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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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über 60. ,ahr alt gewesen, da er gestorben. Unter seinen disckpelnsind viel berühmte lcukhe, auch Christliche Lehrer gewesen , alsBasilius M. Gregor. Nazianzenus, Johannes Chrysostomus und andere. Er selbst aber blieb beständig der Heydnischen reli.gion zugethan. Dannenhero er auch in unterschiedenen orano-nibus die Christliche reliqion dann und wann angestochen. Imübrigen hat man von ihm sehr viel schriften, davon FridencusMorelluS die Opera Oratoria im ansang des XVII. feculi zu Pa­ ris in 2. voluminibus mit einer Lateinischen Version hat druckenlassen, so hak auch IacobusGothofrcdus4.0rationes des Lidaniian. i6;i. mit einer Lateinischen version heraus gegeben , als ;de Patrociniis; pro Agricolis de Angariis ; de Vinctis; adver-sus Assiduos apud Magistratus, denen er noch die vration deTemplis Paganorum non excidendis hinzu gefügt, und dieselbi-qe mit schr gelehrten anmcrckungen erläutert. So hat auch Leo Allatius in seinen excerptis Greecorum Sophistarum , die er zuRom an. -641. drucken lassen, einige schriften des Libanii mitediret. Dre ewsteln des Libanii sind auch von unter,chiedenenan das licht gestellt worden. Julian, it. Hasilius, in epist. Erna.piui. Sardianus, in vit. Sophistar. in Juliano. Photius, cod. 60.Suidas. Volaterranus. Cave. Betgerus, dissi VI. de Libanio, &C.

Libanuo, oder der derg Libanon, »st ein berühmtes ge-bürge in Asia zwischen Palastina und Syrien , auf welchem ce-dern-bäume wachsen. Es fängt sich zwischen den grentzcn vonArabien und Damasco an, und endiget sich an der Mittelländi-schen see nahe bey Tripoli. Nach eines neuen scribente» berichtist der berg Libanon der höchste und gröste in gantz Palästina,sintemal das eine ende in Phönlcien und das andere in Syrien zu finden , und das gantze gebürge ohngefehr ioo. meile» imumfange hat. Gegen abend stösser es an das Mittelländischemecr, gegen mittag an das heilige land, gegen morgen an Me­ sopotamien , gegen Mitternacht an Armcnren, und bestehet aus4. reihen von bergen, deren eine über der andern ist. Die erstereihe ist sehr fruchtbar an getreyde und allerley früchten. Die an-dere ist steinicht, felsicht und gantz und gar unfruchtbar, hat aberviel quellen, die einige anmuthigkeit daselbst verursachen. Diedritte gegcnd hat einen stetigen frühling, wird von stets grünen-den bäumen beschattet, und ist mit schönen blumen, lust-wal-dern, gärten und allerley schönen früchicn gezieret, daß sie ei-nem irdischen Paradiese nicht ungleich siehet. Die vierte endlichist theils grün, wegen des daselbst wachsenden graseö und dervielen kräuter, und zum theil weiß wegen des darauf liegendenschnees. Der oberste theil flehet wie ein halber moud aus, undist wegen seiner höhe und grossen falte unbewohnt. Unten andemsclbigen wachsen die in der H. Schrift so berühmte cedern.Aus diesem berge entspringen vier stusse, nemllch der Jordan,Rocham , Nahar-Rosseus und Nahar-Cardicha. Es giebt aufdiesem gebürge viel dörfer und einige kleine städte, welche Bi-schössliche sitze sind, die sich vor einiger zeit dem Römische» stuh.le sollen unterworffen haben. Nebst den cedern wachsen auchauf diesem berge sichten, cypressen, öl-bäume, gewürtz, kräuter,und weyhrauch. Desgleichen giebt es auch auf demseibigcnviel wtldpret. Den Maroniten , die sich allhter aufhalten , isterlaubt, eine glocke zu brauchen, welches sonst allen andernChristen in dem Türckischen Reiche verboten ist. Jojepb. p.m.lib. V. Strabo . Ptolem. le voyage du Levant .

