen kein waitzen-sondern roggen-brodt zuessen geben wollen. Leuckf. antiq. 'Walckenried. Paulini Ott,belgische chron. p. 191.

Auitfeld, ( Haraldus) von Oderberg , Reichs-Cantzler inDanemarck. Er war ein 'gebohrner Däne, und ein sehr gelehr,ter mann, weshalben ihn König Friedrich II. in Danemarck an.1386. an des Hilarii Grubbe von Lvstruvp stelle zum Reichs-Cantzler gemacht, welche stelle er auch bey des Königs Christiani

IV. regierunq mit gutem rühm continuiret, bis er den 13. dec.an. 1609. mit tobe abgegangen , da ihm Jacob Uhlefeld succe-diret. Er hat verschiedene büchcr geschrieben, als: Opus Chrono-logicnm und Historiam Eccleliasticam ; Historiam & Res geftasRegum Danorum ; und eine in Dänischer spräche in druck ge-kommene Dänemärckische Reichs-chronick, welche sehr hoch ge-halten wird. Mollert hypomneni.

Huldenberg, ist ursprünglich eine der urältesten Ritter-mätzlgcn Brabantifchen famllien. Die richtigste genealogiefangt an von Salomon Gielis, Ritter, welchem an. 909. alseinem damals schon uralten vornehmen Edelmann der Grafvon Löven, Bastyn der grosse, <da er seine 7. kvchrer, weil seineinziger söhn Wolkart Bifchoff zu Lüttich worden, an die allcr-ültesten adelichen Häuser mit grossen Privilegien verhcurathet)die sechste tvchter Judith gab. Sein söhn Otto Gielis, Herrvon Hevc, hat Gerberghe, erb-tochter der Herrlichkeit Hul-denberg in Brabant geheurathet, welche dessen söhn, Be»e-dtclus, nebst dem titul Herr von Huldenberg nach dem Braban-Wen Lehn-Recht geerdet , und auf feine posteritat gebracht.Dieser Benoit war ein berühmter Ritter, hat das schloß zu-v-nw.der die Kayserliche armer nebst seinem söhn Uerst so tapferverfochten, daß sie an. 1012. hat umsonst abziehen müssen,wovor sein Landes-Herr Lambert, Graf von Brabant und-ven, ihn , wie seinen söhn Uerst an. 1037. Heinrich, Graf vonBrabant und Lvven, zum Ritter geschlagen. Des RittersUerst söhn Gerard, Herr von Huldenberg, auch Ritter, istm der Wacht bey Grimberg geblieben, welche dafür Her-tzoq Gottfried III. IN verwiegen zugenannt, gehalten wurde.Gerhardt dritter bruder, Christian von Huldenberg , ist mit best

Hektzogen von Brabant Gottfried II. und III. in Deutschland und m Kaystrs Fridekici I. dicnste gekommen. An. nsg. >n»

. 'dieses Kaysers schutzchricfund stiftung der Abtehzu Bildhansen mrt unterschrieben; daö original ist noch zu Bild»baujen. Sein söhn Conrad ist an dem Hofe des Hertzogs inBayern Ludvvic, 8everi gewesen, hat an. 1266. indict. 9. 8.febr. die fundation des klosters Fürstenfeld unterschrieben, wiedas original, so noch zu Fürstenfeld ist, bezeuget. Sein söhnArnold hat nebst 9. andern Rittern und Edelknechten an. 13 tcuein pactum wegen des Römer-zugs Kaysers Henrici VII. mitder Reichs-stadt Speyer, allwo im Archiv das original nochist, ausgenchtet; ist aber ohne succeßwn gestorben, und als»die erste colome von dieser Brabantifchen familie in Tcutschlandmit ihm erloschen. Hingegen hat Christiani bruder Arnold inBrabant das gesthlecht sortqepflantzet. Des Arnolds söhne Ar«nold und Gerard, auch der vatter selbst haben mit Gottfried III. und Heinrich I. Hertzoqen von Brabant , viel diplomara unter-schrieben. Ein original mir dieser ihrer Unterschrift ist noch indein kloster zu Afflmgen, ein anderes in der Abtey To.rgcrlo»und noch eines in dcrAdtey zu Forcst, stehen auch in rroph*Brab. hb. IV. aux preuves und andere mehr. Als HcrtzoaHeinrich I. an. 1208. die streitigkeit des klosters Villary durchseine Pares Curi* decidirte, stehet Heinrich von Huldenberg un-terschrieben. vid. ibid. aux preuves. Dieser Heinrich ist der ,welcher dem Hertzoge Henrico I. das leben in der schlacht beySteppen an. 1213. den 13. oct. rettete, und darüber ausderWahlstatt bliebe, vid. troph. Brab. p. i8i. Iib. IV. Heinrich III.Hertzog von Brabant hat Gerard von Huldenberg an. 1260.den 26. febr. zum execuwr seines testaments verordnet, vid. Alb,Mineus cap. 84. p. 181. und troph. Brab. aux preuves. Mon-tier, Herr von Huldenberg Ritter, unterschriebe mit Johanne I.Hertzoge von Brabant , die fundation der capelle an. 1289. Evist auch an. 1343. in dem kriege unter der zahl der 26. Baronsund Ritter gewesen, weiche bey Selecke 300. FlamMans zu Pfer-de und viel insanterie schlugen, und 130. gefangen nahmen, vid.troph. Als an. 1328, der König Robert in Schottland demjungen Könige in Engelland Eduard III. den krieg angekündiget,gieng Hertzog Johann III. mit 7. der vornehmsten Ritter ausBrabant nach Engelland. Petr. Diväus in hilf. Brab. Iib. XIV.nennet diese 7. Ritter, und unter denselben Waltherum ab Hul.dederga. Er war auch an. 1339. im kriege Königs Eduardswider Franckreich. vid. Petr. Div. Dieser ist es , von dem derFranzösische Histor. Froissardus vol. I. redet. Kürtze halber wirdhier viel ausgelassen auch abgebrochen.

