Buch 
Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
JPEG-Download
 

WR«**;:«C?:

H

ftntÜWtÄS

fcSflllij;'.

'Wattig

»taa.6^

')l(i(tiltt;i"

ttiiiiips

ffll Wtltf'M;

liWfltattÄitt»;MM«e3 iiidiii^

) ton toi»;

OMll ä:wlittjijj

w 5 all' i i.

iHfttWl«?:

c. i. f. ?:·tjratois

lilUiSÄ

itiiteiit

hwM

tilgt#

i ch tc fc

titmtife 5 .

itiwit##

Willi®

flWtlf*.

Mini**'

«it. J viirr£ ^

ci* 1 *·!:>. f il'

(L 5 ^*MlO^,ui. ita*

iratcf' 1 ·

(««11*

lUitfJ.··

)*»S

tti »· 1

rtfi-

in· 1 *·.::.

[ fl! &

M«#"·

Kx

itr. >$>

l i c

li c 727

sthlechtS, dem es auch lange zugestanden. Valvasor, 1 . c.p. N 7 - Hierauf kam es zu anfange des i;. jahrhundertsdurch Veronicam von Lichtenderg an Balthasar Wagen vonWagensderg, endlich aber ebenfalls durch Heurath an dieSchwaben . Diese haben es ungefehr um die mitte des vori-gen iahrhunderts käuflich an George Kheyselln überlassen, derdasselbe durch feine bauren einreissen ließ. Valvasor, l.c. p.n?-Von diesem gefchlechte kaufte es im 1672. jähre Johann Wei-chard Valvasor, der die noch übrigen steine bey dem schlösseWagensderg angewendet hat. Valvasor, I. c. p. 339. Nureinen stcinwurf vom schlösse ist ein schöner brunnquell anzu-treffen, der jedoch nachaehends verschüttet worden. Valvasor hat ihn zwar wieder räumen lassen, und beschreibet auch .des-sen beschaffenheit, doch ist er nachgehends aufs neue verschüttetworden. Univ. Lexicon.

* Lichtenberg, (Conrad von) aus einem ansehnlichen ge-schlechte im Elsaß entsprossen, ward an, 127;. Bischoff zuStraßburg . Von Rönigshoven, Elsaß-und Straßv. chron.4^p. 256. Er wird zwar sonst in der ordnung der Bischöffe zuStraßburg als der III. dieses nahmens angesetzet, auf feinemgrabmahle aber der ll. genannt, und mag dieses daher kom-men, weil der, so an. 1230. verstorben, und sonst der I. gewe-sen, noch nicht einmal ein jähr regieret hat, und also nicht mitgezehlet worden. Schillers anmerckung. 9. zu von Rönigs-hoven, l.c. p. 571. Er wird zwar als ein frommer dochauch zugleich als ein kriegerischer Herr gerühmet, wie er dennimmer mit den Marggrafen zu Baden und Hertzvgen zu Lo­ thringen streit hatte. Lucä Fücsten-saal, p. 64. Von Ro-nigshoven, I. c. Er verband sich auch gegen Kayser Adol-phen von Nassau, und begleitete Kayser Älbrechten mit einemansehnlichen aufzuge nach Scraßburg. Von Rönigshoven,

I. c. 2. p. 120. seq. Lucä, 1 . c. Er wandte auch grosse mühean das Münster , und fieng dasselbe an. 127s. wieder an zubauen. Schiller, I. c. anmerckung. 9. p. 363. An. 1290. gaber noch die an Hanau habende gerechtiakeiten» weil er sie alSLandvogt besässe, auf, und verleibte dem kloster Schütter diekirche FriesenheiM ein. Amn. chron. Schütter, apud Scbannat.vindem. litt. coll. I. p. 21. Schillers anh. zu von Rönigsho-ven,I.c. p.nso. An. 1289. belagerte er noch die stadl Freyburg ,ward aber währender belagernng von einem Freyburgifchen flei,scher mit einem spieffe erstochen; welches nach vonKönigshoven,l. c. 4. p. 256. c. 6. p. 217. noch im 1289. jähre geschehen seynsoll; darin» aber, weil seine grabschrift bey Schtlter», I. c.anmerckung. 9. p. 571. den 24. jul. des 1290. iahrrs setzet, erauch in diesem noch, wie vor gemeldet, einige gerechtigkeitenabgetreten hat, wol ein fehler vorgegangen seyn mag. Nochmehr aber irret Lucä 1 . c. der seinen tob ins 1299. jähr setzet,und die zahl 9. Cal. Aug. zu dem jähre ziehet. Hertzogs El-saßff. chron. IV. 66. p. 92.

