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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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bann ort abgekauft, woraufeine stadt dabey angelegt wor-den. daes vorbero ein blosses schloß und nur euuge Häuser da-bey gewesen Nachdem die Churfürsten von Sachsen , Asca-nistbenGeschlechts, mit Alberto III abgegangen , und die Chur an den Manischen stamm mit Friderico Belhcoso gekommen ,ist dieses schloß samt der stadt und etlichen dorfern an Alberti III.hinterlassene wittwe Offka, eine Schlesische Fürstin und Her-tzoas Conradi von Oels tochter, ex pacto dotalitm gekommen,nach ihrer anderweitigen verheurathuug aber mit Fürst Georgdem schwartzen von Anhalt, wieder zur Chur gediehen. Fn-dericus Sapiens, Johannes Constans und Johannes Friderl«cus sind gern diß orts der jagd wegen gewesen; der ChurfürstAugustus aber hat das alte schloß aus dem gründe wieder er-neuert und bauen lassen. An. 1490. und i;;o. ingleichen mdemjährigen kriege hat es durch fcuer grossen schaden erlit-ten. Der nähme soll von der warte, so im schloß-hof zu sehengewesen, herkommen seyn, und Lubbwart, das ist , Hohen-wart heissen, wie es die Wendische spräche und alte Urkundenanzeigen. Feckenßeiuii theatr. Sax. P. II. p. 2;. & P. III.p. 139. Zeilen topogr. Sax. sup. p. 127.

Lieberose , eine kleine stadt und Hcrrschafft bey demSpreewald, in der Nieder-Laußnitz, 3. Meilen von Guben ge-legen. Sie gehöret einem Freyherr« von Schulenburg, wel-cher auf dem daselbst befindlichen schloß residiret.

* Liebhard, (Ludewig) war zu Saalburg in Voigtlandeden 28. mertz im jähr >6?;. gebohren. Sein vatter warMatthias, seiner kunst nach ein steinmetz, die Mutter aberElisabeth, eine gedohrne Reinländerin. Er besuchte anfangsdie schule in seinem vatterlande bis ins jähr 1046. als abernachher» seine eltern ihr vermögen einbüsseten, und die mut-ier deswegen in der stadt Hof eine mägdlein-schulmeisterin zuwerden genöthiget ward, brachten sie ihren söhn im folgendenjähre aus bange armen-schule, von da er nach achtjährigemgenossenen unterhalte tm jähre 1633. nach Leipzig auf die Uni-versität gienq, dazu ihm der Rath zu Hof ein stipendsom gab.Im jähr 1657. ward er in Hinter-Pommern nach Colberg zumInkormawre der von Pudelwilsifchen jugend verlanget, weiler aber zu spät dahin kam , nahm er dergleichen amt bey ei-nem Ralhsherrn daselbst, Valentin Meding, an. Zwey jährhernach hatte er Georgen von Reisiwitz zu Lentzen bey Colbergdrey lohne zu unterrichten. Als nun auch bannn zwey jährverflossen, gieng er auf Johann Cvlbergs, Paitoris und Pr®.poiiti zu Colberg, einralhen zu Colberg zu schiffe nach Amster­ dam » von da er die vornehmsten städte und Universitäten inden Niederlanden besähe, bis ihn endlich zu Leiden MarggrafChristian Ernst zu Bayreuth antraf, in dessen gefolge er imjähr iü6,. nach Hof kom, allwo er im folgenden jähre Quar-tes an dasigem Gymnasio , auch noch in solchem jähre zu Je-zza Magister Philosophie: ward. Im jähr 1664. ward ihm beydem neu-gestisteten Gymnasio Christian-Ernestino zu Bayreuth ,die erste Professio Historiarum aufgetragen, nebst welcher erdie drey Marggräflichen Printzen täglich eine stunde in derHistorie zu unterrichten bekam. Von da ward er den i. ang.nn jähre 1673. zur Superintendur Mönchberg, und tm jähr168;. zu der nach Culmdach beruffen. Er starb den 17. mertz imjähr 1687. Im jähr 166;. den 2. mertz hatte er sich mit An,na Maria, George Genkens, Richters zu Mönchberg tochter,welche im jähr 171;. gestorben, vcrheurathet, die ihm neunlinder gebohren, davon Johann Laurentius, Johann Leonhard,Anna Catharina, Maria Margaretha, Anna Maria und nocheine tochter vor ihm gestorben, nach ihm aber Maria Mag-dalena, die als ehcliebste des Bürgermeister Walthers in Culm -bach; Catharina Elisabeth, die als eine wittwe Joachim Con-rad Prvcopiussens, Pfarrers zu Geroda in Francken, mitdem sie im jähr 1712. Hochzeit gehabt, und zu Schauen-stein den 8. oct. an. 17;;. indem 6z. jähre ihres alters ge.sterben. Man hat von ihm eine Commentation. in Salultii Pri-mordia, Bayr. 1664. in 4. ingleichen Reden de Barutho Studio-rum Matre , 1666. de Palingenesia Litterarum; de Superin-tendentibus Baruthinis , Bayreuth 167;. etliche Disputatio-nes, als: de Historia Vitas Magistra, ib. 1666. ApologiamFriderici I. Imperatoris , Bayreuth 1668. 1722. in 4. de Sere-nissimi Electoralis Collegii Origine, ib. 1668. de Clero Ro-mano pro uxoribus suis pugnante ; de Patrimonio Petri Disp.1 .1670. II. 1671. de Ordine Joannitico , Bayreuth 1671. in 4.de Ordine Elephantico , Teutsch und Latein, ibid. 1675. in 4.de fabuloso Liberorum Hameiensium Egressu, ib. 1671. Hi-storia Reformat® Religionis , 1671. des BrandenburgischenUlyßis Vertheidigung, Bayreuth 1672. in 4. und verschiedeneProgrammata. Witte, diar. Ludolphs schaubühne der weit,P. Vl. lib. LXXXV. c. 15. p. 330. Rüthel. Pallad. Baruth .Longolius , Gelehrten - gefchichte des Marggrafth. Bay-reulh.

