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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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verliebt hatte, die dißfalls von sich gegebene quittungen wiede-rum wegstehlen lassen , und endlich mit dazu geholffen, daßder Cantzler du Prat dem unschuldigen manne solche Richterausgelesen, von welche» man schon zum voraus gewiß sey»konnte, daß sie denselben verdammen, hingegen, was er immerwider die Königliche mutier vorbringen mochte,aus der acht se-tzen wurden. Nach der zeit wurde der König Franciscus I.bey der belagerung von Pavia gefangen, worüber sich Louiseungemein betrübte. Sie unterließ aber nichts, um den Kö-nig wieder zu befreyen. Hernach schlösse sie nebst Margaretha von Oesterreich den frieden zwischen Frankreich und dem Kay-ser zu Cambray an. 1529. und kurtz darauf starb sie zu Gretzin Gatinois den 22. sept. an. I5)I. Guichemn, hist. de Sav.Sammarthan. hist. geneal. de France. Frangois de Beaucaire.Guicciardin. Jovius. Mezeray. *

Ludovica Amöna, eine tochter des Fürsten Ludovici zuCöthen, welche ihm seine gemahlt» Amöna Amalia , Grütze»von Bentheim, an. 1609. gebohren. Sie war in der Hebräi-schen, Lateinischen und Französischen spräche erfahren, und hatvon ihrer geschicklichkeit an des Petri Molinäi Heraclito, wel-chen sie in das Teutsche übersetzt, genügsame proben abgelegt.Sie würde es auch noch höher gebracht haben, wofern sienicht in zarter jugend an. 162;. gestorben wäre, worüber Qvi-tius seme trauer durch eine klag-fchrift bezeuget. Sagtttariuserzehlet dieses von ihrer mutter. Ioh. Frauenlob, in derlobwürd. gesellschafft gelehrter weider, p. 22. Opitii poem. P. II.p. 294. Sagittar. hist. Anhalt, c. 42. p. 20}. Eberti CslbilKt desgelehrten srauenzimmers, p. 222.

Ludovica Margaretha von Lothringen , Pnntzrßinvon Conty und Chateau - Regnault, war eme tochter Hein-richs , Hertzogs von Guise und Catharinä von Eleve. KönigHeinrich der grosse vermählte sie an. 160;. an Franciscumvon Bourbon, Printzen von Conty, einen söhn Ludwigs vonBourbon des ersten dieses nahmens, Printzen von Conde ,der zuvor Iohannam, die einzige tochter Ludwigs von Coe,me, zur gemahlin gehabt. Sie kam an. 1610. mit einertochter nieder, welche aber 12. tage nach ihrer geburt starb.Die Printzeßin wurde hierüber betrübt, aber der tvd ihresgemahls, der an. 1614. erfolgte, vermehrte ihr bekrübnisum ein grosses. Ihr tröst waren die Musen, die sie in ih-ren schütz genommen; wie sich denn die grosten leuthe ihrerzeit eine ehre daraus machten, wenn sie ihr ihre wercke zu-schreiben durften. Sie verstund sich sehr wohl darauf, undließ sich angelegen seyn, selbige zu durchlesen, oder auch selbstetwas zu schreiben. Es ist schade, daß von ihren schriftenuns mehr nicht als ihr Koma» Royal, oder die begeben»heilen des Hofs, so an. 1620. unter dem nahmen des Herrndu Piloust heraus gekommen, bekannt ist. Sie hat zu Eu,einer kleinen stadt in der Normandie , an dem stusse Breslegelegen, den 30. april an. 1631. dieses zeitliche gesegnet. DeCojle, eloges des Dames illustres. Ste Marthe , &c. Pasch, ingynscseo docto p. 4;.

