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srineö ordens Patriarchen, von Magdeburg nach Prag in seineS vorgesagt, sojähr nach seinem lobe erfolget,§ iL b?n Äi auf seinem Stifts-kloster Strahoffverschieden, woselbst er auch bey dem hohen allar beerdigetlieget. Bx communicntis MSCtis tnclyfa Aula Strahovienjis.
Lobmstein, (Daniel Caspar von) Kayscrl. Rath und derSatt Breßlau Lyndious, war zu Nimptsch in Schlesien an.iSre. den 15. jan. gebohren. Sein vatter, Johannes Casparl,war daselbst Rathsherr und Kayscrl. Steuer-Einnehmer. Indem siebenden jähre seines allers kam er von der schule selbigenorts in das Gymnasium zu Maria Magdalena nach Breßlau ,allwo er 9. jghr zubrachte. Sein ungemeiner köpf that sichgar zeitlich hervor; denn er war kau,n 15. jähr all, als erbte
trauer-spiele, Ibrahim bassa, ggrippina und Lpicbaris ver-fertiget, welche doch eine grosse gelehrsamkett und einen rechtmännlichen geist an den tag legen. Im dem röten jähre gienger auf Universitäten, und hörte zu Leipzig Carpzovium, undzu Tl'idingen den Lauterbachium, unter dessen praesidio er einedisputation hielt. Nachdem er in 2. jähren alles, was er aufAcademien nützliches lernen konnte, begriffen hatte, besuchte erdie Chur -und Fürstlichen Höfe in Teutfchland, betrachtete zuRegenspurg den Reichs - tag, und gieng von bannen in dieSchweitz und an den Rhein bis in Holland , da ihn der Um-gang mit gelehrten leuthen eine zeitlanq zu Leiden und Utrecht aufgehalten. Endlich reifete er über Hamburg zurück nachSchlesien , nachdem er auf der see so glücklich gewesen, daß, dabey entstandenemstürm 1;. schiffe untergiengen, das einige,darauf er fuhr, erhalten worden. Als er nach Breßlau ge-kommen, kam ihm eine lust an, Italien und Franckreich zu se-hen , wie er denn die spräche dieser länder samt der Spani schen fast ohne lehrmeister begriffen hatte. Er war auch be-reits auf dem Wege nach Italien , als die eingerissene pest, sodie reise dahin unsicher machte, ihn nach Wien zurück zu keh-ren nöthigte. Worauf er ein groß theil von Ungarn betrach-tete, und sich wieder nach Hause begab. An. 1657. trat er inden ehestand, in welchem er einen söhn und töchter gezeuget.Hernach machte ihn der Hertzog von Oels zu seinem Rath.Nachdem er aber Breßlau, der haupt-stabt in Schlesien , seinedienste gewiedmet,ward er allda Syndicus, welches amt er sowolauf dem Rathhause, als in Gejandlfchafften an den Kayser Leo-pold, zu aller vergnügen verwaltet, auch mit dem titul einesKayserlichen Raths begnadiget worden. Er ist der erste, derdie hohe art zu veroriren und zu schreiben in Teutschland auf-gebracht , welche zwar mit grossem applaulu aufgenommen,und von einigen imitirt, auch von etlichen verachtet, von nie-mand aber noch zur zeit vollkommen getroffen, geschweige dennübertroffen worden. Seine rühmlich geführte ciml-bedienun-gen, und sein von ihm mit häufigen und auserlesenen, abernie edirten anmerckungcn erläutertes Gorpus Juris zeugen vonseiner Rechtsgelehrsamkeit, seine schristen aber, daß er ein gros-ser Poet, Historicus, Philologus, Philosophus , und mit einemWorte ein rechter Polybilknr gewesen. Sein herrliches iverck,der großmüthige Feldherr Arminius , als ein tapferer beschützerder Teutschen freyheit und seiner Durchlauchtigsten Thußnelda,betitelt, in welchem alle Gelehrten etwas zu lernen antreffenkönnen, bekräfftiget dieses zur gnüge. Es ist dieser aus 2. quart-bänden bestehende roman zu dem ende verfertiget worden , da-mit junge stands-personen, welche gern romane lesen, hierdurcheinen appelit zu den künsten und wissenschafften bekommenmöchten. Es ist nur schade,daß dieser aucbor nicht die letzte Handan dieses werck legen können, indem er im 