* Liebichau , sollen zwey Herrfchafften der Grafen vonHochberg im Schlesischen Fürstenthum Schweidnitz seyn, vondenen der eine ort Oder-der andere Nieder - Liebichau heisset.Tromsdorffs accur. neu-und alte geogr. von TeutfchL n.p. 70 · Eine Villa Lsoicha kommt schon im IZ37. jähre in einerUrkunde Hertzog Bvlckens zu Schweidnitz in dipsom. Bohem.Siles. apud de Ludrvoig. reliqq. MSct. diplom. tom. VI.p. 4l.vor, und ist ohne zweifel das dorf Liebichau unweitSchweidnitz,dessen Goldschadt, bist. nachr.vvn marckt-flecken rc.

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р. 30?. gedencket, wiewol man nicht sagen kan, öb nicht viel-leicht diese Herrschafften mit diesem einerley sind.

* Liebknecht, (Joh. Georg) ein Heßischer Theolomsward zu Wasungen , einer stadt im Hennebergischen, an. 1679den 23. apr. gebohren. An. 1695. kam er in das Gymnasium!»Schleusungen; worauf er an. 1699. nach Jena gezogen. Erlegte sich neben anderm auch auf die Mathematic. An. 1701nahm er den Magister-grad an. An. 1707. ward er zur mthematischen Profession nach Giessen beruffen. Er blieb einezeitlang in diesem amle, ungeachtet er an verschiedene örter ver-langt wurde. An. 1713. ward er in die Societät der NaturaCu-riosorum aufgenommen, und in dem folgenden jähre in dieKöniglich-Preußische der wissenschafften. An. 17,9. nahmer den voctorgrad in der Theologie an. An. 1721. wurderr Pros. Theol. extraord. Uttt» an. 1726. Ordinarius. Er ließsowol in Jena als in Giessen verschiedene dispulativnen undandere kleine schriften ausgehen; wie auch: Element!Geograph!® generalis; Pyrometria ; de bracteatis NummisHafliacis; Descriptio Luculae borealis; Desideria Mathemati-ca; Grundsätze der gesamten mathematischen Wissenschaffleu;Hassi® subterrane® Specimen ; GOtt -geheiligte Berg-andach-ten , u. a. m. Heßisch Hebopfer, 7. St.

* Liebler, (George) war zu Dentzlingen, einem borstbey Nirttngen im Würlembergischen, im 1324. jähre den;,nach andern den 8. oct. gebohren. Crufi annal Suev. P. in. I>v.X. c. 13. p. 203. Freber. theatr. vir. erudit dar. IV. p. ,494.

