Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

JUNIA , der nähme eines Römischen geschlechts, darausviel berühmte Personen entsprossen. Sie soll ihren Ursprungvon Junio , einem gesahrten Aenea, haben, wurde auch schonunter den Königen Rom berühmt. Denn M. Iunius hatteTarqumii l'rit'ci tvchter zur ehe, und wurde aus befehl Tar-quinii Superbi umgebracht. Dessen söhn war der bekannteL. Iunius Brutus, welcher der erste Bürgermeister zu Rom worden. (Siehe einen eigenen artickul von ihm unter Bru­ tus / (L. Iunius) Weil aber die zwen söhne, die er gehabt,wegen erner eonspiralion am leben gestraft worden; so mey-nen einige, die nachfolgenden .junü haben einen andern Ur-sprung ihres geschlechts. Allein Plularchus verstcherl uns, daßL. Iunius Brutus noch einen drillen sobn gehabt, von welchemdas geschlecht fortgepflantzet worden. Von diesen ist berühmtworden M. Iumus Brutus Scäva, welcher A. U. 41$. Magi-ster Equitum , und A. I). 429. Bürgermeister gewesen. C. Ju-nius Bubulcus Brutus war Bürgermeister A. ü. 457- zumzweyten mal A, U. 441. in deni folgenden jähre Magister Equi-tum , und wieder in dem folgenden zum dritten mal Bürger-meister. A. U. 44 v ward er zum zweyten mal Magister Equi-tum, A. U. 447. Censor, A. U. 452. Dictator, in welchemaml er die iEquos bezwungen hat. Sein söhn gleiches nahmensist auch zwcymal Bürgermeister gewesen , und hat wegen Über-windung der Lucaner und Druttier triumphiret. L. IuniusPullus war Bürgermeister A. U. s°s- und in dem feldzuge wi-der die Carthaginenser unglücklich, indem er durch ungewitterdie schiff- flotte verlohren. Da nun dieses seiner gegen die soge-nannte Auspicia gezeigten Verachtung zugeschrieben wurde,ward er darüber vcrurtheilt, wollte aber der schwach durchfreywilligen tod vorkommen. D. Iunius Pcra war Bürger-meister A. U. 488. und hat zweymal triumphiret. A. U. 501.war er Censor. M. Iunius Pera war A. U. 524. Bürgermei-ster , und fünf jähr hernach Censor. A. U. 558. ward er inder damaligen noth nach Verlust der fchlacht bey Cannä zumDictator ernennet. Aus diesem geschlechte war M. IuniusBrutus, und D. Iunius Brutus, welche nebst andern C. Iu-llum Cäsarem umgebracht haben, davon ihre eigene artickulunter Brutus nachzulesen. Streinius, Patinus, Ant. Augu-Jlinut , de famiE Rom.

* Iuniltus, ein Africanifcher Bischofs in dem VI. saxulo,schrieb in forma dialogorum zwey bücher von dem göttlichenglauben , welche er Primasto zugeeignet hat, welcher entwederBnchoff zu Utica , oder nach anderer meynung Bischoff zuAdrumeto gewesen. Dieses werck ist in der bibliotheea Pa-trum beygedruckt, und auch zu Basel ins besondere aufgelegtworden. Einige Gelehrte haben auch diesem Junilio einen klei-nen Commentarium über die drey ersten capitul der Genes,« zu-geschrieben ; andere aber wollen für gewiß behaupten , daß ervon Beda sey verfertiget worden. Sixtm Senenßs , m biblioth.sacr. Beüarminui. Tritbemius , de script. eccles. Pojfevinus,in apparat. sacr.

JUNIORES, heisscn in den mittlern zelten alle die Clerici ,welche nach den Sub-Diaconis folgen, als Leetores, Exorcist«,Ortiarii, &c. Junioratus ist so viel als eine Vicarie , oder dasbenesteium eines Vicarii. Du Frejhe, II. 2. 160.

