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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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.dielllltolreabrdxde du Janßnisme verfertiget,und de-Französische Übersetzung von des Wendroku oder Nicole no-leu zu den Genres ?rovincis>es vor der ausgäbe genau cor-riairl Einige haben ihm noch gewisse Memoires von den Mitfionariis IN China beylegen wollen, wovon aber keme gewiß-

^F ovanao"oder Loango,istein Königreich in Nieder-Ae-thiopien, weiches auf der nördlichen feite des Königreichs Con-go in dem südlichen theile von Africa liegt, und auch das landBramas genennet wird. Die Haupt-stadt, worinn der Komgseinen Hof hat, wird Lovango oder Ban;a Lovangirl,, von deneinwohnern aber Boarie oder Bury genennet. Die Häuser sindalle mit spabier-gängen von palmen - bäumen und BananaSgezieret, durch welche man zu selbigen kommen kan. Des Kö-nigs pallast ist mit einem stacket von viereckicht-gefetzten valm-bäumen umgeben, so eine viertel meile lang und ziemlich breitist. Das land ist sehr fruchtbar, so, daß man des jahrs dreymal darinn Hirse erndten kan. Die cinwohner sind sehr starckeund muntere leuthe, welche den palm-wein vor allen anderngern triucken, und selten ohne Waffen irgendswo hingehen.Die manns-personen tragen röcke, welche von der mitte desleides an bis an die füsse reichen, so , daß der übrige theil desleibes nackigt ist, und die weider tragen kurtze röcke, welchenur bis an die knie gehen, und baue» das land, säen , erud-ten, backen das brodt, und richten essen zu; wenn sie mitihren männern reden, so thun sie es allzeit kmeud , und so baldsie dieselbigcn zu gesicht bekommen, klappen sie mit ihren Han-den, um dadurch ihre freude und ehrfurcht gegen sie zu bezeu-gen. Ihre güther erben nicht die kinder, sondern ihre ältestenprüder und schwestern, jedoch mit dem bedinge, daß sie desverstorbenen kinder versorgen, und sie etwas lernen lassen müs-sen, damit sie ihr brodt verdienen können. Die vornehmstenhandwcrcker unter ihnen sind weder, Hüter, Huf-schmiede,corallen-schleiffer, zimmcrleuthe, fischer. Die Lovangische mün-tze bestehet aus kleinen viereckiglen zusammen genehten stü-cken von leinwand aus matombe-blättern, so ein gewisser bäumist, dessen junge sprößlinge sie wie Hanf schlagen, und sodanndaraus leinwand oder kuch machen. Das kleinste von der-gleichen stücken, so sie an statt des gelds gebrauchen , ist ohn«gefehr anderthalb spannen breit, und gilt so viel als ein stü-ber. Die kaufmanns-waaren dieses taubes sind helfendein,kupfer, zinn , bley und eisen, welche die einwohner aus denbergwercken zu Sondi bringen, so von ihnen sehr weit ent-fernet sind. Allein das meiste gewinnen sie mit dem sclaven-handel. Die Europäer dürfen nicht eher allhier handeln, alsbis sie zuerst den König und seine vornehmste bedienten reich-lich beschenckt haben. Der König ist sehr mächtig, und kaneine grosse armee aufbringen. Er hat bey 7000. weiber, diealle um seinen pallast herum in gewissen zimmern gar engeverwahrt werden. Die anzahl derselben ist deswegen so groß,weil nach des Königs absterben seine weiber dessen Nachfolgerbehalten muß. Der Staats-Rath pflegt dem Könige eine mut-ier zu erwehlen, welche sie Maleouda, das ist, eine Regenkindes Reichs tituliren, die der König bey allen wichtigen gele-genheiten zu rath ziehen muß, so daß, wenn er ihr zuwiderfällt, sie ihn aus dem wege räumen kan. Der König hat 2.Häuser, worinn er seine mahlzeit hält, in deren einem er isset,und in dem andern trincket. Niemand darf in dem zimmerseyn, wenn er isset, und so bald der aufwärtcr das essen aufdie tafel gesetzt hat, muß er wieder zurück gehen, und den Kö-nig allein lassen, welcher, so bald er gegessen hat, in das wem-haus gehet, so das prächtigste und kostbarste gemach seinespallasts ist, worinn die vornehmen Herren und Hof-bedientensich vor ihm prästntiren. Der König hat 2. Mundfchencken,die ihm zur feiten stehen, unter welchen einer das zeichen giebt,daß der König trincken will, welches dadurch geschicht', daßer 2. eiserne rnkhcn zusammen schläget, worauf alle anwesen-de mit ihren angesichtcrn auf die erde fallen, da den» immit-lelst der andere dem Könige den becher präfentiren muß, undso bald er getruncken hat, klappen sie mit einander mit denHänden, um dadurch ihre freude zu bezeugen. Sie trageneine so grosse ehrerbietigkeit gegen ihren König , daß sie auchso gar das essen, welches der König auf seinem teller liegenlässet, nicht anders als mit sonderbarem respect anrühren ,und es in einem zu solchem ende in die erde gemachten lochverscharren. Wann der König stirbt, folgen ihm seine brü-der , oder in ermangelung derselben seiner schwester kindernach einander in der regierung. Das Königliche leich - de-gangnis wird mit grosser pracht verrichtet, und der cörper inein gewölde gesetzet, worinn er auf einem stuhle sitzt, und vielwächserne und höltzerne bilder um sich hat, die seine vornehm-ste bediente vorstellen sollen. Ihre rcligion anlangend, soIcheinen die einwohner in Loango eine gantz dunckele erkännt-nis von GOtt zu haben. Sie bäten auch gewisse geister an,von welchen sie glauben, daß sie kranckheiten und die gesund-heil , den tob und die erhallung des lebens, ungewitter undfruchtbare reiten verursachen. Diesen zu ehren richten sie ge-wisse bilder ausbauen ihnen tcmpel, und verordnen gewissePriester, die eine art von zauberern sind, oder doch wenigstenssolche zu seyn vorgeben, und das volck entweder durch ihrewahrhafftige, oder nur scheinende zaubereyen betrügen. Siepflegen sich zu beschneiden, ob sie wol keine ursach dessen, warumsie es thun, anzuzeigen wissen. Dapper, descr. Afric.

