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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Creigthon zum Cantzler erivchlet wurde; allein kaom war manvon einander gegangen, so wurde der friede durch factionenunterbrochen, so daß der Cantzler auf dem schlösse zu Eden.bürg es mit dem Könige hielte, hingegen der Regente mit derKönigin zu Sterling partey machte. Duglas, welchen dieses,daß man ihn verworffen, sehrdisgoustirte, sahe die unordnun.gen nicht mehr als gerne; und die leuthe zu Annandale, dieunter feiner herrfchafft stunden, plünderten die benachbarte ge-genden auf eine recht feindselige weise. Der Regent und Cantz-ler schrieben zwar deshalber an ihn, allein er that so gar keineinsehen darinnen , daß er auch noch dazu allen unter seinerherrfchafft stehenden ernstlich verbot, nicht zu erscheinen, wo-serne sie vor gerichte gefordert würden. Mittlerweile riß die Kö-nigin ihren lohn, den jungen König, listiger weise aus des Cantz.lers bänden, indem sie auf das schloß Edenburq kam, unterdem vorwand, ihm eine Visite zu geben, und führte ihn in einerkiste unvermerckt mit sich hinweg, lud ihn, ehe er noch von sei-nen dienern vermisset wurde, zu Leith aus ein schiff, und brach-te ihn noch vor abends nach Sterling, wodurch denn des Cantz-lers ansehen gewaltiglich fiel. Gestalt man ihn auch als den Ur-heber aller bisherigen Unordnungen anklagte, und in einer gehei-men Raths-versammlung beschloß, ihn ausdein schlösse zu Eden-burg zu belagern. Woraus er den Duglas um hülffe ersuchte,welcher ihm aber zur antwort geben ließ, baß dem gemeinenWesen dadurch nichts abgehen würde, wenn gleich er und derRegent einander die hälfe brächen. Dieses jagte beyden Par-teyen ein schrecken ein, und verursachte, daß man einen schleuni-gen vergleich traf, vermöge dessen der Cantzler das schloß über-gab. Die Königin und ihr anderer gemahl, Iacobus Stuart,wurden hieraus nebst andern mehr ins gefängnis geworffen, alssolche, die wider den Regenten conspirirten, aber bald wieder-um losgelassen, da denn zugleich der Regent vieler böser dingebeschuldiget wurde. Nicht lange darnach überfiel der Cantzlerden König unweit Sterling , und brachte ihn mit 4000. reu-tern nach Edenburq, woselbst er mit grosser sreude ausgenom-men wurde. Der Regent, da er sahe, daß man ihm zu schlauwar, und er nicht wieder fortkommen konnte, verglich sich mitdem Cantzler. Mittlerweile feufzele das land unter den räube,reyen und Plünderungen der Duglasifchen faction. Endlich aberzog der Cantzler ihn und feinen bruder durch listige Worte nachHofe, da man sse aber gleich beyderseits, auf feine und des Re-genten oerordnung, an des Königs taftl anfiel, und ihnen un-verzüglich die köpfe vor die süsse legte, auch einige von ihrenanhängern gleichfalls hinrichtete. Um diese zeit trat der Königdie regierung selbst an, und William, damaliger Gras von Du-alas, erkannte fein unrecht, that dem Könige einen fnßfall, er.hielt auch pardon, und kam bey dem Könige in sonderbare gna.de, welche er dazu anwandte, sich an den letztgewesencn Regen-ten und Cantzler, si> nunmehro ausser diensten waren, zu rächen.Wie er es denn auch dahin brachte, daß sie gefordert wurden,von ihrer regiments-verwaltung rechenschafft zu geben, welchessie aber nicht thun wollten , mit einwendung, daß ihre ftindenicht Richter seyn könnten. Daraus brachte Duglas zuwege,daß sie vor rebelten erkläret wurden, und ihre güther confisciretwerden sollten. Dieses verursachte einen offenbaren krieg zwi-schen beyden Parteyen, deren jede einen besondern anhang vondem Adel hatte. Duglas belagerte den Creigthon in dem schlossst zu Edenburg, traf aber letztlich mit ihm einen accvrd, undCreigthon wurde wieder zum Cantzler gemacht. Nächst diesementstunden zwischen etlichen adelichen Häusern, welche