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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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brutis, ib. eod. xg.) de Sudore naturali , non naturali &prjeternaturali, ibid. eod. i 9 .)deCauso, ibid. 17-7- Motscb.tnunn. Erford. litter. , . ,

F udoltus, (Hwb) oder Leutholf, ward an. 1624. zuEMirtauseinem vornehmen geschlechle der dasige» katncio-rum qebobren. Sein »alter Hiod Ludolf war ermeldter stadtoberster Vier-Herr. Er fieng sogleich im jähre seines altersan die öffentlichen schulen zu besuchen , und ward hernach auchin das Gymnaüum genommen , wiewol es damals mit allenbeyden sehr schlecht bestellt war. An. 16,9. ward er einAcademicus, und legte sich anfangs auf die Medicin , erlerntedabey die Französische und Italiänische spräche, und ließ sichin der music und mahler-kunst unterrichten. Nachdem fienger an. 1642. an sich auf die Rechtsqelehrsamkeit zu legen, wo-bey er aber, weil er sich noch keinen gewissen endzweck erweh-ret , nicht lange verblieb, sondern nun mit gantzer bemuhungauf erlernung der Morgenländischen sprachen bedacht war.Hierinn bediente er sich nun eines in diesen studien sehr er-fahrnen mannes, Bartholomai Elsneri, der auch mit vielenArabischen büchern versehen war, bey demselben lernte er inkurtzer zelt die Ebräische, Chaldäische, Syrische und Samari-laiusche, ja so gar die Arabische und Armenische spräche. Alser nun auch die bisher in Teutschland unbekannte Aethiopischespräche erlernen wollte, und sich dazu des Potkenii Aethiopi-schen Psalters, und einer von Karnradio verfertigten Gramma-tic und Lexici bedienen muste, fand er Karnradii arbeit soungeschickt , daß er selber im 20. jähre seines alters, aus ge-dachtem Psalter eine neue Grammatic und, Lexicon zu verfer-tigen anfieng. Nunmehro wendete er sich wieder zu der Rechts-gelehrsamkeit, und begab sich an. 1645. ohne mit jonderba-ren Mitteln versehet« zu seyn, auf reisen. Er kam in gedach-tein jähre zu Leiden an, und erwarb sich durch seine geschick-lichkeit der dasigen Gelehrten gewogenheit gar bald, brachtesich auch durch seine erfahrenheit in der Griechischen spräche,des Nathanael Hieronomachi Protosyncelli Ecclesiae Constan-tinopolitan* , des Mietn ehmaligen Ertz-Bischoffs zu Ephe-sus, und des Hierothei,, geivesenen Abts in der insul Cepha-lomen , die sich damals z>« Leiden befunden , bekanntschafftzuwege. Von diesen lernte er nun nicht nur die heutige Grie-chische spräche, sondern auch etwas von der Englischen, dieihnen zeit ihrer anwesenheit in Engelland bekannt worden,und übersetzte ihnen dafür unterschiedenes in das Latein, ließsich auch , als sie vor ihrer rückreise hin und wieder, und son-derlich bey der Königin aus Böhmen , Elisabeth, «>td dem Prin-tzen von Oranien, abschieds - audientzen nahmen, vor ihrendollmetscher gebrauchen, wodurch er zugleich bey gedachten ho-hen Personen in bekanntschafft gerieth, von den Griechen abernebst einein stück gelbes, auch mit einem kostbaren codice desNeuen Testaments beschenckt ward. Übrigens fand er in Leidenverschiedene gelegenheit unter Constantino l'Empereur sich inder Hebräischen , und auf andere weise sich in den übrigensprachen vollkommen zu machen , und erlernte hierüber nochdie Persische, Englische und Schivedische spräche. Inzwischenhatte gedachter l'Empereur unserm Iobo eine bequeme gelegen-heil , ohne seine kosten mit einem jungen Holländer, Johannde Thys , zu reisen verschafft. Diese nahm er willig an,und sprach erstlich seinem bruder , der Schwedischer Legations-Secretarius war, zu Münster zu, kam darauf »vieder nach Lei-den, und trat sodann an. 1646. die reise nach Franckreich an.Zu Caen sprach er Bocharto zu, der von ihm in stinem 50.jähre in weniger zeit die Aethiopische spräche lernete,und Ludol-fum dafür in einigen andern