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Professionem Theologire primarias aus selbiger UniüCtjttdt cttt«zunehmen , welche er denn auch accepttrte. Endlich, nachdemer diese stelle 10. jähr verwaltet, starb er nebst seiner frau Jo-hanna , Simonis Eremit* tochter, an. 1602. an der pess ^ei-ner töchtcr eine wurde an den berühmten Gerhardum Jvhan-nem Doßium verehlichet. Unter seinen söhnen war FrancncusJunius berühmt / von dem hernach. Seine schriften sind : Pne-
lectiones in tria prima capita Genefeos; Expositio Damelis ;Analysis Apocalypseos ; de Theologia vera ; de Politia ftlosis ;de Peccato primo Adami; Animadversiones ad Bellarminum;Liber de Ecclesia , &c. welche man in 2. folianten zusammengebracht Hat/ allwo sein leben, welches er selbst gejchrieben /vorgesetzet ist. Thuanus. Adami vit. Theol. Vojjius , pries, deHilf. Lat. TeiJ/ier , eloges. Bayle. *
Iunius / ( Franciscus) des obigen Francisci söhn, war zuHeidelberg an. 1591. gebohren. In seiner jugend wurde er zuLeiden in Alathesi und in den Militär - wissenschassten unterrich-tet ; doch als der krieg an. 1609. in einen stillstand ausschlug ,crwehlte er das Studium Theologie, und brachte seines vattersschriften in gute ordnnng. Darauf begab er sich nach Franck-rcich / und von bar an. i6ro. nach Engelland / allwo er bey demGrafen von Arondel sich ;o. jähr aufhielte, und das schöne buchde Pictura Veterum verfertigte. Hier correspondirte er auchmit den vornehmsten leuthen seiner zeit, Grotio , Salmasio ,Gerhardo Johanne Voßio , Usserio und andern mehr. Nach-dem er auch viel Angel - Sächsische codices und manuscriptaunter Händen bekam, wurde er hierdurch angereihet , dieselbi-ge spräche ex professo zu excoliren. Darauf kehrcte er wiederzurück nach Holland , allwo er in Gloffariis und ScriptoribusSeptentrionalibus nichts nachließ , und sein erstes fpecimen dieObscrvationes Über Willerami Paraphrasin Francicam CanticiGanticorurn zu Amsterdam an. i6;r. publicirte. Damit er auchdie Frießländische spräche, welche mit der Angel - Sächsischensehr nahe verwandt / erlernen möchte , begab er sich 2. gantzejähr in West - Frießland, von bannen er auf seiner rückreise zugutem glücke über den codicem geriethe / darin» die Evangeliain Gothischer spräche mit silbernen buchstaben geschrieben waren/dieselbigen fieng er an mit seinem Glossario und einer- Angel-Sächsischen Version heraus zu geben. An. 1675. kurtz vor sei-nem tobe / machte er sich, nicht ohne grosse deschwernis , wie-derum nach Engelland , damit er die in vielen bibliothecken an-noch vorhandene Angel - Sächsische codices mit rechtem fleißdurchgehen könnte. Hier starb er endlich bey seiner schwestersöhn / Jsaaco Voßio , damals Lanonico zu Windsor, im 86.jähre seines alters / welches er mit grosser diät und unverdrosse-nem fleisse geführet hatte, an. 1677. Seine hinterlassene schrif-ten / von welchen der berühmte Bischoss, Johannes Fell/ zu Ox ford / das Glossarium quinque Linguarum in 14. voluminibusgar schön abschreiben ließ, hat er insgesamt der OxfordischenUniversität vermacht, woselbst,auch sein bildnis , ingleichen einehren - gedächtnis mit einer schonen instription verfertigt wurde.Die schriften, so von ihm heraus gekommen , sind GlossariumGothicum; de Pictura Veterum ; Paraphrasis Cantici Cantico-rum ; Willerami Paraphrasis Gothica Evangeliorum. Graviushat sein leben beschrieben / welches seinem buche , de Pictura Ve-terum, vorgesetzt ist. Coiomtßi opusc. p. uö. Tenyels Unter-redung / menfe oct. an. 169;. Bayle.
