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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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reich , und sonderlich deswegen berühmt, weil vor zciken derWallifer grentz - geeichte daselbst gehalten wurde. Sie wirddurch gewisse Amtleuthe und einige Deputirten von der bürger-schafft regieret, undistizo. Englische weilen von Londen ent-fernet. Beevereü, delic. de la Grande-Bretagne.

JguMöu i. (Edmund) ein Englischer Edelmann , welcher indem XVII. sirc. sich unter den feinden der Königlichen regierungin seinem valtcriande vor andern hervor gethan. Sein gcschlechtwar eigentlich aus Shropshire , hatte sich aber in der Graf-schgffl Wilts niedergelassen, und daselbst ansehnliche güthererlangt. Seine vorfahren hatten gemeiniglich die ehre gehabt,als Ritter von der bejagten Grafschafft den Parlemcnts-ver-iammlungen beyzuwohnen, und sein vaiter, Heinrich Ludlow,diente in solcher qnalität in dem langen Parlement, welches den3. nov. an. 1640. sich anst ng; da er mit grossem eifer die rech-te der nakion verfechten half, bis er an. >643. mit tobe abgieng.Er selbst Edmund Ludlow , .ieß gleich in seiner jugend einen grosssen Widerwillen für einer unumschräncktcn gemalt blicken, undso bald das Parlement mit dem Könige Carolo l. öffentlich zer-fiel, trat er in des erster« dienste, und befand sich als Volontairunter des Grafen von Ester lcib-garde bey der schlacht, welcheden 23. oct. an. 1642. in Warwickshire auf der höhe, Edgehillgenannt, vorgieng. Bald darauf ward er Rittmeister, undnachdem Marder-Castle in lsommersetshire eingenommenworden , gab man ihm das commanbo davon. Die Königlicheparrcy suchte es wieder einmnchmen; allein er beschützte es mitgrosser tapferkeidbis er es endlich nach einer langen bloquade inder mitten des marc. an. 1644. übergeben muste, worauf manihn als einen kriegs-grfangenen nachOxford führte,bald aber ge-gen einen andern auswechselte. Die Grafschafft Wilts erwehlte»hn nachgehends zu ibremSherifund um eben dieselbe zeit ward«r Major unter dem Ritter Arthur Hasleig, empfieng aber nichtlange hernach commißion , selbst ein regiment zu pfcrde aufzu-richten , womit er den Königlichen trouppen allen möglichenabbruch that. Zu ansang des iahrs 164s. erwehlte ihn dieGrafschafft Wilts zu einem von ihren Repräsentanten in demParlement. In solcher function that er alles, was in seinemvermögen war, das intcresse des Königs und dessen vergleich mitdem Parlement zu hindern. Er befand sich an. 1649. unterdenienigen Commissariis oder Richtern, welche denselben zumtobe verurtheilten , und solche sententz unterschrieben. Bey derucu-aufgerichteten Rcpublick ward er gleich anfangs ;u einemvon den 40. Sraats-Räthen ernennet. Hierbey ließ er ein solchmisifallen an Cromwels ehrgeitzigen und herrschtuchtigen an-schlagen blicken, daß dicftr, um ihn mit guter manier zu entfer-nen, zuwege brachte, daß er an. iüzo. als General-Lieutenantvon der eavalerie nach Irrland gehen , und daselbst unter demLord Deputy Ireton commandiren muste. In dem gedachtenKönigreich machte er grosse progressen wider diejenige, so sichwiderspenstig erwiesen, und eroberte unter andern Gourtens-Hegore-Castle, Clarc-Castle und Carrickgoholt. Nachdem an.16; r. den 27. nov. Irekon gestorben, bekam er ad interim dasvöllige cominando, und sahe sehr ungern, daß er solches nach-mals dem General-Lieutenant Fleetwood, als einer Cromwel-lischen creatur, abtreten muste. AIs auch Cromwel den tituleines Protectoris mit einer mehr als Königlichen gewalt an-nahm , bezeugte Ludlow öffentlich , daß er solches kein.swegesbillige, welches zuwege brachte, baß man ihm das oberwehntecommando von der cavalerie m Irrland entzog. Wie vol nunhernach Cromwel aus vielsältiqe art, theils mit gütc, theilsaber mit krohungen, ihn zu bewegen suchte, daß er seine an-tboritat für rechtmäßig erkennen, oder doch zum wenigsten sichverbindlich machen möchte, niemals wider dieselbe etwas vor-zunehmen , so war er dennoch weder zu dem einen noch zu demandern zu bringen, sondern lebte als eine vrivat-person, theilszu Londen , theils aber bey seinem schwiegcr-vatter Olds-worth, so lange biö an. 1638. der Protektor gestorben war,da er wieder bey dem ersten Parlement als ein Mitgliederschien, auch in demselben ein Deputirter . on dem sogenann-ten Committee ob Safetv ward. Bald darauf machte manihn zu einem von den ri. Staats-Ralhen des Parlements, undnach diesem bekam er das ober-commando von der armer inIrrland, von dannen er aber wieder zurück nach Londen reisete,allwo er sein äusserstes that, baß die freyheit des Parlementsnicht durch die armer, gleichwie vorhin durch den Protector,möchte unterdrückt, noch auch die Königl. regierung aufs neueeingeführt werde». Hernach begab er sich mit einer gleichmäßi-gen avsicht wieder in Jrrland, allwo er aber eine ihm gantzwiderwärtige faction fand, welche auch in so weit die oberhandüber ihn behielt, daß er nach Engelland zurück gehen muste,um sich bey dem Parlement zu rechtfertigen, darinnen er nichtsdestoweniger seine» sitz wieder nahm , und beständig fortfuhr,einen eifrigen Republicnner abzugeben, bis aller semec gegen-bemühnng ungeachtet, des enthaupteten Caroli I. söhn, Caro-lus II. von den Engelländern als König angenommen ward.Diese Veränderung nöthigte ihn , beyzeiten auf die sicherheit sei-ner Person zu dencken ; dannenhero er kurtz zuvor, ehe manauf dieselbe 300. pfund sterlinqs setzte, an. 1660. von Lewisnach Dieppe , und von bannen über Rouen , Paris und Lionnach Genfqieng. Als er sich daselbst eine zeitlang aufgehauen,rctirirte er sich nach Lausanne , und von dar unter des CaissonsBern öffentliche protectio«, nach dem städtlein Vevay an demHistor. Lexkoa IV. Theil,