dingen unterrichtete. Hierauf kamer nebst seinem untergebenen an. 1647. zu Paris an, daselbstmachte er sich mit den Puteanis , dem Sarravio, Dreimcur-tio und einem gelehrten Teutschen Chymico , D. Heilmannen ,bekannt, besähe darauf andere städte von Franckreich, und hieltsich sonderlich eine zcitlang zu Saumur auf, wo er mit Ca«pello und dem bekannten Medico Benoit, eine genaue freund-schafft aufrichtete, und da er weiter in den vornehmsten städtengewesen, wieder nach Paris kam, und allda seinen bruder GeorgHeinrich antraf, den der Schwedische Envoye Rosenhahn vor-an gesandt hatte. Die reise gieng hierauf an. 1647. weiter nachEnqclland fort, welches Königreich sie aber bald < nachdem sieeine zeitlang zu Londen und Orford sich aufgehalten, verliessen,«peil sich selbiges b««rch die innerlichen kriege in grosser unord.nung befand. Sie kamen also wieder nach Holland , und dabekam Ludolfus in dem bade zu Spaa die traurige Nachrichtvon des l'Empereur tobe, «velches ihn nöthigte nach Leiden zugehen, um daselbst der hinterlassenen «vittwe und kindern bey-zustehrn. Während dieser zeit gerieth er zu Utrecht mit Gisber-to Voetio und Mademois. Schurmannin in bekanntschafft, undbekam unterdessen briefe von seinem bruder aus Paris , die ihndahin zu kominen einluden, um bey den söhnen des EnvoyeRosenhahn Hofineister zu «verden. Er «var an. 1649. kaum inParis angckonunen , als er auf verlangen der Königin Christi-nen nach Rom gesandt «vurde, um daselbst die Urkunden undmanuscr. aufzusuchen, welche der Ertz-Bischoff von Upsal, Io,hannes Magnus, da er sich aus Schlveden gemacht, mitge-nommen , und die Schwedische Historie anbetrafen. Er trat al-so , nachdem er von dem König, dem Cardinal Mazarini, undden Venetianischen Ministern recommendations- schreiben zusich genominen, die reise an , «var aber in seiner Verrichtungunglücklich, «veil er nicht allein nichts von allen diestn schriftcnfawe, sondern auch von einem Jesuiten erfuhr, daß sie insge-

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samt zu des Königs SigiSmundi zeiten nach Polen gefübnworden. Gleichwol war unser Ludolfus so glücklich, daß erzu Roni 4. Habeßiner, Habta Mariam, Tensea-Christos,toniuin d'Andrade und Gregorium Abbatem antraf,die sich sehrüber seine begierde die Aethiopische spräche bey ihnen gründlichzu erlernen, noch mehr aber darüber verivunderten , daß erin erklärung der in solcher spräche geschriebenen dücher e,»eselchegsschicklichkeit besitze, ob sie ihn schon mit seiner ausfprachem-lachten. Wie er nach Verrichtung seiner geschäffle wieder inFranckreich ankam, «nuste er sich bald darauf wieder reise-see-tig machen , »veil der Herr von Rosenhahn nun wieder nachSchweben zurück kehren wollte. Er kam also init den «un,gen Herren glücklich in diesem Reich an , und wiedmetc dlewinters-zeit daselbst der Arabischen und Äthiopischen spräche,machte sich auch dabey sowol mit den gelehrten Schweden ,als auch mit denen, so die Königin nach Schweden bcnif-fen, darunter sonderlich Freinshemius , Vvßius, Böclmisund Hcstisius wäre««,bekannt, und erlcrnete durch hülffe des Per.tugiesifchen Gesandten die Portugiesische, aus des Pelräi institu·tionibus Linguse Finnics die Finnische,und aus dem CatechisnioLutheri, den der König Gustav Adolph ins Moscowilischendmsetzen lassen, die Moscowitische spräche. Weil ihm umcrdcisn,der Abbas Gregorius durch briefe zu verstehen gegeben, daß rrsehr verlange zu ihm nach Teutschland zu kommen, nahm crvon dem Herrn von Rosenhahn abschied, gieng durch Dawmarck, wo er mit Th. Barlholino, vcavcnio und Warimabekannt worden, und kain endlich an. 16; i. glücklich wirdrrzu Erfurt an. Kurtz nach seiner ankunft starb sei» vancr,und er nahm hierauf eme reise nach Nürnberg vor, dattmunterweges zu Gotha das LehnS-Sccrctariat angetragen ward,wozu er aber, «veil