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Herathrn, und denjenigen , so ihm einen ziemlichen hieb über denjincken backen versetzet, erleget, auch die übrigen 4. starck blcßirt,so glaubte er, vor den Franzosen in Rom nicht sicher zu seyn ,und begab sich deswegen nach, Bvnonien , schickte aber vorheran Crotum Rudianum das über diese rencontre gemachte epi-gramma nebst verschiedenen de Statu Romano, und dedicirtcdem Nicolao Gerbelio seine Epistolam äst Alaxirnilianum Caesa-rem Italiae fictitiam , worauf Eobanus Hessus eine schöne ant-wort verfertiget. Er nwdjtc auch allhicr die andere, dritte undvierte oration wider den Hertzog von Würtemberg, und einaesvräch, Phalarismus betitelt, richtete aber nichts damit aus,sondern der Hertzog ward absolviret. Hütten lebte nun zwarbey den Gelehrten in grossem ansehen, weil er sich aber desReuchlins sehr eifrig annahm, und die epistolaz obstrurorumvirorum verfertigte oder doch verfertigen ließ, so predigten dieMönche öffentlich wider Erasmum, Reuchlin und Hütten, undda die beyden ersten sich öffentlich entschuldigten, blieb die schuldauf dem von Hütten allein, und wurde er durch BilibaldMrckheimern an. 1517. geivarnet, daß Meuchelmörder widerihn ausgeschickt wären. Weil er auch dem Francisco Maria vonRovere, so das Hertzogthum Urbiuo besessen, wider das imjan. ergangene Päpstliche verbot, aus gcwohnheit den titulals Hertzog von Urdino gegeben, so ward er in dann gethan.Als auch zwischen den Teutschen und Jtaliänern zu Bvnonieneine aufruhr entstanden , und ihm aufgetragen war, die facheder Teutschen nation bey dem Gouverneur der stadt zu defen-biren, er aber denselben durch die an ihn gehaltene rede heftigerzürnet hatte, so muste er sich gegen ende des sommers an.izi?. von Bononien nach Ferrara begeben, da er sich etlichetage aufhielt, und von zwey Herren von Hütten, so nach Sy rien reiseten, nach Venedig beruffen wlirde. Von bannen gienger nach Stöckelberg, und beschloß seine epigrammata aus denKayser und den Venetianischen krieg heraus zu geben, dedicirtcsie auch dem Kayser. Peutnrger nahm hierdurch gelegenheit,ihn bey demselben zu recommendiren , ließ ihn zu sich nachAugspurg kommen, und brachte es dahin, daß ihn der Kayserzum Ritter schlüge, und zum Poeten crönte. Damals befandsich auch der Churfürst Albertus von Mayntz bey dem Kayser,welcher den von Hütten versicherte, daß er die vor etlichenjähren von dem Herrn von Stein vor ihn ausgebätene bedie-nung haben sollte; worinn aber selbige bestanden, hat er nir-gends gemeldet, es scheinet aber, daß es entweder eines Cam-mer-Herrn oder geheimen Raths stelle gewesen. Im nov. be-gab er sich wieder nach Stöckelberg, und dedicirtc PapstLevni X. des Laur. Vallä Oeclamationem ste falso credita &ementita Constantini Donatione , gieng unter der suite desKönigS Caroli mit in Spanien , und kehrete über Franckreichzurück. An. iz ig. langte er zu Mayntz an, und legte sich eine dt-bliotheck zu. Damals hatte man allda ein manuscript vom Li-vio mit Longobardischen duchstaben gefunden, in welchem zweyneue bishero abgängig gewesene bücher befindlich waren. Hüttenmachte hierzu eine dedication an seinen Churfürsten, und warddieses werck an. 1 zig. zu Mayntz gedruckt; er folgte auch seinemChurfürsten nach Augspurg auf den Reichs-tag, auf welchemderselbeden Cardinals-hut empfieng. Er trieb dabey noch im-mer die studien, und schrieb verschiedene fachen, als ein gespräche. unter dem titul Aula , machte auch eine Exhortationem äst Prin-cipes Germanos, ut bellum Turcis concordialiter inferant,und ließ an Pirckheimern eine lange Epistolam vitD suae ratio-nem exponentem von Augspurg abgehen, und drucken , triebauch auf dem Reichs-tage mit allen kräfften des Reuchlins angerjegenheit, gieng endlich wieder nach Mayntz,curirte sich an seinerbeschwerlichen