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Genfer-see , allwo er unterschiedenen Nachstellungen entgiengund öfters gelegenheit bekam zu hoffen, daß fein vatterland n.chwürde könne» zu einer vollkommenen Republick gemacht wer-den. AIs Jacobus II. an. lüg«, nach Franckreich geflohen,kam Ludlow zurück in Engelland, und vermeynte. daß manihn in Jrrland wider die partey des vertriebenen Königs ge-brauchen , sonderlich aber ihm seine güther, die von ziemlichenwerth waren, einmal zurück geben würde. Es mag auch wolKonig Wilhelm anfangs keine üble Neigung für Ludlow gehabtHaben , und scheinet einmal nicht, daß dieser die reise ohne des-sen heimliche einwiüigung unternommen. Allein zu allem Un-glück für Ludlow, besaß den grösten theil seiner cvnfiftrrtcn-ther Eduard Seympur, eines der ansehnlichsten glieder deSUnter-Hause- in dein eben damals versammelten Parlement;welcher dann nicht ermangelte, die fache dahin zu treiben , daßden 6. nov. an. isgy. das Unter-Haus des Parlaments den Kö-nig Wilhelm Ill.in einer absonderlichen adresse ersuchte, er möch-te vermittelst einer proclamation den Ludlow, als einen, welcheran des KönigS Caroli I. Hinrichtung mit schuldig gewesen, inverhafft bringen lassen , auch demjenigen , welcher sich seinerPerson bemächtigen würde, eine belohnnng versprechen. Den14. nov. erfolgte dergleichen proclamation. Doch Ludlow warkurtz zuvor mit den Holländischen Gesandten nach Holland ab-gesegelt , von wannen er sich wieder nach Vevay begab; da erdenn auch etliche jähre hernach in einem hohen alter gestorben.Er hat von seinem eigenen leben und von denEnglischen begeben,heiten seiner zeit ein buch in drey theilen geschrieben, mit dem ti.lul : Memoires of Lieutenant-General Ludlow , so auch inFranzösisch übersetzet worden, und in der that viel merckwür»digkeiien in sich enthält. The compleat hijhvy of England ,tom. III. p. 344. *