* Ftbavius , (Andr.) ein Medicus und Chymicus, gebürtigvon Halle in Sachsen , war anfangs an. 1588. Professis Hi Ho-riar um und Poeseos zu Jena , ward hernach an. 159». Gymna-fiarcha zu Rvtenburg , und endlich an. lüo;. der erste Directordes Gymnasii Casimiriani zu Cvburg , allwo er auch im lahr1616. gestorben. Er hat ausser verschiedenen chymischen schrif-ten , in welchen er öfters den nahmen Basilii de Vqrna gebrau-chet ; als da sind : Epistola ; Chymie» , üb. 111 . Syntagma Ar-, canorum Chymicorum, Franckfurt 1615. in fvi. Praxis Alchy-mi* Partes IV. singularium ; Comment, in R. Lullium & Arnol-dum Villanovanum ; Contemplatio de Universitate & Origini-bus Rerum secundum Historiam Hexaemeri Mciaici; de Me-dicina veteri adversus Mich. de Alchymia ; Alchymia trium-phans contra Riolanum ; Commentationum Metallicarum lib.IV ; Ars probandi Mineralia, lib. II.; de Analogia Philosopho-rum contra Goclenium; de Impostura Unguenti armarii; Dia­ lectica ; emendata; üb. II.; Quaritionum Physicarum contro-versarum inter Peripateticos & Ramaeos Tractatus; weiterDefensio pro Aristotele contra Ramistas ; auch einen band La-teinischer getichte von mancherley art ; ingleichen Tr. de Collo-quio Ratisbonensi contra Gretserum; und einen tractat V0MLicbensteinischen Saurbrunnen , gedruckt zu Cvburg 1610. hin-terlassen. Freher. theatr. vir. erudit, dar. 111. p. 1554. seq.Witte. Zeumer. vit. Professi Jenens. IV. 40. p. 51. seq.

Libarv, lat. Liba, eine stadt in dem Hertzvgthum Curland,nebst einem Hafen an der Ost-see. Sie liegt an den Samogiti-schen grentzen, r g. Teutsche weilen von Memel in Preussen , und24. von Mietau, der Haupt-stadt in Semigallien, und ist indem kriege zwischen den Schweden und Polen in der mitte desXVII. seculi bald von dieser bald von icner partey eingenommenworden. Endlich aber wurde sie in dem Olivifche» friedenan. lüüo. dem Hertzoge von Curland wieder eingeräumet. Indem kriege zu ansang des XVIII. saeculi hat sie bald Schwedi-sche bald Rußische besatzung gehabt. Buudrand.

LIBELLATICI , wurden in der ersten kirche diejenigen ge-nennet, die aus ftircht ihr leben oder ihre güther zu verlieren,zu den zelten der Verfolgungen der Heydnischen Obrigkeit aeldHistor. Unicom IV. Theil.

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gaben, damit man sie nicht zwingen möchte zu opfern, oderden glauben zu verläugnen, und bekamen deswegen von derObrigkeit ein gewisses schriftliches atkestat, welches man Li-bellutn nennete. Der Cardinal Baronius stehet zwar in dengedancken, daß alle Libellatici auch wahrhafftig Christum ver-laugnet hatten, allein nur heimlich , und härten nur darumvon der Obrigkeit ein solches attestat bekomme», daß sie nichtwie andere mochten gezwungen werben, öffentlich zu opfern.Es scheint aber diese meynung Baronit in der antiquität nichtgenugsam gegründet zu seyn, doch ist gewiß, daß unterschiede-ne arten der Libellaticorum gewesen. Denn andere waren, dirnicht sowol ein attestat von den Richtern empficngen, als viel»mehr Mit einem schriftlichen zeugnisse dekräfftiqten, daß sie nie-mals Christen gewesen, und diese nennte man auch Libdlati-cos. Andere aber gaben den Richtern qeld, dafür sie ein attestatbekamen , daß sie frey wären, den göttern nicht zu opfern, undd,e,e versteht man Insonderheit durch die Libellaticos. Die nunauf solche, art gefallen waren, wurden nach einer langen undharten ponitentz wiederum von der kirche aufgenommen,und wurde es dieserhalben sonderlich in Africa gar strenge gehal,ten. Es kam aber die gewohnheit auf, baß die Libellatici dannund wann von den Märtyrern und Consessoribus eine vorditteerhielten, worauf sie von der kirche wieder aufgenommen wur-den. Doch weil sich ein grosser mißbrauch einschlich, entstundhierdurch zu den zeiten Cypriani eine grosse spaltunq. c yi r,an.epist. }i. 52. 68 , it. lib. de Laps. &c. Baron, ad an. 255. &25z. Albaspin. bbs. lib.I.obs. 29. Forbeßus , instr. hist. Thcol.lib. XII. c. 1. Pfanner. in obs. S. lib. I. c. 8. Kortholi. depers. eccl. primit. c. §. 57. seq.

