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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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suchet, um so viel weniger zu bewegen war. An. 1686.ward ihm die Groß-Schatzmeister-würde würcklich genommen,aber eine pension von ;ooo. pfund stcrling, die auch sein äl-tester söhn künftighin zu geniessen haben sollte, ausgemacht.Nach des Printzen von Oranicn ankunft in Engelland war ereiner von den ersten, so sich vor diesen Herrn erklärten, undward unter desselben rcgierung geheimer Rath und Lord-Lieu-- tcnant in Irriand, verlohr aber an. 1702. nach seiner Wie-derkunft aus diesem Reiche alle seine bedienungen, theils weilsich die Protestantische Irrländer über sein verfahren mit ih-nen beschweret, und man ihn vor einen heimlichen anhängerdes Königs Jacobi hielt, theils auch weil er dem KönigeWilhelms schon ehedem auf eine unbescheidene weise begeg-net. Er war hierauf im Parlement langezeit das Haupt derTorrifchen partey, und arbeitete allezeit gegen den Hertzvgvon Marlborough und desselben freunde, ward auch an. 171c».bey änderung des Ministerii Präsident vom geheimen Rathe ,"und starb an. i?n. Er war ein mann von durchdrin-gendem verstände und grosser fähigkeit, soll auch rechtschaffenund ehrlich, dabey aber etwas schwülstig, und allzu heftig ge-wesen seyn. Mit Henrietta, der fünften tochter Richardi Boy-le, Grafen von Burlington und Cork , zeugte er nur einen fohn,Henricum, Lord Hyde, und 4. töchter, nemlich (i.) Annam,vermählt an Iacobum Butter, Hertzog von Ormond; (2.)Henriettam, vermählt an Iacobum, Grafen von Dalkeith, äl-testen söhn Jacobi, Hertzogs von Monmouth ; (z.) Mariam ,vermählt anFranciscum, Lord Conway; (4.) Catharinam. Dersöhn, Hcnricus,heurathete Johannam, eine tochter des RittersWilhelmiLevisonGower,welche ihm z.töchter gebohren, i.)Hcn-ricttam; 2.) Annam, welche an. 1709. starb ; ;.) Johannam;4 .) Catharinam UNd;.) Charlottam. Peerage of England, I.p. 261. ziö. Heylyns help to Engüsh history, p. 269. 4S8.The compleat biß. of England, voJ. III. Eurnet, hilt. des dem.revoi. Rapin, tom. IX. X. Lamberti , memoir. tom. 11 .IV. VI.

DVde, (Thomas) ein hochgelehrter, und sonderlich in denMorgenländischen sprachen treflich erfahrner Engclländcr, wardzu Blllingsley in Shropshire an. 16; 6. von Ralph, einem Pre-diger, gebohren. Schon in feiner jugend that er grosse pro-gressen, daß man etwas ungemeines von ihin »erhoffte; wes-wegen er auch bey Verfertigung der Englischen Polyglottem vonWaltvn zu hülffe gezogen wurde, wie er sich dann in correctiondes Arabischen, Syrischen , Persischen , rc. gebrauchen liesse,und den Pentateuchum Periicum sowol in Persische cbaraöke-res übersetzt, als auch mit einer Lateinischen Übersetzung begä-bet. Er verstund aber nicht nrir Hebräisch, Arabisch, rc. son-dern auch das alte Persische und Medifche, und konnte derglei-chen schriften leftn, die ausser ihm niemand in Europa kannte.Das Chinesische hat er von einem gcbohrnen Chincser, voet.Tschin Fvcung, (welchen die Iesiuten mit sich aus China ge-bracht, da er etwa ;o. jähr hatte, und in der Chinesischen litera-tur sonderlich wohl geübt, auch der Lateinischen spräche nichtrinerfahren war,) erlernet. Er wurde in das Collegium Regi-nense zu Oxford als ein Mitglied rectplrt, und an. l66;.Proto-Bibliothecarius der Bodlejanisthen bibliotheck. Er pro,movirte nicht nur zuerst in Alagillrum Artium , sondern auchhernach in Doctorem Theologite, und wurde in gedachtemOxford Professor der Hebräischen, und hernach auch der Arabi-schen spräche; weiter an. 1678. Archidiaconus zu Glocester undan. 1S97. Ganonicus zu Orfvrd. Seine heraus gegebene schrif-len sind : Catalogus Biblioth. Bodlejanae, in fol. ; TabulaeLongit. & Latitud . Steliarum fixarum ex observatione UlughBeighi, ex Pers. in Lat.verCe & conimentar. illnllratae, in 4to;Abraham Ben Perizol Orchot haolam, oder Cosmographia mitLatein. Übersetzung und anmerckungcn, in 410 ; TraÄatus deEudis Orientalium in 8vo ; Historia Religion, veterum Persa -rum ; Epiltola de stlensuris & Ponderibus Sineniium , beydem tractat E. Berhardi de ponderibus & mens. &c. Er starban. 170z. in einem hohen alter, und hat nicht alles, >vas er vonMorgenländischen raritäteu zu publiciren vorhatte, der gelehr-ten weit communiciren können; und von diesen »»gedrucktensehr considerablcn wercken könnte eine grosse liste gemachtwerden. *

