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h?n. twfrfier unter andern Apeln von Vitzdom an sich gezogen,und er^M gegen sie zur wehre stellte, gerieth es dahin , daßWilhelm zu Sachsen das Stift selbst feindlich uderzie-den wollte, wo sich nicht noch der Bischoff zu Bamberg undGraf m Henneberg ins Mittel geschlagen, und die fi-che einigerMassen vertragen hätten. Er besuchte daraufden deswegen zuBamberg angesetzten tag mit 1390. Pferden, und ward daselbstvöllige richtigkeit getroffen. An. 1490. vereinigte und verbander sich auch wieder mit seiner Ritterschafft, da ihm unter an-dern eine klauen-steuer verwilliget ward. Nicht weniger brachteer in diesem jähre einen vergleich zwischen Marggraf Mbrechtenund der stadt Nürnberg zuwege, eroberte auch Marck-Stelnach,daraus seinem Stifte durch Erasmum von Eberstein schadenzugefüget worden war. An. 149 i. schickte er Kayser Frtedrl-chm einen ansehnlichen zeug aufseiner reise nach Neapolis zu,darunter auch einige zu Rittern geschlagen wurden , traf auchin diesem jähre mit Marggraf Albrechten eine Vereinigung,daß ein jähr über keiner wider den andern etwas in ungutemvornehmen sollte. An. 14;;. bemühete er sich auch die muntzeauf beffern fuß zu setzen, und traf im folgenden jähre besondersmit dem Bischoffe zu Bamberg und den Marggrafen zu Bran,denburg einen vergleich wegen einer gemeinschafftlichen muntze.Auch ertheilte er an.i4S?. seine einwilligung zu stiftung des klo-sters Ilmbach, und zog an. 1454. die güther Aushelms von Ro-senberg, der sich selbst entleibet hatte, ein, darüber er jedoch mitdessen anverwandten in streit gerieth, welcher lange nach seinemtobe erst beygeleget ward. Endlich traf er noch in diesem jähremit Marggraf Albrechten ein bündnis, daß einer dem andernbeystehen wollte, und starb an. 14?;. den 1. april, da erden rühm eines haushälterischen und vorsichtigen Herrn hinter-lassen. Crußi annal. Suevic. P. III. Iib. VII. c. 6 . p. 98.Friesens Historie der Bifchöffe zu Würtzburg. LudewigsWürtzburg. gefch. fchr. v. 797. seqq. Langius , chron. Citiz.apud Piflor. script. rer. Germ. tom. I. p. 1241. SpangkN-bergs Henneberg. chron. V. 27. p. 21 z. 2;o.
§tnacer, (Thomas) ein Itledicur in Engelland, einer dergelehrtesten männer in dem XVI. feculo, studirte in seinenjungen jähren zu Florentz unter dem Demetrio Chalcondylaund Politiano, da er sich dann so geschickt aufzuführen wußte,daß ihn Laurentius de Medicis zugleich mit seinen kindernunterrichten ließ. Hierauf begab er sich nach Rom , allwo ersich bey dem Hermolao Barbara in grosse Hochachtung gese-tzrt. Nach seiner zurückkunfl in Engelland wurde er zum kra--ceptor des Cron-Printzen Ärturi, Henrici VII. sohnes, ernen-net, welchem letzter» er seine Lateinische Übersetzung von derSphaira des Procli dediciret. Allein der König, bey welchemder Linacer als ein betrüqer » der seine Version einem andernabgestohlen, war angegeben worden, nahm es sehr ungnädigauf. Im übrigen hatte er vor, nebst zwey andern seiner lands-leuthe, dem Lalimer und Crocinius, den Aristotelem zu über-setzen ; allein es blieb das gantze werck zurück, als diese zweydavon abgetreten. Doch hat man ein sehr schönes werckvon ihm, de emendara Latini Sermonis Structura. Als erden Galenum gelesen, bekam er einen sonderbaren trieb zurMedicin, welcher er auch mit solchem fleisse oblag, daß ihndie Könige Henricus VII. und VIII. wie auch die PrintzeßinMaria zu ihrem Leib - Medico annahmen. Damit er aberauch den nachkommen in dieser wissenschafft einige erleichte-rung schaffen möchte, übersetzte er einige schristen des Galeniins Lateinische, stiftete auch ein besonder haus für das Me«biciner-LolleZium. Er starb an. 1524. im 64. jähre seines al»tcrs, und wurde zu Londen bey St. Paul begraben, nach-dem er vorhero an. 1919. mit in den Priester-orden war auf-genommen worden. Dieses wird überhaupt von ihm gesagt,daß er allzu delicat in herausgebung seiner schristen gewesen,indem er immerzu gefürchtet, es dürfte noch etwas stehen ge-blieben seyn, was eine Verbesserung erforderte, jovim , in elog.c. 6 ;. Lilius, in elog. quorund. Anglor. p.yz.leq. Eröffn, epist.14. Iib. XXVI. Blont, cens. Airtb. p. 577. Baiüet , jugementdesSav. tom. IV. p. 8 z. Pitfeus, de script. Angl. Mercklin.in Lindenio renov. p. 1020. Bayle.
