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hannes jtt Stoltzenberg und Soda, Iohannem Hartmuth undFridericum zeugte. Johannes Hartmuth wurde Wurtembergl-scher Rath und Ober - Amtmann zu Weinsberg und Mcckmühl,hernach Vitzthum zu Aschaffenburg , und starb an. 1646. hinter-lassende Iohannem Fridericum zu Salmunster, welcher ein vat-ter Johannis Henric; , diestr Iohannis Wilhelmi, und dieserhinwiederum Maximiliani worden; Gevrgium Ludvvicum zuSoda und Salmunster, Obersten und Commendanten zu Ha-nau, von welchem Georg Friedrich, Johann Philipp und Jo-hann Reichart entsprossen, davon der erste nebst seinem söhn ge-storben , der andere aber hat etliche söhne gezeuget; und Philip-pum Ehreureich , dessen söhn, Johann Philipp , als TentscherOrdens - Ritter an. 1684. vor Neuhäusel geblieben. Friedrichvon Hütten, zu Stoltzenberg, war gebohrcn an. 159,0. undstarb als Oberster an. 1639. Sein söhn Johannes, Wurtzbur-aischer Rath und Amtmann zu Mainberg, ist ein vatter wordenFrancisci Christophori, welcher den 2. october an.i724. zumBi-schoffe zu Würtzburg, und Hertzoge in Francken erwehlt wor-den ; Francisci Ludovicr, so Dom - Herr zu Würtzburg,_ St.Burckhard und Comburg war, den geistlichen stand aber resignir-te, und sich mit Johanna Juliana, Freyfrauen von Bicken,verheurathete; Petri Philippi, der an. 1679. gebohren, und an.1692. Dom - Herr zu Würtzburg ward; Conradi Wilhelmi undFriderici Casparis. Ruxneri turnier - buch. SpangenbergsAdel- spiegel, P. II. Petri Loticbii poem. üb. IV. cleg. 5^ Se-ekendorf. histor. Llltheran. Bucelini Germ. stemmatogr. Joh.
Max. Humbrachto höchste zierde Deutschlands , Pol. 167. Peq.
Hütten, (Johann von) war Ludwig Huttens von Fran-ckenverg söhn, einer der geschicktesten und annehmlichsten Caval-ticrs seiner zeit. Sein vatter, der mit Hertzog Ulrichen von Wür-temberg wohl stund, that ihn, nachdem er sich im Venetiam-fchen kriege eine weile versucht, an dessen Hof, allwo er sich auchin kurtzer zeit so beliebt machte, das; er Hof - Marschall ward ,und lebte der Fürst sehr vertraut mit ihm, bis er eines Wurtem-berqischen Generals tochter heurathete; denn der Hertzog verlieb-te sich in dieselbige, und beredete sie auch zu seinem willen ; dochwar ihm der mann im wege, der seine frau allzugenau beobach-tete , daher er den entschluß fastete, ihn selbst auf den knien zubitten, er möchte ihm doch diese liebe erlauben. Hütten, derwohl sahe, daß die fache zu seinem verderben ausschlagen wurde,entschloß sich wegzuziehen, und wendete eine familien - angele-genheit vor. Aber der Hertzog, der wohl verstund, was es hcis-fen sollte, ermordete ihn rmter dem schein einer Unterredung indem Beblingischen walde, und hieng ihn mit seinem gürtel aneinen bäum, wiewol er durch seine guten freunde abgenommenund heimlich begraben ward. Diß geschahe an. 1515. Deincörper soll 4. iahr hernach, da man ihn ausgegraben, noch gantzfrisch geblutet haben. Einige sagen , seine frau sey des Schloß-Hauptmanns Thumii tochter gewesen, mit der er sich auf an-stiften der Hertzogin verheurathet, weil sie der Hertzog vorherschon geliebet. Memoires de literat. tom. I. pag. 399. seq.Hartmanns Augspurgische chronick.
