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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Er starb A. M. 3457. feines alters i;;. jähr. Exot VI. 1%.

Fpiphanius. Torniell, Ufjerius.

* Tictbi, (Wenceslaus) war zu Arnsdorffbey Hrrschberg,nSchlesim an. 164V den 14. jun. gedvhren, ftudlrle zuWtttcn-beraswurdePhisosophi» Magister, Prediger zu L'egnitz, undhernach Pastor zu Neu-Dreßden. Er starb den 4. may an. - 7 ° 4 .und schrieb Diso. de Coloribus ; de I.acryrnis ; de Limitwus ,Orsoimbus & Caulis Ventorum ; die KunstallerKunste, nem-Ijch ewig selig und zeitlich glückselig iu sterben; Wahrhaffte Ur-sachen der den 9. april an. 1689. Plötzlich «folgten sperrung,,nd reduction der Fürstlichen Stifts-kirche St. Iohamus zuLiegnitz in Schlesien; Leichen-Predigten. Ebrnus, Cervimont.doct.

Rahle / ein feines städtlein in Thüringen , zwischen Orla -münd und Jena an der Saale gelegen, es gehöret unter dasAmt Leuchtcnburg, und stehet dem Hertzoge zu Sachsen-Gotha

IU. Tromsä.

* Aahler, (Johann) ein Lutherischer Theologus , war zuWolmar , einem Hessen -Casselifchen Dorfe , den ao. jan. an.1649. gebohrcn. Er ward auf anleitung eines benachbartenPfarrers, nahmens Conrad Bret, der einen guten verstand ,auch noch bey gar jungen jähren <*» ihm vermerckte, von str-uem vatter zum studiren angehalten. Dieses trieb er unter an-führung Abr. Bootii, Cyriaci Lentuli , Magiri und anderermit gutem fortgange eine weile zu Marpurg , worauf er an.1669. nach Giessen gieng, und daselbst eine Diss. de Intelligen-tiis hielt, bey welcher der bekannte Thom. Crenius, so damalsnoch seinen eigentlichen nahmen Thomas Theodorus Crusiusführte, als Alagister präsidirte. Als er nicht lange hernachselbst prvmoviret hatte, habilitirte er sich an. 167z. mit einervisp. de paradox» Philosophia Cartefii , welche grossen ler-mcn auf dasiger Universität erregte. Denn da er hierinn offen,barlich der Cartesianischen Philosophie einen unstreitigen vorzugvor der Aristotelisch-scholastischen zugeschrieben, und insonder-heit die formas substantiales sehr herunter gemacht ; wurdedadurch nicht allein die philosophische, sondern zumal die theo-logische Facultät, und unter derselben vornemlich Haberkor-nius, dermassen wider ihn in den Harnisch gebracht, daß ihmmit Confiscation, relegation rc. zugesetzet worden wäre, wo erdiese manner nicht durch sein bescheidenes bezeigen noch ziemli-cher Massen wiederun, besänftiget hätte. Unterdessen kriegte ermit seiner Cartesianischen Philosophie, welche er zu allererst zuGiessen eingeführt, ungemeinen axplausom, und lehrte die-selbe als Magister legens gantze neun iahe, bis er an. 1677. zumProfessore Metaphysices extraordinario nach Rinteln beruffenward. Diese stelle verwechselte er nicht lange darauf mit derProfessione ordinaria Metaphysices und Matheseos, welchenan. 168;. auch die Professio Theologia ; ordinaria beygefügetward, um welcher willen er noch in selbigem jähre die Doctor-würde annahm ; zuletzt aber an. 1697. das Primariat in dertheologischen Facultät erhielt. Er starb endlich den 17. may an.1729. aus seinem land-gnthe zu Pyrmont , wohin er eine kurtzezeit zuvor, die gesundheit zu erholen, sich begeben hatte, als ereben das sechste mal Rector Magnificus der Academie Rintelnwar. Mit seiner stauen hat er zehen kinder gezeuget, vonwelchen er zwey söhne und vier töchter hinterlassen. SeineDisputationes , die er zu Giessen gehalten, sind an. 1710. und1711. zu Rinteln unter dem titul: Disputationes Juveniles zu-sammen gedruckt worden. Die disputalionen aber, so er auf derRintelischen Academie gehalten hat , sind folgende: de CasoMorali, 1679. de Intelligentiis , eod; de Oceano ejusque Pro-prietatibus & vario Motu , 1680. Quaestiones miscellaneae, eod.de Cometis eorumque Generatione, Figura, Motu, Lumine &Prognosticis , eod. und 173;. Variae ex Mathesi aliisque Philo-sophiae partibus depromtae Qurestiones , 1681. de Deo , eod.linb 1713. de Libertate Dei, eod. de Terra, 1682. de Refle-xione Luminis ejusque Effectu , eod. de Pilasphemia in Spiri-tum Sanctum, 1684. de Immutabilitate Electionis, 168y.deStatu Damnatorum, 1686. de Signis consummationem sieculipraecedentibus , 1687. Pentas Dissero. Theol. de ImputationePeccati alieni, 1688. de Injuriis non retaliandis , 1689. 1713.de Qusestionibus miscellaneis, 169z. de Imputatione Peccatialieni & speciatim Adamitici Differt. V. 1696. de Gradibusprohibitis, 1700. de Polygamia, eod. de Eradicatione Evan-gelii universali, eod. de liierest Enthusiastarum abominabili,1705. de Perfectione Renatorum, 1704. de Moralitate Sab-bathi Christiani, eod. Christian» Religionis Dogmata XV.Dissertationibus proposita , eod. de Requisitis MinistrorumEcclesias, 1710. Articuli Aug. Confess. de mutatis Abusibus VII.Dissertat, expositi, 1711. de Gratia Confeslionis omnibus ho-minibus oblata , 1712. de Transfiguratione Satan® in Ange-lum Lucis , 171;. de Consequentiis Theologicis, 1714. Augu-stana Confessio XX. Differt, absoluta, 1715. de Theologo do-cente , eod. de Linguis & Scientiis Theologi» ancillandbus,1720. de Obligatione Ordinationum Ecclesiasticarum, 1721.de Signis ver» & falsi» Poeni tenti», eod. de Jure Dei pu-niendi posteros oh delicta majorum, 1728. Ek Hat auch einCompendium sacr» Geograph!» generalis zu schreiben ange-fangen , und davon folgende stücke in drey Disputationibus deDefinitione Geograph!» ejusque Divisione & Globo terraqueo1713. de Telluris Structura, Magnitudine &Pnecognitis qui-busdam Geometricis in Geographia necessariis; de Circulis in