Eine linie ist noch in Brabant; die andere, welche durch Erassmum von Huldenberg, der zur zeit der Reformation unter demHertzoge von Alda nebst vielen andern vom Adel unter dem Gra-fen von Nassau nach Teutschland gekommen, floriret auch wiederin Teutschland, und stehet mit der in Brabant von Erasmo herin continuirlicher guter correspondentz. Von dieser linie aberist Jhro Königl. Majestät von Groß-Britannien Georgii I. ge-heimer Rath und ausserordentlicher Envoye am KayscrlichenHofe Daniel Erasmus von Huldenberg nebst seinen 2. brüdernund aller dreyen kinder noch allein übrig. Er hat weiland Kay-ser Leopolds seine abkunft von der Brabantifchen familie mitdocumentis domesticis Eralmi prvbiret, welcher ihm in perpe»tuam rei memoriam ein Kayserlich diploma agnitionis & con-firmationis an. 1698. gegeben. . Kayfer Carolus VI. hat ihn undseine brüder in des heil. Röm. Reichs Freyherrn-stand erhoben,und bey der Hnngarischen crönung zu Preßburg ihn inter Ma-gnates Regn! Hungaria; mit dem indigenat durch ein anderesdiploma recipiret, seinen nahmen auch nrticulis Regni Posori.an. 1713. art. 134. einverleiben lassen. Er soll nur einen sohl,haben. Seine jetzige gemahlin ist aus dem uralten illustrenSächsischen qeschlechte derer von Ponickau, und war sie JhroKönigl. Majest. von Polen und Churfürstl. Durch!, zu Sachsen ,Augusti II. Hof-und Ober - Appellations r Raths, Herrn vonSchleinitz, wittib, als er sie zu Dreßden geheurathet hat.

-Aull , ist der nähme einer stadt und eines siusses in der östli-chen gegend der Engclländischen provintz Porkshire. Der flnß,so dieser stavt den nahmen giebt, lauft von norde,! gegen lüdenzu in die Humber. Die stadt, welche sonst auch 5 tingston uponHüll genennet wird, liegt auf der westlichen feite des siusses, undauf der nord-seite der Humber , ohnqefthr 12. Meilen vonSpurnhead, woselbst die sehr breit gewordene Humber sich indie ste ergießt. Dieses ist einer von den vornehmsten plätzm inder gantzen Grafschafft Zork, ob er wol nicht sonderlich alt ist.Er wurde von Eduarbo I. gebanetchnd von ihm Kingston genen -net. Dieser König ließ auch den dabey befindlichen haftn aus-arbeiten, und gab der stadt herrliche Privilegien , daß sie bald ingrossen flor kam. Es ist noch bis dato eine sehr grosse stadt,wiewol sie nur 2. Pfarrkirchen hat. Sonst ist sie mit schönengebäuden und wohlanqcrtchteten straffen ausgezieret, hat aufder wasser-seite eine steinerne mauer, da die schiffe anlanden,nebst einem zoll-haufe, und ist mit manren, grüben- bastenen undeinem castelle so wohl fortificirehdaß ste vor eine der bestenvestun-gen in dem gantzen Königreiche gehalten wird. Der König Ca--rolus l. Machte diesen ort ^.1642. zu einem waffen-plane für dienördliche gegend ; allein da er posseßion davon nehmen wollte,hielt ihn John Hotham, danialiger Gouverneur des orts, davoitab, welches hernach von dem Parlemente gut gesprochen wur-de. Robert Pierpoint, Baron von Holm und Burggraf von

Newark ,