272 jac
dem selbigen mit ihrer resolution aufzuwarten, votiere dennnebst 4. Rathsherren und 8. gemeinen von der stadt Londen ihre addreffe dem Printzen überreicheten. Mittlerweile aberschicketen eben diese zu Londen versammelten Lords zu dem Kö-nige nach Feversham, und liessen ihn bitten, wieder zurück zukommen, so daß er auch den -5. dec. nach Rochester, und desnächsten tages nach Londen kam. Allein er retirirte sich zumandern mal, wozu ihm Wilhelmus selbst die gelegenheit ließ,der auch vorher seine anhaltung auf der ersten flucht nicht gerngesehen hatte, und kam wieder zurück nach Rochester, in be«gleitung der Grafen von Dumdarton, Arran und anderermehr. Von dannen machte er sich des morgens um 2. uhrauf, und gieng nach Franckreich, nachdem er zuvor alle zuberuffung eines Parlements gehörige schriften verbrannt, undeinen brief von eigener Hand hinterlassen, des inhalts, daß ersich deswegen fortgemacht, weil des Printzen garde um u.uhr in der vorigen nacht ihre post zu Whitehall genommen ,er auch über dieses durch ;. Lords des nächsten morgens umI» Uhr gleichsam eine ordre bekommen« sich vor 12. Uhren ausseinem pallast weg zu machen. Mittlerweile riß das gemeinevolck in Londen die neu-aufgebaueten capellen nebst den capel-ien des Spanischen und Florcnkinischen Abgesandten darnieder,der Lord-Cantzler Ieffries aber und andere mehr, die man derRepublick vor schädlich hielt, wurden in arrest genommen,und der erste gab bald darauf im Tower seinen geist auf. End-lich , nachdem man allenthalben ausgesprenget: daß die Irr.länder ein blut-dad und sonderlich zu Londen anzurichten wil-lens wären, so stund das gantze volck auf, und der Lord-Ma-jor nebst den Rathsherren und gemeinen der stadt ließ denPrintzen von Oranien ersuchen, daß er vollends zu sie kommenmöchte. Den 22. dec. nach des Printzen ankunft, kamen diegeist - und weltlichen Lords in dem Ober - Hause zusammen,nachdem sie vor wenig tagen eine association unterschrieben, undersuchten den Printzen, daß er die Verwaltung der rcgierungüber sich nehmen, und auf den 22. des nächstfolgenden jan.eine Versammlung deruffen möchte, so, daß die Parlements-glieder, welche zu des Königs Caroli II. zeiten gcbienet, ersehet,neu sollten. Da nun die gedachte Versammlung den 22. jan.bey einander war, danckten sie vor allen dingen dem Printzenvor dasjenige, was er bereits gethan, und recommendirten Irr-land seiner Vorsorge. Acht tage hernach erklärete die Versamm-lung , wiewol nicht ohne vielen Widerspruch in dem Ober-Hau-se, den Englischen thron vor vacant. Als hiernächst die Ver-sammlung eine declaration aufgesetzet, um alles wiederum ineinen vesten und guten stand zu setzen, so erkläreten sie den Prin-tzen und die Printzeßin von Oranien zum Könige und Königin,so daß die adminlstration in beyder nahmen, die würcklicheausübung aber der Königlichen gemalt allein bey dem Königeseyn sollte. Die succeßion betreffend, so ward beschlossen, daßvor allen andern die erden der gegenwärtigen Königin, in er-mangelung aber dieser die Printzeßin Anna nebst ihren erben,und in entstehung selbiger, des Printzen seine in der regicrungnachfolgen sollten. Bald darauf wurden beyde Majestäten öf-fentlich proclamiret. Diejenigen, welche sich von dem Schott-ländischen Adel in Londen befanden, ersuchten den König, die ad-ministration der regicrung ihres Reichs ebenfalls auf sich zunehmen, und eine Versammlung daselbst zu beruffen, welcheser auch bewilligte. Indem nun die Versammlung saß, bekamsie 2. briefe, einen von dem Könige Iacobo,' und den andernvon dem Könige Wilhelm. Ehe sie aber noch den ersten eröf-neten, machten sie zuvor eine acte, worinn sie ihre Versamm-lung vor frey und rechtmäßig wollten gehalten wissen, und er-klärten endlich den 12. april an. 1689. den Schottländischenthron gleichfalls vor vacant. Nach diesem setzten sie eine decla»ration ihrer rechte und freyheiten auf, und erklärten den Prin-tzen und die Printzeßin von Oranien auf eben die weise, wiedie Engelländische Versammlung gethan, zum Könige und Köni,qin. Als nun der König Jacob sahe, daß die Schott!