Ludovici, (Ritter - orden St.) Der König von Franck-reich Ludovicus XIV. hat ihn an. 1693. vermittelst eines den10. april desselben jahrs in dem Parlemente zu Paris bestä-tigten edicts gestiftet , und zwar einig und allein als einebelohnung vor diejenige, so der Catholischen religion zuge-than , und zu Wasser ober zu lande zum wenigsten zehen jährals Officirer in Französischen kriegs - diensien sich wohl ver-halten. Dieser orden soll bestehen aus dem Könige, als im-merwährenden Großmeister , und aus dem nächsten Cron-rrben, hiernächst aus acht sogenannten Groß-Creutzern (Grand-Croix) deren jeder 6000. Französische pfund, aus 8. Com-mandeurs, deren jeder 4000. aus is. andern Commandeurs,deren jeder 3000. aus 24. Rittern, deren jeder 2000. aus 24.andern Rittern, deren jeder 1500. aus 48. andern, deren je-der rooa. aus 32. andern, deren jeder 800. aus einem Schatz-meister , welcher 4000. aus einem Secretario , welcher 3000.und endlich aus einem Huißter, welcher 1400. jährlich empfan-gen soll, über welche summe (um die von dem Könige darzuverordnete 300000. pfund voll zu machen) noch Ü000. pfundzu anschaffung der ordens-creutze und anderer Unkosten übrigbleiben. Auch kan der König über die zahl derjenigen ordens-glieder, welche obgedachte jährliche einkünfte dabey zu gemes-sen haben, noch so viel andere Ritter ohne pensionen ernen-nen , als ihm beliebt. Das ordens-zeichen bestehet in einemgöldenen , weiß emaillirten creutz, welches an den ecken diefigur einer lilie, in der mitten aber aus der einen feite denheiligen Ludvvicum, in einem küraß und Königlichen mantel,in der einen Hand eine loorber<rone, und in der andern ei-ne dornen-crone mit nägel» haltend, vorstellet, und zwar ineinem rothen selbe, welches auf einem blauen rande mitfolgenden goldenen buchstaben umgeben ist : LudovicusiVlagnus instituit an. 1693. d. i. Ludwig der grosse hat»hn eingejktzt an. 1693. Auf der andern feite siehet manein blosses und stämmiges schwerdt, dessen spitze mit einer lor-beer-crone umfaßt ist, welche mit einer weissen schcrpe um-wunden. Das selb und der rand sind gleich wie auf der er,sten feite; die Worte aber, welche rund herum stehe», hcissen:Bestie* Virtutis Praeinium , d. i. eine belohnung der imkriege erwiesenen tapferkeit. Dieses creutz tragen die

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blossen Ritter ziemlich klein, und an einem schmalen feuer-rv-then bände hängend, auf der brüst. Die Commandeurs undGrand-Croix tragen es etwas grösser, an einem breiten silier,rothen bände, welches sie über die schultern hängend haben-worzu noch in ansehung der Grand-Croix Ncsd komm!, baßsie auf ihren kleidern und mänteln das ordens - creutz gMtragen. Das ordens-fest ist der tag des heiligen Lud«,Die neuen Ritter empfangen (nach vorher abgelegtem erde,daß sie beständig bey ihrer religion und ,n des Königs bim-sten bleiben , auch dieses letztern bestes auf alle weise befvr,dern wollen) das ordens-creutz aus des Königs eigenen hau,den, und werden dabey von demselben umarmet. Dsi as,signation der unterschiedenen pensionen, wie auch die erht-bnng zu den grösser» dignitäten des ordens kommt lediglich aufdes Königs Wohlgefallen an. Von denjenigen ordens-gliedau,welche die oberwehnten pensionen zu geniessen haben, sillallezeit ein Grand-Croix, 3. Commandeurs und. Ritteraus der zahl der See-Officiers seyn. Alle diejenige, weicheMarschave von Franckreich, Groß - Admirals und Generalsder galeeren sind , sollen in trafst solcher chargen in bimorden aufgenommen werden. Die Ritter der heiligen Gei-stes haben den rang über alle mitglieder des St. Ludwigs,ordens ; doch können sowol jene, als auch die Ritter tonSt. Michael, den gegenwärtigen orden annehmen. Zu duersten Promotion, welche den io. may an. 1693. vorgieng,ernennete der König zu Grand-Croix folgende achte: 1.) toiMarquis de la Rabliere; 2.) den Marquis de Rivarvl;,.)de» Grafen von Montchevreuil; 4.) den Herrn von Panda»;;.) den Herrn von Rosen; 6.) den Marquis de la Feuillsi;7.) den Herrn von Polastron ; 8.) den Grafen vonUaleail,renaud, General-Lieutenant zur see. Die 8. Commandeurs,mit 4000. pfund jährlicher pension, welche damals erneuuetworden, sind gewesen: i.) Air. Panctier, das Haupt«escabre ; 2.) der Marquis de Vatteville ; 3.) Air. de Ll.Silvestre; 4.) der Graf von Avejan; 5.) Nr. Massel ; 6.)Mr.de la Grange; 7.) Mr. de Laubanie; 8 .) Mr.delais« Mercure bißorique de lan. 1693. p. 430.540.657.

