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den Dieses heilige Haus wird von einet prächtigen Umfassungumschlossen,darinnen die berühmtesten kunstler ihre Meisterstückezusammen getragen. Es ruhet diese emfassung auf ir. mar-morsteinern faulen, welche mit statuen und tafeln sezieretsind, darauf die wunder, so sich mit dem heiligen Haufe bege-ben , sehr künstlich in marmor vorgebildet werden. Die fenstersind von dem schönsten crystall, und der boden ist mit rothund weissem marmor gepflastert. D-r schätz , welcher durchfreygebigkeil der unzchlichen pilgrimme daselbst gesammeltworden, hat sich bereits an. 1400. auf 600000. ducaten belas-sen , indem darinn silberne statuen anzutreffen , so über140. pfund an gewicht halten. Es sind aber nicht al-lein viel silberne, sondern auch viel güldene gefässe, an wel-chen sowol der preis der Materie selbst, als die geschicklichkeitder künstler hervor spielet. Unter den unschätzbaren ringen istabsonderlich derjenige merckwürdig, welchen der Cardinal Sfon-drati dahin verehret, indem solcher einen diamant, so an dergrosse dem nagel eines bäumen beykommet, in sich schliesset.Der König Henricus III. in Franckreich hat, einen pocal auseinem einzigen saphir bestehend, auf dessen goldenen und mitden kostbarsten edelgesteinen versetzten decke! ein göldener engetruhet, so eine aus hellen diamanten künstlich zusammen-gefüg-te lilie in der Hand hält, dahin verehret, damit er von der heil.Jungfrau Maria mit einem erben möchte gesegnet werden. Ausgleicher Ursache hat die Königin in Engelland, des vertriebenenKönigs.Jacobi II. gemahlin, einen enget von gold, so einHertz gröster als ein ey, und gantz mit diamanten besetzt, hält,dahin geschencket. Das crentz , welches aus einem einzigensmaragd gebildet, in gold gefaffet, mit den kostbarsten edelge-steinen besetzet, und auf einem crystallenen berge ruhet, wirdauf 12000. ducaten geschähet. Es hat aber solches HertzogAlbrecht in Bayern dahin' zum präsent geschickt. Die 2. cro-nen, so aus blossen edelgesteinen sind , und dem JEsus-kindepflegen aufgesetzt zu werben', übersteigen fast allen werth. Un-ter den reinen perlen, wird eine grosse in gestalt einer gondolagezeiget, worauf nach gemcincin vorgebest, durch ein künstspielder natur, die fignr von unserer lieben Frauen gepräget seynsoll. Unter den kleidern wird daselbst eines verwahret, wel-ches mit 6600, diamanten geziercc, und von einer Königin.in Spanien gemachct ist. Anderer unbeschreiblicher schätzeund kostbarkeiten, so bis dato noch ferner dah n vecscheiickclworden, zu geschweigen. Die allermeisten pilgrimme aberkommen dahin, sonderlich um die zeit, da die berühmte messezu Recanali einfällt, und der tag der qebnrt Mariä fcverlichbegangen wird, da sich dann gedachte pilgrimme aus den knienrings um das heil. Haus herum so oft rutschen, ais cs ihnenihre andacht besiehlet. Es werden auch nach dem model die-ser capelle an unzehlichen orten sogenannte Laurrltrn - capellenerbauet. TurJ'eUiaus, h\li- Laur. Silvio Seragh, bist. Lor. Bnuche& bralii w, hist. de lasainte chap. de Lor. Can-jius , lib. V desandta Maria. Turrian . apol. pro Laur. a Pfiau»ur ». Mercur.Ital. Bemeggerus, in idolo Lauret. Cajaubonus , excrc. VI!. inannal . Baron. p. 187. seq. DaL'aus, decultibus Latinorum reii-giolis lib. IV. c. 18 . Knrthnlt. in disquis. Anti Baron'. Menschen.in Madonna & santa casa di Loretto. *
Jssocetto , ist der nähme eines Ritter - ordens, welcher vondem Papst Sixto V. an. 1587. gestiftet worden , als er die kir-che von unser lieben Frauen zu Loretto zu einem Bißthum erha-ben. Das ordens-zeichen war eine güldene inedaille, auf de-ren einer feite das bildnis der heil. Jungfrau von Loretto, aufder andern des P-apsts SirtiV. stehet. Die zahl der Ritterwurde auf 200. gesetzt, und sollte ihre Verrichtung seyn, diestadt Loretto zu verwahren, und die Anconitanische Marck,bannn Loretlv liegt, sowol als den daran stoffenden theildes Adriatischen meers von see - räubern zu säubern, hiemitdie wallfahrten der pilgrimme gen Loretto auf allen feitenin sicherheit zu stellen. Es war demselbigen erlaubt zu heura-then, und zwar mit diesem Vortheil, daß sie dadurch nicht soll-ten gehindert werden, jährliche dcstallungen oder pensionen ,so man ihnen auf