«indischeVersammlung seinen brief nichts achtete, stiftete er den Burggra-fen von Dundee , welcher sich davon entzogen, an, daß er mitdeystand der Bischöffe eine andere beruffen sollte; allein allesvergeblich. Hierauf büssete Dundee in einer schlacht das lebenein, wodurch Jacobi interesse nicht wenig schaden litte. Nachdiesem segelte er selbst den ro. mertz von Brest ab , landete inJrrland an, und brachte in kurtzem fast das gantze Königreichunter sich, bis auf Londondcrry, welchen ort er von dem endedes aprils an, bis auf den 1. jun. belagerte, da denn die be-lagerten sonderlich durch Hunger sehr viel ausstunden, und sichüber alle Massen tapfer hielten. Es ward auch endlich seine ar-mer mit grossem Verlust zurück getrieben, so, daß sie ihre bagagr,stücke und ammunition hinter sich im stich lassen musten, undnoch dazu der Französische General Monmon in einem ausfalltgetödtet wurde. Keinen bessern siicceß hatten des Jacobi troup.pen wider die stadt Jnskilling. Der König Wilhelm schickte denHertzog von Schomderg hinüber, welcher den 24. aug. an. 1689.nicht weit von Bangor anländete, und nach einer belagernngvon etlichen tagen Carickfergus eroberte, worauf Jacobus alleJrrländer von 16. jähren bis aufs 60. aufbot. Im folgendenoctober eroberte der Hertzog von Schomderg Charlemont, undtrieb die Jrrläuder von dem Newry -paß hinweg, wovon des Kö-nigs armee wenig Meilen entfernet, und 10000. man» starckwar. Als im nov. die Französische Catholickcn unter des Her.tzogs armer selbige dem Iacobo in die Hände zu liefern verspro-
j a c
chen, so näherte sich derselbe je mehr und mehr dem Engellän«bischen lager. Allein der verrätherische anschlag kam an dentag, und wurde also zu Wasser. Zu gleicher zeit erlegten dievon Jnskilling 1000. wider sie auscommandirte Jrrländer.Das wichtigste, so sich nachgehends begab, war die Niederlage,so der König IacobuS bey dem fluß Boyne erlitte; darauf re-tirirte er sich wieder in Franckreich , und Irrland wurde im-mittelst gäntzlich durch des Königs Wilhelms trouppen reduci-ret. Endlich zeigte sich Jacobus das letzte mal bey la Hogue,allwo er einen theil der Französischen armee cvmmandirte, undmit seinen äugen ansehen muste, wie einige der besten fchiffevon der Französischen flotte durch die Engellander unter dem Ad-miral Ruffel in brand gesteckt wurden. Ob er nun gleich zuverschiedenen malen wieder gesuchet in Irrland oder Engellandeinzubrechen, und zu dem ende im monat fedr. an. 1696. eingefährlicher anschlag unterbanden, auch er mit einer flotte be-reits bis nach Calais gekommen war, und man vermeynte denKönig Wilhelmum zu ermorden, so wurde doch dieser anschlagannoch zu rechter zeit entdeckt. Er muste dannenhero in Franck-reich aushalten, allwo ihm König Ludovicus XIV. das schloßSt. Germain en Laye zu seiner residentz einräumte, allwo erauch den 16. sept. an. 1701. verstarb. Er hatte sich zweymalvermählet. Seine erste gemahlin war Anna Hyde , Eduardinachmals Grafen von Clarendon älteste tochter, von welcherCarolus und Jacobus, so jung verstorben ; Maria, König Wil-liams gemahlin, und die Königin Anna gebohren