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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Newark , wurde von dem Könige Carolo I. an. rürg. zum Gra«fen von Kingston uxon Hüll ernennet, (stehe pierpoint.)Camdeni descr. Britann. t

Huln, (Wilhelm) ein Cardinal, gebürtig von Estain, intetlJioeces von Verdun . Er nahm in den studien wohl zu, undvornemlich in der Jurisprudentz , wie er denn auch durch seinemerrten Archidiaconus zu Verdun und nächst dem zu Metz mur-re. Er wurde auf das Concilium zu Basel geschickt, auch fander sich bey der wähl des Gegen-Papsts Felix, welcher ihn zumCardinal machte. Nach diesem machte ihn Nicolaus V. den iy.dec. an. 1449. von neuem zum Cardinal. Auch erlangte erviele ehre zu Rom , woselbst er den r». oct. an. 14;;. starb. Fruz<n. Gall. purp. Aubery, trist, des Cardinaux.

-Zulsius , ( Antonius ) ein berühmter Niederländischer Theologus in dem XVII. saeculo , ist um das jähr iSl,. gebohs.rcn. Er bediente zu erst in die 35. jähre die Professionem derHebräischen spräche,und dasPastorat zu Breda,hernach ward ernach Leiden beruffen, daselbst er die Theologiam und Hebräischespräche dvcirte, und Regens Collegii Theologici worden. Erwar der alten orthodoxen lehre starck zugethan, und konnte kei-ne Neuerungen in Theol . vertragen; daher er nicht nur IfaaciVoßii stltzamc meynungen von dem Hebräischen und Griechi-schen Bibel-text heftig angegriffen, welcher ihm aber schimpflichgenug begegnet,sondern auch dem Coccejanilino, welcher damalsin Holland das Haupt empor zu heben anfieng , ernstlich wider-standen. Er starb den 37. sebr. an. 168;. Seine schristensind: Nomenclator Biblicus Hebraeo-Latinus ; Lib. Psalmor.Hebr. cum Not. Grammat.; Authentia Textus Hehr. contraIsaac. V ossium ; Afkat Rochel, oder Theologia Judaica de Mes-sia ; Examen Catechetic. Didactico-Polem.; Specimen Theo-log. Hypothek ; Systema Controversiar. Theol. ; Non-Ens Praa-damaticum ; Nucleus Prophet. V. T. &c. in Niederländisch ;Conferent, super Augustan. Confess. &c. Ex ejus Script. & AHisEruM. I.ips *

Mulsius, (Paulus) ein sohu Antonii Hnlsti, hielt sich einezeitlang zu Edeüburg, alsbenn zu Middetburg , und endlich zuGroningen aus, woselbst er Theologiae Doctor und Professorworden , und an. 1712. den 14. octobr. im 39. jähre seines al-ters verstorben. Man hat zwey jähr nach dessen absterben seineHistoriam 8. Turpitudinis seu de Honestate & Extensione LegisLevit..XVIII. Gröningcn 1714. in 4. heraus gegeben. Bücher-Gaal, ösnung XXI. p. 673. feg.

Mulsius , (Henricns) ist an. 1634. den 10. oct. an das lichtdieser weit gebohren worden. Sein vatter war Antonius Hul-sius Pfarrer zu Cronenburg und hernach zu Elverseld , allwo erseine schusijahre gemacht hatte, und an. 1667. zu Augspurg adlecfioneWpublicas promovirk worden , worauf er das StudiumPhilosophicum und darauf das Theologicum zur Hand genom-men. An. 1673. gienger auf Marpurg, und von bannen be,gab er sich nach Leiden, und endlich nach Harderwick im Gel,Verlande, allwo er an. 1679. den Doctor-grad in Theologia annahm. An. 1681. wurde er zu Duisburg Professor Theo-logiae. Er hat im. jähre seUies alters ein mägdlein von16. jähren geheurathet, ist aber an. 1723. den 37. april gestorben.Unter seinen schristen befinden sich, Augen-salbe vor einen übelse.henden Handleiter, edit. i68o. ;Sulamith . 1683. Summa Theo-logiae, 1689. ; de Principio credendi, 1688·; Somnium, 1694.; deVallibus Prophetarum Sacris 169;. ; Jura Wilhelmi III. <M.Brit. Reg, ; Verba Ithiel, Uchal & Lemuel, 1693. Commenta-rius in Israelis prisci Praerogativas ac Bona, 1713. Causa Dei,1717. Melchisedecus 1706. Dissertationes varia.*. Eibliothec.Bremens , falcic. V. class. VII.