Ludovici, (Iacobus Fridericus) ein berühmter Rechts-gelehrter, war zu Wachtelshagen, unweit Treptow in ®wb»mern , den 19. sept. an. 1671. gebohren. Er besuchte au.fänglich das Gymnasium zu Slargard, sodann aber die hoheschule zu Königsberg , und gab darauf eine zeitlang einenAdvocaten in Stargard ab. Nach diesem verfügte er ichnach Halle in Sachsen , und ward allda an. -700. D'cenua-tus , an. 1701. Protestor extraordinarius, und «N. 1701. Do-«stor Juris , ingleichen «n. 170;. Assessor der Juristen-Facul.tät, UNd an. 1711, Professor ordinarius, wozu er noch au.1716. die würde eines Königlich - Preußischen Hof-Raths ee,langte. Als er aber an. 1721. zum Fürstlich - Heßischm ge.Heimen Rath , Vice - Cantzler, und Professore Juris primarionach Giessen bcruffen wurde, begab er sich dahin, und ver-sähe diese bedienung mit allem rühm, wiewol er nicht garlange hernach, nemlich den 15. dec. an. 1723. das zeitlichegesegnete. Man hat von ihm sthr viele schriste», als : De-lineationem Historiae Juris Divini , naturalis, & positivi uni-versalis ; Dubia circa Hypothesin de Principio Juris Natura,ejusdemque Vindicias; Doctrinam Pandestarura, cum Histo-ria Pandectarum & Wiffcnbachii Emblematibus Triboniani;Supplementum ad Compendium Juris Lauterbachii; Com-pendium Novellarum Justiniani ; Usus Practicus Distinctio-num Juridicarum juxta ordinem Digestorum ; Collegium Ju-ris Feudalis; Institutiones Justiniani cum Annotationibus ;Rebuffus de Privilegiis Studiosorum Observationibus illustra-tus ; Sachftn-Spieqel, in Alt -Teutscher, LateinischereHoch-Teutscher spräche; das Sächsische oder MagdeburgnchcWeichbild, in Lateinischer und Hoch-Teutscher spräche; Ew-leitung zum Civil-Proceß ; Einleitung zum peinlichen Prvcy,zum Lehn-Proceß, zum Concurs-Proceß, zum Kriegs-PrvceDzum Consistorial-Proceß, u. a. m. Über dieses hinterließ er amlm manuscript verschiedene andere wercke, wovon i«n jce«nach (einem tode an. 1724. die Doctrinam juris Naturae Jun-dice confide ratam aus licht gestcllet, der denn auch babey vvvseinem leben umständliche Nachricht gegeben.

Ludovic», (Carl Günther) ward gebohrm zu Leipzig «"7. aug. des 1707. jahrs. Sein vatter ist gewesen Christiansdovici, der H. Schrift Doctor und der Philosophie Professorauf der Academie zu Leipzig , die mutter aber Christina Sv,phia eme gebohrne Ittigin. Er wurde am 3. dec. des 17-v.jahres, als an dem Academifchen Jubel-feste, von dem tamal!«gen Rcctor, August Quirin Rivinus, deponiret, und rvader zett an verschiedenen Haus-Lehrern anvertrauet, wobey erüber diese noch, in heran wachsenden jähren, in dec Thomas-schule zu Leivzig die Lehrer daselbst gehöret hat, bis er unterdem academifchen Rectorat seines vatters am 25. october an.r724.de» matrickeln der Academie eingefchriebrn wurde. Inseinen academifchen jähren, in welchen er zuvörderst ber W'losophic und hernach auch der Theologie obgelegen, hat» Wmehr als einmal öffentlich hören lassen, wie er denn gleich dar-auf am 25. decemb. in der Academifchen kirche die gcwohii-liche fest-oration hielte,welche de veterum Chrittianorum Vignus

FeJlo Natiyitatis Jesu Christi handelte. A>N 23. MNli a». > 7 ^-

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