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andern des Königs Sigismundi Augusti schwerer, Aanam ,|ur Königin, und Stephanum Bathöri, Woywoden in Sie benbürgen , zu derselben gemahl und künftigen Königs welchener auch, ,veil sich der Ertz-Bischoff zu Gnesen die cronungzuverrichten weigerte, zu Cracau gecrönet hat. An. 1577. hielter um das erledigte Bißthnm zu Cracau vergebens an, bekamaber hergegen von dem Könige die Versicherung, daß er dasErtz-Brßthnm Gnesen erlangen sollte, gestalt er auch noch beyleben des Ertz-Bischoffs Coadjutor, und nach dessen absterbenan. 198». Ertz-Bischoff und Primas in Polen ward. In derzerrüktung, so wegen des geschlechts ZborowSky entstanden,demühete er sich sehr, frieden zu stiften, wiewol man anfangsdafür gehalten, daß er des Christophs Zborowsky gefährlicheanschlage dem Könige am ersten entdecket. Auf des KönigsStephani an. is86. erfolgten tod, führte er währenden In-terregna das Directorium, da er den Königlichen Printzen ausSchweden , Sigismundum III. zum Könige erwehlen half,ungeachtet die Zborowskifche familie mit ihren adhärenten, denErtz - Hertzog Maximilianuin von Oesterreich erwehlet hatte.Diesen König crönte er auch, und als der Reichs-Cantzler Jo-hann Zamoisky sich viel feinde machte, trat er auf seiner wi-derwärtigen feite, und berief an. 1590. einen ungewöhnlichenConvent nach Kow, auf welchem er trachtete, die auf demletzten Rcichs-tage abgefaßte Verordnungen zu caßiren, worüberer sich sehr verhaßt machte, doch that er an. 1591. auf demReichs-tage zu Warschau alles wieder ab, was er zu Kowsürgcnommen hatte < und wurde auch mit dem Zamoisky ver-tragen. Er bauete den Jesuiten zu Califch ein Lollegium, unddaselbst, wie auch zu Gnesen und Vladislavia, 8em'>nana, undvermehrte die Dom-kirche St. Adalberti zu Gnesen mit meh-rerm zierrath. Er starb endlich zu Lowiy den 26. may an. 160;.seines alters 78. jähr, und ward zu Califch in der Jefuitcn-kirche begraben. Man hat an ihm die bestandigkeit in feinenconillüs, weil er sonst etwas wanckelmüthig gewesen, mehrverlangt, im übrigen aber ihm feinen wohl-verdienten rühmnicht versagen können. Er hat unter andern schriften Histo-iiam lnterregni kolonial nach der abreise Königs Henrici Vale-iii, ingleichen ein buch de Jure ProvincialiTerrarum Civitatum-que Prusli* geschrieben.
* Raroli, (Caspar) ein gelehrter und beredter ReformirterPrediger zu Görtz, hat die Bibel aus den Hebräischen fontibusins Ungarische übersetzet, welche Übersetzung zuerst zu Caffelan. 1604. heraus gekommen; darnach hat diese Version aufsneue übersehen Albertus Molnar, und an. 160K zu Hanau drucken lassen, welche nach diesem zu Hanau in 4. Oppen-heim 1612. in 8. kurtz darauf zu Cassel und letztlich zu Nürn berg 1704. in 4. wieder aufgeleget worden. Das Neue Testa-ment von dieser Übersetzung ist auch zu Amsterdam in 12. ge-druckt worden. Er stbrb zu Görtz. Czvaittmgeri Hungar. iit-
ter. p. 194. seq.
Aarpffen, eine adeliche familie in Schwaben , deren stamm-schloß gleiches nahmens in dem Hertzogthum Würtemberg, un-weit Duttlingen gelegen. Eberhard ward an. 1990. Comturdes Teutschen ordens zu Cron-Weissenburg, Petrus aber Jäger-meister in Duttlingen. Johann Jacob hat sich im dem dreißig-jährigen kriege, als Kayserlicher Oberster, hervor gethan. Bucel.stemm. P. III, Crußi annal. Suev.
ivarpffen, Rarpcn, lat. Carponum, eine kleine bevestigtestatt in Ober-Ungarn , in der Grafschafft Bars, unweit Schem-»itz, welche an. 1708. von den Ragoczischen völckern abgebranntworden. Es ist eine Königliche Freystadt .