kranckheit, und schrieb 2 . dialogos, Febris ge-nannt. An. i?i-. befand er sich unter der armee, welche derSchwäbische bund wider Würtemberg zu selbe führte, schriebauch die gratulations-rede über den überwundenen Hertzog, undließ seine wider denselben verfertigte stachen zusammen drucken.Zu ende des monats may gieng er wieder nach Mayntz, undwar willens zu heurathen, that eine reise nach Italien ', fandzu Fulda in der bibliotheck Plinium, Quintilianum und Mar-cellinum, wie auch ein manuscript sts Unitate Eccleiiae conscr-vanda & Schifmatc inter HenricumlV. &Gregorium V1J. wel-ches er an. zu Mayntz drucken ließ. Er verfertigte auchsein buch ste Lue Venerea & Ligno Guajaco , darin» er feinecur an sich selbst erzehlet, und gab einen stialogum . Fortunagenannt, ingleichen seine Triadem Romanarn und Inipicientesheraus. Jmmittelst hatte er Luthers schriften gelesen, und nahmsich dessen fache mit grossem eifer an, in Hoffnung, der neue Kay-ser Carolas V. würde ihm gleichfalls beystehen. Er schrieb einenkurtzen auszug, wie sich allezeit die Päpste gegen den TeutschenKayser» gehalten, fand auf der reise zu Boppard im Trierischcnein manuscript, und edirte es an. i z ro. mit diesem titul: steSchismate extinguendo & vera Eccltsiastica Libertate adseren-da. Er schrieb von Mayntz unterm 4. um. an Lutherum, undreiftte noch selbigen tag nach Brabant zu dem Ertz-HertzogeFerdinand. Weil er sich nun völlig vor Lutheri partcy erklärte,die Teutsche freyheit wider den bisherigen zwang in rcligions-sachen defendiren wollte, und zu seinem wahl-spruche aus seine. schriften setzen ließ: jacta est alea , oder vive libertas , oberdirumpamus vincula eorum & projiciamus a nobis jugumjpsorum , so schrieb der Papst a» Carolum V. und andere Für sten , befahl auch dem Inquisitori Hogstraten , daß er ihn gefan-gen nehmen, und nach Rom schicken sollte; ja es waren auch ei-Histor. Ltxictn IV. Theil.
nige, so ihn mit gift oder durch das schwerdt heimlich aus demWege räumen wollten. Solches ward ihm an des Kayftrs Hofzu Brüssel hinterdracht, da er sich mir etlichen reutern wiederumnach Ober-Tenlschland aufmachte, unterwegs aber Hogstratenantraf, welchem er mit seinem schwerdt den tob dräute; als eraber vor ihm zu fusse fiel, ließ er ihn ziehen. Der Papst be-schwerte sich bey dem Churfürsten von Mayntz , wider die vondem von Hütten edirte und zu Mayntz gedruckte bücher, welchesden Churfürsten veranlaßte,daß er ihn von seinem Hofe dimittir-tc, und seine bücher bey strafe des bannes zu lesen verbot. Da eralso vor der Geistlichkeit nicht sicher war, begab er sich nachFranckfurt, und im sept. aufdeö Frantz von Sickingen vesteSschloß Ebernburg, und schrieb von dar aus mit grosser Heftig-keit in Latein an den Kayser, an den Churfürsten Fridericumvon Sachsen, und Albertum Churfürsten von Mayntz,an Seba-stian von Rothenhahn , und an die Fürsten und alle Ständevon Teutschland, beschwerte sich wider die ihm angedrohete ge-malt , und ermähnte die Teutschen , das von der Geistlichkeitihnen aufgelegte joch abzuwerffen, und sich wieder in die ihnenangebohrne freyheit zu setzen, welche er auch so hoch schätzte, daß,ob ihm gleich der König in Franckreich 400. cronen jährlichepcnsion und den titul eines Raths angeboten, mit dem bedinge,daß er sich aufhalten möchte wo er wollte, er solches doch nichtannehmen, und keinem auswärtigen Printzen sich unterwürfigmachen wollen; gab sich auch auf verschiedenen von seinenschriften den titul Germanien Libertatis Propugnatoris , Undquitlirte seinen platz unter des Frantz von Sickingen regimente,so aus lauter Rittern bestund , welche von dem Kayser CarolaV. dopvelten sold, nemlich 200. ducaten , pension bekamen.Obbemeldte klag-sshreiben hat er damals bald in Teutscher sprä-che heraus gegeben, damit es auch der gemeine mann