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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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p. ?97- scqq. Froher. in theatr. Bayle. Arnolds ketzer-hlstor.P. II. Üb. XVII. c. 6. *

Lubttz , eine kleine stadt in dem Mecklenburgischen Für-stenthum Wenden , zwischen Parchim und Plawe an der El­ be gelegen.

Lublaw, Lublyo, oder Lublo, lat. Lublavla, ist einzri Oder-Ungarn gehöriges schloß und städtlein in demZipser-Comitat , welches an. 1412. nebst den 13. Zipser-stadten derCron Polen versetzet worden, und anjetzo mit der Woywod-schafft Cracau verknüpfet ist. Zeil. descr. Hungar. p. 145.

SluUin 1 lat. Lublinum , eine Woywodschafft in Klein.Polen , welche unter das Bißthum Cracau gehöret, nebstder Haupt-stadt gleiches nahmens, am kleinen ftuß Vistricza.Diese stadt liegt 36. meilen von Cracau , hat einen tiefengraben, sehr hohe mauren, und ein schloß auf einem Hügel,auch jährlich 3. messen , welche starck besucht werden. Manpflegt oft Reichs-tage daselbst zu halten, und in den Vorstädtenwohnen viel Juden. Allhier wird das tridunal des sommers,und zu Petricau im Winter gehalten. Staravolfe. & CeUar.in descr. Regni Polonix. ZeiUers beschr. von Polen .

Lubomirsky, ein ansehnliches gesthlechl in Polen , wel-ches von einem andern, so den nahmen Srzeniava gefnh-rer, und stch bis in die 30. neben-linien, wiewol unter ver-ändertem nahmen, ausgebreitet, seinen Ursprung haben soll.Der stamm-vatter desselbigen wird von dem Okolsky vor einensoldakcn angegeben, der Druzyna gehejssen, und stch in einemtreffen an dem fluß Srzeniaw wohl gehalten. Scbastianus Lu-bomirsky erlangte durch seine Verdienste in dein Ungarischenkriege von dem Kayser Rudolpho II. den Grafen -stand, wor-auf er den kitul eines Grafen von Wißnicz angenommen,und an. 1 6 13. in dem 76. jähre seines alrers gestorben. Er ver-ließ nebst einem grossen reichthnm, den er stch durch das saltz-wesen erworben, unterschiedene kmder, worunter sonderlichSlanislaus , von dem der folgende artickul handelt, zu mer«cken. Derselbe zeugte mit Sophia, Hertzogin von Ostrorog ,Gcorgium Sebastianum, von dem ein besonderer artickul fol-get , und Mtchaelem Alexandrum, der Cron Polen Ober-Stall-meister. Jener hatte zwey gemahlinnen : Die erste war ausdem Hause Ligecz, und gebahr ihm nebst einer tochter, Chri-sttna, Feliciani Potoki gemahlin, 1.) Hierouymum Augusti-num, Cron-Groß-Felkherrn, und Castellan zu Cracau, wel-cher an. 170Ü. zu Ressow ftin leben eingebüsset; Alexandrum,Starosten zu Proßlav; 3.) Otanislaum, Cron-Groß-Marschall,welcher an. 1102. zu ViaSdow gestorben , und nebst andernlindern hinterlassen hat Johannem Albertum, welcher einFrancifcaner-Mönch worden, und 12. jähr ein^lKilstonariur inChina gewesen, aber stch an. 1708» in dem Schwedischen la-ger zu der Evangelisch-Lutherischen religion bekennet hat. Dieandere war Barbara Tellowna, dieselbe gebahr ihm 1.) An-nam, cme gemahlin des Fürsten Benedicti von Sapieha ,Groß-SchatzmeistersvonLitthauen ; 2.) Franciscum, Cron-Ober-Cämmcrcr, dessen ehemalige aemahlm Ursula CatharinaGräfin von Boukom war , so auf verlangen des Königs Au-gusti von dem Kayser den titul als Fürstin von Teschen er-halten. 3.) Georgimn, StarvstenOlstniski, General -Ma-jor und Obersten eines regimenls zu vferde, so den 4. mart.1 699. gestorben. Josephus Carolus, Cron - Hof- oder Unter-Marschall , ein söhn des obgedachten Michaelis Alerandri, hin-terließ bey seinem an. 17°*. erfolgten tvde verschiedene linder,darunter Theresia, so an. 1683. gebohren, an Carolum Phi-lippum, Psaltzgrafen am Rhein , hernach Churfürsten, den13. dec. an.1701. vermählet worden,und den 6. jan. «».1712. zuJnwruck gestorben; wie auch Carolus, so an. 1S93. gebohren,und Starvste zu Sendvmir. Aus diesem geschlechte war auchFürst Georgius Ludomirsky, von dem unten ein eigener arti-ckul folget. Okolski , orb. Pol. Pastor. Flor. Poion.