geistliche Pfründen anweisen würde, bis aufdie summe von 200. ducaten zu genieffen; >a noch mehr; daßsolche auch nach ihrem tobe ihren kindern, dafern sie deren hin-terliessen, für drey gantze, jähr sollten gereichet werden. Wei-lers sollten ihre ältesten lohne die würde, als Comites Late-ranenses , welche mit den Comitibus Palatinis in Teutsch-land verglichen werden, tragen, die jüngere hingegen, wosie den geistlichen stand annehmen, Notarii Apostolici , fallssie aber weltlich wurden, Equites aurati seyn. «2ie selbst wa-ren von allen auflagen befreyt, durften in öffentlichen ceremo-nien bey abwescnheik der Ambassadoren, welche sonsten da-zu berechtiget sind, den Himmel über des Papsts Haupt tra-gen, waren auch dessen Commensales , oder hatten das recht indessen pallast an denen für dessen vornehmste bediente zuge-rüsteten tafeln zu speisen. Nach Sirti V. tobe kam der ör,den bald in abganq, und blieb nur der blosse titul davonübrig; aber mit dem grossen unterscheid, daß er den vor-nehmem bedienten der Päpstlichen Cantzley zu theil worden,und mit 500. thalern von ,evem, der ihn begehret, muß bezah-let werden. Es sollen aber deren anietzo auf die 260. an der zahlseyn. Die den Ursprung dieses ordens von Pio V. herleiten, sind -irrig. Conel. in hist. Cardin. Favin, theat. d’honnaur & de Chev.Gryphii Ritter-orden. Gtußiniani , hist. des ordres relig. * 4
Eorgue, (Nikolaus de) der aiste Großmeister des Johan-
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nun. vn'uio zu u/tuvn fdiictl t£9!U)£lU
Ptolemais oder zu St. Johann von Acre hatte, succedirle Hu-goni von Revel an. 1278. Zu seiner zeit wurde die vestung Mar-gat in Phönicia 2. mal belagert, nemlich an. 1282. von denSaracenen, und an. rag?, von dem Egyptischen Sultan,welcher, als er den ort durch gemalt nicht erobern konnte, ihnunterminirte, worauf die Jöhanniter das castcll zu übergebengenöthiget wurden. Der Verlust dieses orts schmerzte denGroßmeister dermassen, daß er sich dadurch an. 1288. den tobvor der zeit zuzog. Johann Villiers folgte ihm in der Großmei-ster-würde nach. Boßo , hist. vom Johanniter-orden. 2W«,privileges de l’ordre de S. Jean de Jerusal.
Esrgues, lat. Leonas , oder Leonics , wie auch Lonaseine kleine stadt nebst einem gerichls-stuhl, von denen, welcheden nahmen Viguerie führen , welches Wort von dem Lateini-schen Vieariatus herkommt, in Provence , in der Dioeces vvnFre-jus auf einem fruchtbaren boden gelegen. Die stadt ist „ochvon mittelmäßiger grösse, und hat ihre rechte, Verordnete >nder Stände Versammlung in Provence zu schicken; im übri-gen aber ist der bezirck ihrer Viguerie sehr klein, daß ausserder stadt nur 2. dorfer darzu gehören. Sie hat schon malten zeiten her den Grafen von Provence gehöret. Der PwiiMartinus V. hat an. 1421. daselbst die Stists-kirche zu ehrendes heiligen Martini und zwar mit bewilligung Aegidii de laFond, Bischoffs zu Frejus , und des dasigen Dom-CapitnlS
gestiftet. Baudrand. Des er. hiß. U giogr. de France. *
* Eoria, oder Luria, (Jsaac) ein berühmter Rabbine,wurde an. i??4. zu Jerusalem gebohren, war aber ohne z«i-fel Teutscher ankunft, und wird daher gemeiniglich der Teut-sche zugenannt. Die Jüden halten ihn besonders hoch, undgeben vor, daß ihn der Prophet Ellas nicht nur selbst beschnn.tcn, und als er an dem Nilo ein Einsiedler-leben führte, sei-ner conversation gewürdiget, sondern auch so gar zum ösiernin den Himmel mitgenommen , und endlich nach Zaphtta, mdem Chajim Vital seine Weisheit mitzutheilen, abgeschicket,wo er aber, weil er init den cabalistischen geheimnissen nicht alsoan sich hielt, wie es wol der fachen Würdigkeit erfordert hätte,erstlich seinen söhn verlohr, und sodann auch selber an. iz'-.imz 8. jähre seines alterS sterben muste. Er hat selber nichts herausgegeben ; es soll aber Moses Vital, des obigen Chajimi bruber,feine Commentationes haben abschreiben lassen, die zusammenden Haupt - titul: Arbor Vita: führen, und in VI. komm ein-getheilet sind , wovon aber auch nur einige stücke in des Ari-stiani von Rosenroth Cabbala denudata Lateinisch anzutreffen,indem das gantze werck niemals in druck gekommen, tifn.menget. Judaism. detect. P. II. p. 72?. Wülser. in Theria-ca Judaica p. 59. & 71. Wolfii bibl. Hebr. tom. I. p. 671. leg.
