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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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dnrck hülsse des Kayferlichen General-Feld-Marschalls Grafenvon LaKd, die stadt Cracau ein, und besetzte sie mit seinentrouwen - er eroberte auch das folgende >ahr Thoren , und an.1639 Graudentz durch hulffe der Kayserl.chen, Nach diesemwohnte er als Polnischer Abgesandter den ftiedens-tractaten«. O wa bey , welche auch an. .660. den 3. may mit demKÄnge...Schweden , Carolo XI. gejchlossen worden. Hier,auf conjungirte er sich mit des Potok. mannschaff , undetlichen tausend Tartarn , mit denen er bis nach Constan-tinow fortgerücket, da er auf den Moscowit.schen GeneralSreremet gestossen , und ihn genöthiget, >.ch selbsten gefan-gen zu geben. Jmmittelst giengen viel der Polnischen benL.rorum damit um , wie der Königin die benennung eines künf-tigen Successoris in solchem Königreiche in die Hände gespielelwerden möchte, so gar, daß diese auch Henricum Jnlrumvon Bourbon, Hertzog von Enguien, der ihrer schwester loc^ter zur gemahlin gehabt, darzn vorschlug. Gleichwie er sichaber diesem unternehmen widersetzte, also verfiel er hierübersowol in der Königin, als des Königs ungnade, .zumal ervor den Urheber der Reichs-satzung , daß von der Königlichenrventual - wähl bey des Kömgs leben und regierung nichtshinführo geredet werden sollte, gehalten wurde. Die facheließ sich zu einer gefährlichen wcitläuftigkeit an , indem so-wol die Polnische als Litthauische armee sich des Königlichengehorsams entzogen, welches alles dem Fürsten Lubomirskybeygemessen wurde. Zwar stillete er durch seine auihoritatdiesen lärmen , setzte sich aber dadurch nur desto mehr in ver-dacht und Mißgunst. Ja als er bey fortsetzung des Mosco-witischen kriegS den König nicht begleiten wollte, wur-de er deswegen an. 1664. der verrälherey, aufruhrs undanderer groben laster beschuldiget , seiner ehren-amter,würden und güther verlustig erkläret , und völlig auSdem Reiche verbannet. In solchem zustande nahm er sei-ne zusiucht nach Breßlau in Schlesien, von bannen ihnder König in Polen zu vertreiben bey dem Kayser Leopoldsvergeblich gefuchet. In Polen selbst ließ es sich auch ziem-lich gut vor ihn an, indein die Stände in Groß-Polen sichan. lü6;. auf ihrem convent zu Posen vor ihn erklärten. Soließ auch der Churfürst zu Brandenburg durch seinen Gesand-ten vor ihn intercediren, und sonsten wurde ihm auf verschie-denen Reichs- und Land-tagen das Wort geredet. Damit erauch noch klärer seine Unschuld darlegen möchte, ließ er im jun.des gedachten jahres ein manifest in druck ausgehen. .Ein theilder Cron-armee conföderirte sich. den 26. jun. mit ihm öffentlichin dem lager bey Lemberg , erklärte ihn auch zu ihrem General.Er ließ sofort in seinen leib - sahnen auf der einen feite dieWorte: Soli Regi salus , auf der andern aber drey X Mtbstden Worten: Lrux male conlulendbuv & administrandbusmachen. Er brachte auch selbsten eine ansehnliche armeezusammen, rückte damit in Polen , und erhielt anfangs ei-nigen Vortheil wider die Königlichen, muste sich aber, wegenerlittenen verlusts bey Grabaü , wieder nach den Schlesischengrentzen zurück ziehen. Er war auch nicht wenig zu einemgütlichen vergleich geneigt, und hielte deswegen mit 2. Pol-nischen Bischoffen conferentz. In solchem Vorsatz verharrete erauch nachgehends, ob er gleich dem Könige den 24. aua. ziem-lichen vertust beygebracht, und die Stände von Groß-Polensich vor ihn erklärt hatten. Man hoffte, der an. 16S6. immark. angesetzte Reichs-tag, da ihm um feine restitution durch-gewisse Deputirte anzuhalten von dem König erlaubet worden,würde der fache ein ende machen; allein der König war soentrüstet auf ihn, daß er ihn des Reichs-Marschall-und Unter-Feldherrn - amts entsetzte, und darauf von neuem wider ihnins feld zog. Allein Lubomirsky erhielt abermal das treffen,und gab dadurch zu reassumirung der frredens-tractaten anlas,welche endlich da hinaus schlugen, daß er zu dem Königeins lager kommen, und vor ihm einen fußfall thun muste.Doch ward ihm zugleich auferleget, sich noch einige zeit ausserdem Reiche aufzuhalten; worüber er aber an. 1667. den 12.jan. zu Breßlau dieses zeitliche gesegnet, nachdem er noch beylebzeil seines vatters von dem Kayser Ferdinands II. in denFürsten -stand erhoben worden; wormit einige Polnische Mag-naten , weil er ihn ohne den Königlichen consens angenom-men, nicht zufrieden feyn wollten. Von dem Kayser Ferdi-nando III. wurde ihm die Grafschafft Zips verpfändet, so nochin seiner descendenten Händen. Der GrafGualdo mercket vonihm an, daß er ein mann von hohen gedancken, und in sei-nen Verrichtungen unbeständig gewesen, daß er mehr zumfrieden als zum kriege sich geschickel , auch jährlich 72000.Polnische gülden auf seine creaturen , die er hin und wiederzu seinen diensten gehabt, aufgewendet. Vtspafianut a Ko-tbovv Kochovviky, in climact. annal. Poion. Gualdo Priorato,vita di Leopoldo.

