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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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wolle, um der gerechtigkeit willen mit solchem dich zu pflügen.Wenn solches geschehen war , so fragte der baucr weiter:wie will man mich von diesem orte wegbringen? welche frageder Graf von Görtz, als Erb-Pfaltz-Graf, also beantwortete:man wird dich mit 60. pfennigen wegkauffen , der ochse unddas pferd sollen dein seyn , du wirst das Fürsten-kleid zu dirnehmen , und dein Haus wird frey und unzinsbar seyn. Hier-auf gab der baucr dem neuen Fürsten einen gelinden backen«streich, und ließ ihn an seiner stelle auf den Fürsten-stein steigen/allwo er den Unterthanen die nrivilegia bejchwor, und hernachauf den sogenannten lehn-stuhl , der auch im freyen selbestund / die Huldigung von demselben annahm. So lange derneue Fürst auf dem lehn-stuhle saß, hatten etliche Kärndtischegeschlechter recht wunderliche freyheiten zu ererciren ; die Gra-decker mochten gras abhauen , wo sie wollten / die Pottendörf-fer und nach abgang dieses gesthlechts die von Mordaxe könn«ten unterdessen sengen und brennen/ wo es ihnen beliebte/wollten es die besitzer nicht leiden, musten sie sich mit diesen fami-lien drüber abfinden. Diese Glafendorffifche huldiaungs-cere-monie in Kärndten hat bis an. 1414. gewähret. Räch Inge,vone wurden von den Fränckischen Kaysern Cvdvlaus, Balde-rich / Carolomannus , Arnulphus und andere gesetzet. Nachdiesem haben die Teutschen Kayser und Könige mehrentheilsihre verwandten zu Hertzogen gesetzet , bis aus Conradum III.welchen Kayser Heinrich III. an.1048. zum Hertzogc in Bayern ,und an dessen stelle Graf Wölfen II. von Altdorff zum Hertzogein Kärndten gemacht. Nach dessen tode gab ermeldter Kayserdieses Hertzogthum an. io;6. Graf Bertholden dem bärtigenvon Zäringen. Es wurde ihm aber bald wieder genommen,und an. 107z. Graf Marquarden im Muerztal und Avelantz,Herrn zu Evvstein gegeben. Diesem folgten seine beyden söhneLeupold und Heinrich III. sie stürben aber beyde ohne männ-liche erben. Hierauf kam das Hertzogthum an. 11-7. an denPfaltzgrafen Erbo von Regenspurg, welchen Kayser Lothariusdamit beschencket. Er starb aber nach zwölf iahren, und an.H40. verliehe der Kayser Conradus lll. dieses Hertzogthumdem Grafen Engelberto von Spanheim und Ortenburg , beydessen geschlecht es bis auf Ulricum III. verblieben. Dieserverkaufte es ohne Kayserlichen consens an den König Ottoca-rum von Böhmen , welcher es auch nach dessen an. 1269. er-folgten: tode in besitz nahm , und Hertzoq Ulrichs bruder, Her-tzog Philippen, bisherigen Ertz-Bifchoff von Saltzburg, ge-fangen hielte. Als aber Rudolph von Habsburg Kayser wur-de , nöthigte er Otlocarum, daß er dieses land wieder abtretenmuste , und verliehe solches Graf Mainharden von Tyrol,welcher Hcrtzog Ulrichs hinterlassene wittwe zur gemahlin hatte.Räch dessen tode folgte ihm sein söhn, König Heinrich inBöhmen , welcher aber an. izr;. ohne männliche erben starb,und folgten ihm des Kayfers Albcrti I. söhne, Otto ^ucundus,und Albertus II. welche er mit dessen schwester Elisabeth er-zeuget hatte. Es suchte zwar König Heinrichs hinterlasseneivchter, Margaretha Maultafch , Kärndten zu erlangen,fiel auch mit hülffe Hertzog Heinrichs in Bayern und des Kö-nigs Iohannis von Böhmen in Kärndten ein, und hausete garübel darinnen, muste es aber doch den Hertzogen von Oester,reich überlassen , weil es der Kayser Ludwig selbigem bestätigte,von welcher zeit an dieses land beständig bey Oesterreich geblie-ben ist. Tarif«, Salvanus , de situ Carinthis. HoNNgö be-schreib» Ng von Kärndten. Valvajor , top. Carinth. y£»eas Syl-vias. Rno, ann. Austriaci. Megißri ann. Carinth. FuggerSspiegel der ehren, lib. III. c. Europäischer Herold', ?. I.p. 400. Micnß. cotinogr. lib. III. c. 401. Lazius, lib. VI. demigrat. gent.