Eorichius, ( Johannes) war aus einer ansehnlichen sa-miste entsprossen, indem daraus Josephus die Historie, sei» bru-der Reinhardus aber, des Johannis vatter, die Rede-kunst zuMarpurg profitiret, wiewol Reinhardns nachgehendS Pfarrerzu Berndach wordeir. Er brachte sich gleich in seinen jungenjähren durch die poesie bey jederman grosse Hochachtung zuwe-ge. Als Franckfurt am Mayn an. -??2. belagert worden, nahmer aus liebe zu diesem seinem vatterlande kriegs-dienste an. Nach-dem aber die Unruhen gestillet waren, griff er wieder zum im«diren, und gieng bald darauf nach Litthauen zu seinem brudeeGeorgio, auf dessen einrathen er nachgehends die Rechte zn er-lernen sich vorgenommen. Mit solchem Vorsatz kam er wiederin seinem vatterlande an, welches er aber bald verlassen, unonach Franckreich gegangen, allwo er eine kurtze zeit dem solba-ten-leben gefoiget, nachgehends aber die Rechte zu Orleanemirgrossem eifer studiret. Hierauf ernennete ihn der Printz Wil-helm von Oranien zu seinem Rath und geheimen 8-creuno,welches amt er fast n. jähr mit rühm verwalket. Weu aoerdamals in den gkiederlanden alles unsicher wurde, gieng erabermals nach Franckreich , und diente unter dem AdmiralColigny , da er an. 1569. in einer kleinen rencontre ertchoilmworden. Ausser dem L>bro ffinigmatum hat man von Ihm mversen den Prediger und das buch Syrach. Adam. vil Pu.Mir aus , script. fkc. XVI. Freker.
Eorichius, ( Julius ) war anfangs Professor Theo) 0 ?*zu Frcyburg, nachgehends aber begab er sich in den st"tyauicr-orden , und starb »m das jähr 161Man hat von ihm umwandern fchriften : Thesaurum saerte Theologie. Fctufus, biD.
Qarthus. Mir aus, de scriptor. fec. XVII.
Eorinus, (Johannes) war an. 1559. zu Avignon in Fmiss-reich gebohren. Er begab sich an. i???. in die Societät FEststund lehrte die Philosophie zu Rom und die Theologie zu Paus'Mayland und an andern orten mit grossem ruhm.Zulctzt wurdeer Generak-Probst und Censor der bücher, und starb an.zu Dvle.Seine Commentarii über'viele bücher der H.Schrilstingleichen über Aristotelis Logic sind bcEannt.Voiwe/, bibl S.J.
Eoritus, (Henricus) war an. 1488. zu GlariS gebohren,und insgemein von dicstm stincm gcburts-ort Henricus Glarew»nus genennet. Sein geschlecht, nahmens Löriti, hat verschie-dene sehr tapfere leuthe gezeuget, welche sich in den r. loge«nannten Züricher kriegen, wie auch in der schlacht bey St.Iaco»unfern Bastl gar sehr hervor gethan , und ihr lebe» den feinden
theuer genug verkauft haben. Nachdem er guten gründ in aller-hand wisscnschafften gelcget, lehrte er zu Cöln, Baftl und Freu-
bürg,an welchem letzter«! ort er auch a».i;6;.gcsrorben.Zu Ba>»
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