*Lmckc, oder Linckius, Lincius, Lincus, (Wences-laus) war zu Colditz in Meisscn an. 148z. gebohren, und tratzu Waldheim in den Augustiner-orden. Als er das 28. jähr er-reichet, ward er nach Wittenberg »um Predig - amte beruffen,da er denn seiner gemeine nur allein von GOttes wort undChri-sto predigte; ausgleiche art lehrte er auch die Theologie in sei-nem kloster, allwo er Justum Ionam unter seinen zuhörernhatte, der sich auch deswegen zeit feines lebens danckbar gegenchn bezeigte. Einige zeit hernach ward er Theologia : Doctor undPrior seines klosters, in dem er aber nicht mehr lange verblieb,iondern zu München und Nürnberg eine Zeitlang die stelle einesPredigers versähe. So bald er von dem letzter» orte zurück ge-kommen , ward er Vice-Provincial seines ordens, in welcherwurde er auch mit Luthers nach Augspurg, uin sich mit Caje-tano zu besprechen, abgegangen. Tbammius , chron. Coldic.
apud Mencken. script. rer. Germ. tom. II. p. 70z. Hieraufsolgte er Staupitro m dem General-Bicariate des Augustiner-ordens , da er aber , weil er nicht allein von abschassung derkloster-gelubde und der privat - messe zu Wittenberg einige an-stalten machte, sondern auch vornemlich Luthero seine meynungzu vertheidigen, sehr anlag, sich viel haß zuzog, Tbammiut,
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chron. Coldic. ap. Mencken. script rer. Germ. tom. Ü. p.70-.Spalatinus , chron. ap. Mencken. 1. c. p. 610. An. 1 i 21. qienaer nach Altenburg , und setzte die von Didymo angefangene Re-formation fort, muste sich aber begnügen, eben wie sein vorfahrunter der linden zu predigen. Doch verrichtete er bald dengottesdienst in eines bürgers, Jos. Kirchners Hause, nahe amRathhause, ferner in der Bruder-kirche, endlich in der Bariho-lomäi-kirche. An. 152;. fieng er an, einigen das H.Abendmahlunter beyden gestalten zu reichen. An. 1124. taufte er Teutschnach Lutheri formular, hatte auch in selbigem,ahre höchstzu Altenburg , dabey Lutherus die trauung soll verrichtet ha.ben. In selbigem jähre auch, sonntags nach Aegidii, führte erdaselbst eine öffentliche kirchen-busse ein, da ein ehcbrecher mitder ehebrecherin vor der kirch-thüre stehen, und das ein-und aus-gehende volck bitten muste, sie sollten GOtt für sie anrußen.
Sehelbtrn. amcenit. litt. tom. IV. p.416. Spalut'mus, l.c. p, iii.
