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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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beysammen war, machte man viel nützliche gesetze, sonderlichwider den diebstahl und straym-raub. Nächst dem berath,schlagte man sich, wie des Königs ranzio» *« erlegen sey. weildie schatz-caminer gantz erschöpfet wäre. Weil nun die Edel-leuthe sehr hart darauf drangen, indem ihre söhne zu geisselngelassen worden, so wurde zu dem ende eine taxe des 20, theilsauf alle mobilien geleget, welche aber daS voick für unerträglichhielt. Dahero, als der König sahe, daß die erste Zahlung sehrschwer einzubringen war, erließ er ihnen das übrige. Das Par-lement arrestirte den Murdo, Hertzog von Albanien , und letzt-gewesenen Gouverneur des Königreichs, wie auch zwey von sei.neu söhnen, den Grafen von Lenox nebst dessen schwicger-sohne,und noch 24. andere des vornehmsten Adels. Des Gouver-neurs jüngster söhn, Iacobuö, wurde durch dieses seiner familiezugeflossenes Unglück gantz rasend, gemacht, daß er Dunbartonabbrannte, John Howard, des Königs Vetter, nebst ; 2. von des-sen lenthen tödlete, und darauf mit seinem rathgeber dem Bi-schoffe von Lismore in Irrland flöhe, woselbst er auch starb.In eben diesem tahre wurde obgemeldter Murdo nebst seinen 2.ftchncn und sch>vieger-sohn von einem Parlemente zu Sterlingverdanimet, und enthauptet. Darauf eroberte man binnen ei.ner kurtzen zeit alle diejenigen Plätze, welche es mit den rebel-len hielten. An. 14-6. wurden Johann Stuart von Dernly,General über die Schottländische cavallerie in Franckreich, undder Ertz-Bischoff von Rheims als Abgesandten in Schottland abgefertiget, um daS alte bündnis mit Franckreich zu erneuern,und eine Heurath zwischen deS Königs Jacobi tochter und Ca-roli VII. söhne, welche damals noch beyderseits kinder waren,vorzuschlagen, so auch beliebt wurde. Zwey jähr hernach zog erin die Oderländer, um die gerechtigkeit daselbst zu handhaben,reparirte das castell Jnvecnes» um die räuberische rotten imzäum zu halten, welche das land mit schatzungen plagten, ließ40. von den rädelsführern gefangen setzen, den Macrory aberund Macarthur aufhencken, und beredete die übrigen mit gutenWorten, ihre Pflicht in acht zu nehmen. Alerander von den In.suln. der gröste mann im gantzen Reiche, war in gleicher schuld,wurde aber durch seine freunde wiederum ausgesöhnet, undbey Hofe gnädig aufgenommen. Allein da er wieder nach hau-se kam, versammelte er seine cameraden, plünderte und ver-brannte die stadt Jnvernes, und belagerte das castell, retirirtesich aber bey herannahung der Königlichen trouppen nach Log-haber, und weil er 10000. mann bey sich hatte, resolvirte ersich, auszuhalten. Weil aber die Catlans und Camerons, zweyräuberische rotten, von ihm absetzten, danckte er seine armeeab, retirirte sich in die westlichen insuln, und gedachte in Jrr-land zu fliehen. Jedoch als er sich des Königs gnade unterwarf,wurde er zwar auf der Königin vorbitte pardoniret, aber ge.fangen gefetzel. Bald darauf geriethen die Cattans und Ca-merons einander selbst in die haare, und rieben sich fast gäntz-lich auf. Donald Balock aber, des Alexandri vetter, wollte sel-bigen rächen, und sich seiner annehmen, überrumpelte daheround schlug des Königs trouppen in Loghader, welche von Ale»randro und Alan Sluarts, Grafen von Caithnes und Marcommandiret wurden , und verheerte das land mit feuer undschwerdt; flöhe aber mit seinem raub auf die insuln , als erhörte, daß der König im anmarsch gegen ihn begriffen, wel-cher bis dahin ihn zu verfolgen sich vorgesetzet hatte. Alleinda die Schottländer ihn ersuchten, das land um eines men-

