l o k
l o r 8IZ
§ord, ist der ehren-titul, welcher in Engelland erstlich allenPairs des Königreichs zukommt, nemlich den Ertz-Bischöffen,Hertzogen, Marggrafen, Grafen , Vilcomss oder Vice-Gra-fe» , Äischössen und Baronen, hiernächst allen Groß-bcamtender Crone, ob sie schon sonst keine Pairs wären, ferner ( undzwar dieses aus einer blossen curtesy, wie es die Engelländernennen , oder aus Höflichkeit) allen söhnen der Hertzoge undMarggrafen , wie auch den ältesten söhnen der Grafen , nächstdiesem den rr. Ober-Richtern des Königreichs, und endlichden beyden Bürgermeistern oder Mairen von Londen und von?)orck. In Schottland wird der Lords-ritul den Hertzogen ,Marggrafen, Grafen und Vice-Grafen, inqleichen den Bischöf-fen , beygelegt. Auf diese folgen die Ritter, und erst nachdiesen diejenige, so nur blosse Baronen sind, welche letztereman durch den titul Land, von den Lords unterscheidet. InIrrland hak es mit dem Lords-titul fast eine gleichmäßige be-wandnis, wie in Engelland. Im übrigen bedeutet das WortLord fo viel als Herr, und wird insgemein mit dem prono-mine my, d. i. mein, verknüpft. Im abstracto wird das WortLordship gebraucht. Catndeni Britan. Smith, de Rep.’ Angl.lib. I. c. lü. Cbamberlam , state of England.
Loredano, (das geschlecht) ist eines der vornehmsten zu Ve nedig , und führet mit dem hause Longueil gleiche wapen, des-sen Ursprung die Vermählung der beyden Häuser seyn soll , in-dem ein Herr von Loredano sich mit der tochter Wilhelmi 1 .von Longueil verheurathet. Man >agt, daß es vormals dennahmen Maniardi gehabt. Im übrigen hat es sich durch her-vorbringung grosser leuthe berühmt gemacht. Johcuüies Lore-dano war an. 1385. Äischoff zu Venedig , ein Prälat vongrossen meriten. Le onardus Loredano war an. 1301. Dogezu einer sehr verwirrten zeit, indem sich beynahe die gantzemacht von Europa wider die Repudlick verbunden hatte. Erstarb an. 1320. Petrus Loredano. wurde an. 1367. zuin Dogeerwehlct, und starb 3. lahr hernach. Über diese hat sich Anto-nius Loredano durch behauptung der vestung Scutari widerden Türckischen Sultan Mahomet ll. signalirt. So ha-ben sich auch Paulus, Marcus und Bernardinus Loredanodurch ihre schriften bekannt gemacht. Contareno,<Ss, Rep. Venet.Martian. in elog. Princip. Venet. Priorati. JuJiiniani &c.
Eoredano, (Johannes Franciscus) ein VenetianischerRathsherr, gebohren an. 1606. war wegen seiner gelehrsamkeitund schriften fehr berühmt, unter welchen er einige annoch sehrjung verfertiget hat. Sein Haus war eine Academie und sam-mel-platz der gelehrten leuthe. Er hat den gründ zu der Ita-liänischen Academie, welche den „ahmen gl’Incognid führet,geleget. Durch feine meriten und lügenden erlangete er aucheinige der höchsten ehren-stellen in der Repudlick. Die schriften,so wir von ihm haben, sind folgende : Scherzi geniali bizarrieacademiche; Vita del Marini; Morte del Valstain ; Ragguaglidi ParnatTo; Historie de Re Lusignani; Lettere, &c. Priora f o,scen. d’huom. illustr. d’Ital. (Ihilini , theatr. d’huom. letter. &c.
Lorentzkirch, siehe Srrehla.
* Lorenzetti , (Ambrvsius) ein Römischer mahler, und ge-wesener lehriünger des berühmten Giotto , legte sich nebst iei-ner kunst auch auf die Philosophie und schönen wissenschassten,und war der erste, der sich unterstiznde, regen, ungewittcr unddie würckungen des Windes in seinen landschafflen vorzustellen.Er starb in seinem 83. iahre in dem XIV. sieculo. De Files,abrege de Ja vie des Peintres.