Barras, Carras, Care , eine uralte adeliche familie, wel-che in der Nieder-Laußnitz unweit der Haupt-stadt Luckau , Jetfch,Kressen, Schenckendorst, Dranßdorff, rc. besitzet. Sie hatvor zerten in Meissen floriret, allwo sie die Elb-aue zwischenMeissen und Dreßden, und darunter Cöln, Zschaschendorff,Cvßwig, Kötschberg, rt. ingleichen Reinhartsgrimme bey Dip«poltswalde im besitz gehabt; auch sind unterschiedene Landvögteeins derselben zu Pirne gewesen. Friedrich hat dem KayferOttoni lV. gedienet, und den Ertz-Bischoff Albrecht zu Mag deburg an. 1213. gefangen genommen. Apezen Karras gabLandgraf Friedrich in Thüringen und Marggraf zu Meissen dasschloß und die Vogtey Donyn an. 14*3. auf 3. jähr ein, wovon.er jährlich 30. schock neue schild-grofchen nebst allem wach-undzinö-getrcyde entrichten sollte. Fritz begleitete <«1.1476. den Her tzog Älbrechten zu Sachsen , auf seiner reise in das gelobte land.Zu ansang des XVIII. soculi florirten 3. brüder aufobbefagtengüthern, welche alle ihren stamni mit männlichen erben fortge-pflanzet. Der älteste besaß Jetfth, der andere Schenckendorff,weicher an dem Fürstlichen Merseburgischen Hofe die chargeeines Stallmeisters bekleidete, und der dritte, nahmens CasparSiegfried, hatte Crossen in besitz, war Land-8vndicus in derMeder-Laußnitz, und starb an. 1706. da ihm in dieser chargefein ältester sdhn, Hans Heinrich, folgte, und einige jähre daraufmit tobe abgieng. Knnut. prodr. Misn. Spangenb. Adelst),f. ll. Carpzov. antiq. Lusat. P. II.
Aars, ist eine stemlich grosse, auf einem fruchtbaren Hodengelegene stadt in Asien gegen den Persianifchen grentzen.
Rarst , ist ein strich landes in dem innern Crain, so vonLaylendurg und Senefrfch bis zu der stadt Triest und dem Adria-lischen meere gehet. Dir einwvhner davon haben ihren sitz bey
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Neuköfel, Tynein, und St. Johann. Sie behalten ihre ab»sonderliche spräche und klridung , sind starck, gesund, arbeit-sam, und suchen ihre Nahrung mehrentheils aus den iveinber-gen. Der gründ in diesem lande ist zwar so steinicht, daß fastgar keine erde zu sehen, es werffen sich auch kleine Hügel wieun meer die wellen auf; dessen ungeachtet aber wächst zwischendiesen steinen schönes gras und der herrlichste wein. Sie haben£ u .. c w ute ,- lne ^ u< $ t ' weil ihnen aber das getreyde abgehet, sobehelffen sie sich gar armselig , und leiden an manchen ortennoch Mangel an holtz und frischem Wasser. Es werden allhiervortrestiche pferde gezogen , so sehr daurhafftig sind, und ihrenreuter über gebürge tragen, wo andere pferde nicht hingelangenkönnen. Sie kommen von den alten pferden der Venelianerher, und hat Dionysius, der Tyrann von Stcilien, allhier schoneinen stall vor die pferde bauen, der Ertz-Hertzog Carl von Oe-sterreich auch zu Lippiza an. 1980. eine eigene stutcrey anlegestlassen, aus welcher noch jährlich eine ziemliche anzahl jungetpferde, so kolledri genennet-werden , in den Kayserlichen stallgeliefert werden, valvasors Crain, lib, II. e. 5?. 61. lmnea
äelia Croce , bist. di Triefte, lib. I. p. 3 3.
Aarstedt, ssarstedt, eine adeliche familie in der MarckBrandenburg, welche an. 9-6. dahin gekommen, als die Wen-den aus der stadt Brandenburg vertrieben worden. Hans wirdunter diejenigen Ritter gezehlet, welche mit dem Hertzoge Hein-rich an. 1492. die stadt Vraunschweig belagert. Andreas ist mitChurfürst Joachim zu Brandenburg an.i 962. auf dem KaystrI.wahl-tage zu Franckfurt am Mayn gewesen. Wolf ReinmannCornet, hat an. 1691. dem leichen-proceß Churfürst JohannGeorgen III. zu Sachsen mit beygewvhnet. Muütri annal. Sax.Angeli Märck. chron. p. 39.
