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ferner ein vestes schloß am flusse Mulucha, st> von einigen selbstMulucha genennet wird, wvrinnen fast, aller übrige schätz desJugurthä war, durch ersteigung des jähen berges, an einemorte, da die feinde, eben weil sie denselben für unzugänglichhielten, keine wacht halten. Die beyden Könige wagten end-lich eine schlackt, und mevneten, erst gar den Marium un-versehens zu überfallen. .Ader die gute kriegs-zucht, welchedieser hielte, und seine geübte soldaten, machten den anschlagzu Wasser; Massen nicht nur die feinde, als sie wenige zeit voranbrechender nacht einfielen , tapfer zurück getrieben wurden;sondern auch mit ansang des tages, da sie sich dessen amwenigsten versahen, in ihrem eigenen lager, womit sie Ma-rium umzingelt zu haben vermengten, überrumpelt, und miteiner sehr grossen Niederlage völlig auseinander gejagt wur-den. Nicht besser gieng es den beyden Königen in einem an-dern angriff bey Cirtha, da nicht nur deren übrige macht völ-lig darnieder gelegt ward, sondern auch Bocchum eine solcheforcht für den Römern anzukommen degunte, daß er nungedancken faßte, sich auch mit ruin des Jugurthä aus dem soschädlichen kriege, worein er von diesem war gewickelt worden,loszumachen. Iugurtha hatte zwar vrrmeynt, durch bcste-chung verschiedener Räthe des Bocchi hierwider genügsameVorsorge genommen zu haben. Allein da Bacchus heimlichvon dem Römischen Rath sicherheit, und Verzeihung des ver-gangenen erhalten, fieng er an mit Sulla , so damals in desMarii armee, als Römischer Schatzmeister, Dienste that, zuhandeln, ließ aber auch zugleich Iugurlham an, unter demversprechen, daß er nur suchte, die Römer durch tractaten auf-zuziehen und zu bekriegen; möchte es auch sowol im sinn gehabthaben, wo nicht die forcht vor den Römern allzugroß gewesenwäre. Ader da diese letztlich überwöge, schlug eben das zuJugurthä gröstem unglucke aus, daß er Ursache gehabt, sichmit dergleichen einbildungen zu schmeicheln , weil er sich son-sten wenigst durch die flucht in entfernte lande noch wohl hät-te retten können. Auf solche weise aber ließ er sich durch dieHoffnung , als ob ihm Bacchus Snllam gefangen überliefernwollte, selbst ins gärn bringen; Massen als er zu diesem endemit wenig der seinigen zu Boccho kam, Iugurtha unversehensumringet, sein gefolg meist erschlagen, er selbst aber durchSullam zu Mario gebracht ward. Dieser führte ihn nach-mals samt seinen beyden söhnen im triumphe zu Rom ein,wornach er aus haß, den man wider seine thaten, sonderlichaber wegen der ermordung der söhne Mrcipsä seines gutthä-ters , und so vieler Römischen burger in Cirtha gefasset hatte,in dem kercker verschiedene tage ausgehungert, und sodann garerwürget wurde; da sonsten dergleichen erempel rechtmäßigerKönige, welche die Romer »ach dem siege und triumph getod-tet, ziemlich rar sind. Diese geschichte fielen ein von A. R.C. 640. bis 647. Sallust. Flut in Süll. & Mario. Ftorus , üb.III. c. 1. Epit. Liv. lib. LXII. LXIV. LXV. LXVI. & LXVII.Oros. Eutrop. Frontin. *
*]UHONES, der Römer bunds-verwandte, welche unterNerone durch ein besonderes Unglück bekannt worden , indemein feuer aus der erde die umliegende felder und dörfer angezün-det , und ihre stadt-mauren ergriffen, dessen flamme mit keinemivaffer, oder anderer feuchtigkeik, sondern allein mit steinen,prügeln und allen kleidern konnte gedämpft werden. Tacitus ,annal. XIII. ;7. ist der einige, der ihrer gedencket. Die erstenausleger der Teutschen alterthümmer haben diese Mones anden Rhein neben die Catten gefetzt, in das Hertzogthum Ber-gen , theils weil Tacitus