* Corenzini, (Lorentz) ein Mathematic-verständiger, warzu Floreim an. 1632. aus einer ansehnlichen familie gebohren,und des Vincentz Vivians schüler, der in der art der Alten,durch linien zu beweisen, sehr geübt gewesen. Lorenzini hartekaum angefangen, sich auf die Meß-kunst zu legen , als er insgefängnis geworssen ward, da die Groß-Hertzogin nach Franck-rerch gieng. Daselbst bekam er in 20. jähren keinen gelehrtenmann zu sprechen, und kein buch zu lesen. Damit er nundas nicht vergessen möchte, was er aus dem Euclide undAvollonio gelernet hatte, brachte er solches zu papier . Weiler sich aber sonderlich auf die Conica beflisse, übertraf er Apvl-lonii und, Viviani erfindungen von diesen Materien, undfchrieb zwölf bücher de Conicis & Cylindricis Sectionibuseorumque Solidis. Als er aber wieder aus dem gefängniskam, und vöm Herrn Grandi hörte, was man hierrnn ge-than habe, meynte er, er käme in eine neue well. Daherlegte er sich gleichfalls auf höhere gedancken, und schrieb et-liche geometrische schriften, davon die erste hiermit unter demtitul Exercitatio Geometrica, in qua agitur de Dimerdioneomnium Conicarum Sectionum, curvsc, parabolicae, curvnequesnperstciei Conoidis parabolici &c. zu Florentz i72i..zum Vor-schein kam. Der Verfasser starb den 24. april an. 1721. alsdiese dissertation noch unter der presse war. Gel. Zeit. aufdas jähr 1723. p. 141. u. f.
Eorerio, (Dionysius) von Benevento , Genera! der Ser-vilen, und nachmals Cardinal, Bischoffzu Urbino, wurde an.i497.qebohren. Er begab sich gar jung zu den Servilen,und sty«dirte die Theologie und Mathematic,welche wissenschafft er zuPe-rugia, Bononien, Rom und anderswo mit grossem zugang geleh«ret. Man sagt, er habe dem Cardinal Farncse, so unter demnahmen Pauli III. Papst worden, diese h,ohe würde vorher pro-phezeyet, weswegen ihm auch solcher an. 1339. den Cardinals,Hut soll gegeben haben. Er war bereits vorhero General seines
ordens,und gieng an. 1336. als Nuntius nach Schottland . Mangiebt ihm schuld, daß er sich von dem Kayser Carolo V. habe be-stechen lassen,in einem Gonststorio vorzustellen,daß man dem Kö-nige in Franckreich den titul des Allerchristlichsten nehmen solle,welches aber von einigen Cardinälen gar übel aufgenommenworden. Sonsten war er auch Bischoff zu Urbino , und Legatusvon Campagna di Koma , und starb den 17. ftpk. an. 1342. im4;sten jähre seines alters. Jovms ,h i st.li b. XXIV. lib.XIII.
ep. 13. 14. & 13. Onuphr. ViUoreO. Aubery.
* Sj> ret, (Johann) ein Franzose, machte sich in der mittedes 17. jahrhunderts durch seine zu Paris in etlichen bänden her-aus gegebene Gazette burlesque, wie er sie nennet, bekannt,dar-in» er, was damals neues sich zutrug, auf eine anmuthige artcrzchlet, und mit anmerckungen begleitet hat. Er hat sich nebstder gunst des Hofes, und insonderheit des Cardinals Mazarini,auch von unterschiedenen Grossen durch diese schrift verschiedenegnaden-geldee erworben, ob er gleich sonsten kein Gelehrter ge-wesen , auch sich in verschiedenen stellen verrathen , daß er nichteinmal Latein verstanden. Es scheinet, daß er um das jähr1630. und zwar unvecheurathet gestorben. Bibl. de Rubelet.