Aarwintzki » eine adeliche familie in Schlesien , derenstamm-fchloß Karwin im Oppelifchcn Fürstenthum gelegen.Sie stammet aus dem gefchlechte derer von Kitlitz her. Petervon Karwintzki aus Karwit,, war an. 1972. der Fürsten zuTeschen Land - und Regierungs-Rath. Johann Joseph aufHortzclitz, florirte an. 1709. als Königlicher Hauptmann desSlaner-kreifes in Böhmen . Lucä Schlcsifche chron. SmapnSchles curios.
* Aasikcrmm , eine in den Tartarischen landen gelegenestadt; die Tartarn daherum werden die Oczakowischen genannc.Sie liegt zwey Französische Meilen von dem meer, und auf dersüdlichen feite des Borysthenis. Sie wird von vier schlossernbewahrt, welche in gevierter form aus grossen gebackenen steinenaufgebauet sind. Drey davon liegen auf einer feite der stadt,in einer geraden linie, und das vierte schliesset die andere feitedieses orts, und macht mit den drey erstgemeldten einen geradenoder rechten winckel aus. Die erste dieser citadellen oder ve-stungs-wercke, gehet an den Borysthenem, und ist beneben mitthürnen versehen, wie die zwey andern, welche in gerader liniestehen, das vierte aber ist besser verwahret, und wird für dasvesteste gehalten, und auf der feite, da es nicht an die andernanstösset, hat es an statt der thürne zwey grosse bastionen, undeinen graben. Auf dieser feite stösset es gegen dem fluß, undgerade gegen über ist eine insul, welche die form einer ochsen»zunge hat, und Towan genennet wird. Auf dieser instil hattenan. 1699. die Tartarn vier schlvsser, nemljch auf beyden endenderselben zwey, mit vier bastionen angelegt < und ein fünfteslag an dem fluß, auf dem besten lande. In dem nemlichenjähre griff ein corpo von Cofacken, welche dem MofcowitifchenCzaar unterworffen waren, diese wercker an , nahmen sie weg,und machten sich hernach an die stadt Kasikermen sechsten, undbemeisterten sich derselben in kurtzer zeit. In dem tractat beyCarlowitz, welcher an. 1699» gemacht worden, überließ maudiese stadt nebst Asovh dem Mofcowitifchen Kanser . Aber an.1712. wurden sie bey dem friedens-schluß der Türckischen bot-mäßigkeit wieder überlassen, doch wurden zuerst die neuen pe«stungs-wercker, welche die Mvseowiter darzu gemacht, wiedergeschleifet. Memoircs.
Raßir, eine vornehme see-stadt an dem Rothen meer, woviel pack-häuser sind , da die ankommende kaufmanns -gütherausgeladen werden. Etliche vermeynen , die alte stadt Äe»renice habe allhier gestanden. *
Uaßler, eine adeliche familie in Tyrol, welche sich schonan. 1349. daselbst befunden. Nach einiger meynung sollen sieals Augfpurgischc Patricii dahin gekommen seyn. Ulrich vonKaßler, Ertz-Hertzog Friedrichs geheimer Rath und Cantzler,hat an. 1413. BarbaraM, Christiani von Boymund erb-toch-tcr, geheurathet, da er denn mit ihr die Boymundischenyüther und wapen erhalten. Brandts Tyrol. ehren-kräntzl.k. II. p. 69.
' Aastau, eine stadt in deut HertzogchniN Crain, siehe Röstau.
Aast-Vogtey, ist ein amt, worvvn vor diesem die Schirm-Herren der kirchen und klöster Rast-Vocfle genennet wurden rsie wurden entweder von den RömischenKaysern und Königen,
(a) oder aber von den klöstern selbst erwehlt, wie dann ehemalsH. Berchtolf V. von Zäringen an. 1198. dem Abt Ulrich vonSar zu St. Gallen , um Verleihung seiner Kast-Vogtey 4000.marck silbers, und für die dicnst-leuthe 400. mann anerboten»
(b) Ihr amt war,, ihre kirchen und Gottshaus vor unbiüi-cher gemalt zu beschützen, die fowol hohe als niedere gerichtbar-keit zu verwalken, die eintünfte und kirchen-güther vor abganss