* Audolf, (Georg Melchior von) ein berühmter Rechtsge.lehrter, ward den 2. mertz an. 1667. zu Erfurt acbohren. Seinvatter war daselbst Bürgermeister, und Chur-Mayntzischcr Re-gierungs-Rath. Er studirle anfänglich in seiner vatker-stadt.An. 1682. gieng er nach Jena , und kam an. isgz. wieder nachErfurt . Hierauf reisete er mit seinem vetter als Secretariusnach Wien , und blieb daselbst bis in den map des folgendenjahrs. Nach der rückreise blieb er zu Eisenach bey seinem Vet-ter , bis er bey einem gewissen Fürsten Geheimschreider wur-de , und mit ihm nach Wien , und an. 1689. nach Ungarn insKayferliche lager gieng. Nach diesem muste er sich in Äugspurgbey der crönung des Römischen Königs aufhalten. Bald dar.auf ward er von dem?Hertzoge Joh. Wilhelm in dkdnste genom-men. Unter diesen gefchästten wandte er seine neben - stundenauf den unterricht einiger jungen leuthe in der Weltweishcitund Rechtsgclehrtheit, und gab verschiedene schriften an daslicht. An. 1710. ward er Beysitzer des Kayserlichen Cammer-Gerichts zu Wetzlar , und nahm den voclor-grad an. Er wur-de auch in den Reichs-Adel aufgenommen. An. 1740. den i.febr. starb er. seine schriften sind : 3 che;diasina de Comitio-rum Statu ; de Introductione Juris Primogenitura: ; Electo-rum Juris publici tomi II. Commentatio de Jure Camerali ;Symphorema Consultationum & Decisionum Forensium ; va-riae Observationes Forenses ; nova Collectio Rerum a Came-rali Judicio decisarum ; Kurtzer Begriff aller Churfürsten, Für­ sten und Stände Privilegien de non appellando ; JüngererReichs-Abschied zu Regenspurg de an. 1634. Scblendrianuscelebris Practicorum Magister; welcher nachher unter dem ti-tu! : Idea Philosoph!« simulat* , non vene &c. heraus ge-kommen ; Concept der neuen Kayserl. und Cammer-GcrichtS-vrdnung ; u. a. m. Gelehrte Zeitung. 1740. n- 88 -

* Eudolf, (Hieran.) ward an. 1679. den 30. apr. zu Er­ furt gebohren, studirle daselbst erst Theologiam , hernach Jura,und endlich Medicinam , trieb solche zu Jena weiter, und di-sputirte daselbst an. 1702. de Fluxu & Refluxu Maris; ferneran. >703. zu Erfurt pro Licentia, de Elephantiasi in Rrachioobservata & decenter curata , practicirle darauf zu Eisleben ,ward hernach Doctor zu Erfurt ; an. 1706. Professor Philoso-

hiae und Assessor extraord. in Corpore Majoriftico; an. 1711.rofessor ordinär. Mathematum ; an. 1715. Medicin« Profes-sor & Assellor extraord. an. 1717. Assess. ord. Und ProfessorChymia: und Botanices, wobey er an. 1720. das prädical eineSChurfürstliche» Raths und Leib-Medici erhielt. Er starb an.1723. den 27. febr. und sein ältester söhn, Joh. Philipp Lu.dolf, Philosophia ; und Medicin* Doctor , succedirle als Pro-fessor und Assessor Facult. Philos. dem vatter zwar, starb aberauch an. 1729. den »7. febr. Man hat von diesem Hier. Lu.dolf zwar keine bücher, aber doch eine ansehnliche menge di.sputationen , ncmlich: 1.) de Lethalitate Vulnerum, Erfurt 171a. 2.) de Purpura Puerperarum , ib. 1720. 3.) de Medi-

camentis lapidosis, ibid. 1721. 4.) de Therapia Anhelatio-nis , ibid. eod. 3.) de Mercurio vivo , ibid. 1722. 6.) dejEgroto syocopali, ibid. eod. 7 ·) de Ardore Ventriculi , ib.eod.) de Morbis Gingivarum , ibid. eod. 9.) de Apo­ plexia , ib. eod. 10.) de Sudore, ibid. eod. ii.l dc eo,quod dicatur , nempe fui Medicus quilibet esse potest, ibid.1723. i2.) de Usu & Abusu Medicamentorum expectoran-tium, ibid. eod. 13.) de Tabaci Noxa post Partum , ibid.eod. 14.) de Requisitis Medici conscientiosi . ib. 1724. iz.)de Fabis Cassee , ib. eod. 16.) de Plica, vom Judcn-zopf, ib.eod. 17.) de Funiculo umbilicali Fcetus humani longiori pr*

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