Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

478

k a s kat

ut bewahren, und auf die Haushaltung und jährliche rechnun-aen der beamten ein aufsehen zu haben, u. a. m. Es waren alsodie Prälaten gleichsam sine manu , und konnten nichts von demgeistlichen guth ohne vorhergehenden consens ihres Kasten-Vogtsalieniren ; es wußten auch die Könige und Fürsten , wie reichein jedes Gottshaus wäre, um selbige bey nolh-und kriegs-fäüen um eine beysteur anzulegen. Dafür genossen sie einigeschöne Vortheile und rechte, als die freyhcit zu jagen und zufischen, einen theil an der fallenden busse und freveln, das so-genannte Atz und Mahl, oder gast-recht und einkehr.<c) Wann auch diese Kasten-Vögte solches amtsürsich und ihredescendenten erhielten, nennete man es eine Erb-Rasten-vog-tey. Also fttzte vormals König Dagobert in Franckreich denH. Arnolph von Oesterreich dem Ertz-Stifte Trier zu einemKasten-Vogt. (ä) Das Ertz - Haus Oesterreich erlangte dieErb-Kasten-Vogtey über das Gottshaus Seckingen . (e) Sohat das ländletn Schweitz die Kasten-Vogtey über Einsiedlen,

( k) und die 8. alten Orte der Eydgenoßschafft über die in denVogteyen gelegene klöster. (g) (a) Mart. Mager, de Advocat.c. y. num. 503. Stumpf, üb. IV. c. 49. & üb. V. c. 3. Lehman -ni chron. Spir. üb. II. c. 36. (b) Mager. d. 1. n. 8^ Besold.Thes. pract. in voce Käst - Vogtey. (c) Besold, d. I. (d)Mager. d. I. c. 4. num. 121. (e) Simter. ( F) Steiner, (g)Sbnler. p. 97. *

Aaswin, oder Rasbin, so nach etlicher meynung der AltenArfacia gewesen, ist eine ansehnliche stadt in Parthien, an diebergichte landschasst Deilem grentzend; sie liegt aus einem ebe-nen , aber sandichten bodcn. Die Arabischen 6eograpbi fetzengemeiniglich ihre longirud. von den Insuüs Fortunatis auf 8;.und die latirud. auf37. grad, welches aber Olearius um etwasverringert. Von ansang war daselbst nur ein castell, gegen dieanläuffe und streifereyen der wilden Deilemiten, von dem Per-sischen Könige Sapor Ardeschier erbauet, hernach wurden vonunterschiedlichen Califen zwey städte damit vereiniget, welchezuletzt mit einer mauer umgeben worden; da aber die Tartarndurch gantz Asien wüteten , ward auch diese mauer samt einemguten theil der stadt niedergerissen; sie erholte sich doch wieder,wurde von neuem restaurirt, und erlangte durch einen grossenzulaus von allerhand völckern, und viel aufgerichtete prächtigegebäude ein schönes ansehen. Das erdreich daselbst ist frucht-bar ; obschon sie keinen ffuß haben, so leiten sie doch das wasservon den nächst-gelegenen gebürgen durch unter-irdische canälein viel sod-brüiinen zu der stadt nutzen; wegen der grossen som-mer-hitze begeben sich die reichern einwohner mit ihren gezeltenin eben biß qebürge. Als A. Heg. 9«,;. A. C. 1548. Soliman diePersische residentz Tauris eingenommen , verlegte der PersischeKönig Schah Tahmasp seine residentz nach Casbin, und ziertesie mit vielen prächtigen gebaudcn aus. Sein enckcl SchahAbas hatte daselbst von ansang seiner regierung auch noch seinenfitz, begab sich aber hernach nach Jspahan, wodurch Casbinviel von ihrer vorigen Herrlichkeit verlohren, obschon sich daselbstnoch über 100000. einwohner befinden , welche von einem Da-roga oder Pratore regiert werden. Die spräche diefts orts istnicht sonderlich rein, weil es an wilde völcker grentzet, so kommtdie zierlichkeit dieser Persischen mund-art deren zu Jspahan beyweitem nicht bey; die mit gold gestickte seidene tücher, gebranntegemählde ( encausta ) &c. so daselbst verfertiget werden, findhoch aeschätzet. Es sind auch viel gelehrte und durch schriftcnberühmte männer von dar gebürtig, als : Zacharias EbnMachmud, welcher in Arabisch ein werck de Admirandis RerumCreatarum ; und Hamdalla Ebn Beer, so von gleicher Materieeines unter dem titul: Animorum Recreado in Persischer sprächeheraus gegeben, deren sich Iac. Gvlius in seinen notis überAlferganum oft bedienet; jener kommt auch oft bey E. Pocockeunter dem titul Laftviniua vor, weil seine vorfahren von darherstammeten. So findet sich auch HapShet Chalil von dargebürtig, welcher eine befchreibung dieser stadt verfertiget undausgegeben. (siehe auch Lasbin,) welches allhier mit vielencuriösen umständen vermehret worden. Ahuifeda. Geogr, Nu.