die ruhe beSKönigs verstörten, einige heftige streitigkeiten. Duglas brachtezuwege, daß die Levingstons bey dem Könige in öffentliche un.gnade fielen, so daß der vatter, welcher Regent gewesen, in ge.sangliche hasst genommen, einer aber von dessen söhnen gar ent,hauptet wurde. Nachdem der stillstand zu ende gelauffen, ereig.neten sich zwischen den Engel - und Schottländern öftere schar,mützel, wiewol fast immer mit gleichem Verluste. Darauf wur.de der stillstand auf 7. jähr erneuert. Nichts dcstoweniger bra,chen die, so an de» grcntzen wohneten, den stillstand, und trie,den grossen raub aus Schottland hinweg, welches denn einenneuen krieg verursachte, weil die Schottländer zur revange fastgantz Cumberland verwüsteten. Nachdem nun die Engelländerunter des Grafen von Northumberland und Maiks commandoeine armee auf die deine gebracht, paßirten sie damit die flüsseSolway und Annan, campirten bey dem flusse Sars in Schott,land, und schickten parteyen aus, das land zu plündern. Siewurden aber von dem Schottländischen General Wallece ange-griffen, so daß aus Englischer feite in die ;ooo. auf der Schvtt-ländischen aber nur 600. geblieben, auch von jenen viele vor,nehme gefangen wurden. Über dieses bekamen die Schottlän-drr viel beute, vertohren aber ihren General Wallece, welchervhngefehr nach z. monaten an den empfangenen wunden starb.Nach diesem wurde an. 1448.mil Engelland ein stillstand auf;. jähr geschloffen. Das folgende jähr vermählte sich der Königmit Maria von Gelderland, einer Dame von Französischem ge.blute. Mit dem Grafen Duglas ereignete sich eine neue Un-ruhe, inmassen ihn der Konig in verdacht hatte, daß er unterder Hand mit den Enaelländern etwas ansvönne, und noch an-dere von dem Adel auf feine feite zöge. Weil er nun mächtigwar, und ihm al,o der Konig durch öffentliche gcwalt nichtwohl deykommen konnte, ließ er ihn nach Hofe holen, nebst Ver-sprechung eines sichern gckeits, so von vielen Edclleuthen unter,schrieben und besiegelt worden. So bald er angekommen, gieng

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der König mit ihm auf die feite, hielt ihm seine unziemlicheanschlüge vor, sonderlich das bemeldte verratheristhe bündnis,und ermähnte ihn davon abzustehen. Ob nun wol Duglasauf alles übrige gantz demüthig geantwortet, sohäsitirteerdochbey diesem letztern puncce, und bat um srist, sich darüber erstmit seinen bunds-genoffen zu berathschlagen. Allein der Königgerieth dadurch in grossen eiser, und erstach ihn alsofort mitseiner eigenen Hand, nebst beysügung dieser Worte : wenndu die Ligue nicht brechen willst, so will ich es thun.Dieses geschahe im sebr. an. 1452. Darauf succedirledesGra«fen ältester bruder, welcher nebst feinen übrigen brüdern undfreunden die Waffen ergriff, den König vor meineydig erklärte,den von ihm Und feinem Staats-Rath besiegelten und untereschriebenen salvum conductum an den schwantz eines Pferdesknüpfte, und den krieg öffentlich beclarirte, welcher in verfchie.denen gegenden des Königreichs durch die, so beyden parteyenanhiengen, gesühret wurde. Hieraus berief der König die Stän-de zusammen, und erklärte die Duglasse vor rebellen. Als nuneinige von deren partey destrtiret, suchte Duglas in Engellandhülffe, aber vergeblich. Endlich , da er von feinen freunden zulieftrung einer schlacht angetrieben wurde, er aber dazu gantzunwillig war, veranlasset dieses, daß ihrer noch mehr vonihm abfetzten. Worauf er in Engelland siohe, von daraus dieSchottländischen grentzen beunruhigte, und sich endlich mit Do.naldo von den Insuln vereinigte. Diese gelegenheit ergriffendie Engelländer, und fielen unter Piercy von Northumberlandin Schottland ein, wurden aber von George Duglas, demGrafen von Angus, abschlagen, welches verurfachte, daß sichDonaldus