HYDRA, eine schlänge in dem morast Lerna inPeloponne-so. Sie wird von den Poeten mit ;o. Häuptern vorgestellet,von welchen, so eines abgehauen worden, viel andere an dessenstelle wiederum hervor gekommen. Doch sagen sie, daß Hercu. les, als er selbige zu tödten geschickt worden, sie endlich umge-bracht, indem er, so bald er einen köpf abgehauen, gleich feuerdaran gemacht, und dadurch verhindert hat, daß keine neuennachgewachsen. Die Astronomi haben ein gestirn daraus ge-macht. Ovid. üb. IX. metam. Hygini Astrom.

HYDRAUL 1 CA, von L-p«»;, aqua, und avXos, tibia, warnichts anders als eine wasscr-orgel, dergleichen bey den AltenClesibins erfunden hat. Sie bestund aus vielen vfeiffen , dieim wasser stunden, doch jede in gewisser distantz, und wenn daswasscr erregt wurde, gab sie einen schönen klang von sich; al-lein diese wissenschafft ist nach der zeit verlohren gegangen. Fan.eirol 1 . de reb. deperd. Pitifiut.

* HYDRÖMANTIA, eine Wahrsagung, welche durch das

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Wasser geschiehet, worinn man die bildnisse der götter vor sichzn sehen vorgab. Varro sagt, diese gattung zu wahrsagensey von den Persianern erfunden worden, und habe sich auchNuma Pompilius und nach ihm der weise Pythagoras derlei,ben bedienet. Er thut hinzu, man habe dabey auch die scelender verstorbenen anzuruffen, und blut zw vergiesscn pflegen,welche gattung sie ins besondere Necromantiam genennet ha-ben. Diese gattung von Wahrsagung war bey grosser strafeverboten, und zwar nicht nur bey den Christen, sondern auchvor Christi geburt bey den Heyden; obschvn Numa vorgegeben,daß er seine geheiinnisse dadurch gclernet habe. Antiqq. Grac.

& Latin.

HYDROPARASTATJE, siehe AQUARII und ENCRA-TITTE.

HYDROPHORIA , von CSa?, aqua, und yiqa , fero,war zu Athen ein fest, darinnen man die betrauerte, die im grosssen diluvio umkommen. Zu Aegina hielt man ein fest gici»ches nahmens dem Avollini zu ehren im monat velplunio,wvbcy allerhand wett-streite angestellet wurden. Meurßm. Fa.

soldus.

-^ydrusa, oder Tenos, eine Griechische insul unter Vene«tiansscher botmäßigkeit, welche einen brunnen hat, Dypnofusgenannt, dessen wasser sich nicht mit dem wein vermischenlassen will.

HYGI/EA, oder gesimdheit, eine Heydnische göttin, welchevor des Aesculapil tochter, von einigen aber vor dessen ehefrau ,ausgegeben worden. Ihre brüder werben Machaon und Po-dalirius, ihre schwester aber Jason von dem Griechischen Wort&ai , heilen, genennet. ürph. in hymn. Pomey , panth.myth. p. 2;;.