* Hulstus, (Levinus) gebürtig von Gent, begab sich um dasjähr 1390. nach Nürnberg , woselbst er in der Französischenspräche insormirte, und einen Notarium publicum abgab. An.1594. edirle er Theoriam & Praxin Quadrantis Geometrici ,und an. 1396. Usum Quadrantis. In eben diesem jähre ließ erein geographisches werck, worinn er einige provintzen beschrieben,an. 1397. aber Descriptionem & Usum Viatorii & HorologiiSolaris; MgleicheN Emblemata Anniversaria Academia Altor-sina: drucken. An. 1602. that er eine reise nach Hol-und En-gelland , und ließ sich nachmals zu Francksurt am May» nie-der, allwo er um das jähr 1603. oder 1606. gestorben, als ervon seinem grossen mathematischen wercke, welches aus 13.tractaten bestehen sollte, und damit er eine ausführliche beschrei-bnng von dm dazumal bekannten mathematischen und inecha.Nischen instrumenten zu geben im sinn hatte, nur die vier erstentheile heraus gegeben. Sein buch de Numismatibus Impera-torum Romanorum cum eorum Vitis , Francksurt 1605. in 8.ist auch noch zu mercken ; ingleichen Chronologia Pannoni® ,Nürnberg 1396. in 4. Doppelmayr, von den Nürnbergische»Mathematicis.

Hülst, eine kleine aber wohlbevestigte stadt im HolländischenFlandern , eine von den vier Holländischen Ambachtcn. Sie hat9. bastionen nebst vielen ausscnwercken, und wird durch vieleschantzen bedeckt. Sie ist die haupt-stadt des landes von Waes,4. meilen von Antwerpen .

-Huma oder Uma, eine stadt in Schweden , bey dem aus-fiusse eines gleich benannten stroms , welche dem angelegenentheile von Lappland den nahmen giebt, daß eS Uma-Lapmarckgencnnet wird. Hermannid* dcscr. Sueci*. Leschretbunavon Schweden , p. II. c. 3. *

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HltJMANlSTiE, sind eine stete der neuern Rechtsgelehrten,welche die Römischen und Iustinianischen Rechte aus den Grie-chischen und Lateinischen antiquiläten, und der Historie erklären.Sie thaten sich allererst im XVL sieculo hervor, und war An­ dreas Alciatus der erste, so diese lehr-art einführte. Weil indiesem sieculo die Lateinische und Griechische spräche durch hülffePolitiani, Parrhasii, Bembi, Erasmi und anderer, welchenallen Laur. Valla vorgegangen war, wieder in vorigen standgesetzt wurde, und die begierde die alten authores aus dem staubehervor zu ziehen, zu corngiren und zu erläutern,eine durchgängi-ge mode wurde, auch Alciatus sahe, daß hierdurch der Römi-schen Rechtsgelehrsamkeit zugleich ein licht aufgesteckt würde,gebrauchte er sich dieser Mittel mit so gutem Vortheil, daß ihminsonderheit in Franckreich und Teutschland viele nachfolgten,welche das von ihm angefangene werck immer mehr und mehrzu seiner Vollkommenheit brachten. Absonderlich machte sichCuiacius sehr berühmt, als von welchem die gantze secle nach-gehends Cujacianer gencnnet worden. Ihre arbeit bestundhauptsächlich darinnen , daß sie den text nach den bewährtestenmanuscriptis von den bisherigen fehlern der Vulgär® säuberten,die llberbleidung der alten gesetze und bücher der RömischenRcchtsgelehrten zusammen trugen, die Griechischen constitu-tiones und deren ausleget ans tagelicht stelleten, und diedun-ckeln stellen aus der Historie, und stellen der alten authorumerklärten, und also von den ungsräumten auslegungen derAccursianer rotteten. Ob sie nun zwar hierinnen den rechtenweg gefunden, so verfielen doch darbey einige vornemlich indiesen fehler, indem sie erstlich allzusehr an dem buchstaben undvariantibus lectionibus hiengen, und hierbey die applicacioader gesetze in dem bürgerlichen leben vergaffen; daher es gescha»he, daß ihre schristen bey den geeichten und entscheidung derrechts-händel in kein ansehen kamen , sondern in diesen dieAccursianer jedesmal den vorzug behielten. Gravina, 0 . j. Civ.lib. I. c. 170.