Iunius, (Petrus ) war in Schottland den i;. aug. an. 1544.gebohren. Die sorgfältige auferziehung seiner jugend machteihn schon in dem 19. jähre seines alters geschickt , seine reisen infremde lande vorzunehmen. In denselben kam er nach Genf /da ihn den» Theodor« Bezä gelehrsamkeit, und seines vetternHenriei Scrimgers auserlesene bidliotheck aufhielten, daß er sei-ne studien daselbst fortzusetzen sich gefallen ließ. Nach etlichenjähren that er eine reise in Schottland , doch mit dem gewissenvorsähe, bald in Franckreich sich wieder einzufinden. Allein derrühm , den ihm Bezä in Schottland gesendete briefe gemachthatten, bewog die Regenten , die damals dem Schottischen Rei-che vorstunden, daß die information des Königlichen Printzen,der unter dem nahmen Jacobi VI. sich hernach unter den Schot tischen Königen bekannt geinacht, diesem Petro Junio in dem2z. jähre seines alters anvertrauet wurde. Georgius Buchana-nus / der gleiche Verrichtung nebst Junio hatte, konnte theilswegen seines hohen alters , theils wegen seiner sauertöppischenconduite bey Hofe nicht so wohl fortkommen , dannenhero Ju-niodie gantze sorge aus den hals siel / seinen Printzen wohl an-zuführen/ Buchanano aber die ehre blieb/ mitconsiliis und derauthorität wegen feines alters dem wercke behülflich zu seyn. Indiesem steten Umgänge nun flößte Iunius nicht allein seinemPrintzen eine gute »vissenschasst in Litteris ein, sondern er zogdurch seine angenehme art das Königliche gemüth also an sich,daß da Jaeobus sich der Reichs - sorgen nunmehro mit annahm/er seinen lehrmeister zu seinem vertrautesten Rathe aussähe, undihn zu der wurde eines Groß - Almoseniers erhöbe. Die Ver-richtungen , welche ihm anvertrauet wurden , waren meistensAmbassaden, weil er wegen seiner anständigen und freundlichenauffuhrung uch treflich an den fremden Höfen zu insinuirenwußte; darum er auch glücklich gewesen, wie die durch ihn mei-stentheilö gestiftete Vermählung des Jacobi mit der Dänischen Prmtzcßin Anna / und die bcvestigte succeßion auf dem throneEngellands bestätigen können. Bey seinem heran nahenden al-ler überhob ihn zwar der König vieler reisen und Verrichtungen,
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bediente sich doch aber unaufhörlich seines Raths, bis er an.1628. den 7. januarii das zeitliche gesegnete. Vit. p. j u „a aU( <tTh. Smitho.
Iunius / (Patricius) unter des Petri Junii 8. söhnen derfünfte / war in Schottland gebohren an. 1584. den 29. augusti.Sein vatter und andere Gelehrte wendetm allen möglichsten fleißan / daß er sowol zu St. Andrews als auch zu Oxford von dengeschicktesten keuthen in der Theologie und sonderlich in den Hu-manioribus unterwiesen wurde. Er ward hierauf um das jähr1609. Jacobe Montacutio / dem berühmten Bischoss zu Bathund Welles/ bekannt, und weil dieser bey dem Könige Jacobs l.viel galt / erlangte Patricius nicht allein eine jährliche penston ,sondern auch befehl, die neu - gestiftete bidliotheck in dem pal.laste St. James in ordnung zu bringen. In dieser stativn ver-säumte er nichts/ was zu der Vermehrung besagter bidliotheckdienlich seyn konnte. Wie er dann an. 1614. nicht eher nachge-lassen / als bis des in Engelland verstorbenen Js. Casauboni bi-bliotheck nebst den manufcriptis , (ausser was dessen söhn Mericowar ausgemacht worden) der Königlichen bidliotheck einverleibetwurde. Nachdem nun die bibliotheck völlig in ordnung gebrachtwar / trug er sehr vieles zusammen, was zur Englischen Histo-rie dienlich war. Dieses werck führte ihn immer weiter undweiter zurück in die altern zeiten / so daß er willens war, eingrosses werck von Griechischen und Lateinischen scribenten zusammeln und heraus zu geben. Sein vorsah aber wurde durchallerhand Hindernisse unterbrochen / und ob er gleich durch einereife nach Franckfurt, Holland und Franckreich gedachte einenVerleger zu bekommen, so hatte er doch nur das glück, mir dengelehrtesten