i chen willen nicht zu ruiniren, und ihm ,00. von den vornehm-ien räubern überlieferten, ließ er von seinem vornehmen ab ,nachdem er zuvor gedachte rebellen allesamt aufhencken lassen.Jedoch ließ sich dieses ein beruffener räubcr, mit nahmen MacDonald von Rosse, nicht abhalten, nebst seiner rotte die be-nachbarte gegend und unter andern eine arme wittwe zu plün,dern. Als diese nun solches dem Könige zu klagen drohete,ließ er einen schmidt holen , und ihr Hufeisen auf die füsseschlagen, damit sie desto geschickter zu der reise würde. Alleinso bald sich das weib von den schmertze» wiederum erholet undgesund worden, berichtete sie es dein Könige. Darauf gab die-ser gleich befehl, daß man mit Mac Donald, so dazumal in ge.fänglicher hasst war, und 12. seiner spieß-gesellen eben alsoverfahren, und ihnen Hufeisen aufschlagen sollte. Nachdemdieses geschehen, wurden sie durch die gantze stadt geführet,und gieng vor ihnen ein Herold her, der den leuthen klind that,was die Ursache solcher ungewöhnlichen strafe wäre. Daraufwurde der Capitain nebst seinen gesellen gehangen, und ihre cör.per an öffentliche galgen, so an den land-strassen stunden, an-gemacht. Des Königs nächste sorge war, Donaldum von denInsuln aufzusuchen, und als sie hörten, daß er in eines Edel-manns Haufe in Jrrland verborgen läge, schickte er hin, undließ ihn abfordern. Weil nun gedachter Edelmann sich befürch»tete, daß er etwa« auf dem wege entwischen , und die schuldauf ihn geschoben werden möchte, so hieb er ihm gleich denköpf ab, und schickte solchen dem Könige. Nachdem man nunsolcher gestalt die räuberey gedämpfet, war der König besorget,daß in dem gantzen Reiche recht und gerechtigkeit gehanbhabet,und allenthalben recht maas und gewichte gebrauchet werbenmöchte.. Zu dem ende wurden an. 1430. den 14. oct. viel heil.täme gesetze gegeben. Um diese zeit kam die Königin mit zwil.lingen nieder, welches verursachte, baß man öffentliche freuden.feste anstellte, binnen welchen der König den Archibald Duglasund John Kenncday pardonirte, welche wegen einiger hitzigenund ungeziemenden reden, die sie wider die Regierung auöge,

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siosien, in arrest genoinmen worden. Duglas wurde zu der«nigllchen kmder pathen erwehlet, und dessen söhn zum Rittergeschlagen. Nach diesem bearbeitete sich der König dahin,daß die Geistlichen refvrmiret, und ihrer tyranney vorgebeugetwerden mochte. Er stiftete öffentliche schulen, und erwleSden gelehrten leuthen grosse gnade, wohnte ihren äjchm»cio.Nlbus bey, und gab den Reetoribus der Universitäten befehl,daß ste keine andere als alleine rechtschaffene und verständigeleuthe zli geistlichen amtern präsentiren sollten. Er ließ auchaus andern landern geschickte künstler und handwercker holen,und beförderte die Handel,chafft, wodurch die städte wiederumMit emwohnern besetzt wurden. Als sich das voick beschwerte,daß allerhand liederliches und üppiges wesen, als schwelgen,sauffen, masqueraden, kantze und kleider-pracht durch seine Hof,leuthe,, die mit ihm aus Engelland gekommen, in dem landeeingeführet worden, und täglich mehr »iberhand nähme, so re-formirte er diese Unordnungen unter seinem Adel, theils durchernstliche bestrafungen, theils aber auch durch sein eigen erem.pel, und durch heilsame gesetze. Durch den tod des tapfernAlerandri, Grafen von Mar, eines natürlichen fohns aus demKöniglichen Hause, bekam der König Buchan und Bar» weilAlexander kerne erben hatte. Indem er nun über dieses aucheinige dinge von dem Adel eingezogen, so erweckte «hin derGraf von Athvl, als welcher Roderti II. rechtmäßiger söhn er.ster ehe war, aber von der Crone ausgeschlossen worden, aller«Hand verdrieslichkeit, welches seinen tod beschleunigte. Jnzwi.sehen kamen einige Abgesandten auS Franckreich ,' des Königstochter Margaretham heimzuholen, welche vormals an denDauphin verheurathet worden. Zu eben