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und von dar nach Wien I
der nach Mayland, und von dar nacy Wien , woselbst er sichan. l?i,. mit Anastasia Basilika, einer tochter^ohanmsHen-rici Cornelti, Grafen von Pergen, vermahlte , s^euttwieder nach Mayland kehrte. An. 1715. »vurde er zu Wien mden Reichs - Freyherr» - stand erhoben, und in dem Gouverne-ment von Novara bestätiget, worauf er im septembr. die Kay-serliche residentz verließ, und bey seiner ankunft nn Maylandl-schcn durch die zwey tonnen golves, so er mitbrachte, die sol-daten nicht wenig erfreucte. An. 1716. da ihn der Kayser zumGeneral-Feld-Zeugme,ster ernennet, nöthigte er mrt etlichenregimentern die Genueser, daß sie dem Kayser d«e freye ein-unddurchfuhr des Sardlnifchen saltzes gegen einen geringen tmpvstzugestehen musten. An. »718. bekam er ordre, m dem Kö-nigreiche Sicilien , anstatt des Grafen von Caraffa, dascommando auf eine zettiang zu übernehmen, und langte den17. novembr. mit einem starcken transport aus Neapolismdem lagcr ohnweit Melazzoan. An. 1719. im may losete ihnder Graf von Merey in dem commando ab , da er denn im m-nio in dem treffen bey Francavilla, im octobr. aber bey der be«lagerung von Meßina seine lapferkeit an den tag legte, und den*7. novembr. Palermo berennete, welches sich drey tage her-nach freywillig ergab. An. 1720. bekam er das general - com-mando in Sicilien , nachdem es die Spanier geraumer hakten ;an. 172z. aber in dem Hertzogthum Mayland. In eben diesemjähre erklärte ihn der Kayser zum Gcneral-Feld-Marfchall, an.1725. zum geheimen Rath, und an. 1727. zum Gencral-Com«mendanten aller in den Niederlanden stehenden trouppen , wo-bey er zugleich nach dem Grafen von Visconti, der Gene-ral-Statchalterin Oberst-Hofmeister, den ersten rang erlangte.Er starb endlich an. 17,2. den 2;. aug. plötzlich zu Bruffelan einem fchlagflusse, da er im Parc fpatzieren gieug, ohneerden, und nahm die wapen seines Hauses mit ms grab«
Atta fublica.
* Jungten , C Joh. Heinrich) war den 19. decembr. an.1648. zu Katern in Hessen gebohren, allwo sein vatter M. Sieg-fried Jungten ein Prediger gewesen. Nachdern er theils zu Mar-purg, theils zu Echzell den gründ in der schule gelegt, begab ersich nach Marpurg , und legte sich auf die Medicin. Von dawendete er sich nach Heidelberg , und promovirte an. 1671.in Doctorem. Er begab sich hierauf in die Schweitz , undmachte sich zu Basel bekannt, allwo ihm die kundfchafft desLandvogts zu Murten , Herrn von Mühlinen, eines sonderba-ren ltebhabers der Chymie viel genutet. Seine glückliche Pra-xis machte ihn bald bekannt, so day ihn schon an. 167;. derHcrtzog von Birckenfeld zu seinem Hof- Medico beruften. Al-lein die kricgs - unruhe nöthigte ihn , die Schweitz wieder zusuchen, bis er an. 1677. nach Waiblingen als Physicus beruf-ten worden, wobey ihn zugleich die Pfaltzgräfin von Veldentzund der Graf von Wittgenstein zu ihrem Hof - Medico vonhaus aus angenommen. Von hier zog er an. 1680. nachFranckfurt am Mayn, wurde aber das folgende jähr von demGrafen Truchsiß zum Amts-Medico nach Lohr bcruffcn, allwoibn der Graf von Hohenlohe - Schillingsfürst, KayferlicherAbgesandter im Reiche, mit sich genommen, mit welchem erzu Würtzburg, Bamberg , Nürnberg und Mayntz gewesen.Nach vollendeter reise nahm er den beruf zum Phyflcat nachSveyer an, und blieb vier jähr daselbst. Er begab sich