leuthen in Franckreich / Petro Pnteano, JohanneHottomanno / Th. Gottofredo / Frontone Ducäo und JacobsSirmvndo bekannt zu werden. Er wendete sich also wiedernach Lonben , und durchsuchte fleißig seine bibliotheck, die ihmanvertrauet worden. Unter den vielen ankörnn,enden fremden ,fanden sich auch damals sehr viel Griechen ein. die er dennnicht allein mit einer sehr grossen civilität annahm, sondern mitso viel wohlthaten obligirt von sich ließ , daß ihn Montacutiusnur der Griechen ihren Patriarchen zu nennen pflegte: und Me-trophanes nach erlangtem Alexandrinischen Patriarchat seinemWohlthäter/ dem Junio / sehr oft schriftlichen danck abstatte,te. Dieser rühm machte Junio nicht allein unter dem gemei-nen mann ein ansehen, sondern Jacobus I. bediente sich seinerin Übersetzung der Englischen schriften, so er in Lateinischer sprä-che seinem wercke , welches dieser König verfertiget, einzuver-leiben gedachte. Nachdem auch solches zum Vorschein gekom-men / muste Iunius den beyden Englischen Universitäten esüberbringen. Nach diesem bediente sich Joh. Selkenus der hülf-fe des Junii , in burchsuchung der bekannten Marmorum Arun-dellianorum , welche Thomas, Graf von Arundeü , durchWilhelmnm Pettacum aus Orient hatte nach Engelland brin-gen lassen / und hierauf böte sich die längst - gewünschte gele-genheit mit eigenen schriften sich hervor zu thun , dem Junioan. Thomas Rowäus hatte von seiner Constantinopolltanischenreist! den sogenannten codicem Alexandrinum der GriechischenBibel mitgebracht, welchen Carvlus I. als damals regierenderKönig in Engelland, der Königlichen bibliotheck als eine sonder-liche rarität zuwendete. Iunius lag tag und nacht über diesemcodice , an dessen ende er die erste epistel Clementis an die Co-rinther antraf/ die er denn fleißig durchsuchte, darüber mit Joh.Bois, Canonico der kirchen zu Eli, conftrirte, und solche an.i6;z. heraus gab. Dieses reitzteJunium an, daß er bedachtwar, noch mehr dergleichen denckmahle der alte» kirchen aufzu-richten , darzu denn Wilhelm Land , der bekannte Ertz-Bischoff,viel geld vorschoß, die schriften darzu giessen zu lassen. So ka-men dann Theophylacti Commentarius in Epiltolas ; CatenaGratcorum Patrum in Jobutn ; Gilberti Folioti Episcopi Londi-nensis Expositio in Canticum Canticorum cum stlcuini in idemCanticum compendio , in einiger zeit nach einander heraus.Dieser fleiß aber wurde unterbrochen durch die überhanb neh-mende flamme der innerlichen kriegs - unrnhe, in welcher Juniodie schlüssel zur bibliotheck abgefordert, und er seines amts ent-setzet wurde. Er arbeitete zwar an hcrausgebung der Griechi-schen Bibel nach obgcdachtem codice Alexandrino , allem weildie collationes so gar weitläuflig, er auch die fehler in obgcdach-tem codice nach seinem gutdüncken emendiret, die Gelehrtenaber in Engelland die Bibel also wollten gedruckt haben, wie dasmanuscript sich befände, so wurde der Verleger, Cornelius Bee /anders sinnes , sonderlich da Scldenus ihm unter das gesichtesagte: wo er Junio folgte, so hoffte er, so lange zu leben, biser ihn (den Beeum) mit seinem buche auf dem scheiter - Haussensehen würde. Junii gcmüthe wurde also durch solche verdrles-liche suiten und das herannahende alter nicht wenig niederge-schlagen , dannenhero er sich zu erholen das land - leben bey sei-nem eydam, I. Alwodo, in der provintz Essex crwehlte. Nichtlange hernach aber wurde er von einer kranckheit überfallen, dieihn zwang, sein leben den 7. septcmber an. 16; 2. zu beschliesscn.Th. Smith, in vit. Patricii Junii.
* Iunius / (Melchior) gebohren zu Wittenberg an. 1545.tractirie issTFiner jugend die Humaniora fleißig , legte sich abernachgchends aufdie Oratorie , wozu er besondere gaaben hatte.Zu Straßdurg studirte er völlig die Philosophie, worinn er auchdaselbst Magister ward. Hierauf habilitirte er sich, las collegia,und ließ sich etliche mal im peroriren mit beyfall Hören. Solcher
gestalt