An. 1552. ward er wiederum nach Nürnberg verlanget, dieletzte Hand an die bereits vor einigen jähren allda unternvni-mene religions-anderung zu legen, und ward also der ersteWr-rer, den der Rath daselbst erwehlet. Von dieser zeit an blieb erauch allda, wicwol er noch bisweilen zu einem oder ander«Convente, als nach Hagenau und Worms , versendet wurde, undstarb endlich zu Nürnberg an. 1574. den u. oder 12. mertz. Bu.daui , thanatolog. Seine schristen sind : Papst - Gesprengeaus dem Ceremonien-buch , auch etliche Ceremonien derschösse aus ihrem Pontifical sehr fleißig gezogen, Straßbur,1954· in 4. Sermon von dem Ausgange der Kinder GOlieiaus des Antichrists Gefängnis, Zwickau 1524. in 4. Ob dieGeistlichen auch schuldig seynd, zinse, geschoß zu geben , undandere gemeine bürde mit ;u tragen, Altenburg ; ein Christlich Bedencken von den Testamentender sterbenden Menschen, Zm-ckau 1524. Annotationes über die bücher Alten Testaments indrey theilen, Straßburg 154z. bis 154;. denen Lutherus, mitdem er eine beständige und sehr vertraute frcundschafft uutrr.halten, eine vorrede beygefüget; Sermon vom Glauben derAuserwehlten, 154?. in 4. das lieb: O gütiger GOtt . Die vonandern Gelehrten an ihn geschriebene drtefe hat Alb. Mcno.Verpoorlcnmus inanalect. sie. super lEv. Coburg 1708. 111 8 .gesammelt, und mit Linckens lebens-beschreibung drucken las-sen. Einige briefe Luchen an ihn stehen in den Unsch. Nach-richten, 1720. p. 1065. seqq. 1721. p. n. J60. 361. 716.87»·IlVetzelS Lieder-ttchter. Mutier de Ältenb. eccl. Praesul. 1694.Beckendorf. hiit. Lutheranismi, I. 7. 7. add. c.97. 193. n.:.6i.175. add. I. III. 27. 112. n. 10. Götter, elog. dar. viror, AI·tenburg. p.3. seqq. Unschuldige Nachrichten, 1709. p.899. 171a. p.96l. 1721. p. ll. 360. 1726. p. 872.1730. p. 91p17; 1. p. 448. seqq. Ludovict schul - hist. IV. p. 167. seq.AeltesteNachr. von Zörbig , forts. I. n. 4;. i>. 49. leg-
* Lincke, (Joh. Henricus) der Kayserlichen Academie Xs-turse Curiosorum , der Königlich - Englischen Gesellfchafft dawisscnschafften , und des Institut! Scientiarum & Artium JUBologna mitglied, war zu Leipzig den 17. dec. an. 1674. Boh-ren. Weil sein vatter, Heinrich Ltncke, ein berühmter Chvmi.cus und Apothccker war, wurde er nebst den Studiis huma.niorihus vornemlich auch zu diesen wissenschafften angeführci,und hiernächst an. 1689. in die zahl der siudirenden zu Lcivjigaufgenommen, da er dann sich meistens auf die Medicin gele«get. Damit er auch derselben desto «ingehinderter obliegen ksniute, brachte er unter aufsicht des berühmten Chymici Beckersvier jähr in Coppenhagen zu, und durchrcisete sodann Däne-marck, Holland und Engelland, wobey er nicht allein die vor-nehmste» Naturalien - cammern besähe, sondern auch zugleichseine erkänntnis in der Artzney-kunst zu vermehren allen feitanwendete. Nach diesem hielt er sich eine zeitlang in Danhigauf, und ließ sich folgends an. 1706. in Naumburg nieder,übernahm aber bald hernach in gesellfchafft seines brudcrs,Christian Heinrichs, die vätterliche apotheck und Handlung zuLeipzig , allwo er endlich auch den 29. oct. an. 171,4. mit tobeabgieng. Er stund mit den berühmtesten Natur-künkigern raItalien , Engelland, Schweitz und Teutschland, als z. e. mtMarsigli, Sloane, Woodward, Calcsby, Seba,LchEzer, Heucher, und verschiedenen andern, in eineni genauen briet-Wechsel, wie dann auch Michelius, des Grvß-Hertzogs zurentz Botanicus , eine neue gattung der erd-gcwächje nach >n<nem nahmen Plantam Linckiam genennet, und aus den tu-pfer-stich derselben die Worte: Auspiciis J. H. Linckii &c. iohealassen. Er hinterließ ein vortrefliches naturalien-cabinel, wel-ches mit gar vielen und besondern seltcnheiten, vornemlich aberauch imt einer so vollständigen sammlung von mufcheln sage«füllet war, daß es vielen andern den vorzug streitig machlc.Von fernen schristen ist insonderheit sein buch de Steihs Awn-nis bekannt; ausser welchem er auch unterschiedene gelehrteausardeitungen in die Aä* Nat. Curios. mit einrücken lauen,welche in dem an. 1727. zu Nürnberg in 4. gedruckten tun«befindlich sind. Neue Zeitungen von gelehrten fachen,1719 .
Lmcöping, Lrncopcn, eine kleine stadt in Ost-Gothlandin Schweden ?zwischen dem see Meter und der O>l-ste.hat einen Bischoff unter den Ertz - Bischoff von Upsi>>. 3 "^rig. Ohnweit davon ist der Liltil-berg, und der langue w»daselbst ist von 19. stunden. Nicolaus Angltcus, des wapu»Eugenii lll. Begatue, hielt allhtcr an. 1148. ein Loncilwm,