daselbst von Catten handelt, unterdenen die Römer, wie aus dem beyspiel der Mattiacorum er-hellet , manchmal ihre bundS-genossen hatten , theils weil dieberge und felder in gedachtem Hcrtzogthume bey der grossensoniien-hitze sich öfters zu entzünden pflegen. Allein weil zuNeronis zeiten noch keine bcmauerte stadtegn Teutschland ge-wesen , so hallen andere davor, daß der nähme des volcks beyTacito verfälschet sey, und daß man die Ubios an deren stellesetzen müsse. Gleichwol findet sich ein solcher brand nirgendsvon der stadt Cöln aufgezeichnet. Dagegen schreibt Seneca ep. 21. von der stadt Lyon , daß sie in dem ioo. iahre nach ihrererbauung durch eine feuers-brunst in einer nacht gäntzlich ver-zehret worden. Tacitus annal. XV. 1;. nennet solches an ei-nem andern orte Gladem Lugdunensem, und berichtet , daßNero sieben jähr hernach diese unglückselige stadt mit einerbrand-steuer von 100000. ducaten getröstet habe, daher istkein zweifel, daß die Juhones in Teutfchland ein ertrchteteSvvlck seyn, und daß man beym Tacito etwa Lugdunum vorJuhonum lesen könne. Cluverius , Germ. antiq. III. 8- MtnfoAt'mg. not. Germ. infer. P. I. p. 8i- Ryckius ad Tueit. ann.XIII. S 7 · Ceüarius, not. orb. antiq. II. z. §. zz. Zeiler. itin.Germ. II. p. io. Ffeffisger, ad Vitr. Jus publ. I. 1 6. §. n.p. 361. Hertius , not. Germ. II. 2. §. 20. p. 94. Von Lü-tt aus Teutsche Kayser-und ReichS-hisior. P. I. üb. I. p. 257.juncrers anlcitung zur mittlern geographie, P. II. c. i.
p. 101. seq.
Iuhorsky oder Juhora, eine provintz in der nördli-chen gegend von Mofta», nebst einer stadt gleiches nah,mens , wvrzu die rnsul Kolgoi gehöret. Qiea.m reife - be-schreibung.
Ivica, siehe Z7vica.
Histor. Leaicon iy. Theil,
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Ivingo, ein marckt-ffecken von Colstow-Hundred in dem öst-lichen theile von Buckinghamshire .
Julia, Cäfaris tochter und Pompeji gemahlin. Sie soll,nach Plutarchi bericht, in dem kind-bethe, nachdem sie mit ei-ner tochter niedergekommen, gestorben seyn. Gleichwie siebey ihren lebzciten das band der freundschasst zwischen Cäsa«re und Pompejo war; also beförderte ihr tod diejenige uneinig-keit zwischen ihnen , wodurch die Römische Republick über denHaussen geworffen wurde. Sonsten hat sie wegen ihres Ver-standes, artigkeit, keuschheit, sonderlich auch wegen der liebeund ehrerbictung, welche sie allezeit gegen ihrem ehe-herrn ge-tragen , sich gar einen sonderbaren rühm erworben. Als Pom-pejus sich einsmals gegen ihr beklagte, weil sie ihn nicht erin-nert , daß er aus dem munde übel röche, und er also solcheszuerst von einem seiner feinde in einem gewissen gezäncke hättevernehmen müssen, antwortete Julia: Sie hätte vermeynt,daß alle männer also rochen. Ihr tod ward hauptsächlichdurch einen grossen schrecken verursachet, den ihr die an-schauung des kleids Pompeji , so aus einer Versammlung desvolcks, darinnen es zum Handgemenge kommen war, blutignach Hause gebracht worden, erwecket hat; obschon in der thatPompejus keine wunden empfangen , sondern nur in dem ge-drängt durch anderer blut war besudelt worden. Flut. inPomp. & Caes. Val.Max. üb. IV. c.8. Luc an. lib. I. Dio Caß.*