Ludomirsky, (Stanislaus) Graf zu Wißnicz, Palatinuszu Cracau , und Cron-Groß-Feldherr, war anfangs Qder-Schenck des Königreichs Polen, und besaß die Starosteyen vonZips, Zatoria, Bialocerkow, Nipoloniz und Dopcziz. Erwurde von seinem schwaqer, dem Reichs - Feldherrn StanislaoKontecpolski, zu kriegs-sachen so wohl angeführet , daß eran. 1620. die stelle eines Generals über die reulerey gar rühm-lich bekleiden konnte, wie er denn in solcher qualität sowoldie Tarlarn bey dem flusse Tyra zurück getrieben , als auch dieaufrührischen Cosacken durch seine eigene Mittel wiederum be-sänftiget. Er trieb auch die Türcken, welche das Polnischelager bey Choczim den 8. sept. anfielen, tapfer mrück, weswe-gen ihm auch bey erfvlgter Unpäßlichkeit des Feldherrn Chol-kiewiz nebst dem Königlichen Printzen Uladislao Sigismundo,das oder-commando über die Polnische armee aufgetragenwurde, da dann gedachter Printz , welcher so viel probenvon seinem verstände und tapferkeit gesehen, sich selbsten demcommando dieses Lubomirsky untergab. Er revoußirte so fortden 18. fept. den andern anfall auf das Polnische lager mit sol,cher Niederlage der Türcken, daß sie auf einmal friedens-gedan-cken sich in den köpf steigen liessen; wie dann auch die tracta-ten bald darauf in dem Türckischen lager zu grossem rühmund nutzen der Polnischen nalion geschlossen worden. Hier.durch erwarb er sich zwar bey dem volcke grosses ansehen, so daßes ihm den titul eines erhalters des vatterlandes beylegte; al-lein seine mißgünstigen wußten es bey dem Könige so zu spielen,

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baß dieser ihn unter dem vorwande, als ob er zu unzeitizfriede gemacht, der kricgs-charge cntliesse. Jedoch wolltendie Polen ihre aufrührische soldaten , so unter einem aufge-worffenen eigenen General überall nach gefallen hauseten,von dem halse haben, so musten sie ihm aufs neue an. 1622.die wurde eines Reichs - Feldherrn auftragen, welcher er auchbls an. 1624. da der gefangene Feldherr Koniecpolski aus derTurckiAen gefangnis wieder in Polen angelanget, vorgestan-den. Nach dieser zeit blieb er Reichs-Unter-Feldherr, brach-te «n dem letzt-gedachten jähre 1624. die in 30000. mann starckm Polnisch-Reuffen eingefallene Tartarn mit abnehmung al-ler beute in die flucht , und schlug selbige an. 1629. bis aufsHaupt, da er des Groß-Chams der Tartarn bruder mit 2000.andern Personen gefangen bekam. Hierauf wurde er Woy.wode in Reussen, und wohnte an. 1632. der wähl des Prin-tzen Uladislai Sigismundi IV. zum König in Polen bey , wel-cher ihn nachmals zum Woywoden und General in Cracau er-nennet. Nach absterben deö oft-gedachten Koniecpolski wurdeihm an. 1646. das Feldherrn -amt aufgetragen ; gleichwieer selbsten , da der Kayser Ferdinandus III. feinen ältern söhn,Georgium Sebastianum , in den Fürsten -stand erhoben, dentitul eines Fürsten annahm. Von seinem vattcr hat er gros-sen reichthum ererbet, weswegen er sowol gegen die soldaten,als gegen die Geistlichkeit, seine milde reichlich spüren ließ. AISer in dem lager bey Choczim wider die Türcken sich befand,that er ein gelüdde, daß er eine neue kirche, im fall er ge-sund und sieghafft zurück kommen würde, erbauen lassenwollte. Als ihm nun in beyden der wünsch eingetroffen, ließer eine prächtige kirche samt einem kloster vor die Barfüsser-Carmeliten zu Wißnicz erbauen , gleichwie er auch eben da-selbst den Dominicanern ein kloster und die kirche zu Lubartow in Reussen gestiftet , und mit grossen einkünslen und reiche»kirchen-ornat versehen, und anderswo auch ansehnliche gülherverschaffet. Mit seiner gemahlin Sophia, Hertzogin von Ostro-rog , hat er die halbe Herrschafft Jaroslaw geerdet; von Sta-nislao Sdatnicki aber das schloß Lamshut mit seinen zugchö-rungen erkauft, und von seinem Könige, wie auch von denReichs-Ständen, die Grafschafft Zips in Ungarn um 100000.