-Hütten, (Ulrich von) ein söhn Ulrici von Hütten, wurdean. 1488. den 20. oder 21. april aufdem schlösse Dtöckelberg ge-bohren, und an. 14YY. in das kloster Fulda geschickt. Weil ihmaber dieses leben nicht anstund, so gienq er , ehe er noch prvfeßgethan, auf einrathen Croti Rubiani und durch beyhülffe des
f elehrten Schwäbischen Ritters Eitelwolfs von Stein nach;ö(n auf die hohe schule, und von da an. 1506. auf die neu - an-gelegte Universität zu Franckfurt an der Oder, allwo er, wie maninsgemein berichtet, bey der ersten Promotion in dem 18. jähreseines alters Magister wurde. Nachdem er etwa anderthalb jähran diesem orte gelebet, und nun im begriff war , sich von darweg zu begeben, schenckte ihm der Marggraf Albrecht von Brandenburg , nachmaliger Churfürst zu Mayntz, 200. duca-ten , um seine studien desto besser fortzusetzen. Er begab sichdarauf an. 1508. nach Italien , nahm, weil er kein gelb vonHanse bekam, unter den Kayserlichen kriegs - dienste, undwohnte, ungeachtet seiner maladie, der delagcrung von Pa-dua bey. In diesem 1509. jähre reisete er wieder nach Deutsch land , und kam bis in Pommern , da ihn die Neapolitanischekranckheit, so er in Italien bekommen, sehr hart angriffe, undweil ihn ein viertägiges fieber dazu überfiel, gerieth er in solchearmuth, daß er das brodt vor den thüren suchen, und oft aufder gaste schlafen muste. Endlich nahm ihn der Bürgermeisterzu Grypswalde, Wedcqus Loßius , in sein Haus , und streckteihm etwas geld vor, begegnete ihm aber so unhöflich, daß ersich im nov. entschloß, zu fuß nach Rostock zu gehen. Als eraber nicht weit von der stadt gekommen , überfielen ihn die vonLoßio nachgeschickte leuthe, und nahmen ihm alles, was er anund bey sich hatte. In diesem schlechten zustande kam er nachRostock , docirte daselbst mit ungemeinem zulauf, und ließ diegetichte, so er auf den von Loßio ihm angethanen fthimpf verfer-tiget, an. 1510. zusammen drucken. Nach diesem hielt er sicheine zeitlanq zu Braunschweig auf, und wendete sich von darnach Franckfurt am Mayn , gieng aber im dec. an. 1510. nachWittenbcrg, allwo er an. 1511. den 13. febr. sein buch de ArteVersificatoria zu ende brachte, und es zu Leipzig drucken ließ.Von dar reisete er in grosser dürüigkeit durch Böhmen nachMähren , allwo ihm der Bischoff zu Olmütz , Stanislaus Thur-ro, ein Pferd und ein ansehnlich reise - geld , der Dom - Probstaber einen schönen ring schenckte, worauf er sich nach Wien wen-
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dete, und bey vielen vornehmen und gelehrten leuthen in beson-'dere Hochachtung kam. Ob er nun gleich durch die dem KavserMaximilians zu ehren verfertigte verse, weiche Joachimus Va-dianus und andere zu ansang des jahrs 1512. in den druck gaben, 'auf das neue einen grossen rühm erlangte, so wollten doch dieseseine studien und lebens - art weder seinem vatter noch den Geist-lichen zu Fulda gefallen. Denn diese hätten ihn gern in ihr klo-ster gehabt , jener aber wünschte nichts mehr, als daß er ein gu-ter ^ur«st werden möchte, damit er seiner samilie dermaleinsnützliche dienste leisten könnte. Er entschloß sich also endlich, aufemrathen Croti Rubiani, dem vatterlichen willen zu folgen , be-gab sich an. 1512. im april nach Pavia , und legte sich , Unge-achtet er ein viertägiges fieber bekam, mit äusserstem fleiß aufdie Rechtsgelehrsamkeit. Er hatte daselbst in dem vierten mo-nat nach seiner ankunst das Unglück, daß ihn die Franwsifche be-satzung gefangen nahm, die Schweitzer aber, da sie die stadt er-oberten , ihm alles das seinige raubten , worauf er im juliokranck und von allen Mitteln entblößt nach Bononien kam. Alsnun der Kayserliche Botschaffter und Bischoff zu Gurck, Mal-thaus Lange, zu ausgang des gedachten jahrs durch diese stadtgieng, ersuchte ihn die Teutsche nation, aus denselben ein La-teinisches geticht zu verfertigen, womit er aber bey dem Bot,schaffter schlechten danck verdiente. An. 1513. ließ er sein ge-tichl, Vir llont>8 genannt, zu Bononien drucken , und fahe sichgenothiget, wieder in den krieg zu gehen , wiewol er dieses malwegen seiner