* Lubomirskv , (George, Fürst von) Woywode von Sen-donur, 8enaror des Königreichs Polen, und Ritter des weis-en Adlers, starb an. 17;?. den 14. oct. zu Warschau im 69.lahre seines alters. Er stammet aus dem alten und sehr be-rühmten geschlechte derer Lubomirsky her, und hat in feinenjungern jähren dem Kayser wider die Türcken gevienet, vonwelchem er auch zum General-Feld-Marschall-Lieutenant er-nennet worden. Er ward nach der zeit Cron-Unter-Cämme-rer, in welcher wurde er an. 1724. als Abgeordneter von Lief,and dem Reichs-tage zu Grodno beywohnete, auch von dem

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dasigen Assessorial-Gerichte zu einem Königlichen Commiflarioernennet wurde, um das wider die stadt Thoren ausgchrolbe.ne urtheil vollziehen zu helffen. Man wollte ihm schuld «e.den, als ob er aus privat-haß gegen diese stadt, und au)allzu grossem eifer vor die Römisch-Catholische rcligion vieldar-zu beygetragen, daß so harte mit den leuthen zu Thoren ver,fahren worden. Er ward kurtz darauf Cron-Küchen-MM,und den 3. aug. an. >726. Ritter des weissen Adlers. Im jähr1728. erhielt er die wichtige Woywodschafft Sendomir, kraßwelcher er unter den Reichs - 8enarodbus einen ansehnlichenrang empsieng. Er hat sich sowol gegen den verstorbenen Ä-nig August II. als dessen Nachfolger, den König August III. sehrtreu erwiesen, ist auch einer mit von den ersten gewesen, welchesich auf dem wahl-felde an. 1733. der erhebung des Etauisl«ernstlich widersetzet, worauf er endlich das wähl-seid ver-liest , und zu den Litthauern übergieng, hernach der wähl undcronung Königs Augnsti III. beywohnete, und sodenn nachBreßlau gieng, allwo er sich, wie auch zuweilen aufscinen Dthern in Polen , aufgehalten, bis er endlich den 26. nov. an.1734. bey dem Könige zu Warschau angelanget, allwo er ßchseit dem beständig aufgehalten. Seine gemahlin soll aus demHause Branicky gewesen seyn. Vniv. Uxiam.