ülden pfanbs-weise an sich gebracht, woraus er an. 1649. ge«

orden. Okolski , in orbe Poion. Paflorius, in Floro Polonico.WaJJenberg. in rebus gest. Ulad. IV. GoUveratnen POitEuropa, p. 68°·

Lubomirsky, (Georgius SebastianuS) Fürst des Römi-schen Reichs, Graf zu Wißnicz und Jaroslaw, Castellan zuCracau , Reichs - Marschall und Unter - Feldherr in Polen ,war des vorhergedachten Stanislai Lubomirsky, Cron-Feld-herrn in Polen , ältester söhn. Seine jungen jähre brachte ermit erlernung der wissenschafften und reisen an die Europäische Höfe zu. Gleichwie er sich nun dadurch grosse geschicklich»keil zu wege gebracht, also erwarb er sich gar leicht des KönigSUladislai IV. gnade, die er auch , vhngeachtet er vor die Pol-nische freyheit wider den König stunde , beständig genossen.Denn dieser trug ihm an. 1636. das commando über eine com-pagnie auf, vertraute ihm hierauf die Starosteyen zu Sadezund Chmielinki , und andere hohe stellen , gebrauchte ihnauch auf seiner reise nach Litthauen als seinen Hof-Mar-schall , und ertheilte ihm die anwartung auf das amt einesCastellans zu Cracau . Nach dieses Königs tobe beförderteLubomirsky die wähl dessen bruders Johannis Casimiri zurCron Polen, und that mit ihm an. 1649. den kriegS - zugwider die Tartarn und rebellische Cosacken, welche die Kö-nigliche armee bey Zbaras eingeschlossen hielten, aber nach ei-nem blutigen gerechte endlich friede schlössen. An. 1631. truger in der schlacht bey Bercsstezko, da er den rechten flügelcommandiret, nicht wenig zu dem siege wider gedachte Bardarnbey , und wurde hierauf an des verstorbenen Potoki statt Ca-steüan zu Cracau , nachdem er bereits vorher» das Ober-Cron«oder Reichs - Marschall - amt erlanget. Nach dieser zeit ent-stunden zwischen ihm und seinem Könige einige streitigkeiten ,weswegen er auch bey dem an. 1S33. erfolgten einsall derSchweden in Polen , desto leichter auf der feinde feite trat,sich aber doch bald hernach wiederum vor seinen König er-klärte , ihm die bey sich habende 20. compagnien zuführte, unddie Quarlianer gleichfalls wieder in seine devvtion zu treten be-redete. Hierauf conjungirte er sich mit den Generalen Sapiehaund Czarnicki, lagerte sich «0.1636. bey Jaroslaw, und trieb dieSchweden von Sendvmir bis nach Warschau zurücke. Ernahm auch diese stadt mit gemalt hinweg, nachdem er widerden Schwedischen General , Psaltzgrafen Philipp zu Sultz-bach, einen sieg befochten hatte. Ja damit er dem Königeseine treue gantz unverwerffich darlegen möchte, verpfändeteer zu dessen diensten einen theil seiner eigenen güther , undlegte 4. Gesandtschafften nach einander an den Cham derCrimmischen Tartarn ab, selbigen zum beystande zu bewegen.An. 1636. rückte er vor die stadt Cracau, muste sich aber beyankommenden Ragocklschen succurs, nachdem er sie 3. Mona-te vergeblich belagert, und seine davor gebrauchte armee bisauf 4000. man geschmoltzen war, rctiriren. Hierauf wurdeihm die stelle eines Reichs-Unter-Feldherrn anvertrauet, wobeyer aber das Ober-Cron-Marschall-amt mit behalten. Das fol-gende jähr 1637. bezahlte er nebst den darzu kommenden Tar-tarn den Ragoczi bey Javorow so übel, daß er sich kaumselbst salvirm können. In eben diesem jähre bekam er auch

durch