beschwerlichen kranckheit, davon er gantz lahm war,nicht lange im selbe geblieben, sondern sich bald nach Rom ge-wendet. Wie er aber daselbst an. 1514. durch den von Sterndie zeitung erhielt, daß Albertus, Marggraf von Brandenburg,Ertz - Bischoffzu Mayntz worden, und gesonnen sey, eine 80ccietatem literariam in Mayntz aufzurichten, kam er wiedernach Deutschland , und ließ seine epigrarnnvata zusammen dru-cke». Ob er nun zwar hoffte, daß er von seinem vatter undfreunden besser als das erste mal würde angesehen werden, nach-dem er sich aufdie Rechtsgelehriamkeit geleget; so schlug es ihmdennoch fehl, und sagten seine feinde , weil er weder Lackornoch Magister wäre, so sey er nichts, welches ihn dann auchveranlaßte, ein gespräch unter dem tltul Nemo zu schreiben, wo-durch er sich aber bey den liebhabern der scholastischen Philoso-phie grossen haß und feindschasst zuzöge. Er nahm also feine zu«flucht zu dem vorgedachten von Stein und dem Frowin von Hüt-ten ; davon ihm der erste rieth, ein earmen auf des Churfür-sten Albertt einzug zu Mayntz zu schreiben, welches er auch ver-richtet , so vor ein mejfter - stück gerühmet wird, und schenckteihm der Churfürst 200. ducatener blieb auch den Winter an.1514. meistens in Mayntz. Inzwischen hatte Johannes Reuch-lin oder Capnio mit einem getauften Juden zu Cbln, nahmensPfäfferkorn , viel verdrieslichkettcn gehabt; an diesem sich nunzu rächen, nahm er die gelegenheit, da an. 1514. ein anderergetaufter Jude zu Halle in Sachsen wegen mißgehandelter ho,stien und anderer übelthaten verbrennt wurde, und schrieb Ex-
clamationem in sceleratiffimam Johannis Pipericorni vitam.
Er mag auch damals entweder selbst angefangen, oder doch an,gegeben haben , die so bekannten Episto!a8 obscurorum virorumzu schreiben. Desgleichen machte er auch ein grosses Lärmen,Triumphe Capnionis genannt. In der fasten des 1515. jahrsgieng er mit dem Herrn von Stein nach Franckfurt am Mavn,um Erasmum zu sprechen , und von dar in das Embscr - bad,allwo er zu seinem qrösten leydwesen erfuhr, daß der von Steingestorben, und daß der Hertzog Ulricus von Würtemberg seinenVetter, Iohannem von Hütten, umgebracht habe. Er schriebhierauf an Marquardum von Hattstein , Dom - Herrn zuMayntz, einen hitzigen brief, gieng in etlichen Wochen nachMayntz , und verfertigte daselbst Oeplorationem in milerabilemJohannis de Hütten interitum , in Versen , wie auch an Jacv«bum von Fuchs, Dom - Herrn zu Bamberg , einen ausführli-chen bericht, und an des entleibten vatter eine lange consola»wriam. Mittlerweile war die Huttenifche familic auf raachewider den Hertzog bedacht, und als unser Ulricus im iul. aufsein vätterlich schloß Stöckelbcrg kommen , schrieb er eine ankla-ge in Lateinischer spräche an den Kayser und Stände desReichs, welche, wie auch die nachfolgende 4. orationes anHeftigkeit des Ciceronis in Latilinam übertreffen, an reinig-keit der spräche aber gleich kommen. Ob er nun wol hier-durch seiner familte zu dienen suchte , blieb doch sein vatterdabey, daß er seine bisherige stndia fahren lassen , und Doctorwerden sollte. Daher (weil er an dem von Dtcin seinen Pa,tron vcrlohrcn ) er sich im folgenden herbste zum dritten malnach Italien begeben muste, worauf er bey der zurückkunst seinebedienung am Mayntzifchen Hofe antreten sollte, welches erErasmo klagte, und vielmehr wünschte ein paar iahr bey ihmzuzubringen , und mit ihm nach Engelland zu gehen. In Ita lien nun hörte er zuerst Jasonem Maimim , ließ aber den vor,satz vockor zu werden bald fahren , legte auch seine Poesienicht bey feite, sondern schrieb in annum 1516. Prognosticonad Leonem X. P. M. wie auch anders mehr < und hielt sich bisin sommcr zu Rom auf; weil auch des Reuchlins streit - fachemit den Prediger - Mönchen wegen den büchcrn der Jüden nachRom gelanget war, so setzte er eine intercellionem an den Car-dinal Adrianum Gastellenkem für Rcuchlin in verscn auf, undließ sich auch bey der Ära Loriciana neben andern Poeten hö-ren. AIs er aber zu Viterbo mit einigen bedienten des Franzö sischen Gestutdten am Päpstlichen Hofe in ungelegcnbcit
gera«