hiens. Golius. Olearius, Pocoke. *

Ratlage, oder Catlidg, welches auch Rirtling genennetwird, ist ein kleiner ort in der Englischen landschafft Cambrid-geshire, an den grentzen von Suffolk , allwo an. 977. ein be-rühmt National-Lonoilium , wegen fenrung des Oster-festsgehalten worden; wiewol einige in den gedancken stehen , daßdamals nicht an diesem orte, sondern zu Kyrleton in Oxfords-hire, die Englische Clerisey zusammen gekommen. Catlidg ge-hört den Freyherren von North, und ist deren vornehmster sitz.

Camdens Britann.

*Ratona, (Emeritus ) ein Ungar von Uifalu, frequentirteerstlich zu Patack, und ward Rektor zu Szeysi, oder in derMoldau, allwo er sich innerhalb zwey jähren so viel geld ge-sammelt, daß er auf Universitäten gehen konnte, und studirteerstlich zu Witlenberg zwey jähr, darnach zu Heidelberg dieTheologie. Als er an. 159?. nach hause gelanget, ward erRector zu Patack, darnach Sigismundi Ragoczi Hof-Predi-ger , ferner ward er Prediger zu Szeysi und Görtz, letztlichin Keresztur, allwo er gleich an. 1610. den -r. oct. im 38.jähre seines alters starb. Er schrieb de üben, Arbitrio , itemde Patrum, Conciüorum & Traditionum Auctoritate , Franck-furt lün.in 8> zu welchen Pareus eine vorrede gemacht, unddes authoris leben beschrieben hat. Er hat sich manchmal nur

k a t

UiFaluimim von feinem vatterlande benennet. Cz^itting&iHungar. littet, p. 199·

Ratte 1 eine uralte adeliche familie in den HertzogthümmekNMagdeburg und Bremen , wie auch in der Märck Branden-burg , dahin sie der Kayser Henricus I. aus den Niederlandenversetzet haben soll. Hermann Katte hat um das jähr 1, i r. indem Bremischen gewöhnet» Berthold zu Mearne war an.1^09. am leben. Dessen ur-enckel Christoph , blieb an. 16*7.als Dänischer Oberst-Lieutenant in einem treffen in Schonen,und hinterließ unter andern kindern Marquarden , welcher nachansang des XVIII. feculi als Schwedischer Major und Land.Rath floriret, und die güther Henhoff, Pfortzheim und Niedeckaufsein geschlecht gebracht, welches er m,t vier männlichenerben sortgepflantzet.

In dem Magdeburgischen besitzet diese familie seit Zoo. jährenher, den alten stamm-sitz Wust nebst andern güthern. HeinrichChristoph auf Wust , florirte an. i 64 o. als Ertz-BischöfflicherMagdeburgischer geheimer Rath. Hans auf Wust , Kamern undScherlübe, warum das jahri6o8. Fürstl. Coburgischer geheimer Räch,Hof-Marschall und Cammer-vireLtor. An. 17,;.befand sich einer dieses vornehmen geschlechts als General -Ma-jor in Königl. Preußischen diensten ; und an. 1718. florirte Chri-stoph Bernhard von Katte als Königl. Preußischer geheimer,wie auch Hof-und Cammer-Gerlchts-Rath. Mustard. theatr .Nob. Brem. Höns Coburg. chron. MSt.