* Lichtenderg, (Friedrich von) war ein bruder des vorher-gehenden Bischoff Eonrads und Dom-Prvbst zu Straßburg ,ward aber nach dem absterben seines drubers einhellig zumNachfolger desselben erwehlet, und waren bey dieser wähl zu-gleich Kayser Albrecht und die Bischöffe zu Mayntz und Eostantzgegenwärtig. Es belehnte ihn auch der Kayser zu eben derselbenstunde, und der Ertz-Bischoff zu Mayntz bestätigte ihn ebenfallsnoch an diesem tage. Er wird nicht weniger wie sein Vorfahrals ein frommer Herr gerühmet, und weyhete an. 1302. dasMünster aufs neue ein, und stiftete den Wilhelmiter- orden ,starb aber an. 1 ;o6. den 20. dec. am Thomas-abend. VonRönigshoven, Elsaß , nnd Straßb. chron. 4. p. r; 6 . Ano-nymus , chron. Schütter, apud 'Schunnat. vindem. litter.coll. I. p. 22. Lucä Fürsten-saal, p. 64. Hertzogs Elsaßische chron. IV. 6 g. p. 91.

' Achtenberg,(Hermann von) ebenfalls aus dem gefchlechteder vorhergehenden, war im 133z. jähre Kayser Ludwigs IV.Cantzler, Scholasticus und Dom - Herr, wie auch Probst deshohen St. Germans-Stift zu Speyer , und ward, als eben derBischöffliche stuhl zu Würtzburg ledig stund, vom Kayser dazuvorgeschlagen, auch von den meisten Dom - Herren erwehlet,und vom Kayser bestätiget. Hierauf zog er als erwehltcr und be-stätigter Bischoff daselbst ein, nahm von den bürgern und Un-terthanen die Huldigung , besaß das Lanb-Gerichle des Hertzog-thums zu Francken in eigener Person, verliehe auch geistlicheund weltliche lehen, blut-bann, und dergleichen, wie es einemBischöffe zukommet, ungeachtet einige auch Otten von Wolfs-kcel erwehlet halten. Da auch dieser Päpstliche schreiben aus-brachte , worinn diesen Hermann anzunehmen bey strafe deSbannes untersaget war, so liefen an eben diesem tage Kayser-liche briefe ein, worinn er seinen Cantzler bey und mit demStifte zu schützen versprach. Der Bischoff berufte hierauf dieDom-Herren, Ritkerschafft und Landschafft zusammen, thatihnen des Kaysers erklärung kund, und erhielt von ihnen ein-muthig gewünschte antwort, worauf er auch öffentlich verkün-digen, und bey strafe gebieten ließ, daß niemand briefe, so vomPapste oder seinem Hofe nach Würtzburg kämen, annehmen ,sondern selbige nebst dem boten dem Bischöffe ober seinen Be-fehlshabern ausliefern sollte. An. i;;4. erkaufte er einige lehenan das Stift, und verliehe auch an. 133s. mit Kayserlichereinwilligunq dem dorse oder marckte Eltmann die stadt - gerech-tigkeit, starb aber noch in diesem jähre am taae Benedicti, nndwird übrigens als ein verständiger, holdseliger und beredter

mann gepriesen. Friese, hist. der Bischöffe zu Würtzburg, beyvon Ludewig, Wurtzb. gesch. schr. p. 618. seqq.

* Lichtenderg, (Johann von) ebenfalls von der vorherge-henden gcjchlechte, ward an. 1338. Dom-Probst zu Straßburg .Weil der Bischoff verlangte, daß sich alle Dom-Herren, so kirrchen hatten, zu Priestern weyhen lassen sollten, entstünde grosserstreit, und kam es dahin, daß er gefangen genommen, und nichteher los gelassen ward, bis er dem von Lichtenberg zur Probstey,dazu ihn schon etliche erwehlet hatten, zu verheißen verspräche.^ 5 "^?^"' 6 shoven, Elsaßis. chron. 4. p. 253. scq. Nach-geyent'ö mart> er vom Bischöffe wegen stmes alters und kranek»yelt jelvst zum Loadjuwr angenommen, und nach dessen imjähre erfolgtem tobe zu seinem Nachfolger erwehlet. VonRönigshoven, 1 . c. p. 260. In seinem gotteödienste war erdemüthig, fleißig und ernsthafft, weyhete die Geistliche und kir-nen selber, und erkaufte an. 1358. einige austrägliche gütheran das Stift, half auch seinen freunden nach vermögen aus,und versetzte deswegen Ruffach. Von Rönigshoven , I. c.Luca Fursten-faal, p. 64. Über dieses stiftete er zu Dachen-stem em kloster vor die Dom-Herren Augustiner-ordens, bauetczu Moltzheim ein schloß und spital, ummauerte viel städte undflecken, brauchte zuerst den Landgräflich-Elsaßischen titul, schloßauch ein bundnis mit dem Kayser, welches er aber, weil esder stadt entgegen war, wieder fahren ließ, und belagerte an.MS 9 . Hagenau, an. 1)60. aber Schlettstadt , und starb an.i;6;. den 1?. sept. vor betrüdnis über den schaden, welchen sei-ne Unterthanen von freunden und feinden erlitten hatten, vonRönigshoven, 1. c. 4. p.260. scq. c. 5. p. 127. seq. Schillersanmerck. 9. 571. Ludolffs schau-bühne der welt, p. 207.Luca, l. c. Daß ihn viele nach seinem tobe vor heilig gehal.ten, selbiges aber nicht lange gewähret habe, bezeuget von-nigshvvrn, I. c. p. 261.