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* Loubere, (Simon de la) ein Mitglied der AcademiedejInscriptions zu Paris , war zu Toulouse , allwo scinvailkrbey dem Präsidial eine der wichtigsten chargen bediente, immertz an. 1642. gebohren. Er wurde von fugend an mit vie,lcr sorgfalt erzogen, und legte die ersten gründe seiner h-dien bey den Jesuiten in seiner vatter-stadt, begab sich ata'nach Paris , woselbst er zwar nicht unterließ feine wissenschMin gesellschafft gelehrter männer zu vermehren, dabey aber in-sonderheit dem frauenzimmer sehr fleißig aufwartete, und dem-selbe» zu gefallen viele arten und lieder verfertigte, welchebald darauf von den besten Musicis in nvten gesetzet wurde,,Als aber sodann die opern aufkamen, welche den meiste» de,;fer gefielen, nahm er sich ernsthafftere dinge vor, machte stchinsonderheit die Rechte und das Interesse verschiedener PriiMin Europa wohl bekannt, und wurde hierauf von dem »ächder Schwcitz gehenden Französischen Ambassadvr, dir. deSaint-Romain zum Secretario angenommen. Nach seiner Wie-derkunft wurde er an. 1687. von dem Könige als aufferordeni-lrchcr Lnvoye nach Siam geschickt, da er denn genaue ku»d-schafft von diesem einzog , ob er sich gleich nur ellichemonate in selbigem lande aufgehalten. Als er aber nach die-sem eine geheime commißion in Spanien und Portugal ! aus-richten, und gleichsam den gründ legen sollte, daß diese beatmHöfe von der alliantz mit den EngeUändern wieder adgezv«»werden könnten, wurde er, weil man feine adsichlen entdecket,;»Madrid in vcrhaffl genommen , und nicht eher wieder Insten-heit gesetzet, als bis man in Franckreich die daselbst befindlich!»Spanier gleichfalls in Verwahrung gebracht. Als er vondan-nen endlich zurück gekoinmen , hielt er sich insonderheit a» tatGrafen von Pontchartrai», dessen söhn, welcher bereits tie au,wartschafft auf das Slaats-Secretariat seines vatters hatte, erauch in den wissenschaffteu auf eine angenehme art zu ütai,und veste zu setzen , allen cifer bezeigte. Wie man nu» nichtzweifelte, daß er in Paris zu bleiben, und allda sein glichzu machen beschlossen hätte, also gab man ihm auch schonan. 169;. eine stelle in der Aaaclemie Francoile, wvrzu er nochin dem folgenden jähre einen platz in t>erAcademie des In.scriptions & bellen Lettres bekam. Nichts desiowemger lhaler nicht lange darauf aus liebe zu seinem vatterland eine reisenach Toulouse , richtete allda die seit langer zeit ins abnehmengerathene Academie des Jeux Floraux, wovon er auch selbstein Mitglied wurde, wieder auf, und heurathete hiernachst,obschon er bald 60. jähr alt war , eine von seinen «er-wandtinnen, welches ihn nebst andern bewog, sich in Tonlou-se niederzulassen. Hieseidst brachte er nun feine zeit lhaliin gesellschafft, theils aber und vornemltch mit maiheinaiuschen, poetischen, und andern stubien zu, bis er endlich aus lki>nem schlösse la Loubere in der Diceces von Rieux den rs.mertzan. 1729. mit tobe abgieng. Man hat von ihm eine rela-tion unter dem titul: Du Roiaume de Siam, in II. voll. in 11.und ein Traite de la Resolution des Equations & de IEx·traction de leurs Racines. De Bo2e, dans lhistoire de lAcad,des Inscriptions , tom. VII.