Iunius, der Monat, soll, wie einige vorgeben , von demJunio Bruto, als er die Tarquinier aus Rom vertrieben, undzu dieser zeit auf dem berge Cälio der göttin Carnä ein opfer ge-bracht , den nahmen bekommen haben. Andere hingegen füh-ren ihn von der göttin Juno, und noch andere von den Juniori-bus her, oder auch von der göttin der ,ugend Hebe, welche diePoeten gemeiniglich dem Herculi zum weide geben; oder auchvon der zwischen Romnlo und dem Sabiner Tito Tatio gemach-ten Vereinigung, a jungendo , wie dann die drey letztere Mey-nungen Ovidiüs beschrieben hat. (Siehe Majus.) Ivh Gorö-pius Becanus will ihn von dem Worte gunnen oder gönnen. herleiten, weil uns die natur um diese zeit allerhand ergötzlich-keilen vergönnet. Er war bey den Römern dem Mercurio ge-wiedmet, und hatte anfangs von dem Numa Pompilio nur-9. tage bekommen , zu welchen aber Julius Cäsar den zo. hin-zu gefüget. Bey den Griechen hieß er <rx/fa<pctia\ bey denJuden aber Thamuz und Sivan, und war ihr dritter monat.Carl der grosse nennte ihn den Brachmonat, weil um diesezeit dcr acker, so geruhet, auf das neue gebrächet, oder gebro-chen wird. Ovid . fest. lib. VI. *

I uniu s, < Adrianus ) ein berühmter Medicus, gebohrenden t. IUN. an. 1511. zu Horn in Holland , allwo sein vatterBürgermeister war. Er trieb seine ffudien zu Hartem , Löven,Paris und zuletzt in Bononien , allwo er Doctor in der Artzney-kunst wurde. Nach seiner rückkehr gieng er in Engelland, undwurde an. 154;. Medicus bey dem Hertzoge von Norfolk, undnachmals bey einer vornehmen Dame. Er schrieb daselbst eini-ge bücher, und unser andern ein,Griechjsch Dictionarium,welches er an. 1548. dem jungen Könige Eduardo Vl. dedicir-te; weil er aber selbigen als König tituliret, hatte er dcshal-ben viel verdruß von feiten des Päpstlichen Hofs , als der ausdieser Ursache solches buch in den indicem librorum prohibiro-rum setzte, und muste sich Juntus, weil er damals unstreitigRömisch-Cakholisch war, deswegen bey verschiedenen Nieder­ ländischen Bischvffen enkjchuldigen , bey welchen er denn auchinständig anhielte, daß man selbiges buch aus dem obgemeld»ten indice durchstreichen möchte. An. t 5 54. gab er ein Poetisch

getichte unter dem titul PhiHppis heraus, so auf die zwischendem Könige in Spanien , Philippo, und der EngelländischenKönigin Maria getroffene Vermählung gemacht war. Nachge-hends kam er wieder zurück in Holland , und ließ sich zu Hornnieder. Allein der Konig von Dänemarck berief ihn bald dar-auf zu seinem Lerb-Aledico. Weil er aber die luft daselbst nichtvertragen konnte, ihm es auch sonst nicht gefallen wollte, gienger um das jähr 1564. mit grossem ungestüm von dannrn weg,also daß er nicht einmal von dem Könige abschied nahm. Ersetzte sich hiermit zu Hartem, und praclicirte daselbst, es wurdeihm auch von den Staaten von Holland ihre Historie zu schreibenaufgetragen, woraus sein Batavia entstanden. Als die Spa,nier die stadt Hartem belagerten , entkam er noch daraus, undbegab sich zu dem Printzcn von Oranien, welcher sich unter seineeur begeben wollte. Nachdem die stadt an. 157z. erobert wurde,plünderten die Svanier auch seine biblivtheck , worüber er ver-schiedene manuscripten, die er verfertiget, verlohr. Hierauf be-gab er sich nach Middelburg und von dar nach Zlrmuiden, allwoer den 16. jul. an. is 7 s. dieses zeitliche gesegnete. Seine schnf-ten sind : de Anno & Mensibus ; Animadverforum lib. VI. Corn.mentarius de Coma; Batavia; Poemata; Nomenclator, &c.Er hat auch einige tractate der Alten heraus gegeben, als: He-sychium de iis, qui eruditionis fama claruerunt, und Eunapiumde Vitis Sophistarum. Doujli , in manib. Jun. Adaim, in vit.Germ. Medic. Andrea Mtwßi Athen« Batavx. B oxborniitheat. Hollandiae, pag. 37;. Van der Linden. Teißier, elog.Bayle. *

* Iunius, (Petrus ) sonst de Jonghe genannt, ward zuHorn in Nord - Holland gebohren. Er war anfänglich Secre-tarius dieser stadt, darnach zum fünften mal Bürgermeister,auch als Gesandter in Dänemarck, und ein ander mal mSchweden geschickt. Velius erzehlet, daß er eine Lateinischeehronick von Hoorn gesehen, die dieser Iunius verfertiget habe.Sie ist aber nicht mehr vorhanden. Er war ein gelehrtermann, und stund in grossem ansehen. Der berühmte AdrianIunius ist sein söhn gewesen. Holt. Lexicon.