Libenthal, Lübenthal und Löwenthal, siehe Lie-benthal.

L 1 BERALIA , war ein fest des Bacchi bey den Römern, soden 17. mark. gefeyert ward, jedennoch von den Bacchanaübusweit unterschieden , welche durch alle mvnate des jahrs gehaltenwurden. Den nahmen hatten sie von dem zunahmen desBacchi , der auch Liber und Liber Pater genennet wurde. Andiesem tage fassen hin und wieder in der stadt alte weiber alSPriesterinnen des Bacchi, mit epheu bekräntzt, welche Honig-kuchen feil halten, weil Bacchus den Honig erfunden haben soll,und auf einem kleinen vor sich habenden ftner vor ihre käufferopferten, das ist, ein stück von den verkauften suchen in das ange-zündete feuer warfen. Man meynte hierdurch die gunst Bacchifür die psiantzung der Weinberge zu erlangen. An diesem tageward auch den Römischen iünqlingen.wenn sie das gehörige allererreicht, der rock der freyheit, Toga libera, oder noch öfters Togapura, und Toga virilis genannt,gegeben ; wiewol man auch nochandere tage hierzu auslefen konnte. ES waren auch 27. örker inder stadt, an denen schon vor alters her dieses fest gewöhnlicherMassen gefeyert worden. Varro , de LL. lib. V. Ovsd. fest.lib. III, v. 725. seq. *

Liberalts, siehe Antoninus Liberalis .

Etberatus, ein Archidiaconus ju Carthago, wurde nebstzweyen Priestern von dem Concilio zu Carthago, so an. 555. ge-halten worden, zu dem Papst Johanne, selbigen wegen einigerzweifelhafften dinge zu befragen, nach Rom , woselbst er bereit-vorher» schon gewesen, geschicket. Im übrigen war er einerder eiftigstcn Verfechter der trium Capitulorum , und kan manauch sehr viel umstände aus seinem Brcviario von der Nestoriani-schen und Eutychianischen Historie genau erleruen. Es befindetsich solches Breviarium Concil, tom. V. p. 740. In der cdistonder Conciüorum des P. Labbe ist ein anhang torn. 11 . von demirr. bis zu dem 128. dlat davon beygefüget, und der JesuitJoh. Garnier hat es an. 1675. in 8. mit anmcrckungen herausgegeben. Baron. an. 555. & 518 · BeHarmin. de scriptor. Co-des. & in controv. lib. IV. de Pont. Rom. c. 10. PoJJevin. inappar. sac. VoJJius , de Hist . Lat. lib. II. c. 20. Cave.

* Liberg, (Didericus) ein Holländischer Medieus und Poetim 17. jahrhunderte, durchreiscte Franckreich und Engeüand,practicirte im Haag, starb daselbst an. 1705.- im 30. jähre, undhinterließ viel schöne Lateinische und Holländische getichte. DieLateinischen hat Arn. Henr. Westerhof an. 1718- zusammen her-aus gegeben, und will dergleichen auch mit den Holländischenthun. Gelehrte Zeitungen, 1718. p- 619. feg.

* Eiberge, (Marin) ein Französischer Rechtsgelehrter, warvon Belowle-Trichard in der Diraces von Mans gebürtig,und lebte in der andern helfte des XVI. feculi. Er war an-fänglich Professior Juris zu Poitiers , nachher» aber zu Angers ,an welchem letzkern orte er in besonderer Hochachtung stund ,daß er bey dem anfange der Ligue einen zweymaligen aufstanddes volcks, allein durch seine gegenwart zu stillen vermochte.Aus dieser Ursache wurde er auch nachgehends, da sich die stadtaufs neue dem Könige uiiterworffen, von dem Marschall d'Au»mont zum 8 cabino perpetuo in derselben ernennet, in welcherqualitat er auch an. 1595. an den König Henricum IV. einerede hielt, welche diesem Monarchen dermassen gefallen, daßer ihn darauf nicht allem umarmte, und öffentlich lobte, son-dern auch der Universität eine gewisse freyheit ertheilte, welchedieselbe noch heutiges tages zu geniesscn hat. Er starb an. 1599.und hinterließ eine Historie von der belagecung Poitrers, dabeyer selbst gegenwärtig gewesen, unter dem titul: Ample Dis-cours de ce qui sest feit & passe au siege de Poiticrs lap.i<69. L* Lonu, bibl. de la France. Mtmttr. MSct.

Ppp Lide.