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Gerhardt , 1373. in 4. auf Caspar Wüden, 13 84. m 4.auf Jacob Schecken, 1587. in 4. und disputationen, hak manIVlargaritam Phylicam und Epitomen Phyficae, Bilsel i$7S* undibk 1389. in 8. von ihm. Mich, Ziegler. orat. funebr. Tü bingen 1601. Freberi theatr. vir. erudit. dar. 1 . c. Witte ,diar.
t Liechstall , ist eine kleine aber wohlgebaute stadt in demBaßler-gebieth oberhalb Äugst neben der Ergeh, 3. stunden vonBasel gelegen. Von ihrem ersten Ursprung ist nicht viel gewis-ses zu finden, wohl aber zu glauben, daß die Grafen von Hom-derg nicht wenig zu deren aufnähme gehvlffen, Massen diese stadtetliche hundert jähr lang unter ihrer beherrschung gestanden,undvon diesen Grafen durch Heurath an GrafFriedrichen von Tog«genburg gefallen, welcher dieselbe samt dem schloß Hombergund dem hos Ellenwihr im Elsaß an den Bischoff zu Basel ,Petrum von Asphalt, an. 130;. um 2100. marck silber ver-kauft hat, welches aber Kayser Albert I. sehr ungern gesehen,und deswegen einen krieg mit dem Bischoff angefangen hat,der jedoch durch seine ermordung unterbrochen worden. An.i;8i> in dem kriege, den Hertzog Lupold von Oesterreich unddie stadt Basel mit ihrem unruhigen Bischoff Johann deViennageführt,wurde Liechstall von dem Hertzoge überrumpelt und ver-brannt , doch bald wieder gebauet, und von BischoffHumber-to an. 1400. dem Marggrafen Rudolph von Hochberg versetzt,im folgenden jähre aber der stadt Basel gar käuflich überlassen,unter deren beherrschung sie annoch stehet. Die stadt hat ih-ren eigenen Rath von 12. mannern und 2. Schultheissen, de-ren einer aus der stadt Basel , der andere aber ein bürger vonLiechstall ist; vor diesem Rath werden einige stadt-sachen abge-than. Es wird auch ein Stadtschreiber von Basel dahin gesetzt,welcher ehedessen bis in das jähr An. 17?8. zugleich Landschrei-ber in den obern VogteyenFarnsperg,Wallenburg und Hombergwar; allein in diesem letztgemeldten jähre ward das dishe.rige Sradt-und Landschreiber-amt von einer hohen Obrigkeit zuBasel , nach absterben Herrn Joh. Rudolph Hubers, welcherder letzte war, der beyde zugleich versähe, in zwey besondereämter getheilet, und zum Stadtschrciber Herr Joh. HeinrichFäsch, zum Landschreiber aber Herr Gregorius Silbernagelerwehlet. Es gehet ein starcker paß in das ober - land dadurch,und hat es einen ziemlich guten wein - wachs daselbst. Urßislib. I. cap. 9. Stumpf. Üb. XII. pag. 384. JEgid. Tschudy,chron. MScr. P. I. ad an. 1303. *
Liechtensteig, ist zwar ein kleines, jedoch das haupt-städt-lein in der St. Gallischen Grafschafft Toggenburg, auf derrechten Hand der Thür mitten im lande gelegen. Der Fürstl.St. Gallische Landvogt hat seine Wohnung darinnen. Es wirdauch allhier der Land-Rath und malesitz-gericht,wie auch der Re-formirt-GeistlichenCapitul gehalten.Die stadt hat ihren Schult-heissen , Rath und schöne freyheiten , die sie von ihren altenHerren, den Grafen von Toggenburg , vor zeiten erhalten hat,als unter andern, daß kein Amtmann auf dem lande den bür,gern etwas zu gebieten, noch auch inner der stadt march - rechtgericht zu halten befugt seyn solle, es werde ihm dann vondem Schultheissen erlaubt. Wann ein bürger einen andern inder stadt entleibte, so solle eines jeden bürgers haus des thä-ters freystadt feyn auf 6. wochen und 3. tage. Graf Donat undGraf Friedrich haben der stadt freyheiten förmlich bestätiget an.1400. wie bann die briefe bey Aegid. Tschudy zu lesen sind.