er den Gregorium aus Italien crwartrte,seinen vetter vorschlug. Glcichivol trugen ihin Hertzvg Mund Hertzog Wilhelm zu Sachsen auf, die gebeine desBernhard von Brisach nach Gotha abzuholen, welches demLudolfuin nöthigte, dem Hertzog bie gantze fache von Grqockzu entdecken, weil cr vor denselben, wenn er in Teulschlandkommen sollte, und er, Ludolfus , nicht gegcmvärtig wäre,sehr besorgt war. Weil nun der Hertzog selbst eine grosse de-gierde hatte, von dem zustand der Habeßiner Nachricht zu ha-den, befahl er Ludolfo , den Gregorium auf seine unfoittngleich nach Gotha kominen zu lassen. Wie hierauf dieser Ere,gorius, dessen lebens - umstände an einen andern ork gehören,wieder nach Italien zurück gieng, wäre ihm Ludvlfiis zwargern in Aethiopien gefolgt, ließ sich aber doch durch das ein*rathen des Hertzogs davon abhalten, und begleitete ihn nurNiin Tyrol , da cr auf dem rückwege zu Augspurg LangcnMolc-lio, und zu Nürnberg Diüherro zusprach, hieraufaber moei.wieder nach Gotha zurück kam. An. lüzr. ward cr von demHertzog Ernst als Legations-8ecretarlus nach Regenspurg ggen-det, und nach seiner Wiederkunft an. 1654. zum Hofmasscrder jungen Printzcn bestellt. Nachdem er diesem amke 4 >ahrlang mit grosser treu und geschicklichkeit, durchgehends odernach der eigenen Vorschrift des Hertzogs vorgestanden, machteihn derselbe, da er vorher den gradum Doctoris zu Alioryerlangt, an.;g. zu seinem Hof-Rath, schickte ihn barm ingewissen angelcgenheiten nach Heidelberg und zu der neuen Lad«ser->vahl nach Franckfnrt ain Mayn, da cr a» Ioh. Hmr. Hot-tingcro , der mit dem Churfürsten von der Pfaltz dahin gekom-men «var,einen discipel in der Aethiopische » spräche bekam. Da»folgende jähr begehrte ihn der König in Schweden,Carl GMv,zum Hofnlelster für seinen natürlichen soh» GustavCarlson,mit dem er auch ohne ziveifel bie reise angetreten, und todannnach Gotha zurück gekehrt ist, »vieivol man davon nichts gewn-scs sagen kan. Als ihn hierauf der Hertzog in unkcrschicdcatnVerrichtungen gebraucht, muste er an. 167;. ohngcachlct stmnWeigerung , mit dem Printz Albert die reffe in die NordiMReiche antreten. Unterrvegens «vard er zu Braunschiveig »endem Hertzog Anton Ulrich sehr gnädig aufgenommen, auchmit einigen raren «nüntzen beschenckt, sprach zu Hamburg denbekannten Esra Edzardi, und wollte zu Alkona die Mabemwt.Schurmannin besuchen , die ihn aber nicht für sich ließ. Mkam er endlich ««ach Dänemarck , da «hm der König CbnEn»is V. sehr gnädig begegnete, allwo cr von dem Grafen.©reif»fenseld und andern SrtaatS-und gelehrten lculhen vieleficuao-fchafft genoß. Als er von dar nach Schlveden kain, lmcrtwKönig Carl XI. zu Malmoe an, und sein ehemaliger fcifctptl,Herr von Rosenhahn, war unlertessen Hof-Marschall wmueMan er»vies ihm hier ebenfalls sehr viel chren-dezcigungcn, iwer genoß aus dein «ungang des Spanischen Gesirndtennez, des Schwedischen Cantzlers de la Garbie und dc» gwhwPusendorffs viel vergnügen. Nachdem cr nun seineglücklich verrichtet, kain er «vieder nach Gotha zurück, undnowdem an. 1674. erfolgten absterben des Hertzogs Ernsts, M"ihn dessen Nachfolger Hertzog Friedrich, als Cammcr-0uecwr mdas Fürstcnthuin Altenburg. Das jähr darauf «vard er zu demChurfürsten von Brandenburg nach Berlin gesendet,allwo cremtod «einer frauen erfuhr, und sich denfelden so zu hcrtzen jlevmließ, daß er,«vcil ihm die bcstreitung so vieler öffenlliebei« unb rr><vat-verrichtunqcii zu schiver fallen «vollken, um erlagung «an»dienste bey Hofansnchung that, die cr auch, wiewol »>wtoMmühe, erhielt, dabey cr aber mit dein titul cmes geheimenunb einer jährlichen bcsoldung von den gesamten Hcrtzogen vonSachsen beehret «vard. Er «vendete sich also an. >678-nach Franckfurr, welche stadt ihm wegen der corrcspondcntz um-

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