Eoretto, lat. Lauretum, eine befestigte stadl auf einem Hü-gel in der Marca d'Ancona, im Päpstl. gebiethe, nicht weit vondem cinfall des flusses Mufone in den Golfo di Venezia, nebsteinem Bißthum,welches mit dem zu Recanati vereiniget ist. Sreist eine berühmte wallfahrt wegen des in der Dom-kirche daselbststehenden kleinen Hauses von leimen, darinnen die H. MutterGOttcs den Englischen grüß empfangen haben soll. Es befindetsich daselbst ein unglaublicher schätz , der durch die freygebigkeitder pilgrimme und hoher Potentaten nach und nach gesammeltworden, und zwar noch immer vermehret wird. Man meldet,daß ohngefehr ein monat nach eroderung der stadt Ptolemais an.1291. das odgcbachte Haus durch engel von Nazarelh in Da!»matten , und ohngefehr 3. jähr hernach in die Dioeces von Re-canati in Italien gebracht , auch daselbst auf ein seid, so einergottseligen adelichen Dame, Loretta genannt, von welcher die-ser ort hernach seinen nahmen bekommen, gehöret habe, gesetztworden sey. Weil aber dieses feld mit einem wald umgeben ge-wesen , woraus die pilgrimme von räubern angefallen worden,so sey es von dar noch eine halbe meile weiter auf einen Hügelund hernach noch etwas weiter, mitten in einen fahr-weg ver-setzt worden. Indessen kan auch nicht verschwiegen werden, daßdie Protcstireude die gantze geschieht der Übertragung der heiligencammer in zweifet ziehen, hauptjachiich zwar ausdem gründe,wecl keiner deren scribenten, welche beydes der zeit und dem ort,da sich die so wundervolle begebenheit ereignet haben soll, an,nähesten gewesen, die geringste Meldung davon gethan hat.Über den Dante, Pelrarcha und Boccacio, welcher stillschwei-gen zu diesem ende von Bernsggero im Idolo Lauretano angezo-gen wird, lässet sichs noch vielmehr auf den Giovanni Vilianrfuffen, der ein vornehmer und sehr verständiger Fldrentinistberbürger gewesen, die Italiänischen fachen, sonderlich die beyseiner zelt und nächst zuvor sich begeben, und darunter auchmehrere vorgegebene wunder-geschichte von weit geringererWichtigkeit, als die gegenwärtige ist, mit gröstem fleiß aufge-zeichnet , endlich zu der zeit, in welche man die ankunft derheiligen capelle aus Palastina gen Loretto setzet, allbereit inleben gewesen ist, wie er dann an. 1)48. in ziemlichem altergestorben, und dennoch die merckwurbigste aller begebenhei«ten, so immer in seinen büchern vorkommen , mit keinem wortberühret hat. Was im übrigen die eigentliche form und be-schassenheit dieses Hauses anlanget, so berichten die scribenten,daß es aus einer einzigen und dabey nicht allzugroffen cammerbestehe. Die nianren sind einer elle dick, und von gemeinensteinen unförmlich zusammen gesetzet; der bode» ist heut zu tagemit quader-stücken aus roth und weissem marmor gepflastert,unddie balcken, worauf das dach ruhet, mit silbernem blech überzo-gen, die decke oben ist mit Himmel-blauer färbe gezieret, und mitgüldenen sternen bemahlet. In der einen wand stehet annochdas fenster, durch welches der engel Gabriel soll geflogen seyn,als er der Jungfrau Maria den grüß verkündiget. Anfangs warnur eine einige kleine lhür, durch welche man hinein gehen könn.te; allein wegen der häufigen pllgrimme befahl der Papst Cle mens VII. die alte thür zu vermauren, und hingegen 3. neue zumachen. Zwar als denjenigen, der sich diesem befehl nachzukom,men unterfangen, der schlag gerühret, wollte sich keiner mehrdazu bequemen; endlich aber fand sich noch ein jüngling, wel-cher durch dreyiägcges fasten die Mutter GOttes wegen diesesseines Vorhabens um Verzeihung bat, und darauf mit einen,Hammer-schlag den ansang machte. Bey dem ersten eintritt indieses heilige Hans erblicket man das bild unserer lieben Frauen,welches ohngefehr zwey ellen hoch, und von dem EvangelistenLuca aus cedcrn - holtz soll verfertiget worden seyn. Auf demlincken arm ruhet das JEsus-kind, fo in der lincken die Welt-kugel hält, und in der rechten die finger zum fegen aufhebet.Die färbe dieses bildes gleichet dem silder-schein,wiewol sie bereitsdurch den dampf der vielen lichter ziemlich verdunckelt ist. Desncn Haupt ist mit einer dreyfachen güldenen und diamante-nen crone gezieret, und das übrige theil auf das allervräch-tigste bekleidet. Vor diesem bilde hängen unzehlbar güldene undsilberne brennende lampen und leuchter. Die wände dieses Hau-kes sind oben mit güldenen tafeln bedecket. Der altar in dieser ca-peüe soll von den Aposteln selbst mit eigenen Händen verfertigetworden seyn,und auf demselben.Petruö die erste messe gelesencha«