(a) Des städtleins Ursprung rührt von den alten Grafen zuToggenburg her, die ihre residentz in dem nächst bey der stadtauf einem hohen felsen gestandenen schloß Neu - Toggenburg( dessen gemäuer annoch zu sehen ist ) gehabt haben, bey wel-chem dann dieses städtlein cheils von ihren Hof-bedienten, theilsvon andern Haushaltungen nach und nach entstanden ist. Nachabgang der Grafen an. 1436. kam diese stadt mit dem landerbs-weise an die Freyherren von Raren aus Wallis , aus denenPelermann und Wilhelm solche an. 1468. dem Abt zu St. Gallen , Ulrich Rösch , verkauft haben, mit vorbehält der stadtfreyheiten. Stumpf, üb. V. pag. 3;.b. pag. 8;. & seq.( a ) Chron.MScr. P. II. ad an. 1400. *
Liechtenthal, Lucida Vallis, ein Cistercienser-Frauen-klo-ster in der Marggrafschafft Baden, eine Halde stunde von derresidentz-stadt Baden entlegen, ist gestiftet worden von Jrmen-gard, Pfaltzgräfin am Rhein und wittid Marggraf Hermanns.Dieerd-degräbnis der Marggrafen von Baden ist vor alterS all-hier gewesen. Ide. Chrono-Topogr. Congreg. Cist. S. ßernh.pag. 132. *
Eieck, eine in dem Brandenburgischen Preussen, an einemsee gleiches nahmens, gelegene feine stadt, welche mit einemMoß und Amt versehen. Georg Friedrich, Marggraf zuBrandenburg , hat daselbst an. 1388. eine land-schule vor diePolen aufgerichtet, preuß. Staars-geogr. P. I. p. 84.
Liedlauein uraltes adeliches geschlecht in Schlesien, wel-ches den Römischen Kayser» sowol mit dem degen als derfeder ansehnliche dienste geleistet. Christoph diente an. 1077.dem Kayser Hcnrico IV. wider den Gegen-Kayser Rudolphum,Hertzog m Schwaben . Conradus wohnte an. 1239. unter demKayser sriderico II. dem zuge nach dem gelobten lande bey,und erlangte durch feine gemahlin, eine Freyin von Wald-stein, ansehnliche guther in Böhmen . Bernhard, WilhelmHistor. Lacken iv. Theil.
und Melchior wurden von dem Kayser Rudolpho von Habs burg in wichtigen affairen gebraucht. Abraham diente demKayser Alberto I. an. 1300. als Rittmeister; Ulrich that sich un-ter dem Kayser Alberto II. 1438. als Oberst-Lieutenant hervor,welche stelle auch Ehrenfried an. 1477. unter dem Kayser Fride-rico III. bekleidet. Albrecht blieb mit seinem Könige Ludovico inUngarn , bey dem er Hof-Cavalier gewesen, an. 1526. in derschlacht bey Mohatz. Hans, Königlicher Appellations-Rath zuPrag , gieng an. 1562. mit tobe ab. Matthias, Ferdinandi l.und Maximiliani II. Berg-Hauptmann in Böhmen , starb an.1370. Fabian blieb an. 1374. als Oberst-Wachtmeister in Kay-serlichen diensten. Augustinus , Kayserlicher Ober-Kriegs-Lom-miffarius, ist an. 1390. Marcus, Kayserlicher Appellations-Rath zu Prag an. 1392. und Paulus, Kayserl. Rath, an. 1394.gestorben. Andreas, Kays. Ober - Grentz - Lnmmitlan'us inBöhmen , gieng an. 1613. Maximilian aber, Sachsen - Cobur-gischer Ober-Stallmeister, an. 1622. mit tobe ab. An. 1627.gesegnete Hans von Liedlau auf Putsche! und Avelsdorf, Fürstl.Cammer-Rath, das zeitliche, und an. 1644. beschloß Heinrichvon Liedlau auf Adelsdorf , Cunradsdorf und Grvß-Tschirbs-dorf, als Sachsen - Gothaischer Stallmeister , fein leben.Gottfried von Liedlau auf Nieder-Gölschau und Petschendorfstarb an. 1663. als Chur -Sächsischer Rittmeister. An. 1719.bekleidete Heinrich Daniel von Liedlau auf Gölfchau, Cun-radsdorf, Tschirbsdorf, Uberschaar und Sabitz die stelle einesLandes-Aeltesten in dem Fürstenthum Liegnitz , und KöniglichenHof-Richters in dem Haynanischen Weichbilde ; dessen söhn,Johann Sigismund , auf Groß-Janowitz und Dohnau , zumLandes-Deputirten des Liegnitzischen Fürstenthums erwehletworden. Sinapii Schief, curios.