Lrchtenberg, (Sibvtho, Freyherr von) auch aus der vvr.hergehenden gefchlechte im Elsaß , ward an. 1,02. Bischoff zuSpeyer , bekam aber bald mit der stadt, welche zuvor eine bestä.ligung ihrer fteyheiten und adschaffung des wein - schanckS undder wirthschaffl bey der Clerisey,von ihm verlangte, irrunge»,dieauch noch in diesem jähre, weil weder der Bischoff in der stadtanmuthen willigen, noch diese eher die gewöhnliche Huldigungablegen wollte, zu öffentlichen feindseliqkeiten ausschlugen. DieGeistlichkeit schaffte deswegen bey zeiten ihre fachen aus derstadt, und folgte denselben bald nach, bis auf zwey Prediger,Mönche, die den goltesdienst zu versehen zurück behalten wur,den. Hierauf gieng es von beyden feiten an ein rauben, plün-dern und brennen. Doch bequemte sich der Bischoff, weil erwohl sahe, daß er den bürgern nur ausserhalb der stadt schadenthun konnte, noch gegen ende dieses jahrs zu einem vergleiche,dadurch den bürgern nicht allein ihre alte rechte und fteyheitenbestätiget, sondern selbige auch einiger massen , sonderlich inden stucken, so den geistlichen bann angiengen, vermehret wur-den, worauf er endlich im dritten jähre seiner regierung in diestadt gelassen ward. Lehmanns Speyerifche chronick, VII. 4.p. 6,2. seq. s- p. 636. seq. Wenn also einige berichten, daßum diese leiten eine auftuhr vom geringen volcke gegen denRath der stadt gewesen, und der Bischoff mit einwilligung deSKaysers die aufrührer zu paaren getrieben, und wieder friedegestiftet habe, irren sie sich. Lehman», 1 . c. 13. p. 6;o. seq.Sonst wird dieser Bisthoffals ein gerechter, kluger und vernünfttiger Herr gerühmet, und von ihm gemeldet, daß er KayserHeinrichs VII. Rath gewesen , und im jähr 1314. verschiedensey. Lehman«, l. 0. p. 650. Luca Fürsten-saal, p. 64.

LtchtenburA, ein schloß nahe an der Elbe , in dem Sächsi­ schen Chur -kretje, wo die vcrwitlibte Churfurstin von Pfaltz ,so an. 1706. verstorben, residiret hat, nachhero aber Jhro Ho-heit die ftau Wittwe Churfürst Johann Georgen III. zu Sachsen bis an ihren an. 1717. erfolgten tod Hof gehalten. Es liegt hartan dem siädllein Prettin , und ist an. 1,76. die Formula Con-corde daselbst abgefaffet worden.

Lichtenburg, siehe Howora.

Ltchteneck, ein in dem Brißgau, nahe bey Kentzingen, ge-legenes vestes berg - schloß, welches den titul einer Herrschafftführet, und an. 1651. durch des letzter« Grafen von Tübingentochter an den Grafen von Salm und Neuburg am Jnn gekom-men. (Siehe Tübingen .) Tromsd.

* Achteneck, oder Liechteneck, Crain.Zeshenze oder Czesen»ce, ein schloß in Ober-Crain, drey Meilen von Laydach auf demMoreutscher-boden unter einem hohen berge auf einer kleinenhöhe gelegen, in welcher gegend etliche schlöffer gantz nahe bey «sammen stehen. Valvasors ehre des Hertzvglh. Crciin, XI.p. 340. Tromsdorffs accurate neue und alte geographievon Teutschland, i.p. 32. Woher der Teutsche nähme komme,oder wer zuerst den gründ zu diesem schlösse gelegel habe, istunbekannt. So viel weiß man, daß dieses neu nach dem ver-falle des schlosses Rudolphseck erbauet worden, welches ehe-mals Gallisch gewesen, wie denn auch die Gallen dieses Lich-teneck an. 1612. an Samuel Hasibern und dessen nachkommenkäuflich überlassen haben. Der Crainerische nähme Zeshenzeheiffet so viel als kleine kirschen, und kommet von den vielenin dieser gegend befindlichen kirsch-bäumen her. Valvasorsehre des Hertzogthums Crain, XI. p. 340· Vielleicht ist es ebendas Lichteneck, so nach Spenern , op. Herald. part. spec. ho.III. c. -9- 68 ;. den Pollheimern zugehöret. « ,.,Ppp4 *2tch.