worden. Dieandere war Maria Beatrix Eleonora von Este, Alphonsi II.Hcrtzogs von Modena , tochter, mit welcher er sich an. 167;.im »ov. vermählet, und die den 7. may an. 1718. in Franck-reich gestorben. Er hatte mit selbiger verschiedene kinder, Ca-rolum, Hertzog von Cambridge ; Catharinam Isabellen, Char-lotten Marien, welche alle noch in ihrer kindheit verstorben.Hiernächst eine todte tochter, so zu <Lt. Germain den n. sept.an. 1689. und Marien Louisen, so den 28. jun. an. 1692. da-selbst gebohren, und den 18. apr. an. 1712. verschieden. Aus-ser diesen ist Jacob Franciscus Eduard, der sogenannte Printzvon Wallis , bekannt, welcher sich nach seines valters tobe Ia-cobum III. König von Gwß-Britannien, nennen lassen. Da-neben hinterließ er auch einige natürliche kinder von ArabellaChurchil, des Hertzogs von Marlborough schwester, als Jaco.bum, Hertzog von Berwick, Grafen von Tinmouth, Baronvon Boßwor, Marschall von Franckreich; und Heinrich, Hcr-tzog von Albemarle. Dieser wurde.an. 1689. von dem Papstzum Groß-Prior des Iohanniler-ordens durch Engelland ge.macht, und an. 1702. zum General-Lieutenant über die Framzösischen galeeren ; er starb aber in selbigem jähre, und hin-terließ eine tochter Henrietten, so an einen Irrländischcn vonAdel vermählet. Von Catharinen Sidley, Gräfin von Dor,chester, Baroneßin von Arlington, hatte er eine tochter, so anden Baron Heinrich Waldegrave vermählt; und Catharinen,so Thomä Barons von Raby, hernach Jacobi, Grafen vonAnglesey, und endlich an. »706. Johanms, Grafen von Bu.ckiligham gemahlin worden. Η. V. P. epistola de nuperisAngl. motibus. Burridge , historia rerum rnutat. in Anglia.Petras Josephas Aurelianetißs , still, des revolutions d’Angle-terre. Histoirc des evenem. tragiques d’Angleterre. Histor-ie leerere de Jacques II. Histoire de Guillaume III. Pe.rizonii or. fun. Maria:. Imhos. gen. Lrit. P. pr. c. 9. MtssyItS
reise-beschr. P. II. *
Jacobus von Araqonien , König von Majorca . Der Kö-nig von Aragonien , Petrus , mit dem deynahmen Leremonio.sus, vertrieb ihn um das jähr i;4;. oder 44. mit unerhörtergrausamkeit aus seinen Herrschafften, ohngeachtet der PapstClemens VI. und andere Fürsten sich dieser lyranney wider-setzten. Dieser König hatte auch einen söhn, mit nahmen Ja-codus, welcher der Königin von Neapolis und Gräfin von Pro vence , Iohannä I. dritter gemahl war, und sich an. izsz.mitderseldigen vermählte. Weil aber diese Printzeßin ihm nichtden titul eines'KönigS geben wollte, so dunckke ihm diese Ver-achtung dermassen unerträglich zu seyn, daß er sie ;. monatnach dem bcylager wieder verließ, und an. i;?;. vordeküm-mernis starb. Noßradamus, still, de Provence. Beuche , liv. IX.Mariuna , lib. XV. Summonte. Surita.
Jacobus I. der 102. König in Schottland . Er war Ro-bern III. fohn , und wurde in Engelland , da er noch Printzwar, gefänglich angehalten , als er auf dem wege nach Franck-reich, zu Flanborough in Porckshire angeländet, um sich zu er-frischen, gestalt damals zwischen den beyden nationen ein still-stand der Waffen war; kam aber an. 142;. nach veraccordirterranzion und hinterlassenen geisseln wieder nach Hause. Bey sei-ner ankunft beschwerte sich das volck über viele Ungerechtigkeiten,die sie nach seines vatters tode durch der Gouverneurs üble rcgie-rung ausgestanden, so daß er, um das gemeine volck zufrieden zustellen, einige des Adels in arrest nehmen ließ, bis zu der nächstenVersammlung des ParlementS, welches den 27. man an. 142;.angesetzt wurde. Mittlerweile empsieng er nebst seiner gemah-lin am 20. gpril dieses jahrs die Crone. Als das Parlcmenr