49. jähre seines al-ters an. 168;. den 27. april am schlage gestorben. Daher seinbruder, Johann Christian von Lohcnstein, das letztere buch hin-zu thun müssen. Seine Teutsche Poesien sind anfangs stück-weise , nachmals aber in 8. zusammen gedruckt worden , undzuletzt an. 1721. nebst der auf den Herrn von Hofmannswal-dau gehaltenen trauer - rede heraus gekommen. Seine lob-rede auf den letztem Hertzog von Liegnitz , Brieg und Wohlau ,welche ein vollkommenes meister-stück ist, hat man absonderlichin folio und in 8. heraus gegeben. Er hat sich fast in allengattungen der Poesie hervor gethan, sonderlich aber sindfeine tragödien berühmt, welche erhaben, tiefsinnig, spruchreich,beweglich, und fast allzugelehrt geschrieben sind. Man siehetdaraus, daß er die Griechen und Römer fleißig gelesen, welcheer, was die erfindung.und Vorstellung der chöre betrift, nochübertroffen hat. Mit was für fleiß und verstand er die Bibelgelesen, zeigen unter andern seine poetisch verfaßte geistliche be-trachtunqen über das gzste capitnl des Propheten Iesaiä. Erhat des Gratians Catholischen Ferdinand aus dem Spanischen mit gleichem Nachdruck übersetzt, und sowol in seinen schriftenals thaten gewiesen, daß er ein grosser Politicus gewesen. Sei-ne aufführung und lebens-art betreffend, so war er nach erfor.derung der umstände freygebig, prächtig, unermüdet und gast-frcy, wie dann nicht leicht ein gelehrter mann nach Breßlau gekommen, den er nicht tractiret, und durch seine gelehrtedsscurse, wie auch sonst mit aller Höflichkeit unterhalten hätte.Er wiedmete den tag den geschäfften,so ihm wegen des gemeinenwesens auf dem halse lagen, den studien aber und seinenfreunden schenckle er die nacht. Er war geschickt, beydes zusimuliren und zu dißimuliren, und wenn er sich erquicken woll-te, so begab er sich auf sein Kittelan, wie Cicero in sein Tu.lculanum, da er mit guten freunden , darunter verschieden»
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vornehme Männer waren, die zeit durch angenehme und nütz,liche gespräche zubrachte. Sein Arminius ist zuLeipssg an.1689. und 1690. heraus gekommen, und von seinem söhne dmdamaligen Churfürsten von Brandenburg zugeschrieben wer.den. Obfirvat. Habens. tom. VI. observ. io. Thomas gebafi:cken über allerhand bücher. Morbos. von der Teutschen Doch,c. 9. p. 391. seq. c. 16. p. 669. Neumeisterg diflert. dePoe-tis German. hujus feculi ; sonderlich aber das denen Lohen-steinischen getichten in der letzten edilion beygefügte leben.
§ohmen, ein flecken oder städtlein und Amt an der Wchnitz, welche in die Elbe fällt, im Meißnischen kreise gelegn,stehet der Chur-Sächsischen linie zu. Es soll ein uraltereines Böhmischen Herren - geschlechts der Clommen oder Los,men, (so nach etlicher meynnng auch etwa dem alten tiabmtnGlomazi verwandt,) (siehe unter Lommaysch;) denen hie-bevor ein grosser district landes und darunter Hvhenstein, Ra then , Wehlcn, König-Lilien und Schreckenstein, rc. bis Div-poldswalda zuständig gewesen, daraus sie aber ihrer xlacknn,halben von Wilhelmo Gocllre entsetzt worden, darauf es kBücken von Duba an sich gebracht, aber gleicher Ursachenhalben von dem Churfürsten Friderico Placido von Sachsen gen Mühlberq verwiesen, und dieses hingegen denen von Saal-hausen eingeräumet worden, denen es die Herren von Schon,bürg abgekauft, und darauf solches mit gebänden erhöbe»;bis endlich die gantze Pflege Hohcnstein und Lehmen tausch,messe gegen Penicke rc. an die Hertzoge von Sachsen wiebervöllig gediehen, und zu Aemtern gemacht worden. Es ist abereinmal das Amt Lohnien zu dem Amt Hohenstein geschlaaengewesen. Knauthii prodrom. Mifn. p. 22. seq. Sächsischeund Schwedische Staats-Lantzley, p. 21. 2;.