Lrefkenshoeck, ist ein fort in dem Holländischen Flandern ,in dem lande von Ketenes, an dem lincken ufer der Scheide, dervestnng Liüo gerade gegen über.
Kiessand, lat. Livonia, ist eine grosse provintz von der alten8armaria Europaea, welche hiebevor, nachdem sie dem Preußi-schen und Teutschen Ritter-orden genommen worden, zu demKönigreich Polen gehörte, nachgehends aber fast völlig unterSchwedische botmaßigkeit gekommen. Gegen Mitternacht stös-sel sie an den Finnischen und gegen abend an den Rigischenmeer-busen, so beyderseits theile der Ost-see find, gegen mittagan Cl'rland, und gegen morgen an Jngermannland. Diesesfind die grentzen von Lieftand, so ferne es Esthen und Lettenunter sich begreift. Esthland ober Esthen das obertheil, soan dem Finnischen meer-busen liegt, wird in verschiedenekreise, wie unter dem Wort Esthen kan nachgelesen werden,eingetheilet. Die Haupt-stadt darinnen ist Revel, und die an-dern find Narva , Derpt, Pernau , Weissenstein und Felin.Letten, daS untertheil, liegt an den Curländischen und Pol.Nischen grentzen, und darinnen ist Riga die Haupt-stadt, nebstden vestungen Dünamünde, Kockenhusen und Duneburq.Die vornehmsten flüsse in Liefland sind, die Düna und Rar.va. Das land ist überaus fruchtbar an getreyde, und kan da-her nicht unbillig das korn-haus von Schweden genennet wer-den. So trift man auch birck-hüner und Hansen , die sich imWinter weiß färben, in Überfluß daselbst an. Die see giebt vor-trefliche lachst, dorsche, butten und eine grosse menge ström-linge. Ob auch gleich die kälte im Winter sehr heftig ist, sohat man doch aus den grossen Wäldern holtz genug und' überausgutes peltzwerck. Sonderlich werden die schütten mit bären-de-cken wohl verwahret, wie dann sowol baren als sonderlich dieWölfe , so sich bey hartem frost häufig sehen lassen, von den ein-wohnern gar artig gefangen und erlegt werden. Was ihnen angewürtz, wein und andern delicaten fachen mangelt, führenihnen die Holländer um gar leidlichen preis aufder see zu. Heutzu tage sind die einwohner der Christlichen religion zugethan,undbey weitem nicht mehr so barbarisch, als man sie bey anlän-dung der Bremischen kaufleuthe in dem XII. üeculo gefunden.Absonderlich bezeugen die unleutschen, welchen nahmen die bau.ren fuhren, eine absonderliche ehrfurcht bey dem gottesdienste,und ruffen sie, wenn in der predigt etwas bewegliches sür-kommt, mit lauter stimme: O Iummal Awita Iummal rach GOtt! hilf GOtt ! Das gebat des HErrn spricht die gantzegemeine laut nach. Ob sie zwar, weil man sie weder im lesennoch schreiben unterrichtet, bisher in erkänntnis der Christlichen religion nicht weit gekommen, so kan man doch nun ein besse-res hoffen , nachdem überall schulen angestellet werden, auchdie Bibel in ihre spräche übersetzet ist. Doch ist nicht zu läug-nen, daß hin und wieder von den danren einige zu finden, welchenoch heimlich mit Heydnifchen gräucln sich beflecken, und nachihrer vatter sitten, wegen fruchtbarkeit und anderer Ursachenzu gewissen zeiten den götzen opfern. Wie denn ohnedem das ar-me volck so sehr auf sein altes herkommen erpicht, daß mananmercket, es habe seidiges, als der König Stephan in Po.len ihn.-,! ihre sclaverey bey den Edelleuthen etwas erträqli.cher machen wollen, durch gewisse abgeordnete einen fußfallthun lassen, mit bitten , daß man sie bey ihrem alten her.kommen bleiben lassen mochte. Dieses nun wissen sich so-wol die in (labten , als insonderheit die Edelleuthe vor,lreflich zu nutze zu machen. Von ihren alten geschichten kanman eher mchls gewisses sehen, als bis auf das jähr 1138.
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