derselbigen zeit ka»men auch Abgesandten aus Engelland an, um dieses zu unter-brechen» und den König von Schottland zu bereden, baß ereine stetige offensiv - und defensiv-alliavtz mit Engelland schliesssen möchte. Nachdem man dieses dem Parlemente- zu übecle.gen vorgetragen, waren zwar die geistlichen Lords ungleichermeynungen. Der Adel aber erklärte sich durchgehenbs fürFranckreich. Also blieb es dabey, daß die Printzeßin nachFranckreich gesandt wurde, welche kaum der Englischen flotteentgieng, die auf sie laurete. Darauf machte sich der KönigJacobus zu einem kriege mit Engelland gefaßt, und legte demvolcke eine kopf-steuer auf, um dadurch eine flotte auszurüsten,fand aber seine unterhanen dazu so übel geneigt, daß <r ihnenauch dasjenige wieder gab t was er allbereir von ihnen einbe,kommen hatte. Mittlerweile fiel Piercy von Northumberland die Schottischen grentzen an, welchen William Duglas, Grafvon Anaus, mit einer gleich starcken mannschafft entgegengieng, sich in ein treffen einließ, i$oo. von dessen leuthen nie»vermachte, theils gefangen bekam, und hingegen von den sei»nigen niemand sonderlich verlohr, atS den Alexander John-sohn, einen tapfern Edelmann. Bald darnach griffKönig Ja.cobus das castell Roxborough an, welches die Engellander in-ne hatten, und würde eS auch ohne zweifel einbekominen ha-ben, wenn er nicht wäre genöthiget worden, seine armee voneinander zu lassen, nachdem seine gemahlin ihm benachrichti»get, daß man eine conspiration wider sein leben angesponnen,wovon der Graf von Athvl das Haupt war. AIs nun hieraufder König die fache untersuchte, bekam Athol von seinen spio-ne» am Hose von allem, was daselbst paßirte, Nachricht, so,daß er endlich, um seiner eigenen gefahr vorzukommen, den ge»faßten mörderischen anschlug folgender gestalt ausführte. Nach.dem er einige von deS Königs bedienten bestochen, kam er nebstseinen übrigen spieß-gesellen bis vor des Königs gemach; als siedaselbst angelanget, kam gleich einer von den Königlichen die.nern heraus, welchen siealfobald niedermachten, und obgleicheine Hof-Dame sie bey der thüre aufzuhalten suchte, drungensie doch durch ; die Königin bemühete sich zwar ihren gemahlzu bedeckm, sie wurde aber weggezogen, und der König nachvielen beygebrachten wunden, den 12, febr. an. 1457· ermordet.Gleich darauf versammelten sich die fäintlichen Reichs-Stän.de, und verfolgten die Mörder mit höchstem ernst, um die lie«be an den tag zu legen, die sie zu ihrem Könige getragen.Sein Nachfolger war der jüngste unter seinen zwillingen, weilder älteste schon gestorben. Seine gemahlin war Johanna,des Grafen von Salisburv tochter, aus dein Königlichen ge»blute von Engelland, die schönste Dame zu ihrer zeit, m wel»che er sich zeit seiner anwesenheit in Engelland verliebet hatte,wobey der Englische Hof damals ineynke, daß dieses eine be»queme gelegenheit, ihn zu ihrer partey zu ziehen, geben wür«he. Bucbanan. bist. Scot. BoVthiw, Ich. XVII. XVIII. Les~ieui, bist. Scot. Monßrelel , liv. I.

Jacobus II. der 10z. König von Schottland . Er succedir«te «einem vatter Jacodo I. in dem 7. jähre seines alters, ivel»ches einen grossen streit unter dem Adel verursachte, wer in.zwischen zum Vice-König erwehlet werden sollte. Die competen.ten dazu waren Archibaldus, Graf von Duglas, der gröste Herrdamals in Schottland , sowol an reichthum als macht, nebstAlexandro Levingston und William Creigthon, so beyderseitsaus guten fainilien waren, und sich durch ihre klugheit in ab«Handlung der Staats-sachen unter voriger regierung in grossesansehen gesetzt hatten. Auf diese beyden fiel fast der gantzeAdel, und wollten hingegen den Grasen von Duglas nicht ha-ben, als welcher auch dem Könige selbst allzu formidabel war,so daß Alexander Levingston zum Regenten , und William

Creigthon