Räuffi, (Kilian) Abt zu St. Gallen, war ein Toggenbur«gischer landmann. Seine an. 1529. geschehene erwehlung gabanlas zu einem grossen streit in der Eydgenoßschafft; es woll-ten ihn nemlich die beyden Schirm-Orte, Zürich und Glaris,nicht posseßion nehmen lassen, er erwiese dann zuvor, daß derMönchs-orden, kutten, singen, rc. wie es in den klöstern ge-trieben wurde, der Evangelischen lehre gemäß wäre; wo eraber solches nicht prästiren könnte, so sollten er und seine Con«ventualen die kulte ablegen, er an statt eines Abts der Schaff,ner des vrts heissen, den vier Schirm-Orten jährliche rechnunggeben, was von dem einkommen übrig bliebe, sollte an die ar-men verwendet, und den Gottshans-lcuthen die leideigenfchafftund dero deschwerden abgenommen werden; dieses nun wardem neuen Abt ungelegen , sonderlich da die beyden andernSchirm-Orte, Lucern und Schweitz , ihn unterstützten, Hie-bey aber gab ihm dieses einen stoß, daß ein grosser theil seinerConventualen zur Reformation inclinirlen, flöhe deswegen meh-rerer sicherheit halben aus dem kloster, und gieng mit dem nochübrigen theile seiner adhärenten über den Boden-see nach Bre-gentz , kaufte das schlößlein Wolffurt, und setzte sich darauf,nachdem er vorher das kloster alles ihm anständigen schatzes be,raubet, und selbigen ebenfalls über den see bringen lassen. Sobald dieses geschehen, baten die verlassene Gottshaus - leutheZürich und Glaris um einführung eines neuen regimcnts derlandschafft zum besten; es wurde auch zugleich von den gesam-ten vier Schirm-Orten zu Wyl im Thnrgöw eine confcrentz ge-halten; aber es gicnge so verwirrt her, daß, (weil jede parteyihr eigenes inkeresse beobachtete , und die Catholischen Ortenichts nachgeben wollten) man 'nach langem disputiren ohneHistor. Lettinn IV. Theil.

geringste Verrichtung von einander ziehen muste. Es wurdedarauf in dem mart. an. i;?o. eine Tag-satzung zu Baden ge,hatten, und nachgehends von Zürich und Glaris ein provist»," 5 ** rc 3 leiit eingeführet ; es protesiirten aber Lutern unddarwider. In selbigem jähre, den %o. aug. ertranckSU)t Kilian «n der Lutcrach ohnweit von Brcgentz, als er von® ei J u Augspurg zurück kehrte, worauf Zürich

und Glaris das kloster St. Gallen der stadt zu kauffcn gaben.Das land Toggenbnrg erledigte sich hievon mit dezahluüg von*4°°o. gülden. Sechs Conventualen bekehrten sich zu demEvangelischen glauben, deren jeglichem man 500. gülden baaeerlegte, und ein jährliches leib-gedinge von gülden ordinirte.Die exulirendc Mönche hingegen erwehltcn ihrer seits DiethclmBlaarer von Wartensee zu einem neuen Abt, welcher auch nachdem Cappeler-kriege und dem erfolgten zweyten land-friedendurch Vermittelung der Eydgenossen zu seinem kloster, land undleuthen gekommen, und den 1. mart. an. izz». zu St. Gallen eingeritten. Buüinger. Stumpf, lib. V. c. 7. *

* Rafre Chitin,, eine stadt in Persien , st> unter dem 76.grad 15. min. der lange, und 42. grad 30. min. der breite liegt,wird auch sonst Karas genennet. Ehemals ist sie sehr groß, undihr erbauer Nouchire, etn Konig in Persien gewesen. Taver«niers reife-beschr. lib. III. p. i;i.