* Ratte, (Hans Heinrich, Graf von) Königl. PreußischerGeneral - Feld-Marschall, Erb-Hcrr auf Wust, Moltitz undGötin rc. war den 16. oct. an. 1681. aus einem alten Nieder-Sächsischen geschlechte gebohren. Nachdem er sich von jugendauf in den Chur - Brandenburgisch-und Königl. Preußischenkriegs-diensten tapfer hervor gethan hatte, ward er kurtz nach-einander General -Major und General - Lieutenant, wie auchCommenbant zu Königsberg , in welcher qualität er an. 17,4.den König Stanislaum daselbst aufgenommen , als derselbe inverstellter kleidung aus der stadt Dantzig entwichen. Er erhielteaber noch in diesem jähre das Gouvernement zu Colberg inPommern . Den 17. jul. an. 17)6. ward er zum General vonder cavalerie, und im jun. an. 1740. von dem jetzigen Königezum General-Feld-Marschall erkläret, auch wenig niochen Her-nach mit allen seinen ehelichen nachkommen in den Grafen -standerhoben. Seine gemahlin , eine tochter des ehemaligen Preus.fischen General -Feld-Marschalls Grafen von Wartensleben,starb den 18. julit an. 1738. ju Berlin . Sein ältester söhn, derals Lieutenant in Königlichen diensten gestanden, verlohr imnpv. an. 1730. um eines gewissen Staats-verbrcchens willen zuCüstrin seinen köpf. Er aber starb den 30. may an. 1741. aneinem schlagflusse zu Reckane, unweit dem lager bey Gethien,seines alters 00. jähr. Atta publica.

Rattlenburg , Catelnburg, ein in dem Fürstenthum Gru-benhagen , eine meile von Osterode , gelegenes schloß und Amt.Es ist bis an. no6. eine besondere Grafschafft, und nachgehenbsein Augustiner-kloster gewesen, bis es Philippus, Hertzog zuBraunschweig , an. 1558. eingezogen. Leuckseid. andq. Katu

lenb. Tromsd.

Ratz, ist ein edles Franen-kloster im Domlaschg unterhalbdem Heintzenberg im gründe gelegen. Dessen stifter war Victor,Bischoffzu Chur, neben seiner Mutter, einer gebohrne» Gräfinvon Hohen-Realt, und seinem vatter Paschalls, ebenfalls Bi-schoff zu Chur . Er führte weder Mönchs-regeln , noch kloster,gelüdde ein , sondern ließ den edlen Fraulein die freyheit nachbelieben daselbst ein und aus zu gehen, sich auch auf gutbefindenhin zu verheurathen. Die erste Aebtißin war Viccoris leiblicheschwester, Vespula , eine verwittibte Gräfin von Bregentz. Un,ter der Aebtißin Gutta von Schauenstein , welche an. 1382. ge-storben , litte das kloster eine erbärmliche brunst; ihr vetterAlbrecht von Schaurustein aber hat es nachwärts prächtigeraufbauen lassen. Die letzte Aebtißin war Catharina von Mar.melS, an. 1337. erwchlt. Nachgehends aber hat der obere graueBund des klosters einkünfle unter die gemeinde vertheilt, umsolche anderwärts an kirchen und schulen zu verwenden. Guter.Rh^t. lib. VII. p. 87. *

Ratzbach, lat. Cattu8, ein kleiner fluß in Schlesien, so beydem dorfe Katzbach in dem Fürstenthum Iauer entspringet,durch das Liegnitzische fliesset, und den Parchwitz tn die Oderfällt. Er wrrd insgemein der tolle ström genennet, weil ersich leichtlich ergiejset, und öfters grossen schaden verursachet.Vecberi orado de Catti eluvione.

Ratzenstein, ein Gräflich - Oettinqisches schloß, davon eineWallersteinische svecial-linie noch jetzo den nahmen führet, (sieheOettingen .) Ehedessen hat es »eine eigene desitzer gehabt,nach deren abgang es an Oettingen gediehen. Denn da heura«thete Graf Friedrich II. von Oettingen Catharinen von Katzen«stein, welche Jmhof die letzte erbin ezewesen zu seyn vermuthet.An. 1S48. wurde das schloß von den Schweden verbrannt. lm-bos. N. P. Üb. V. c. 11. n. 4. Merian. T. S. in voce Oettingen .

* Ratzenstein, Begii odcr wegur, eine Hcrrschafft undschönes berg -schloß in Ober-Crain, 6. meile» von Laybach gegenWesten, den Katzianern gehörig. Valvasors ehre des Hcrtzog-thums Crain , lib. II. c. 6. p. 114. Ehedem hieß es Wigann,welchen nahmen es aber nachmals, als es an die Katziancr kam,ablegte. Es liegt im ebenen gründe recht unter dem hohen

schnec-