f st i k st l

Sphara & Mappis Geographicis, item de Zonis, ParalleÜs &Climatibus Antiquorum , nec non de Habitatoribus diversa-rum Zonarum, eorumque appellationibus, 1719. iyetslud ge-geben , es ist aber das werck nicht zu stände komme.,. t'unckL·orat. funebr. Unschuldige Nachrichten , 1729. beytrag IV*p. 689. scq. THeol. Bibltoth. tom. XL 11 I. n. 7. p. 659. sollll'Gelehrte Zeit. 17;-». p. 549. sogst. *

* Rar, oder Ray, (Wilhelm) ein mahlet, gebürtig vonBreda, erlernte diese kunst unter dem Lamberto Lombard zuLüttich , und wandte sich hernach nach Antwerpen . Er starbendlich in seinem vatterlande an. i;68. wohin er sich, der grau.samkeit des Hertzogs von Alba zu entgehen, gewendet halte. z>#

Files , vies des Peintres.

Raimachiten, ein gewisses volck in der Tattarey. Ihrland, welches Kaimach oder Naiman genennet wird, liegt andem grossen siusse Ghammas. Die vornehmsten städte darin,nen sind Chacankaimach, Monastach, Buratgh, Sitian,Actur, Bengiar, rc. Die see, welche aufder östlichen feite derTartarey lieget, wird von diesem volcke die Kaimachittsche see ge-nennet.

Rainach, siehe Raynach.