Louchali, siehe Uchialt.

Edudun, lat. Juliodunum, welche aber in den Mittlern zel-ten den »ahmen Losdunum geführet, und schon unis lahr1000. darunter bekannt gewesen, ist eine stadt in der vrovintzPoilou, und der vornehmste ort in einem kleinen gebiethe,dunois genannt, und führt den tilul eines Hertzogthums. Dtzland samt der stadt hat vor zeiten den Grasen von Amougehöret, die es aber von den Hertzogen in Guienne zu 1 W»trugen, bis sie nachmals selbst Hertzvge von Normandie undKönige in Engelland worden, auch letztlich durchElconoraM»von Guienne und Poiticrs, mit dem Englischen Könige «enn-co II. gar zu dem Aquitanischcn Hertzögthnm und dcrivm-schafft Poiticrs gelanget sind. Zur zeit Königs Ludovlci "u.gchörele es zu Änjou, und mit diesem befasse diese landlchMCarolus von Anjou, der bruder Ludovici IX. oder Sancti ; l°-wvl als nachmals Ludovicus des Königs Caroli V. brnda' nauch er Amou für fein apanage erhielte; wie auch ntchi mnnder dessen nachkommende bis aufRenatum König in cici ||C "nach dessen tobe Ludovicus XI. Loudun für immer ttncCtrummit der Cron vereiniget. Sie hat sich in den cinheln>nlta>kriegen des XVI. feculi merckwürdig gemacht.^ Das Cnnm-liter kloster ist wege» der vielen pilgrimme in grossem störe, raUrsuliner-kloster aber ist sonderlich an. rszz. und i6!4->»ruf gekommen, da viel Nonnen befessen gewesen, (siehe Wf'dier) welche in das eben bey gelcgenheit dieser bclrug»^"besitzung den Rcformirten abgenommene Lollegmm Ewurden. Die Reformirten haben ihren letzter» Natlonanvnodum daselbst von dem 10. nov. des jahrs iszy- bis am »lO. jan. an. löüo. gehalten. Du Chcne , antiq. des vulesFrance. Le Proust, Kilt. de Loudun . Baylt. *

Eove, (Christophorus) ein Englischer Prediger von Piks-byterianischer parcey, ist gebohren um daS jähr 1617. zu>.uidrffe in Glamorgan von einem vatter gleiches nahmeiis. » ·

1654. begab er sich, um seine studic» z» befördern, nach Ottor,und ward allda in dein Kofoltio TnlleEiano aufgcnoinrnAn. 1642. empfieng er den Magilter-tilul; von dieser zcirwendete er sich zu der Presbyterianifchen partcv, ward 6«Prediger bey Windsor, hernach Prediger in einigen verM»lungen zu Londen . Als man in tractaten mit dem