hieraufnach Mosbach in die Pfaltz, da er aber des kriegeö wegen nichtsicher seyn können, sondern sich an. 1689. wieder nach Franck-furt gewendet, allwo er an. 1690. zum Garnifons - und an.169;. zum Hvspitals-Medico, endlich an. 1695. zumPkylicoordinsrio bestellet worden ; welchen ämtern er bis an sein endemit rühm vorgestanden. Seine?praxis war berühmt, und sei-ne grosse dienstfertigkeit machte ihn bey hohen und niedern be-liebt ; wie ihn denn sonderlich der Landgraf von Hessen-Hom burg , der Graf von Isendurg - Offenbach, und Graf vonStollberg 'Gebern und andere zu ihrem Leib-Medico von hausaus bestellet. Die Academia Leopoldina Natur® Curiosorumerklärte ihn zu ihrem mitgliede, und legte ihm den nahmenApollonius bey. Er war von einer starcken natur, und be-hielte die kräffte des leides sowol als des gemüths bis an fein en-de, das den z. jan. an. 1726. erfolget. Seine fchriften sind:Chymia Experimentalis curiosa, welches bnch an. i68z. Latei-nisch unter dem titul: Medien» prssenti saeculo accommodan-dus per Chymiam , und nachgehend- vermehrter unter demtitul : Ckyrnia Experimentalis s. Phisosoph. Nat. Mechan.heraus gekommen ; Joh. Agricolä Comment. in Poppium mitanmerckungen und vielen raren Processen eigener erfahrung,an. 1686. Praxis Mediea, a». 1689. 170;. in 8. LexiconPharmaceuticum, an. 1689.1709. Praxeos Medic® modern®Electa; Praxeos Medic® modern® Vade mecum, an. 1694,Der sichere und sorgfältige Medien», an. 1701. 1703. in 8.Corpus Pharmaceutico-Physico-Medicum, a». 1711. Manua-le Praxeos Medicae modern® , an. 1707. Chirurgia Manualis,an. 1710. Gelehrte Zeit. an. 1726. p. 48;. StoUes Histo-rie der med. gelehrlh. §. 282. p. *66. leg.
Junctinus, (Francifcus) war einer der berühmtestenMatkernaticorurn und Astrologorum des XVI. fkeuli. Er warvon Florentz gebürtig, allwo er auch in der Iuntischen buch-druckerey Correstor war , brachte aber die meiste zeit seines le-bens zu Lyon zu, woselbst er verschiedene bücher schrieb. Erwürbe hierauf ein Cacmelit, auch Prediger in selbigem orden
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und Provincialis, verließ aber denselbigen orden Nebst der Ca.tholifchen religion. Jedoch ließ er sich bald wieder zu selbigerbereden. Er war der Astrologie und dem nativiläl- stellen seheergeben, trieb starcke Wechsel, und gewann damit ein grossessjeld , wiewol sich nach seinem tobe gar wenig fand. Er wardan. 1580. unter dem fall seiner bücher erschlagen, da er sich docheine andere todes - art hrophezeyet hatte. Er hat verschiedenefachen geschrieben, worunter fein Tractatus j«dicandi Resolu-tiones Nativitatum; Speculum Astrolog!®; de Divinationeper Astra , &c. Lu Croix du Marne , bibl. Franc;. Vojjius,de scient. Mathemat. p. 194. PoJJ'evinus , bibl. sei. tom. 1 Lp. 24;. Bayle.
Jungermann, (Gottfried ) ein gelehrter mann, war zuLeipzig gebohren , woselbst sein vatter, Caspar Iungermann,Professor, Procancellarins U»d Senior der Rechte, seine Mitt-ler aber, Ursula, des berühmten Ioachrmi Camerani lochlerwar. Er hat in der Griechischen spräche eine lresiiche erfah,rung gehabt, auch darinnen verschiedenes ediret. Er wurdeCorrector in der Wächelischen buchdruckerey zu Hanau , undßarb daselbst den 16. aug. an. 1610. Seine fchriften sind:Julius Caesar cum Notis variorum ; Not® in Hier. Magiumde Equuleo 1 Epistel®, &c. Scatiger , epist. Goldaßi epist. G«*dii epistolx. Bayle.