Iunius , (Francifcus ) wurde zu Bourges in Franckreichden i. may an. 1545. gebohren. Sein vatter war Dwnyfius,Königlicher Rath , aus einem alten adeltchen geschlechte, dieMutter aber Jacob« Hugalda. Von kindheit an war er stetskranck, so, daß er gar spat den ansang zum studiren legen konn-te. Er gieng hierauf nach Lyon , um daselbst mit den Franzö­ sischen Gesandten nach Constantinopel zu reise»; weil aber sel-bige schon abgefahren waren, besuchte er indessen die besten bi-blivthecken. Mittlerweile zeigte ihm der damalige Director desGymnaiii daselbst, Bartholomäus Annulus, eine Methode, wieer seine studten in guter ordnung tractiren könnte. Nun sienger zwar an, derseidigen nachzuleben ; allein er hatte sehr vielHinderungen in seinen studiis, denn es suchten ihn nicht nur vie-le unzüchtige weibs-bildcr zu verführen, sondern er verfiel auchgar in den Atheismum. Als er einst des Ciceronis buch de Na-tura Deorum las, kam einer zu ihm, der durch sophistischeprincipia die Worte des Epicuri: Deum nihil curare nec sui necalieni, ihm so probabel vorzustellen wußte, daß er demselbenvölligen glauben beymaß. Weil nun sein vatter von seinem le.den Nachricht erhalten , berief er ihn nach Hause, und hielt ihnzu lesung des Neuen Testaments fleißig an, da ihm den» ein-stens der ansang des Evangelii Iohaimis ein rechter donner-schlag im hertzen war, so daß er selbigen gantzen tag erstaunete,und die kraffr des Göttlichen worts versvürete. Von solcherzeit an legte er sich mehr auf die Theologie und sprachen, undgieng nach Genf , da er wegen aussenblcibenden geldes sich schlechtdehelffen mnste. Von dar berief ihn sein vatter nach Hause, weiler nicht gern sahe, daß er das Studium Theologicum ergriffenhatte. Doch ehe er noch sein vatterland erreichte, erhielt er diepost, daß sein vatter durch Meuchelmörder ermordet wäre. Da-her» er sich wiederum nach Genf zurück begab, und anfieng da-selbst öffentlich die sprachen zu dociren. Hier wollte man ihnauch bey dem Hospital ins Predig-amt vociren, er schlug es aberaus, und wandte sich nach Antwerpen , woselbst er bey der Wa-lonifchen kirche einen Prediger abgab , und viele schrtflen ohnenahmen edirte. Jedoch als ihn ein mahler bey der HertzoginMargaretha von Parma verrathen, auch ihr sein bilbnio offe-rirt halte, entflöhe er noch bey zeiten. Hierauf begab er sichnach Teutschland, und kam bey Churfürst Friedrichen dem III.in der Pfaltz in grosses ansehen, so, daß er ihn auch zum Pa-store beyder kirche zu Schönau beruffen ließ, bey welcher ersich zwar eine kurtze zeit aushielte, indem er bey dem Printzenvon Oranien in seinem lager einen Hof - Prediger abgeben mu-ste, doch aber wieder einen tour nach Teulschland that, undseine,n amte mit grossem fleisse vorstund. Nach diesem muste ernebst Jmmanuele Tremcllio auf des Churfürsten eigenen besehtdie Bibel in die Lateinische spräche übersttzen. Er lehrte nach-mals zu Neustadt an der Hardt, bediente auch etwas zeit dasPredig-amt zu Otterburg. In währender administratton desPfaltzgrafen Cafimiri I. war er zu Heidelberg Professor, wurdeaber von dem Hertzoge von Bouillon nach Franckreich beruffen,die Reformirle kirche daselbst in eine ordnung zu bringen.Er kam daselbst zu König Heinrich dem IV. welcher ihn umeiniger affairen willen zun'ick nach Tcutschland schickte. AISer 'wieder durch die Niederlande nach Franckreich reiftte,wurde er indessen von der Aeademie zu Leiden gcbsicen,

Proset.