von den Insuln bald demüthigte. Nachdem aljddie innerliche unruhe gestillet war, setzte sich der König vor,Engelland zu bekriegen, weil man den stillstand gebrochen hat.te. Da geschahe nun, daß eben zu derselben zeit Abgesandtenvon dem Hertzoge von Jorck, nebst andern Personen mehr,von dem Engellandischen Adel ankamen , und ihn bittlich er-suchten, ihnen wider ihren König beystand zu leisten. Z» sol-chem ende inarschirte er mit einer grossen armee fort, wurdeaber durch einen verstellten Päpstlichen Gesandten, welcher ihmmit dem bann drvhete, aber von dem Könige von Engellandsudorniret war, an seinem vorhaben verhindert, und qenvlhiget,sein kriegs-heer abzudancken. Allein, nachdem er hinter den be.trug gekommen, rnfte er die armee wieder zusammen, undnahm die stadl Rorborough ein. Gleich aber, als er das schloßbelagern wollte, kamen neue Abgesandten von dem Hertzoge vonJorck, der ihm vor seinen guten willen danckece, aber dabey ver-langte, die belagerung aufzuheben. Dieses verdroß de» Könignicht wenig, so, daß er die belagerung fortsetzte; er wurde aberan. 1460. unglücklicher weise durch eine seiner eigenen cano,nen, welche nm sich schlug , des lebens beraubet. Der Adelerschrack über seinen tob heftig, verheelte ihn aber, und dieKönigin, welche eben desseldigen tages in daS lager kam, triebden Adel mit männlicher hertzhafftigkeit an, die belagerungfortzusetzen, und brachte ihren soh», ivelcher damals 7. ,ahr altwar» in das lager, allwo er gleich zum Könige ausgeruffen wuv«de. Endlich ergaben sich die Engelländer nach einer tapfern ge-genwehr, und daS castell wurde demoliret, damit es nicht zueinem neuen kriege anlas geben möchte. Bucbananw, hist.Scot. Lgslti hist. Polydori Vergilii hist. Angl.

Iacobus III. der 104, König in Schottland . Er sieng fei.ne regierung im 7. iahre feines alters an, und nahm von demAdel die Huldigung in Kelso ein. Darnach wurde er unterseiner Mutter vormundschassl aus das schloß zu Edenburg ge.bracht, und blieb daselbst bis zu der Versammlung der Reichs.Stände. Das erste, was der Adel that, war, daß sie in En.gelland einfielen , einen grossen theil davon plünderten undverheerten , und sodenn mit grosser beute wiederum zurückkamen, nachdem sie viel schlösser demoliret hatten. In ebendemseidigen jähre wurde der König Heinrich in Engellandvon dem Hertzoge von Jorck geschlagen, flöhe dahero in Schott«land, suchte daselbst hulsse, trat den Schotten Berwick ab,um ste desto eher aus seine feite zu bringen, und schlug eineHeurath zwischen dem Printzen von Wallis und des KönigSIacobi schwester vor, so aber nicht zum effect kam. Nach,dem die Stände von Schottland zusammen gekommen, soentstund unter ihnen ein grosser streit, wer in währender Min-derjährigkeit des Königs Rezente werden sollte. Die Königinbegehrte vor andern darzu berechtiget zu seyn. James Kenne-dy aber, der Bischoff von St. Andrews , ein mann zwar vongeringem herkommen, aber grossem ansehen, nebst Duglas, demGrafen von Angus, sahen es vor gut an , daß die Stände ei.nen erwehlen möchte», und dieser meynung waren auch diemeisten von dem Adel. Endlich wurde die fache also beyge-legt, daß das Parlement eine gewisse anzahl zu Regenten er-wehlte, unter welchen die eine helfte der Königin srennde,die übrigen aber, des Kennedy und Duglas ihre waren.Darauf kamen Abgesandten aus Engelland, die um einen still,stand der Waffen anhielten , welcher auch auf iz. jähr vcr«willigt wurde. Im nächst-solgenben jähre, nemlich an. 146;.starb die Königin. Alerander, Hertzog von Albanien , des Kö-nigs bruder, wurde auf feiner zurückkunst aus Franckreichvon den Engelländern gefangen genoimnen, aber wiederum auffreyen fuß gestellet; wiewol dennoch die Schotten dieses vor«inen bruch des stillstandes auslegten, und den Engelländer»