Jungermann, (Ludwig) ein berühmter Medieus, wurdezu Leipzig gebohren, und war des obigen Gottfrieds bruder.Ais er seine studien auf schulen absolviret, ward er nach Jena auf die Academie gethan, von bannen begab er sich nach Al.torff, allda er selbst einen Hortum Medicum anstellete, sich inBotanicis vortreflich hervor that , auch endlich den höchstengradum in der Medicin erhielte, und sich einen solchen rühm zu-wege brachte, daß er nach Aichstädt beruffen wurde, den sel-biger zeit fast in gantz Teutschland berühmten medicinischen gar-ten recht zu beschreiben. An. 1616. sollte er nach Engelland andes berühmten Matthiä Lobels stelle kommen, so er aber aus-schlug. An. 1622. kam er nach Giessen, und daraufan. 162;.nach Altorff, erhielt die Professionem Botanices, und hatte dieherrlichste gelegenheit seinem amte genüge zu leisten, indem sel-bige gegcnd nicht allein sehr reich von nützlichen kräutern ist, son-dern auch die rarcsten gewächse aus fremden ländern in den da-selbst sich befindlichen Hortum Medicum von ihm verschriebenwurden. In solchem zustande verwaltete eracht und zwanzigjähr sein amt mit unverdrossenem fleisse, und starb zuletzt in c«.libatu in dem ein und fünfzigsten jähre seines alter» de» 7. tun.an. l6;z. Seine biblivtheck, die er hinterließ, wurde vermögedes annoch bey lebzeiten gemachten legad in die academische bl-bliotheck daselbst gebracht. Seine fchriften sind: Catalogus Plan«Iferum, qu® circa Altorffimn & in vicinis locis nalcuntur;Cornu Copi® Florum Giessensium. Wittm. de vitis Medicorutnp. 157. Freberi theatrum. Bayle.
Jungferberg, lat. Diwizagora, ein grosser und lustigerbergan dem flusse Wolga , in dem Königreich Cafan, aufwei-chen, , der Russen vorgeben nach , vor diesem ein zwerg und ei-ne riesen-jungsrau gewöhnet. Er hat unterschiedene abjatze, alSbäncke über einander , von rothen, gelben und blauen fand-stei,nen, so als manreii anzusehen; auf denselben stehen gleich alSnach der ordnung hingepstantzte tannen - bäume. QUa.rH reifc-defchreibung, p. z;6. feg.
Jungius, (Joachimus) ward zu Lübeck an. r;;?. geboh.ren. Sein vatter war M. Nicolaus Jungius, vchul - Collegedaselbst, die Mutter aber Bnaitta, eine gebohrnc Holdmamiin,aus geistlichem stände. In feiner jugenb gieng er in die schule,und legte ziemliche fundamente in sprachen, zu Hause aber ha-bilitirle er sich vornemlich in der Dialectic , und begab sich hier-auf nach Giessen, woselbst er annoch in sehr jungen jähren an-sieng tragödien zu schreiben, und Rami Logicam den Studiofisvorzulesen. Er studiere anfangs hauptsächlich die Metaphysic,doch wandte er sich nachmals mit allem fleisse zu der Malhcma-tic, und wurde im zwey und zwanzigsten jähre seines allers Ma-gister , da er denn kurtz darauf, als er sich auf das StudiumTheologicum legen wollte, auf gedachter Academie zum Proses-sore Matheseos vociret wurde. Er suchte aber bald wieder feinedimißion, gieng nach Augspurg, daselbst die Medicin zu ercoli«ren, von dar nach Rostock , und endlich in Italic», da er zuPadua in diesem studio Doctor wurde. Auf feiner rückreife an.162,. machte er sich mit den gelehrtesten leuthcn bekannt, undbrachte in vorschlag, eine Societät in der Philosophie zu stiften,und selbige besser zu ercoliren , welches zwar bey alten approda-tion fand , allein aus Mangel Verkosten nicht zum stände kam.In Verbesserung der Aristotelischen Philosophie war er sehrglücklich, und in der Mathematic, Physik, Theologie, Medi-cin und andern studien entdeckte er viele fachen. Weshalben erdenn das folgende jähr 1624. zum Professor nach Rostock , und«11.162s. zum Professore Medicin® nach Helmstädl, auch endlichin das Gymnasium nach Hamburg zum Rectore und ProfessorsPhysices und Logices befördert wurde. In welcher letztern stadter denn zum öfter» die vornehmsten Grafen und Baronen ausEngelland in mathematischen wissenschafflcn zu informircn hat-te. Durch allzu eifriges studiren in seiner fugend hatte er dasmalum hypochondriacum sich zugezogen, an welchem er auchan. 1657. bey einem sich hierzu ereignenden fchlag-flusse den az.septembr. sein leben beschloß. Vogel. hist. vic® & morusJoach. Junen.
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