Sein vatter gleiches nahmens hatte schon den Evangelische»glauben angenommen, in welchem er auch feinen seyn erzie-hen ließ. Freber. 1 . c. Im >ahr 1334. schickte ihn sein var-ter auf die stadt-schule nach Tübingen , wo er gegen erleguuz3. fl. bey einem schneider wohnung, und täglich zwey suppeu,doch ohne brodt bekam. Er sahe sich demnach gezwungen, emi-ge jähre lang etwas mitsingen vor den thüren zu verdienen, underhielt auch alle Wochen ein brodt aus dem spitale, welcheser in 7. gleiche theile zerschnitte, damit er alle tage etwas da.von haben möchte. Weil er auch vielerley fachen abschrieb, sobrachte er sich dadurch nicht allein ein unvergleichliches gedacht,nis, sondern auch einiges qeid zuwege, womit er, daß n sei-nem vatter nicht beschwerlich siele, seinen Wirth be,ahlle. tu.her. 1. c. Im 1317. jähre ließ er sich bey der hohen schule ein-schreiben , und ward zugleich unter die stipendiaten der hohenschule aufgenommen, da er denn jährlich 23.fi. erhielt, undbekam zugleich einen freyen tisch im Convictorio. Crusius , 1 . c.P. III. lib. XI. c. 12. p. 243. Freber. 1 . c. Im 1341. jähreward er Baeealaureus, und im 1344. jähre Magister. Crusivs,1 . c. c. 18. p. 238. Freber, 1 . c. Darauf wiedmete er ßchgäntzlich der Gottsgelehrtheit, und ward zu anfange des m 6 .jahrs mit den Evangelischen Gottsgelehrten auf das Coilo-quium nach Regenspurg geschicket. Freber . I. c. p. 1494. leg.Im 1347. iahre wurde er Prediger zu Derendingen , und vcr-ehlichte sich im folgenden jähre mit Maria, Johann Crundcri,Würlembergischen Raths, tochter, die ihm 8 . söhne und 4.töchter gebohren, von welchen Andern George, Chriiioph undJoseph im 1376. jähre zu Tübingen eingeschrieben worden,Maria im 1366. jähre gestorben, Agatha im 137°. iahre anAndrcam Planern, Medicin ® Doctorem, verehllchet worden,Johann im 1368. jähre zu Tübingen die Magister-würdc er-halten , und Prediger zu Brackenheim worden, und Jacobim 1371. iahre die Magister-würde, und nachmals eine Pre-diger-stelle zu Regenspurg, und George eine Prediger-stelle zuWachendorff bekommen. Erwarb noch im 1348.iahre we.gen des Interims seines dienstes entlassen, und begab sichwieder nach Tübingen , wo er zum Profesiore Linguarum an-genommen Ward. Freherus , 1 . c. p. 1495. Crußrn, I. c>lib. XI. c. 23. p. 279. lib. XII. c. 16. p. 320. c. 22, p. 334.

с. 32. p. 364. Paralip. 10. p. 422. Im 1331. jähre warber auch den stipendiaten vorgesetzet, welchem amte er bis zum1337. jähre vorgestanden. Im 1332. jähre erhielt er auch dieProfessionem Physices , und im jähr 13Ü9. der Rhelonc, da-von er öfters reden hielt, und disputirte, auch im 1388. iahrezum Rector erwehlet ward. Crusius, l. c. üb. XI. c. 18. p. r;8.lib. XII. c. 34. p. 369. Freherus , 1 . c. Als im 1366, jähredie Pest zu Tübingen wütete, und eine seiner töchter daran ge-storben war, gieng er auf einrathen des Senatüs Academicivon Tübingen weg, und begab sich mit seinem Hause zu seinenanverwandten nach Dentzlingen, wohin damals die hohe sckuleverleget war, zurück, und stund seinem amte nach vermögenvor, ward auch im folgenden jähre Deeanus, welches amieretliche mal verwaltet. Im 1391. jähre den 29. nov. verlohrer seine liebste, worauf er bey Hertzog Ludwigen anhielt, daßihm erlaubet seyn möchte, seine übrige noch kurtze lebens-jeilmit im Convictorio zu speisen, welches er auch erhielt, dabc»er nichts destoweniger täglich die Natur-lehre und Rede-kuwivorzutragen fortfuhr. Im ,393. jähre ward enchr von derschlafsucht mitgenommen, deswegen ihn auch de^ Hertzog jei«ner Verrichtungen entschlug, woraufer seine kindcr und scbwie-ger-söhne zusammen berufte, ihnen freywilllg sein vermögenaustheilte, im 1394. jähre seine ämter niederlegte, und end-lich im jähr iüso. den ;o. jan. entschlief. Ausser jeincnreden, darunter eine trauer - rede auf Melchior« vonSchauenburg im jähr 1374. auf Sabinen, Hertzog UlriwSvon Würkemberg gemahlm, 1364. m 4. auf Hieronyimu"