^Vginus, ein Atheniensischer Philosophus, welcher Telo-phorö in dem Römische» Bißthum succedirte. Er war dene-nige, welcher die weyhunq der kirchen und den gebrauch derpathen bey der taufe einführte. Der Blschoff zu Smyrna ,Polycarpus, wurde von ihm ordiniret. Platina. Maßrkht, desuscept. infant. ex baptisino.

Hyainus, ein berühmter Orammaticus , des Kaysers Au"gusti srcygelassener, und des Ovidii sehr guter freund, war, wieeinige wollen, aus Spanien , oder, wie andere sagen, von Ale«xandrien gebürtig. Er hat verschiedenes geschrieben, worun-ter sein Biber Fabularuin und Poeticon Astronomicum. Ei»anderer dieses nahmens hat Eibrum Gromatieum live de Limi-tibus constituendis, auch sonderlich ein buch de Castrametatio-ne, worüber Schelms sehr gelehrt commentirt hat, geschrieben.Fabricii bibl. Lat. *

Hylao, Theobamatis söhn. Die fabel meldet, daß er vonden gelehrten Nymphen eines gewissen brunnens, woselbst er vorHerculem, dessen favorit er war, wasser holen wollte, entführetworden. Als nun Hercules mit den Argonauten in die insulColchis gezogen,soll er in Mysien eine zeitlang stille gelegen, undauf Hylam gewartet, ihn auch in dem walde geruffen haben ,welches ein sehr starckes echo von sich gegeben. Strato. Vater.Flaccus, Argon. üb. III. Antomns Liberalit , metam.

* Hylica, der nähme, den die Alten einem see in Böoticngegeben haben, und welcher nunmehro der see von Thcbe ge,nennet wird : er ist kleiner als der Copaische; der berg Cocinoscheidet ihn gegen norden, und der berg Phönicias oder Sphin.gris gegen wessen davon ab. Diese zwey scen stiessen vor zeltenzwischen diesen zwey bergen zusammen: der Ptoos liegt demHylicancr-see nord-ost, und der Hypatus zwischen dem see undThcbe gegen süden und gegen süd-ost. Über diesen berg gehetein weg dem meer zu, gegen norden des Euripi. Der see ansich selbsten scheinet gleich breit und lang zu seyn, und hat inallweg nicht viel mehr als zwey Französische weilen im durch,schnitt; er ist öfters mit wilden vögeln gleichsam bedecket, undsonsten sehr fischreich. Whelers reife in das Griechenland ,tom. II. üb. II.

* des Hercnlis und der Deianirä ältester söhn. v--.dorus Sicnlus, IV. p. 241. Er heurathetc nach feines vatterStvde die Ivlem, wie es leidiger befohlen hatte, und retirirlesich mit seinen gcschwistern vor dem Eurystheo nach Trachinc,zu dem Ceyce, weil er aber hier auch nicht sicher war, endlichnach Athen , woselbst er schütz fand , und da es zwischen ihmund Eurystheo zur schlacht kam, und dieser, wie dieselbe un-glücklich auf seiner feite ausschlug, sich mit der flucht falvirenwollte, holete er ihn ein, und machte ihn mithin nieder. Erkehrte hierauf in den Peloponnesum zurück, weil aber dagegendie pest denselben befiel, muste er mit seinen anqehörigen aufdes Oraculi befehl denselben wieder verlassen. Er fragte da-her das Oraculum zu Delvhis, wenn er wieder dahin zurückkehren sollte, und da ihm solches antwortete: er solle die drittefrucht erwarten, verstand er solches von dem dritten jähre.Allein wie das Oraculum das dritte menschen-alter gemevnet,also war er auch so unglücklich, daß er, da er nach drey jäh-ren wieder kam, und endlich die fache mit dem zwcykampf aus-machen wollte, von dem Echemo , Könige zu Tegea, erle-get wurde, worauf denn die feinigcn, dem gemachte» gebmgenach, erst in jähren ihre zurückkunft in den Peloponnesum

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