Rairwan , war vor zeiten die Haupt-stadt in dem sogenann-ten eigentlichen Aftica, von Carthago bey und von demMeer bey 12. parasangis entfernet; sie soll den nahmen vonden Caravanen oder trouppen der reisenden herhaben. OcbaBen Nafai hat sie erbauet, oder wieder aufgerichtet, und vondieser zeit an hat sie an rcichthum, macht, prächtigen gebau,den, studien, rc. gewaltig zugenommen. Als aber EbrahinAglabita nahe dabey an einem lustigen und gesunden orte diestadt Racad erbauet, nahm ihr glantz ab; doch kam sie unterden Obeiditischen Fürsten wieder in aufgana, sonderlich unterObeidalla , welcher um A. C. 912. seine residentz dahin gelegt;so bald aber diese Fürsten abgiengen, verlohr sie von neuemalle ihre Herrlichkeit , sonderlich nachdem sie zuletzt in die ge-malt der Könige von Tunis verfallen. J*c. Goiius , in not. adAlferg. *

* Rakares, lat. Cacharum Regnum , ein weitläustiges Kö-nigreich in dem Reiche des grossen Mogols, in welchem der.fluß Ganges seinen Ursprung nimmt. Es grentzt gegen nordenmit dem Tariarischen Königreiche Tibet , gegen luden aber mi»den Königreichen Pitan, Siba, Naugrakut und Kachemice.Dappers befchreibung Indiens , p. 276.

* Kakerlaken, eine art leuthe in Malacca und Batavia, s»bey tage mit offenen äugen sehr wenig, bey »acht aber sehr wohlsehen, auch gelb kennen und zehlcn, nehen und andere Hand.thierung treiben können. Deswegen legen sie sich des tages ge-meiniglich schlafen, und kommen bey der demmerung erst wie.der zum Vorschein. Von ftatur, Proportion und färben sind siewie die Europäer, haben wider die gewohnheit der andernMorgenländer graue äugen und gelbe haare, und gehen mit benfüssen einwärts. Nach Malacca sollen sie aus einer gegen übergelegenen insul hinkommen seyn. Andersens Orientalischereise-beschreibung, tom. II. 6r.p.8o.

* Rakongo, ein Königreich in Nieder-Aethiopien , grentzetgegen mittag und abend an das Reich Goi, gegen Mitternachtan den fluß Lovango. In diesem Reiche befindet sich ein fluß

S " ches nahmen-, so über 18. Meilen wegcs im lande fliessel, undunter dem fünften grade süder-breite in die see ergiesset.Das land ist volckreich. Die einwohner sind sehr falsch, mein-eydig, zanckhafftig und unruhig, im krieg aber kleinmüchig.Vor andern legen sie sich auf den land-bau, schiff-fahrt und fische»rey, treiben auch grossen Handel, mit ein-und ausländischenwaaren. V»n GOtt wissen sie nicht viel, nur der blosse nah»me GOtt ist ihnen bekannt. Hingegen ruffen sie die haus«und feld-teufel an , deren bilder sie auf unterschiedene art zumachen pflegen, auch jedem seinen eigenen nahmen und wür-ckung zueignen. Sie glauben auch, daß ein solches bild, wennman,es beleidigt, macht habe einen zu tödten. Dappers be<sthreibung von Astica, p. 54°. sog.

* Ralbarien, ein fluß in Guinea , welchen die Portugiefewauch Rio Reval nennen. Dieser ist der nächste bey dem flusseSambreiro nach Westen zu, gehet meistens nordwärts auf, undist an einigen örtern nicht allzu tief, deswegen er auch mit tief-gehenden zachten nicht kan befahren werden. Er nimmt seinenlauf durch Kalbarien , Krikel und Moko. Bey dem dorse Fo»kel, welches die Holländer wegen des vielen weins das wein-dorf zu nennen pflegen, theilet er sich in zwey arme, davonder eine ost-der andere westwärts, doch aber immer gegen nor-den fortfliesset. Ungefehr 14. meilen aufwärts läuft ein armost-nord-ostlich hin, an welchem unterschiedliche dörfer liegen.Die einwohner auf der ost-seite dieses flnsses, wie auch die, sohöher gegen norden wohnen, fressen ihre im kriege getödtetefeinde; die gefangenen aber verkauffen sie. Die weiber werdenauf eine sonderliche weise beschnitten; denn sie binden ameisenan einen stock, und stecken sie in ihre schaam, wiederholen esauch wol mit neuen ameisen , und bringen bisweilen zwey bisdrey monate damit zu. Wenn man sie um die Ursache dessel-ben bcftaget, wissen sie keine andere antwort zu geben, als baßes ein alter gebrauch sey. Die schulen, so sie auf diesem flussegebrauchen, werden aus einem gantzen bäume mit ausbrennenund ausbauen verfertiget, und find fünfzig, sechzig auch ue-

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