Julia, des Kaysers Severi gemahlin, und Getä mutter.Sie war Baßiani, eines Priesters der sonnen, tochter, inSyrien gebohren, und mit einem in diesem lande ziemlich üb-lichen nahmen Domna genennet, welcher ihr auch nachmals,da sie schon Kayserin war , auf den in Asien und Syrien ge-prägten müntzen ist gegeben worden, da sie auf den Römi-schen allein Julia Pia genennet wird. Sie war des Septi-mii Severi andere stau, ehe er noch Kayser wurde, undnahm er sie darum, weil ihr zuvor war verkündiget worden,daß sie einen Regenten zum gemähte haben würde, daß er al,so dadurch hoffte auf den thron zu kommen. Als er nun denKayserlichen thron bestiegen, hatte sie anfänglich grossen theilmit an der regiernng ; allein weil sie mit andern zuhielt, be-gunte er sie nachgehends nicht mehr zu achten, dannenherosie ihren zeitvertreib forthin bey den studien suchte, welche sieschon vorher in ihrer jugend fleißig getrieben, wie sie es dannin der Geometrie, Astrologie, Philosophie, auch nicht minderin der Rebe-kunst sehr weit soll gebracht haben. Nach ihres ge«mals tobe bemühete sie sich gar sehr, eine einigkeit zwischenden beyden brüdern Caracalla und Geta zu stiften, vermoch-te es aber nicht auszurichten, sondern es kam dahin, daß Ca-racalla Getam in ihrem schoos umbrachte; welches ihr dannum so viel schmertzlicher fallen muste, weil sie damals stlbstenin Hoffnung einen endlichen vergleich zu stiften , den Getamin den pallast geruffen hatte. Es wollen einige vorgeben, alshabe sie sich nach diesem mit ihrem eigenen söhn Caracalla ver-mählet , nachdem er sie zuvor nackend gesehen, so aber von Tri-stanv weitläuftig widerlegt wird. Sie überlebte ihren söhn Ca-racallam, der zwar verjchiedene mal soll vorgehabt haben, sieums leben zu bringen ; aber solches doch aus forcht den schonvorher durch den tod Getä wider sich erregten haß noch mehrzu entzünden, nicht thun dörfen. Nach erhaltenem berichtevon desselben tobe wollte sie sich auch selbsten das leben neh-men. Doch wie ihr Macrinus, Caracallä Nachfolger und derUrheber desselben ermordung, alles gutes versprach, war sie frohgenug länger zu leben. Allein da sie das ihro noch gelasseneansehen gebrauchen wollte, eine empörung unter den soldatenanzustiften, und wie einige versichern wollen, für sich stlbstennach dem Reiche strebte, ließ sie Macrinus aus Antiochia ver-weisen, und nahin seidiger die bisher noch gehabte äusserli«che zeichen der Hoheit, wodurch sie dann von neuem den schlußfaßte zu sterben, und selbigen durch aushüngerung beiverckstel-ligte, entweder aus Verdruß und Verzweifelung, oder weil sienoch ein mehrers von Macrrno fürs künftige besorgte, obschondieser in der that sich mit der ausschaffung aus Antiochia ver-gnüget hatte. Herodianus , lib. V. Julius Capitolinus , Ma-crino. Lampridius, Alex. Severo. Spartianus , Septimi Severo.Xtpbilinus. Trtßanus , hist. des Empereurs tom. III. Bayle. *
Julia, des Kaysers Augusti einzige tochter, so wegen ih-res liederlichen und ehebrecherischen lebens bekannt. Ihremutter war Scribonia. Nachdem sie Augustus mit grossersorgfalt erziehen lassen , verheurathete er sie erstlich an Mar-cellum, und hernach an Agrippam, von welchem siez. söhneund 2. töchter bekam, deren nahmen folgende waren: CaiuSCäsirr; Lucius Cäsar ; Agrippa , zugenannt Poltbumus; Juliaund Agrippina . Tiberius war ihr dritter gemahl, welchermit ihr ein kind zeugte, so sehr jung wegstarb. Weil sie sichaber allem liederlichen wescn ergab , so erzürnte sie ihren vatterdadurch dermassen, daß er sie in die insul Pandatariam undhernach in die stadt Rheginm verwies. Ob nun wol Julia ge-dachter Massen an Tiberium verheurathet war, so hielt sie sel-bigen doch nicht vor gut, gleich als ob er ihrer nicht würdigwäre; allein da er Kayser worden, wußte er dieses an ihrdermassen zu rächen, daß er sie in hungers-yoth und grossemelende umkommen ließ. Sonsten hatte es ihr weder anschönheik und verstände gefehlet, und war sie sonderlich von gu-ten und lustige» einfüllen. Suetonius , in Auguito & Tiber .Tacitus , üb. I. annal. *
P p ' Julia,