Kageneck, eine von den ältesten adelichen familien im Un-ter-Elsaß, allwo sie den dritten theil von Jpsheim besitzet. Clanshat sich an. ia;8. in dem stadt-reqiment zu Straßburg befun«-den, welcher ehre das jähr darauf Goselin gleichfals genossen.AIS an. ir6i. die Dom-Herren zu Straßburg bey damaligenstreitigkeiten des Bischoffs mit den bürgern des ersten parteyhielten, und viel davon aus der stadt zogen , waren die von Ka-geneck auch mit darunter. Hans ist an. 1271. Stadtmeister zltStraßburg gewesen. Nicol war an. 1337. Probst zum jungenPeter zu Straßburg . Erhard war einer von den 15. Ritternaus dem Unter-Elfaß, welche über den gemachten land-srie-den an. im. einen Land-tag zu Colmar gehalten. Thomas!und Claus haben sich an. izyo. auf dem turnier zu Straß,dmg befunden. Hans reisete an. 1414. mit Marggraf Bern.harden zu Badetf auf das Concilium nach Costnitz ; nachge-hends war er wegen der stadt Straßburg als Unterhändler beydem vertrage, als sich die Schwerer mit dem Hertzoge vonSavoyen verglichen. Moritz soll in dem kriege wider HertzogCarl» von Burgund an. 1476. da sowol die stadt und der Bi-schoff von Straßburg , als die Vorder-Oesterreichische lande,Elsaß und Brißgau, den Eydgenossen hülffe leisteten, wegenftmes tapfern Verhaltens zum Ritter seyn geschlagen worden.Moritz war an. 1170. Hofmeister des Iohanniter - Meisterszu Heitersheim . Bernhard lebte an. i; 86 . als Amtmannzu Ettenheim . Zu ende des 17. jahrhunderts besaß einHerr von Kageneck , die wichtige Wald - Voqtey über den(Dchwartzwald vom Hause Oesterreich . Nach ansang desXVIII. fecnli haben einige von diesem gesihlechte den Freu,herrlichen character erhalten , und florir't« Johann Heinrich ,Baron von Kageneck, an. 1718. als Teutschen ordens Land-Comtur, und als Kayscrl. und Hoch-Teutschmeisterischer gehei-mer Rath ; das jähr vorhero empfieng er als gevollmächtigtcr

S och-Teutschmeisterischer Gesandter die lehn an dem Kayjcrl.

oft, florirte auch noch an. 172;. als vornehmster Chur -Trie-rischer Minister. Röntgshovens chronick. Hertzogs El-jaßifchc chronick, lib. VI.

/vager, (Matthias) ein in der Mahlerey und bau-kunst er-fahrner mann, war aus München in Bayern gebürtig, hat sichaber nachwarts in Augspurg niedergelassen , allwo er auchRathsherr worden. Er hat zu dem Rathhausc etliche herrlichewercke, wie auch den grossen altar bey den fatribm Dominica-nis, und darauf das jüngste gericht mben dem stücke, so ausser-halb der kirche zu sehen, gemacht. Es erhebet sein lob gleichfallsdas ansehnliche heilige creutz-thor und das schöne wcder-haus,so er auswendig sehr schön bemahlet hat. Er starb an. i;ü6.Sandrarts Acadcmie, k. II. p. 322.'

Aagge, (Lars) Schwedischer Reichs-Feldherr, war auSeiner der ältesten famllien in Schweden entsprossen. Er kaman. 1629. mit dem Könige Gustavs Adolph» aufden TentschenHoden, und hielt sich an. 16;;. als Generat-Major in den bela-gerungen der städte Hameln und Dillich vor andern wohl, inwelcher letzter» er auch hart verwundet wurde. Nicht langehernach schlug er die Kayserlichen und Ligistischen völcker beyOldendorff, worauf er an. 16)4. Gouverneur zu Regenspurgwurde, welche stadt er wider die Kayserlichen bis aufs äusserstedefendirte, endlich aber übergeben muste. Nachgehends warder in dem treffen bey Dvnaustauf fast tödtlich verwundet,wannenhero er sich nach Schweben bringen ließ, um stchrecht curiren zu lassen. Er konnte aber in etlichen jährennicht wieder zu völliger gesundheit gelangen, und dieses warUrsache, daß ihm an. 1641. nach des Baniers tode die stelle tunes General -Feld-Marschalls nicht zn theil wurde. Uin daSjähr i6$». ernennte ihn die Königin Christina zum Reichs-Feld«Herrn und Reichs-Grafen, worauf er an. i6«i. zu Stockholm in dem 67. jähre seines alters mit tode abgieng. Meffenn theatr .Nobil. Suecias . Puftmdmrjs, Theatr . Europ. tom. IX.

Rahath, ein lohn Levi, war des Amrams vatter und Moflsgroß-vatker, und nach einiger meynung A. AI. gebohren.

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