wissenmöge; und damit er seine brüder und verwandten seinetwegenin keine Verantwortung bringen möchte, so cedirte er ihnen,als der erstgebohrne, das vätterliche erbe, und verbot ihnen,ihm mit nichts beyzustehen. Weil auch der Papst unterm iz.jun. eine bulle wider Luther » hatte ausgehen lassen, so machteHütten sehr scharfe rand-gloffen darüber, und ließ sie drucken.Da Luthers bücher zu Mayntz verbrannt worden, gab er inTeutschen und Lateinischen versen eine klage über den Lutheri-schen brand zu Mayntz heraus, desgleichen eine klage und ver-mahnung gegen die übermäßige gemalt des Papsts, und dieungeistliche Geistlichkeit. Ferner schrieb er einen brief unterm9. bec. an Luthcrn, darinn er grosse Hoffnung auf den Kay-serlichen General, Frantz von Sickingen setzet, daß , da er beydem Kayser in grossem ansehen wäre, er sich feiner und des Luthe-ri ernstlich annehmen werde, dedicirtc auch dem von Sickingendie von ihm in das Teutsche übersetzte gespräch-büchlein Febris
l. & II. Vadiicus und Inspicientes , und hatte vor, alle seineschriften zu vertentschen, damit sie der gemeine mann lesen könn-te. Er machte auch 4. andere gesvräche ßiillicidam, Monito-rem primum & seeundum und Prsdones genannt, welche eran. izri. dem Pfaltzgrafen Iohanni dedicirtc. Ferner ließ erum selbige zeit ein büchlein, so er bey Frantz von Sickingengefunden , wie man Gcmdlia halten soll, und von Verleihunggeistlicher lehn-pfründen, nebst Conrad Zärtlins ermahnung,daß ein jeder bey dem alten Christlichen glauben bleiben solle,drucken; schrieb hierauf ;. invectivas auf die 2. Päpstliche Le-gaten Hieronymum Alepandrum und Marinum Caracciolumund in Cardinales Epilcopos & Sacerdotes, Lutherum Worma».tiae in Concilio Germania : impugnantes. Desgleichen zweybriefe an den Kayser, einen an den Churfürsten Albertum, wel-chen er seiner beständigen Hochachtung versichert, wie auch zweybriefe an Luther »,welcher aber seine grosse Heftigkeit in religions-sachen nicht billichte, und sich daher nicht mit ihm einlassen wölk-te. Er schrieb ungefehr um diese zeit in Teutschen versen, Be-klagung der Freystädle Teutscher nation; lebendige Abcontra-factur des gantzen Papstthums, samt einer ermahnung an diefreyen starcken Helden Teutscher nation sich davon zu erretten, soAlanis Hutteni betitelt ist, und an. 16,2. unter der rubric:Aufwecker der Teutschen nation, wieder aufgelegt worden, u. a.
m. auch etliche ohne seinen nahmen, als eine klägliche klage anden Christlichen Kayser Carolum von wegen Luthers und Ulrichsvon Hütten, auch wegen der Curtisanen und Bettel-Mönche,durch bunds-genossep; zwey gespräch-büchlein, Karsthans,und dergleichen. Er gab auch seine entschuldigung heraus,als sollte er wider alle Geistlichkeit und Priesterschafft seyn , miterkläruna etlicher seiner schriften , und schrieb im jnl. aus demSickingischen schlösse Landstall eine demüthige erinncrung aneine gemeine stadt Worms . An. 1522. gieng er mit Frantz vonSickingen zu selbe, und strafte ein Carthaufer - kloster um20Q0. gold-gülden , weil sie sein bildnis verunehrt hatten. Erhatte sich aber schon ziemliche zeit vorher, ehe derselbe in seinemschlösse Landstall belagert ward, in die Schweitz retiriret, undsahe sich genöthiget, gute freunde anzusprechen, und vieleschulden zü machen. Er befand sich zu anfange des jahrSzu Bafel, da er von dem Rath mit dem össentlichen gefchcnckebeehret, und von den vornehmsten leuthen häufig besuchet ward.Erasmus, welcher ihn sonst so sehr in seinen schriften gerüh-met, war der einzige, so ihm keine Visite gab , auch keine vonihm annehmen wollte, aus furcht für der Geistlichkeit. Weil ernun in einem gedruckten briefe an Laurinum die deprecirungdieser besuchung dem zugeschrieben, daß der von Hütten wegenseiner grossen Unpäßlichkeit nicht ausser einer eingeheitzten stube
2) bleiben,