+ §ohr oder Lahr , ist ein städtlein an der Schütter nah!an Geroldseck und Wolffach in der Orlenau, so nachgehevbsauch die Mortenau gencnnet worden, gelegen. In den urdl.testen zcikcn mögen die Marggrafen von Baden darüber insprechen gehabt haben, »achgehends aber hat es denen vonGeroldseck in Schwaben gehört, und ist der an. 1277. gesche-henen theilung den bevden brüdern Walther und Heinrichzugeschlagen worden, deren posterität bts an. 1;;-. gewahrn,da diese linie mit Heinrichen abgestorben, zu welcher Mbel-heit, eine Geroldseckische crdin , ihrem gemahle einem Grafenvon Saarwerden , diese länder zugebracht. Als aber auch die-se wieder abgieng, suchten die von Geroldseck solche als cmmann-lehn wieder an sich zu bringen, die Grafen von Nassau-Saardrücken aber, welche zur verlassenschafft derer von Morsund Saarwerden sich angaben, widersprachen ihnen bann»,bis endlich das Cammer-Gericht an. rzo;. vor die von Ge-roldseck den aussprnch that. Daher sie sich mit denen von Ge roldseck an. 1625. dahin verglichen, daß diese mrt 100000. i·sollten vorlieb nehmen, bis zu deren zahlung sie die zinsen vonder Herrschafft Lahr haben sollten. Ob nun wol dieser ver-trag an. 1652. und lüzr. vonBaden-Durlach als erben derGeroldseckische« verlassenschafft (siehe Geroldseck ) wieder er-neuert wurde, so haben doch die von Nassau die zahlung nichtgethan, daß daher die Marggrafen durch ausspruch des Cam-mcr-Gerichts so langein dem besitze geblieben, bis an. G- 1 ·den 6 . nov. in dieser streit-sache eine Kayserliche resolution furNassau wider Baden-Durlach ergangen, und an. Gruden;i. aug. wiederholt, folglich der für dieses Haus vormals ge-schehene Cammer - Gerichtliche ausspruch aufgebebt worden.Indessen führen die Marggrafen von Baden Lahr und Mhl-berg in, ihren tituln. Scburt2fleisch, de rebus Badeniibus.Europäischer Herold, p. ;c>8. Srveder. theatr. priteni.Reichs - Hof-Raths - Conciusa , tom. II. Messers sorljchungCrusii, c. 9.
Eohr, ist ein fluß, welcher in der Fränckischcn Grasschass!Rhcineck, unweit Pfaffendorff, entspringt, und nach einemlauf von 6 . bis 7. meilen, bey einer kleinen stadt gleiches nah«mens, in den Mayn fällt.
Eohra, ein berg - schloß und Amt in der Thüringische "Grafschafft Hohnstein, 2. meilen von Nordhauscn gelegen. G»war ehemals ein Chur -Sächsisch lehn, wurde aber an.gegen einigeMannsfeldische güther an das BißthumHalberumverwechselt. Als an. 159;. die Grafen von Hohnslein abnur-ben, ereignete sich zwischen den Hertzogen zu Braunschwcig,als welche von dem Bischoff zu Halberstatt mit dieser pcrr-schaffl waren belehnet worden, und zwischen den Grafen von
Stollberg und den Grafen von Schwartzburg, welche um denHohnsteinifchen Grafen an. 14;;. eine erb-vcrbrüdcrungau«-gerichtct hatten, ein langwieriger streit wegen der MeMin diefer Herrschafft, welcher endlich in dem Osnabrück »«!»frieden so ausgemacht wurde, daß selbige der ChurM l"Brandenburg als ein lehns-stück von dem Bißthum Halvn-stadt bekam, der hernach die Grafen von Savn und AM»'stein damit belehnte, von deren nachkommen sie aber an.wieder eingezogen worden. Siehe Rlettenberg.de rebus gestis Friderici Wilhelm, Elect. brandend. Iw. IJ(·p. 147. Lucä uralter Grafen - saal, P. I. p. 289· pssEsche Staato-geographie. Spangendergs Manns,chronick.
Lohß, siehe Löß.