Humber, ein grosser fluß in Engelland, welcher Porckshirevon Lincolushire absondert. Er hat keinen eigenen Ursprung ,sondern wird von unterschiedlichen zusammen lanffenden flüffengemacht. Die vornehmste daran gelegene örter, sind Hüll inDvrckshire und Barton auf der andern seile in Lincolnshire , all-wo er sehr breit ist , und sich noch immer mehr und mehr er-weitert, bis er endlich in die see fället. Camdeni Britannia.

Humbertus I. Graf, Dauphin von Viennois, aus der fami-lie de la Tour du Pin. Er vermählte sich mit der PrintzeßmAnna von Dauphine, welche Guidonis XI. so »m das jähe1270. starb, einzige tochter war, führte einen krieg wider Sa,voyen, und wurde von allen Potentaten seiner zeit sehr hoch ge-halten, hat auch verschiedene stistungen zu klöstern gethan. Erstarb endlich an. 1307. in einem Carthäuser-habit. Sein söhn,Johannes II. succedirte ihm. Die andern kinder waren Hugo,Herr von Foucigni, so an. 1323. ohne erden verstarb; Guido,Baron von Monlauban; Henricus, Bischoffvon Metz, so an.1324. verstarb; Adelheid, so an. 1287. mit Graf Johanne!,von Forets vermählet wurde; Margaretha, des Grafen Fride-rici von Saluzze gemahlin; Beatrix, Hugonis von Chalons,Herrn von Arley, gemahlin; Calharina, die an Philippumvon Savoycn, Printzcn von Acbaia, vermählet; Alexia«so zum ersten mal mit Aimaro von Poitiers, und zum andernmal mit Amadäo V. Grafen von Savoyen , vermählet wurde;und Maria, so Prior der Carthaus zu Salettes war. Du ebene,hist. de Dauphine. Guicbenon & Paraden , histoir. de Savoye,Cborier , histoir. de Dauphine tom. II. liv. VI.

Humbertuo II. Graf und Dauphin , succedirte seinem bru»der Guidoni XII. welcher an. 1333. umgebracht wurde. Jo»hannes, Humberti I. söhn, war sein vatter. Humbertus II.

S rgte mit Maria von Baue einen Printzen, nahmens Andreas.

s er aber einstens mit demselbigen zu Grenoble in dem fensteeseines pallastes spielte, ließ er das kinb in den fluß Isere herabfallen. Nachgehcnds wurde er zum General von einem seid.zuge wider die ungläubigen erkläret» halte aber kein glück, weiler zwar tapfer, aber von keiner sonderlichen klughcit war. Nachseiner zurückkunft an. 1343. vermachte er Dauphine an. 1344.Philippo VI. Valesio , durch eine donationem intet vivos . mitdem bedinge, daß sein zweyter söhn Philippus das land besitzen,den titul und das wapen davon führen, und ihm eine summegelbes davor bezahlen sollte. Dieser tractat ward an. 134-.nicht allein bestätiget, sondern auch sogleich exeauirel, indemHumbertus den besitz des landes Carolo, dem ältesten söhne )o«hannis, Hertzogs von der Nvrmandie, des damaligen Französi­ schen Cron-Printzens, abtrat. Nachgehcnds nahm er den geist-lichen stand an, begab sich an. >331. in ein Dominicaner-klo-ster, und nahm zu gleicher zeit diesen geistlichen ordcn an. Erwurde bey der messe zu Mitternacht Sub-Diaconus ; bey der vorangehendem tage Diaconus ; und bey der dritten Priester. Achttage darauf würde er zum Titular-Patriarchen von Alexandria ,zum Prior der Iacodmer zu Paris , und stätigem Adminiilra-tore des Ertz-Bißthums Rhcims gemacht. Er starb den rr.may an. 1334. zu Clermont in Auvergne. Du ebene, histoir.des Dauphins. Cborier , histoir. de Dauphine. Daniel , hist. deFrance liv. II. col. 493· feg.

Humbertus I. mit der weissen Hand zugenannt, Grafvon Maurienne und Savoyen. Er regierte um das »ahr 1023.oder 1037. und ist ein stamm-vatter des Hauses Savovcn.Etliche

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