* Lubomirsky , (Stanislaus, Fürst von) starb nach ei,ner langen Unpäßlichkeit auf seinem land-hvfe zu Hujasdof den17. jan. an. 1701. dessen cörper am 20. dito abends von darindie zu Czernichow von 'hm fundirte kirche ohne alles geprän.ge gebracht, und allda beygesetzet worden, woselbst er auchverordnet, ihm nur dieses epitaphium zu setzen. Hic iacetPeccator, Ecclelia: hujns Fundator. Er war des H. Ä.Reichs Fürst von Lubomirsky , und der Cron Polen Groß,Marschall ; der älteste söhn Sebastian Georg, Fürstens mLubomirsky, welcher ehemals wider König Johann Caßivi.rum die Waffen geführet. Seine gelehrsamkeit und tuhcndkan die Nachwelt aus seinen heraus gegebenen schristen erken-nen , darunler das buch de Vanitare L Veritate Lonliliorm,welches zu Warschau 1700. und zu Leipzig 1702. in 12. an*licht getreten; ingleichen die kurtz vor seinem tvde heraus gr.gebene Opuscula Ladna, sacra & moralia , wobey zugleich gl»fügt Adverbia moralia , live de Vircute & Fortuna Libellus,welches ein buch voller dcvotion und vernünftiger sttlen-lehren,so von jederman können gelesen werden. Er hat zwey Wah,rinnen gehabt: die erste eine gebohrne Opalinski, von welcherihm eine Printzeßin, nahmens Elisabeth, gebohren, die an denHerrn Sienawsky, Palarinum von Bels, verheuralhel, undeine der lebhajstesten Damen im gantzen Königreiche ist: dieandere nun wittwe, Graf Theobori von Dänhof lochler, desim jähr 1697. verstorbenen Cardinals, wie auch des lehi-vcr«storbenen Grafen von Dänhof schwester, die ihm zwey Punzengebohren , davon der eine Thcodorus heisset. Seine aeschivi-ster sind schon oben unter dem geschlechts-artickul angeführet,denen noch beyzufügen, der Cron-Ober- Schencke, (P°ds-caszi Coronny) und die Printzeßin von Radzivü ,, welche mdecember des 1701. jahres gestorben , nachdem ste auS demCarls - bade wiedergekommen (wiewol es seyn kan, daß 010se seines Herrn vatterS schwester, Christina, Fürst AlberliSlanislai Radzivil, Groß-Cantzlers von Litlhanen wiMvc iii.)Der Cron-Truchseß, Francescos, des verstorbenen halh-bruber,hat eine von Bockom zur gemahlin, (deren ältere sthwelkerfein bruder Hieronymus, Cron-Schatzmeister, zur ehe bal.)Der andere halb - bruder Georgius, Staroste von Olstnu 1starb im jähr 1699. den 4. mertz. U»w. Lcxicto-

Lubreck, ist eine grentz-vestung in dem Windischen lande inUngarn .

St. Luc , geschlecht, siehe rkspinay Saint-Luc.

* Luc , (Franciscns Carolus de Vintimille, Gras von)Ritter der Königlichen orden, Königlicher Lieutenani in Av-vence und Gouverneur der insuln Porquerolles, ward geooo-ren an. 1632. Sein vatter war Franciscus äe 5ßtntirriUJt,Graf von Luc, der den 2. febr. an. 1667. gestorben, und "rMutter, Anna de Fourbin, die eine mutier von tinWgewesen. Nachdem er einigen feldzügen in Sicilien uno an-derwärts sowol zu lande, als zur sce deygewohnct, »gaver sich unter die erste compagnie der Königlichen Mousquec««·An. 1677. bekam er in dem treffen bey Montcaffel in dkn'.«''derlanden einen musqueten-schuß in den rechten arm,gefährlich war, daß er sich denselben abnehmen lassen nnn^Er entschloß sich darauf dienste zur see anzunehmen , oa "denn vom Könige die stelle eines Capitains über emeund nebst einer pension von 3000. pf. eine Commende des 0 ·dens St. Lazari erhielte, in welcher qualitat er sich v>m Wjre befunden, und während der zeit sich sowol zur sie, a>°

lande, besonders an. 1684. bey Genua und Timoult, unvden delagerungen von Roses und Barccllona an. i Ä 9 °·1697. tapfer gehalten. An. 1693. ward er Commandeur'ordens St. Ludovici, nachdem er bereits zuvor KonigllweLieutenant in Provence , und besonders in dem Devartnncvon Marseille worden. An. 1709. wurde er als AbgeMin die Schweiß geschickt, allwo er sich bis an. ' 7 '/-den, während der zeit er das Königliche interesse fonjoi »der Eydgenoßschafft als derselben dunds-gcnossen mit groys"eifer beobachret, auch sich in den Humor dieser natton, ^sonders zu einer solchen zeit, da es in diesem lande weg^